Spannende Rennen, starke Teams und viel Applaus vom Publikum

Der 3. Brakeler Citybiathlon findet an diesem letzten Augustsamstag erstmals nicht auf dem Marktplatz statt, sondern vielleicht 300 m entfernt, der Fußgängerzone Hanekamp folgend, an der Kriegerehrung, einer idyllischen Grünanlage inmitten der Innenstadt. Gelaufen wird dabei in der Fußgängerzone, während es für das Liegend- und Stehendschießen für die Wettkämpfenden zur Biathlonarena auf die Grünfläche. Getränke- und Imbisswagen flankieren das Geschehen und bieten einen passenden Rahmen für das empathische Publikum, das in vielen Momenten dieses 7-stündigen Events, bei lang anhaltendem Applaus, leidenschaftlicher Anfeuerung oder begeistertem Jubel eine Stimmung erzeugte, als seien es Hunderte. Tatsächlich waren es weniger, was das obige Lob nur um so größer macht.

Für diese Etappe der Biathlon-Tour in der ostwestfälischen Hansestadt funktioniert die Zusammenarbeit mit dem gastgebenden Stadtmarketing so ausgezeichnet und unkompliziert, dass 4 Telefonate mit Wirtschaftsförderer Alexander Kleinschmidt und ein beherztes gemeinsames Anpacken am Morgen des 3. Citybiathlons ausreichen, um ein in jeder Hinsicht gut organisiertes Event auf die Beine zu stellen. Bei dieser bereits dritten Zusammenarbeit basiert schon Vieles auf dem Vertrauen, sich aufeinander Verlassen zu können. Wichtige Akzente setzt Brakel mit Aspekten, die das Event in besonderer Weise aufwerten. Andreas Braun ist hier zu nennen, der als ehemaliger Biathlet der Belgischen Nationalmannschaft und Musikexperte diesem Citybiathlon als DJ Sound, Rhythmus und Stimmung verleiht. Super, wie immer! Zudem konnte die Wirtschaftsförderung mit der Heil- und Mineralquelle Germeta aus Warburg einen Ehrenpreissponsor gewinnen, so dass wir die Wettkämpfenden bei der Siegerehrung mit besonders wertigen Erinnerungsmedaillen und Pokalen erfreuen konnten. Sehr herzlichen Dank an dieser Stelle seitens der Biathlon-Tour.

1200 m Laufen, 10 x Schießen und viele emotionalen Momente

Die 200 m Laufstrecke als Wendestrecke in der Fußgängerzone ist ebenso rasch aufgebaut dank der Gitter und Pylonen der Stadt Brakel, wie die weniger beliebte 50 m-Strafrunde, die ausgangs der Biathlonarena die Wettkämpfenden zunächst zur anderen Seite in den Hanekamp schickt und damit zu Umwegen zwingt. Andererseits belohnt sie alle fehlerlosen Schützen, heute haben wir gleich 2 Athleten, die alle 10 Wettkampfschüsse ins Ziel bringen, wenn sie ihre nachsitzenden Konkurrenten locker rechts liegen lassen können und Plätze gut machen oder Führungen ausbauen können. Beim ersten Schießen, das liegend ausgetragen wird, liegen die Trefferzahlen schon beinahe im Bereich geübter Biathleten und erreicht im Durchschnitt fast 4 Treffer mit 5 Schüssen. Das mag auch daran liegen, dass 25 der 36 Wettkämpfenden bereits bei einem oder beiden vorherigen Citybiathlons in Brakel am Start waren und die Motivation sowie die Lernfähigkeit unter den Startenden herrlich groß ist. Nach dem Stehendschießen erhöhen sich die Abstecher in die Strafrunde. Diese 5 Schüsse sind die Meisterprüfung unser Biathleten/innen. Die heutigen Meisterschützen sind Michael Amstutz, Hannes Kuhnt und Henrike Finkam. Großartig!

9 Teams kämpfen in 3 Vorläufen um die Finalteilnahme, in dem die 3 Siegerteams und weitere 2 zeitschnellste Teams dann um den Titel des Brakeler Biathlonchampions kämpfen werden. Mit einem lachenden Auge schauen wir auf die schon beschriebenen 9 starken Teams, doch vermissen wir in diesem Jahr so manches Team in der Anmeldeliste, das in den Vorjahren hier nicht unter den Top-Teams abschnitt, aber für das Event dennoch einen großen Mehrwert bedeutete. Da fallen uns einige ein, wie etwa die “Sparkassenfrauenpower, die Maikäfer, das Team “Wadenkrampf”, die Renntiere, die Sportschützen Brakel, die Troubleshooter oder die Riesel Royals. Wir sind voller Verständnis dafür, dass die vorderen Teams mehr Anmeldemotivation verspüren, als die folgenden, doch wir öffnen zugleich weit unsere Arme für ALLE TEAMS, die Lust haben aktiv am 4. Citybiathlon am letzten Augustwochenende in Brakel dabei zu sein, auch wenn sie vielleicht nicht mit den besten Teams Schritt halten können, denn diese Teams füllen unser Jederfrau-/mann-Event mit SO VIEL Leben, so viel Freude, guter Laune, entspanntem Ehrgeiz, dass wir sie hiermit besonders herzlich einladen möchten (wieder) dabei zu sein.

9 Teams kämpfen in 3 Vorläufen um die 5 Finalplätze

Im ersten Vorlauf muss das Team von Brakels Vorzeige-Unternehmen, Franz Schneider Brakel, einer weltweit bekannten Marke für Tür- und Fenstergriffe sowie Schließsysteme, den beiden gegnerischen Teams den Vortritt lassen und belegt in diesem Vorlauf den 3. Platz.

Das Team Franz Schneider Brakel

9. Platz Franz Schneider Brakel in 33:12 min
mit Sabrina Thielecke-Otte, Guido Thier, Giovanni Clausnitzer, Phillip Schumann. Gemeinsam erzielt das Team 25 Treffer mit seinen 40 Schüssen. Sabrina, Guido und Phillip sind das erste Mal beim Citybiathlon dabei. Guido Thier (im Bild ganz links) schafft großartige 9 Treffer mit seinen 10 Schüssen. Fußballer Phillip Schumann (im Bild zweiter von rechts) steht Guido sowohl nach Treffern (er schafft 7) als auch in der Endzeit (7:28 Minuten und 7:47 Minuten) kaum nach. Teamleiterin Sabrina Thielecke-Otte wird mit 6 Treffern und 8:38 Minuten siebtbeste Dame. Giovanni Claußnitzer ist schnell auf den Beinen stand allerdings heute mit 7 Strafrunden kurz vor dem Drehwurm. Definitiv stecken noch Potenziale in unseren 4 FSB-Biathleten/innen. Hoffentlich haben die sympathischen Vier einen langen Atem und wir sehen uns nächstes Jahr wieder!

Team Non-Stop-Ultra

8. Platz Team Non stop ultra in 31:27 min
Mit Michael Amstutz, Simone Siepler, Hermann Vauth, Simone Büse
DER Laufclub im Landkreis Höxter ehrt unsere Veranstaltung erneut mit 2 Teams. Wir haben sie längst ins Herz geschlossen, die aufrechten und aktiven Sportler in ihren gelben Trikots, die nicht nur fleissige und starke Langstreckenläufer sind, sondern ihren Blick und ihre Kraft auch auf Problemfelder lenken, die sich jenseits des Laufens vor der Gesellschaft auftun. Ein Beispiel dafür ist ihr Handeln für Migration. Wir schreiben darüber weiter unten noch etwas mehr. Ausgerechnet der Club mit den zahlreichen Volltreffern hat heute beim Biathlon etwas Ladehemmung. Wobei 20 Treffer mit 40 Schüssen in manchen anderen Tourstädten immer noch für die bessere Hälfte in der Ergebnisliste reichen. Heute ist die Konkurrenz stark und verdrängt das gemischte Non-Stop-Ultra-Team bis auf einen für sie ungewohnten Platz 8. Das sie und die Vereinstruppe geschlossen auch bei der Siegerehrung noch vor Ort ist sagt viel mehr über diesen Verein, als ein etwas dünner Tag am Biathlongewehr. Und wie weit es mit Non-Stop-Ultra-Power nach vorne gehen kann, beweist ja im Finale der “beste Joker von Brakel”, von Brakel, Michael Amstutz. An dieser Stelle verraten wir nur so viel: In 6:03 Minuten wird Michael der viertbeste Biathlet des Tages. Alle Achtung!

NPC’s

7. Platz NPC’s in 29:04 min
mit Jonas Mrugalla, Benjamin Martin, Reinhard Wilhelm, Viktor Ostertag
Das einzige komplette Newcomer-Team kommt aus Paderborn und besteht aus vier mindestens so sportlichen, wie trinkfesten Freunden, die eigentlich einen Sonderpreis verdient hätten, als Stimmungskanonen an der Biathlonarena. Genial. Das sie auch sportlich mithalten mit den besten Teams und sogar biathlon-spezifisch, mit 25 Treffern, schon nahe dran sind macht die Premiere der Vier fast rund. Die kleine “Delle” ist vielleicht das recht knappe verpassen des Finals der besten 5 Teams. Am Ende fehlen genau 60 Sekunden und so ein bisschen Enttäuschung spüren wir schon bei ihnen. Dabei treten sie als Team kompakt auf. Zwischen ihrem Besten, Jonas Mrugalla, der in 6:41 Minuten mit 7 Treffern 20. der Einzelrangliste wird und Kickboxer Reinhard Wilhelm, der mit 6 Treffern und 7:31 Minuten Rang 36 erreicht, liegen nur gerade 50 Sekunden. Fußballer Viktor Ostertag mit 5 Treffern und Tennisspieler Benjamin Martin mit 7 Treffern liegen zeitlich in der Mitte zwischen beiden Teamkollegen. Wenn die Clique die Herausforderung zur Verbesseung annimmt und am letzten Augustwochenende 2024 beim 4. Brakeler Citybiathlon erneut dabei sein wird, dann könnte es schon so weit sein mit der Finalquali. An dieser Stelle möchten wir ein “wanted” an die Cliquen des Kreises Höxter, Thekenfreunde(innen, Sportfreunde/innen, ehemalige oder aktuelle Schulfreunde/innen aussenden. Unser Event lebt von mutigen Mitmachern/innen. Unser Versprechen an Euch: Wir tun alles dafür, dass Ihr beim 4. Citybiathlon in Brakel Ende August 2024 ein ganz besonderes Teamerlebnis mitnehmen könnt. Wir freuen uns auf Euch!

Stiftung Wadentest

6. Platz Stiftung Wadentest in 28:20 min
mit Jan Drewes, Laura Drewes, Alexander Graßhoff, Björn Götz
Noch knapper am Finale vorbei, als für die NPC’s, geht es für die vier Lokalmatadoren von Stiftung Wadentest. Am Ende fehlen gerade 16 Sekunden, also wenig mehr als ein einziger Treffer. Von diesen haben die Vier aber immerhin auch schon 28 erzielt. Geht es noch viel besser? Diese Frage stellt sich insbesondere deswegen, weil etwa Jan Drewes (auf dem Teambild ganz rechts), der Zugführer des 1. Zuges des Bürgerschützenvereins Brakel, die vielleicht kürzeste Verweildauer aller Wettkämpfenden am Schießstand hat. Jan wählt das volle Risiko und schiesst sehr schnell. 7 Treffer sind dabei phantastisch, weil er die Zeit für 3 Strafrunden mit seiner Taktik vermutlich auch eingespart hat. Jan zeigt damit, wie viele technische, taktische und sportliche Stellschrauben der Biathlonsport bietet, um erfolgreich zu sein. Für den Startläufer des Stiftung Wadentest-Team geht es in der Einzelwertung bis auf Platz 5 nach vorne. Wir verneigen uns und ziehen den Hut vor ihm! Das gilt nicht weniger für seine Frau. Reitsportlerin Laura Drewes hatte im Vorjahr bei ihrer Premiere 4 Treffer geschafft. Heute werden es großartige 8! 4 davon im schwierigen Stehendschießen. Das ist Lernfähigkeit im besten Sinne. Alexander Graßhoff’, der Redakteur der Neuen Westfälischen und kurzfristiger Einspringer im Stiftung Wadentest-Team, muss seine Lernfähigkeit im Zeitraffer anzapfen. Ein paar Probeschüsse, dann ist schon Wettkampf und den übersteht der Boxer und Barfußläufer nicht nur ohne Verletzung, sondern als 28. der Einzelwertung und mit 6 Treffern ausgezeichnet. Und wer dann das Duell der Schlussläufer miterleben darf, auf der einen Seite Wadentestler Björn Götz, der ja eher Bär als Löwe ist, auf der anderen Seite Meron Dium von Brakels neuen Bürgern, der definitiv als Gazelle im Wettkämpferfeld durchgeht und wie der Bär einfach zwei Drittel seines Gewichtes leugnet und alles versucht an der Gazelle dranzubleiben, wer das gesehen hat, der wirft den Wadentestlern gleich noch den Oscar für die beste Show hinterher. Sagenhaft! (Das Duell der beiden oben im Bild beim Stehendschießen). Der Bär schafft es übrigens tatsächlich zweimal, die Gazelle wieder einzuholen durch seine besseren Schießergebnisse und eingangs der 3 . Laufrunde treffen die beiden für einen Moment direkt aufeinander, bevor die Gazelle das Weite sucht. Im Tierreich hätte der Bär zugepackt, beim Biathlon genießen wir diesen so ungleichen, friedlichen Kampf. (Falls ein Foto von diesem Moment vorliegt, ist die Biathlon-Tour ein höchst dankbarer Abnehmer!)

Diese 5 Teams schaffen die Finalqualifikation

Die Sieger des 2. Vorlaufes: Team Fehlschuss

in 28:04 min
Mit Christoph Rennebaum, Dominik Meise, Simon Geilhaar, Steffen Sake. Die Vorjahresdritten aus Siddensen, allesamt Vereinsfußballer, haben in der 1. Halbzeit ihres 2. Vorlaufes eine Schwächephase zu überstehen. Erst verlieren sie etwas den Anschluss und dann ihr Starter Dominik Meise auch kurz seinen Kopf. Nach 5 von 6 Laufrunden übergibt Dominik an seinen Teamkollegen Simon Geilhaar (im Bild oben links unten beim Liegendschießen). Es ehrt das Team, dass sie uns dieses Versehen selbst mitteilen, uns war es bis dahin noch nicht aufgefallen. Mitten im Rennen bekommt also ihr Bester, Simon Geilhaar die Mitteilung, dass er 7 statt 6 Laufrunden zurücklegen muss. Der gelernte Landwirt und Shootingstar beim Vorjahres-Citybiathlon, als er viertbester der Einzelwertung wurde, bleibt cool, erzielt jeweils 4 Treffer liegend und stehend und nimmt dann die Beine in die Hand. Am Ende stehen 6:36 Minuten als Ergebnis für sein Rennen mit 7 Runden. Quasi nebenbei bringt er sein Team damit von Platz 3 auf Platz 1 nach vorne. Doch welchen Platz belegt er nun in der Einzelwertung? Mit 6:36 Minuten wäre er immer noch unter den besten 20. Der beste Biathlet des Tages benötigt heute 5:58 Minuten. Eine Laufrunde liegt bei den meisten zwischen 35 -50 Sekunden. Bei der Siegerehrung ehren wir Simon als zweitbesten Einzelbiathleten, doch in den Stunden nach dem Event reift in uns der Entschluss, für Simon einen zweiten Gutschein zur Finalreise nach Oberhof in Brakel zu lassen. Wir finden, er darf nicht der Leidtragende dieser Situation sein, die er ja selbst so phantastisch gelöst hat. Wir freuen uns also auf Simon Geilhaar und seine Begleitung am 24./25. Februar 2024 beim Finale der Biathlon-Tour in Oberhof. Und jetzt und hier freuen wir uns auf das Team Fehlschuss im Finale, dass die Vier mit der fünfzschnellsten Zeit in 28:04 Minuten erreichen.

Als zweitbestes zweitplatziertes Team: Die Running Gags

in 28:00 min
Mit Hannes Kuhnt, Laura Käse, Lena Timmermann, Linus Timmermann
Nicht so souverän wie zuletzt bei einigen Etappen gewohnt, präsentiert sich der Vorjahreszweite hier in Brakel, die Running Gags aus Holzminden im ersten der 3 Vorläufe. Es fehlt etwas Präzision und etwas läuferische Power. Am Ende steht in 28:00 Minuten ein zweiter Platz zu Buche und das Team muss bis zuletzt bangen, ob es für die Finalquali reicht. Das ist der reine sportliche Blick auf den Vorlauf der 4 Schüler/innen des Campe Gymnasiums der nur ca 20 km entfernten Stadt an der Weser. Doch als es dann ernst wird und Lena Timmermann etwa eine Stunde nach ihrem Wettkampf mit anhaltenden Kreislaufproblemen vom Krankenwagen ins Hospital gefahren wird, rücken alle sportlichen Überlegungen zunächst sehr weit in den Hintergrund. Zum Glück findet auch diese Geschichte noch im Laufe des Tages aus dem Krankenhaus zurück und ihr Team schafft tatsächlich noch die Finalquali. Wie werden die jungen Sportler diese Situation meistern mit dem Schreck in den Knien und ohne ihre Topschützin? Die G

Als bestes zweitplatziertes Team: Die Menndalorians

in 27:52 min
Mit Mattis Menne, Michel Menne, Lina Menne, Klaus Menne
In unveränderter Besetzung zum Vorjahr geht es für das Familienteam der Mennes ganz weit nach vorne. Mit der drittbesten Vorlaufzeit aller Teams und als bestes zweitplatziertes Team qualifiziert sich das Quartett aus Riesel für das Finale. Im Vorjahr waren es 19 Treffer und 21 Fehlschüsse. Damit ging es als sechstbestes Team knapp am Finale vorbei. Heute sind 24 Treffer voll ausreichend für’s Weiterkommen. Viel mehr als ausreichend ist die Leistung von Mattis Menne (obere Bildzeile im schwarzen Dress). Der Skaterhockey-Stürmer der Brakel Blitze, der zusammen mit seinem Bruder Michel eine der gefährlichsten Sturmreihen der Landesliga Westfalen bildet, zeigt seine Treffsicherheit nun auch am Biathlongewehr und trifft mit 8 von 10 Schüssen. Läuferisch und athletisch hat er sich im Vergleich zum Vorjahr nochmals weiterentwickelt und bleibt in 5:58 Minuten als einziger Wettkämpfer unter der 6-Minuten-Marke. Damit holt Mattis den Etappensieg und vertritt Brakel – gemeinsam mit Simon Geilhaar – beim Finale der Biathlon Deutschland-Tour am 24./25. Februar 2024 in Oberhof im Kampf mit den Etappensiegern aus den anderen Tourstädten. Herzlichen Glückwunsch! Für die Menne’s wird es nach kurzer Verschnaufpause gleich im Finale auch noch um ein Platz auf dem Treppchen beim Teamwettbewerb gehen.

Die Sieger des 1. Vorlaufes: Vielleicht brauchen wir auch keinen Schnee?

in 27:50 min
Mit Lukas Anke, Anna Engel, Henrike Finkam, Jendrik Schröder
Sie sind sozusagen der Gletscher des Brakeler Citybiathlons. Seit der Premiere dabei, zum 3. Mal in unveränderter Besetzung und stets unter den 5 besten Teams. Heute überraschen sie dennoch, nein nicht dadurch, dass sie den Schnee im August vielleicht nicht brauchen, sondern durch einen souveränen Sieg im 1. Vorlauf gegen die Vorjahreszweiten aus Holzminden, die Running Gags. Die zweitbeste Zeit aller Vorrundenteams macht unsere genesenen Schnee-Junkies zu Siegkandidaten im bevorstehenden Finale. Ihre Ergebnisse gleichen beinahe exakt jenen der Vorevents. Lukas und Jendrik schaffen es erneut in die Top 10 der besten Einzelergebnisse (Lukas als 7. und Jendrik als 10.) Anna Engel beeindruckt mit ganz starker Laufleistung und hätte das Format zum Biathlonchampion, wenn nur das Schießen nicht dabei wäre und Henrike Finkam ist mit starken Lauf-/ und Schießergebnissen immer unter den besten Damen des Wettbewerbs. Heute wird sie zweitbeste Biathletin hinter Lena Timmermann. Und das alles mit Mützen auf dem Kopf. Diesen Joker haben sie noch icht gezogen, der brächte sicher noch ein paar Sekunden Verbesserung.

Die Sieger des 3. Vorlaufes: Brakels neue Bürger

in 27:32 min
Mit Debessay Gebreyonas, Goytom Berhe, Jalal Mohammadi, Meron Sium
Der Orientexpress des Laufvereins Non-Stop-Ultra rollt wieder und nimmt gleich Siegtempo auf. Als Sieger des 3. Vorlaufes schaffen die sympathischen Vier die beste Zeit aller Vorrundenteams und gehen nach 27:32 Minuten als Favorit ins Finale. 3 von ihnen kennen wir schon aus den ersten beiden Citybiathlons. Brakels Läuferstar, Debessay Gebreyonas wird immer mehr auch zum Biathlon-Ass und schafft 8 Treffer. 6:06 Minuten bringen ihn auf Platz 6 der Einzelwertung. So viele Laufwettkämpfe macht er nicht mehr, erzählt er uns und vielleicht hat er seinen Nachfolger als Brakeler Läuferstar schon im eigenen Team? Meron Sium läuft jedenfalls so leicht, so flink, so dynamisch, dass es nicht schwer ist zu erkennen, dass der junge Mann auch über die Kreisgrenzen hinaus Lauferfolge wird sammeln können, wenn er sich seine Motivation für große Taten erhält. An Goytom Berhe erkennt man gelungene Integration. Offen, sympathisch, (fast) immer ein Lächeln auf den Lippen…Goytom ist längst angekommen in Brakel und wird auch als Biathlet immer besser. Nach den Plätzen 36 (2019 und 26 (2022) holt er heute Platz 18 in der Einzelwertung. Bestens integriert in Brakels Gesellschaft ist auch Jalal Mohammadi. Jalal betreut als Übungsleiter des DJK Brakel die dortigen Leichtathletik-Kids und macht sich als zuverlässiger Mitarbeiter des lokalen Fordhändler unersetzlich. Gemeinsam möchten “Brakels gar nicht mehr so neue Bürger” gleich im Finale die Lok auf Siegkurs bringen.

Das Finale der besten 5 Teams

Die 5 Topteams sind bereit zum letzten Gefecht des 3. Brakeler Citybiathlons. 4 Teams starten unverändert, nur Lena Timmermann fehlt bei den Running Gags leider wegen der Kreislaufprobleme nach ihrem Vorlauf. Beim Fußball hört man oft, dass der Sieg auch eingewechselt werden kann. Mal sehen, ob Running Gags-Coach, Andreas Timmermann, ein gutes Händchen bei seiner Jokerwahl getroffen hat. Andreas hat beim Top-Biathleten des Non-Stop-Ultra-Teams angefragt und Michael Amstutz hat die Einladung gerne angenommen.

In der ersten Runde des Finals teilt sich das Feld in zwei Hälften. Vorne das Spitzenduo mit Debessay Gebreyonas, der am Ende 3 Sekunden vor Mattis Menne seinen Teamkollegen, Goytom Berhe, ins Rennen bringt, während Mattis knapp dahinter an seinen Bruder Michel übergibt. Danach klafft eine Lücke. Eine knappe Minute zurück übergibt Lukas Anke auf Platz 3 an Anna Engel. Wenige Sekunden dahinter schickt Christoph Rennebaum vom Team Fehlschuss Dominik Meise auf den weg. Laura Käse kann für die Running Gags den Rückstand gegen die starken Männer in engen Grenzen halten und schickt nach starken 9 Treffern Joker Michael Amstutz ins Rennen.

Das Führungsduo scheint auch in der 2. Runde unantastbar. Goytom Berhe und Michel Menne liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit mehreren Führungswechseln. Der junge Skaterhockey-Stürmer schafft die drittbeste Zeit aller 20 Finalisten und schickt zur Halbzeit des Finals seine Schwester Lina für die Menndalorians als Führende ins Rennen. Rund 10 Sekunden dahinter der Orientexpress, bei dem Goytom Berhe aus Eritrea auf Jalal Mohammadi aus Afghanistan wechselt. Bemerkenswertes spielt sich aber rund 80 Sekunden hinter dem Führungsduo ab, denn der Joker der Running Gags, Michael Amstutz, trifft als erster Wettkämpfer an diesem Tag mit allen 10 Schüssen ins Schwarze. Mit 6:03 Minuten ist Michael sogar 10 Sekunden schneller als zuvor Michel Menne. Einen solchen Edeljoker wird wohl kein Fußballtrainer der Welt je einwechseln. Doch hilft das den Running Gags noch? Die Holzmindener liegen auf Platz 3 immer noch rund 1 Minute hinter den beiden führenden Teams. Anna Engel und Dominik Meise mussten unterdessen die Strafrunde viel intensiver kennenlernen als gewünscht und übergeben auf den Plätzen 4 und 5.

Diese 3. von 4 Finalrunden wird zur Runde der Entscheidung. Beim Liegendschießen sehen wir noch das “alte” Führungsduo und staunen darüber,wie locker Lina Menne mit 5 Treffern ihren Kontrahenten, Jalal Mohammadi, in die Schranken verweist. Jalal muss 4 x in die Strafrunde und die junge Menndalorian könnte, befreit von ihrem Konkurrenten, doch eigentlich befreit in Richtung Sieg stürmen? Wenn da nicht Hannes Kuhnt von den Running Gags wäre. Der 17-Jährige wird zum Star dieses Finals, legt blitzschnelle 5 Treffer im Liegendschießen hin und kommt Lina Menne auf den Laufrunden 3 und 4 näher und näher. Beim Stehendschießen treten die beiden bereits als neues Führungsduo auf, doch damit begnügt sich der Tour-Etappensieger des Holzmindener Citybiathlons 2022 nicht, sondern legt mit 5 Treffern im Stehendschießen nach. Da müssen selbst die Menndalorians einsehen, dass der Konkurrent heute vom anderen Stern kommt. Aus einer Minute Rückstand wird eine Minute Vorsprung. Nach dem Edeljoker folgt bei den Running Gags der Matchwinner und liefert die beste Medizin für seine Teamkollegin, Lena, auf deren Position 3 Hannes gerade das Finale ganz neu sortiert hat. Dass Hannes dennoch um nur 3 Sekunden die Führung in der Einzelwertung verpasst sollte ihm nicht zuviel Kopfzerbrechen bereiten, denn er ist definitiv bereit zur Titelverteidigung am 17.09. beim Citybiathlon in Holzminden. Hinter den Running Gags hält Lina Menne Platz 2 und schickt Papa Klaus in die letzte Finalrunde. Fast unbemerkt schafft dahinter Henrike Finkam tolle 8 Treffer mit einem perfekten Stehendschießen, ihr bestes Schießresultat beim Citybiathlon. Auch Simon Geilhaar schafft 8 Treffer kann aber sein Team Fehlschuss von Platz 5 nicht weiter nach vorne bringen.

Die Rolle des Schlussläufers ist manchmal eine echte “Nervenschlacht”. Running Gag Linus Timmermann kennt das z.B. von der Etappe in Schierke, als er den Sieg für sein Team nicht nach Hause bringen konnte. Heute wird die letzte Finalrunde zum ungefährdeten Triumphlauf für den 16-Jährigen, der im Juli die Touretappe in Walsrode gewonnen hatte. Die Running Gags holen den Auswärtssieg in Brakel, obwohl lange Zeit fast nichts auf diesen Erfolg hindeutete. Sehenswert ist der Kampf um Platz 2 zwischen zwei starken Läufern. Klaus Menne muss sich dem flinken Meron Sium erwehren und kann sich des 2. Platzes erst sicher sein nach starken 4 Treffern im Stehendschießen. Das Familienteam der Mennes wird als Zweiter Brakels bestes Biathlon-Team und hat mit Mattis den besten Biathleten des Tages in den eigenen Reihen. Der Orientexpress schien anfangs auf Siegkurs doch entgleiste in der 3. Finalrunde. So langsam verstehen Brakels neue Bürger, warum wir hier in Deutschland Biathlon so lieben. Dieser Sport schafft Überraschungen, ständige Führungswechsel und unglaubliche Wenden. Dieses Finale bot von all dem Extraportionen. Meron Sium führt den Orientexpress auf Platz 3 und zum Trost sei gesagt, dass er damit schneller und zuverlässiger als die Deutsche Bahn ankommt. Ein tolles Finnish legt Jendrik Schröder für “Vielleicht brauchen wir auch keinen Schnee” hin. 6:15 Minuten und 8 Treffer sind die viertbeste Leistung der 20 Finalisten. Heute wäre mehr drin gewesen als Platz 4, aber so liegt der perfekte Biathlon des Quartetts eben noch vor ihnen. Den 5. Platz kann das Team Fehlschuss nicht mehr abstreifen, doch die 4 Fußballer aus Sittensen waren erneut unter den besten Teams und haben mit Simon Geilhaar nun einen der ihren im Finale der Biathlon Deutschland-Tour dabei.

Ehrung und Dank

Mit der Ehrung aller Teams endet der 3. Brakeler Citybiathlon. Brakels Wirtschaftsförderer, Alexander Kleinschmidt und sein Sohnemann sind das perfekte Ehrungsduo. Alle Wettkämpfenden erhalten Erinnerungsmedaillen. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an den Ehrenpreissponsor, die Heil- und Mineralquelle Germeta aus Warburg, die neben den schicken Medaillen auch die 5 Biathlonpokale für die Finalteams förderte. Unser Dank gilt allen Wettkämpfenden, die mit ihren Engagement und ihrer Motivation tolle Biathlonrennen in die Brakeler Innenstadt brachten. Das Brakeler Publikum ist großartig und mit dem Herzen dabei, das fällt auch oder gerade dann auf, wenn auch jede/r Zuschauer/in gebraucht wird, um eine tolle Stimmung zu erzeugen. Herzlichen Dank an alle Fans des Citybiathlons am heutigen Tag. Dankeschön an Andreas Braun aus dem belgischen Eupen, der mal eben die hunderte Kilometer rüber nach Ostwestfalen kam, weil im die Biathlon-Tour und dieses Event in Brakel am Herzen liegt. Andreas hat diesem 3. Citybiathlon seinen Klang verliehen und gezeigt, dass das Event auch mit “nur” 9 Teams zur stimmungsvollen Biathlonparty werden kann. Der abschließende Dank gilt den Gastgebern der Stadt Brakel, Wirtschaftsförderer Alexander Kleinschmidt und dem “Vater des Citybiathlons, Peter Frischemeier” für die unkomplizierte, freundschaftliche und effiziente Zusammenarbeit und für Ihr Vertrauen in die Biathlon-Tour. Wir freuen uns schon auf die weiteren Geschichten, die der Brakeler Citybiathlon hervorbringen wird. Das nächste Mal am 24. oder 25. August 2024. Dann hoffentlich mit EUCH ALLEN und so manchen mutigen Newcomern!

Bilder: Siegward Pein Technik: Daniel Holtschneider Social Media: Lena Bremer und Marvin Meisel Text und Moderation: Martin Bremer

Der andere Blick auf die Biathlon-Tour: instagram @biathlontour wir freuen uns auf Euren Besuch