Velbert zelebriert sein Moonlight-Shopping

Im dritten Jahr in Folge ist die Biathlon-Tour zu Gast im Herzen des Niederbergischen Landes, in der Stadt, die Deutschlands Schlüsselindustrie erheblich geprägt hat und weiterhin prägt. Mit Velbert, der größten Stadt des Kreises Mettmann und attraktiv im Städtedreieck Essen, Wuppertal, Düsseldorf gelegen, verbindet auch die Biathlon-Tour „Schlüsselmomente“. An einem heissen Julitag 2017 liess es sich der Leiter der Velbert Marketing GmbH, Olaf Knauer, nicht nehmen, den Wintersport Biathlon mit einem Schneeberg aus der Skihalle Neuss zu begrüßen. Der kühle Gipfel war seinerzeit nicht nur ein Hingucker und eine willkommene Erfrischung, sondern vor allem ein Hit für die Kids, die von den Rutschpartien gar nicht genug bekommen konnten. Am letzten Oktober-Freitag 2018 kam die Tour zum Nightshopping nach Velbert zurück und machte erste Erfahrungen mit einem Etappenevent, das größtenteils im Dunklen stattfand. Das Wetter wollte an jenem kühlen, regnerischen Herbsttag nicht so recht mitspielen. Um so schöner ist daher, dass beim heutigen Moonlightshopping die Bedingungen großartig sind. Ein milder, regenfreier Herbstabend lockt die Velberter in Scharen in ihre Innenstadt und sorgt für richtig gute Laune. Der neue Platz am Offers ist der ideale Standort für die Biathlonetappe, weil er zentral gelegen ist und zugleich mit seiner Größe den Sport und die Gastronomie in befruchtender Weise zusammenführt. Gemütlichkeit und Herausforderung scheinen auf den ersten Blick ein durchaus gegensätzliches Paar zu sein, doch es bringt so etwas wie Partystimmung ins Rund der Biathlonarena, so dass die bestens motivierten 10 Teams, die um den Titel des Velberter Biathlonstaffel-Stadtmeisters kämpfen, unter dem Eindruck der Kulisse und Stimmung so manchen zusätzlichen Adreanlinschub erfahren.

Es ist angerichtet

Es wirkt beinahe spielerisch leicht, dieses Event. Spätestens mit Beginn der Staffelmeisterschaft um kurz vor 18 Uhr, nach knapp zwei Stunden des spontanen Mitmachens für Jederfrau und-mann, entfachen die Wettkämpfer, allesamt Biathlonnovizen mit dem Mut zur Herausforderung, und die relaxten Schaulustigen ein schönes Spektakel, das sich wechselseitig immer wieder neue Impulse verleiht. Die hereinbrechende Nacht, die atmosphärischen Lichtspiele, Gerüche nach Grillfleisch und Stockbrot, die in der milden Herbstluft liegen und das wuselige Gedränge sind die idealen Zutaten dieser Biathlonparty. Hinter diesen Eindruck tritt in diesen Momenten die erhebliche Organisationsarbeit zurück. Die Velbert Marketing GmbH, insbesondere Daniela Hantich und Olaf Knauer, sind seit fast einem Jahr mit der Planung des Events beschäftigt. Mit dem Stadtsportbund und seinem Vorsitzenden, Peter Blau, konnte der starke Partner des Sports in Velbert gewonnen und die Kommunikation mit den Sportvereinen zur Bekanntmachung der Biathlonstaffel-Stadtmeisterschaft intensiviert werden, Bereits im Sommer organisierte Velbert Marketing die erste Pressekonferenz zum Event, um die Medien bestmöglich in den Ankündigungsprozess einzubeziehen. Ein bisschen Glück gehört auch dazu, einen Medienpartner wie Radio Neandertal an der Seite zu haben. Der Lokalsender beschränkte sich nicht aufs bloße Ankündigen, sondern „lebt“ das Event, ist mit einem eigenen Team aus Moderatoren und Reportern mittendrin im Kampf um den Sieg. Von ihnen wird noch die Rede sein. Der Stadtsportbund stiftet das Pokalset für die besten Teams. Klasse, dass diese Ehrenpreise individuell beschildert und mit Biathlonemblemen versehen sind. Viele Rädchen laufen ineinander, zu denen auch das Konzept der Biathlon-Tour gehört, die Teams individuell vorzustellen, über den roten Teppich einlaufen zu lassen und dem Event durch die Moderation zusätzliches, sportliches Flair zu verleihen. Doch alles das schafft eben doch „nur“ den Rahmen und die Bühne. Letztlich sind es die Wettkämpfer/innen, die dem Event so richtig „Leben“ einhauchen. Auch dabei bleibt dem Event das Glück treu. Und nun wird’s Zeit, die Protagonisten näher vorzustellen.

4 Staffel-Rennen ermitteln 3 Finalteams

10 vierköpfige Teams ermitteln in 4 Rennen die 3 zeitschnellsten Siegerstaffeln, die im Anschluss im Finale um den Stadtmeistertitel kämpfen. Jede(r) Wettkämpfer/in erlebt dabei die größte Herausforderung des Biathlons, nämlich das Stehendschießen nach körperlicher Belastung. Dabei ist die Strecke auf den Skilanglauf-Cardiogeräten deutlich kürzer, als bei den aus dem Fernsehen bekannten Biathlon-Weltcups. 400 m für jeden Wettkämpfer und 300 m für die Wettkämpferinnen dauern zumeist nur zwischen 90 und 180 Sekunden, haben also beinahe Sprintcharakter. Der schnelle Wechsel von Skilanglauf und Stehendschießen trägt zur Kurzweiligkeit des Wettkampfes bei und kaum ein Wettkämpfer entgeht der Atemnot am Infrarotgewehr, die das fehlerlose Biathlonschießen zu einer fast unlösbaren Aufgabe macht. Doch 2 der 64 Wettkämpfer/innen schaffen heute Abend dieses „Kunststück. Die Ziele mit 45 mm Durchmesser, die aus 10 m Entfernung anvisiert werden bieten ungefähr den halben Schwierigkeitsgrad im Vergleich mit den Biathlonprofis. Doch es ist auch so schon nahezu eine mission impossible für alle Tourwettkämpfer, die größtenteils ohne jede Biathlon-Wettkampferfahrung in die Herausforderung starten. Jeder Fehlschuss wird im Staffelwettbewerb mit 15 Sekunden „Strafzeit“ abgebrummt. Ein einziges gutes oder schlechtes Schießen dreht dadurch nicht selten ein schon entschieden geglaubtes Rennen.

Das 1. Rennen

Die Hirschjägerinnen (am rechten Gewehr) treffen auf ihre Vereinskolleginnen der Skifreunde Velbert, die als Modern Walking Racer ins Rennen gehen (beide Teams in gelben Trikots). Auf der linken Bahn startet das Damen-Team des Heiligenhauser Weltunternehmens, Kiekert AG.

Platz 3 im 1. Rennen: Modern Walking Racer

in 17:50 Minuten
mit Diane Pieper, Silke Richter, Ulrike Tölke-Beisenherz, Eva Wach. Zusammen erzielen die sportlichen 4 der Skifreunde Velbert 5 Treffer mit ihren 20 Schüssen. Alleine 3 davon erzielt Startläuferin Diane Pieper (im Bild oben, oben links). Auf Platz 16 der 64 Wettkämpfer ist sie zugleich die Beste ihres Quartetts.

Platz 2 im 1. Rennen: Das Kiekert Damen-Team

in 17:17 Minuten
mit Karin Seubold, Susanne Adrian-Gülpinarli, Ulrike Leichtweis, Waltraud Becker. Die 4 Treffer teilen sie „schwesterlich“ untereinander auf, so dass keine Wettkämpferin „leer ausgeht“. Karin Seubold und Ulrike Leichtweis erreichen die besten Zeiten ihres Quartetts. Mit ein wenig Übung am Biathlongewehr könnte es noch einige Plätze weiter nach vorne gehen für das 9.-platzierte Team.

Platz 1 im 1. Rennen: Die Hirschjägerinnen

in 16:16 Minuten
mit Marlene Tacke, Birgit Krug, Ulrike Reeger, Anke Spaar. Mit 2 Treffern bei 20 Schüssen trotzdem Siegerinnen dieses Rennens zu werden, spricht zunächst mal für ihr Tempo in der „Loipe“. Ulrike Reeger erzielt die beiden Treffer und ist auf Platz 31 auch die Beste der Vier in der Einzelwertung. Vielleicht sollten sie sich demnächst bei der Velberter Kirmes zum Rosenschießen für ihre Männer verabreden. Das macht gleich doppelt Freude. Zum einen den Männern und zum anderen den Hirschjägerinnen, denn dann geht’s beim nächsten Biathlon in Velbert noch weiter nach vorne, als auf den 7. Platz.

Das 2. Rennen

Im 2. Rennen trifft das jüngste Team, die Schützinnen vom Funkturm (im grünen Dress) auf die dezimierten Polish Girls (weisse Pullis), bei denen Paulina Kazimirek die Rolle der Start- und Schlussläuferin einnimmt und in schwarz kämpft der beste Mix des Lokalradios Neandertal um den Finalplatz.

Platz 3 im 2. Rennen: Polish Girls

in 16:01 Minuten
mit Paulina Kazimirek, Leonie Rzytki, Dominika Barszczak, Paulina Kazimirek. Von den 4 Polish Girls sind nur 3 übriggeblieben, doch Paulina lässt keinen Zweifel aufkommen, dass sie den Doppelstart als Start- und Schlussläuferin nicht packen könnte. Und tatsächlich holt die junge Fußballerin des Landesligisten SV Bayer Wuppertal mit ihrem Schlussabschnitt das beste Resultat der 3 Freundinnen mit 2:59 Minuten und 1 Treffer. Es bleibt der einzige Treffer. 19 Fehlschüsse addieren sich auf 4:45 Minuten „Fehlschuss-Pause“. Ach, wenn die schnellen Skilangläuferinnen auch noch schießen könnten…

Platz 2 im 2. Rennen: Die Schützinnen vom Funkturm

in 15:46 Minuten
mit Lea Köhler, Angelina Köhler, Kira Derksen, Jörg Verbeck. 10 Treffer erzielen die 3 jungen Schützinnen des SV Freischütz Langenberg, die zusammen mit ihrem Trainer, Jörg Verbeck antreten. Bis dahin waren sich viele der Schaulustigen darin einig, dass wohl keinem Wettkämpfer des Tages das perfekte Schießen mit 5 Treffern gelingen würde. Doch die amtierende 16-jährige Prinzession des Schützenkreises Niederberg, Kira Derksen (im Bild oben beim Skilanglauf auf dem Thoraxtrainer), zeigt, dass es sehr wohl möglich ist, wenn Können, Konzentration und etwas Glück im richtigen Moment zusammenfinden. Obwohl unerfahren im Schießen unter Belastung hilft der Schülerin ihr Schützentalent, um in der ungewohnten Situation Lösungen zu finden. Gefeiert von ihrem Team und weiteren Vereinskollegen übernimmt Kira zu diesem Zeitpunkt die Führung in der Einzelwertung und darf auf den Gewinn der Reise nach Ruhpolding am 8./9.2.2020 hoffen, wo Velberts beste(r) Biathlet/in im Finale der Biathlon Deutschland-Tour auf Skiern und am Kleinkalibergewehr in der bekannten Chiemgau-Arena gegen die Etappensieger aller Etappenstädte um den Toursieg kämpfen wird.Ein weiterer Moment des Feierns bleibt für die 3 Schützinnen jedoch aus, denn ausgerechnet ihr Trainer, Jörg Verbeck, patzt als Schlussläufer in führender Position mit 5 Fehlschüssen. So geht es für das Quartett des SV Freischütz Langenberg als Gesamtvierte knapp am Treppchen vorbei. Wir schlagen die Kreis-Prinzessin als Trainer-Trainerin vor. Vielleicht ist das der Schlüssel zur Finalteilnahme im kommenden Jshr?

Platz 1 im 2. Rennen und Finalisten: Radio Neandertal

in 14:34 Minuten
mit Robin Lammerschop, Jenny Düe, Philip Gercer, Lisa Köster. Für das Moderatoren- und Reporter-Team des Lokalsenders Radio Neandertal geht es bei ihrer Biathlonpremiere gleich bis ins Finale und das hat Gründe: Mit 10 Treffern zeigt das Quartett eine höchst solide Treffsicherheit und zugleich Ausgeglichenheit. Alle 4 steuern Treffer zum Ergebnis bei und die – in diesem Rennen – noch etwas „wacklige“ Schützin, Lisa Köster (1 Treffer) leistet mit der schmellsten Wettkampfzeit des Teams einen wichtigen Beitrag. Im Finale wird von ihr noch zu reden sein. Bester „Neandertaler“ Biathlet in diesem Rennen ist Philip Gercer, der mit 4 Treffern und 2:59 Minuten das 6.-beste der 64 Einzelredultate erzielt. Als zweitbestes Team der Vorrunde werden wir „den besten Mix von 97,6“ im Finale wiedersehen.

Das 3. Rennen

Das 3. Rennen ist ein Duell um den Finalplatz zwischen den Skijägern der Skifreunde Velbert (im gelben Dress) und dem Team Vermessung der Technischen Betriebe Velbert (in Warnwesten)

Platz 2 im 3. Rennen: Die Skijäger

in 16:17 Minuten
mit Gerd „Kämmen“ Dick, Frank Richter, Siegfried Reeger, Wolfgang Hüter. Das Team mit der längsten Lebenserfahrung kommt von den Skifreunden Velbert und es macht einfach Freude ihnen zuzuschauen, wie selbstverständlich für sie noch Sports- und Wettkampfgeist ist. Im Duell mit dem ziemlich genau halb so alten Team der Technischen Betriebe Velbert reicht es zwar nicht zum Sieg, aber das wäre gegen das beste Vorrundenteam des Tages auch eine große Überraschung gewesen. Der jüngste Skijäger, Gerd „Kämmen“ Dick, ist als Startläufer zugleich der beste im Team und lässt mit der 12.-besten Einzelleistung des Tages (3 Treffern und 2:40 Minuten) die Kontrahenten keinen Meter weit ziehen. Vielleicht macht das Quartett bei einer ihrer künftigen Skitouren in den Alpen ja mal einen Abstecher zu einer der bekannten Biathlon-Arenen in Ruhpolding, Hochfilzen oder Antholz und gönnt sich ein Trainingsschießen. Im nahen Winterberg geht das natürlich auch. Dann könnten die ca. 90 Sekunden (6 Treffer), die zum Finaleinzug fehlten, aufholbar sein.

Platz 1 im 3. Rennen und Finalisten: Team Vermessung TBV

in 12:02 Minuten
mit Sascha Stichel, Benjamin Pasternak, Maik Gonsior, Philipp Wermuth. Die 4 Vermesser sind läuferisch unter den 10 Teams eine Klasse für sich. und erzielen mit Wettkampfzeiten zwischen 2:09 Minuten (Sascha Stichel) und 2:22 Minuten (Maik Gonsior) typische Etappensieger-Zeiten. Doch für Platzierungen weit vorne in der Einzelwertung fehlt ihnen in diesem Rennen noch die nötige Treffsicherheit. Alle 4 erzielen 2 Treffer mit ihren 5 Schüssen. Das reicht für die beste Staffelzeit aller 10 Teams und für den Finaleinzug in 12:02 Minuten. Und im Finale sollte einer der ihren auch noch den Sprung unter die besten 3 der Einzelwertung machen. Doch dazu weiter unten mehr.

Das 4. Rennen

Im letzten Duell um die Finalplätze trifft das Team der kreativen, frischen Music’s Cool (in pink und gelb) auf das Team der Kiekert AG (in blau), die sich von ihrem Stammsitz Heiligenhaus einen Weltruf erarbeitet hat mit ihren Autotür-Schlössern (u.a.)

Platz 2 im 4. Rennen: Team Kiekert

in 15:50 Minuten
mit Robert Egel, Myriam Kellmann, Achim Jahrsetz, Michael Scholz. Lange Zeit in diesem Rennen sieht es nach dem Finaleinzug für das Kiekert-Team aus. Wirtschaftsingenieur und Hobbyfußballer, Robert Egel, holt mit 2 Treffern und 2:40 Minuten als Startläufer die Führung heraus, ärgert sich aber zugleich ein wenig darüber, dass er die 4 Treffer aus seinem Einzelwettkampf zuvor nicht wieder erreichen kann. Diese Leistung war die 5.-beste der 64 Einzelleistungen des Tages. Auch Myriam Kellmann kann als zweite Wettkämpferin die Führung vor dem Team Music’s Cool noch halten und übergibt immerhin 23 Sekunden Vorsprung auf Achim Jahrsetz, der diese gegen die schnelle Annika Gaida wegen vierer Fehlschüsse komplett aufbraucht. Ärgerlich für Achim, denn auch er hatte im Trainingswettkampf zuvor 4 Treffer und einen Top 10-Platz hiingelegt. So startet Schlussläufer Michael Scholz gleichauf mit Music’s Cool-Kontrahent Knut Kornatz in die Entscheidungsrunde und „treibt“ diesen zur besten Leistung des Tages.

Platz 1 im 4. Rennen und Finalisten: Music’s Cool

in 15:13 Minuten
mit Jan Albers, Peter Gaida, Annika Gaida, Knut Kornatz. Welch ein Finish in diesem letzten Vorlauf. Über die Hälfte des Rennens hinweg läuft das Music’s Cool-Team einem Rückstand hinterher, doch Annika Gaida schafft es als dritte Starterin ihres Teams, den Anschluss an das Kiekert-Quartett wiederherzustellen. So schickt Annika ihren Music’s Cool-Inhaber-Kollegen, Knut Kornatz mit allen Chancen auf die Finalteilnahme in die Schlussrunde. Ob der Vollblut-Musiker, der Rock- und Jazzgitarre ebenso beherrscht, wie Trompete und Klavier, sowie über mehr als 20 Jahre Ensemble-Leiter-Erfahrung verfügt, auch sportliches Talent in die Waagschale werfen kann, wissen wir nicht. Die Anfeuerung seines Teams und des toll unterstützenden Publikums treibt den 52-Jährigen gleichauf und flott mit Kiekert-Schlussläufer Michael Scholz durch die „Loipe“. Am Biathlongewe
hr liefern sich die beiden einfurioses Finish. Michael legt einen Treffer vor, Knut gleicht aus. So geht das bis zum 3:3 an Treffern. Wenn der Rhythmus so bleibt, dann ist Michael im Vorteil. Doch Sekundenbruchteile später fällt die Entscheidung. Während Michael den Fehlschuss hinnehmen muss bleibt Knut in diesem spannenden Moment nervenstark und ruhig, setzt seinen vierten Treffer und kurz danach sogar noch den fünften hinterher. Jubel brandet auf und die Music’s Cool holt sich damit im letzten Moment den 3. Finalplatz und Knut übernimmt die Führung in der Einzelwertung von Kreisschützen-Prinzessin Kira Derksen, weil er im Vergleich der Wettkampfzeiten mit 2:50 Minuten gegenüber 3:51 Minuten der Schnellere ist. Wird er Velberts Finalist für Ruhpolding? Das Finale wird auch diese Antwort geben.

Das Finale der Staffel-Stadtmeisterschaft

Es macht Spaß diesen Abend hier in der Velberter Innenstadt mitzuerleben. Die Atmosphäre der farbenfrohen Lichtspiele, die Düfte von Bruzzeln, Grillen, Backen aus den betriebsamen Gastroständen an der Biathlonarena, der proppevolle Bierstand, von dem Lachen und gute Laune rüberschwappt. Auf dem Platz am Offers ertönt „the final countdown“ und die 3 besten Teams aus der Vorrunde laufen über den roten Teppich ein, bereit zum Showdown um den Stadtmeistertitel. Menschentrauben bringen Wuseligkeit und Lebendigkeit in diese laue Herbstabendstunde und es liegt eine Gelassenheit in der Luft, wie sie vielleicht nur ein Freitagabend bringen kann, wenn die Menschen einmal loslassen, dem „getaktet sein“ entfliehen können. Die Startläufer der drei Finalteams stehen in der „Loipe“ bereit. Mit der Warnweste auf Bahn 1 Sascha Stichel für das schnellste Team der Vorrunde, „Vermessung TBV“, daneben im schwarzen Dress Radio Neandertal mit Moderator Robin Lammerschop und im gelben Dress die als drittschnellstes Team fürs Finale qualifizierte Music’s Cool, die mit der kürzesten Verschnaufpause und Startläufer Jan Albers ins Rennen startet. Das Publikum zählt den Countdown 5-4-3-2-1 und los geht’s für unsere Drei auf die 400 m-Strecke. Im direkten Duell zwischen zwei der schnellsten drei aller Staffelwettkämpfer kann Sportlehrer Jan Albers für die Music’s Cool einen Minivorsprung von 2 Sekunden gegen Sascha Stichel von Velberts Technischen Betrieben herausholen. Beide treffen mit 2 ihrer 5 Schüsse. Für Robin Lammerschopp muss gegen die schnellen Kontrahenten ein gutes Schießen das Ziel sein, doch vielleicht lässt er sich von dem Tempo der Beiden zu sehr beeindrucken und büsst dabei den eigenen Rhythmus ein? Nach 3 Treffern im Vorlauf legt er nun 5 Fehlschüsse hin und gibt seiner Kollegin Jenny Düe 75 Sekunden Rückstand mit in die 2. Runde.

Im Kampf um die Führung wift TBV-Vermesser, Benjamin Pasternak, seine ganze Kraft in den schnellsten 400 m-Abschnitt aller Staffelläufer des Tages. Auch am Biathlongewehr setzt er voll auf Schnelligkeit und so entsteht die kuriose Situation, dass Benjamin trotz 5 Schießfehlern und 75 Strafsekunden rund 30 Sekunden Vorsprung herausholt auf Music’s Cool, die mit Peter Gaida zwar 2 Treffer erzielen aber Zeit verlieren. Bei Radio Neandertal erzielt Jenny Düe 2 Treffer, kann damit aber auf Platz 3 noch keine Aufholarbeit leisten.

In dieser 3. Runde des Finals riecht es bereits nach der Vorentscheidung zugunsten der Vermesser der Technischen Betriebe. Azubi Maik Gonsior hat im Blitztempo aus seinen Vorlauferfahrungen gelernt undlegt einen Wettkampf auf „Etappensieger-Niveau“ hin. Der 22-Jährige kann sein schnelles Tempo aus dem Vorlauf auch im Finale wiederholen und zeigt dann ein treffsicheres Schießen im schnellen Rhythmus. Starke 4 Treffer werden es für ihn in 2:22 Minuten und nur ein winziger Wackler trennt ihn von der Etappenführung. Maik wird in der Einzelwertung Dritter. Bei so viel Power der Führenden gehen die starken 3 Treffer der Geigerin, Tanzsportlerin und Music’s Cool-Inhaberin, Annika Gaida, fast ein bisschen unter. Doch sie bringt damit den rund 2 minütigen Vorsprung der Music’s Cool auf Platz 2 gegen Radio Neandertal bis in die Schlussrunde, obwohl sie mit Reporter Philip Gercer einen starken Gegner hat. Der Sechste der Einzelwertung lässt seinen 4 Treffern aus der Vorrunde nun deren 2 folgen und so langsam wird Gewissheit, dass es nicht das Finale des Radio Neandertal-Teams wird.

Die 4 Powermaker in den Warnwesten streben einem ungefährdeten Sieg entgegen. Daran ändern auch die 4 Fehlschüsse von Schlussläufer Philipp Wermuth nichts mehr. Während er und sein Team der Technischen Betriebe schon jubelnd abdrehen und vom Publikum gefeiert werden, kann der beste Biathlet des Tages, Musiker Knut Kornatz, zwar kein zweites Meisterstück an diesem Abend hinlegen, doch das muss er auch nicht, denn kein Finalist konnte den sympathischen Musikdozenten bisher vom Etappenthron stoßen und Platz 2 für seine Music’s Cool kann er auch mit dem einen Treffer ins Ziel bringen. Ein tolles Finish erfährt das Finale durch die 19-jährige Lisa Köster. Die Reporterin von Radio Neandertal, die bereits mit ihrer schnellen Zeit im Vorlauf auffiel, kann das Tempo nochmals erhöhen. Mit 2:43 Minuten ist Lisa sogar schneller als der Etappenführende und mit ihren großartigen 4 Treffern holt sie sich einen letzten warmen Applaus des Publikums ab. Da hing also der Etappensieg von Knut Kornatz nocheinmal am seidenden Faden. Lisa Köster hätte mit nur einem Treffer mehr diese Etappe gewonnen und wird 4. der Einzelwertung. So bleibt es Knut Kornatz vorbehalten, Velbert im Finale der Biathlon Deutschland-Tour am 8./9. Februar 2020 in Ruhpolding zu vertreten und dort geben die Etappensieger der anderen Tourstädte im Finale auf Skiern und am Kleinkalibergewehr um den Toursieg zu kämpfen. Wir freuen uns schon auf das Wiedersehen mit Knut und seiner Begleitung.

Ehrung der Sieger und ein herzliches Dankeschön

Velberts Stellvertrender Bürgermeister, Emil Weise (im Bild oben links am Mikro) und der Vorsitzende des Velberter Stadtsportbundes, Peter Blau, ehren alle Staffelwettkämpfer mit Erinnerungsmedaillen. Für die 3 Finalteams hat der Stadtsportbund geschmackvolle Biathlontrophäen erstellen lassen. Shootingstar-T-Shirts und Biathlon-Tour-Jacken kleiden die besten Teams ins Siegerdress.

Die Biathlon-Tour bedankt sich bei den beiden Siegerehrern und ganz besonders auch bei den Wettkämpfern, die mit ihrer Motivation, ihrem sportlichen Einsatz, dem Teamgeist und nicht zuletzt auch mit ihrer guten Laune den zahlreichen Zuschauern viel Spaß bereiteten. Der abschließende Dank gilt Daniela Hantich und Olaf Knauer von Velbert Marketing, die viel Energie in die Organisation dieses Biathlonabends investiert haben und mit einem tollen Event in einer top besuchten Innenstadt belohnt wurden.

Bilder: Jörg Hellwig Text: Martin Bremer