Zweimal Etappenzweiter, und nun?

Es ist schon kurz vor 20 Uhr, das Wetter ist wieder richtig ungemütlich geworden. Es regnet und ist kalt, da geht Patrick Pöhler im Dreikampf mit Jessica Strietzel und Birdal Ulutas in den letzten Versuch um den Etappensieg. Bei seinen beiden zweiten Plätzen war es genau jener letzte Wettkampf des Tages, der ihn noch seine Spitzenposition kostete. Läuft es heute anders herum? Die Hagener Innenstadt hatte sich mit dem einsetzenden Regen schon geleert, doch Jessicas Freundinnen sorgen noch einmal für ein letztes Stimmungshoch an der mobilen Biathlonarena. Statt auf Tempo zu setzen, konzentriert sich Patrick auf die 2:52 Minuten von Eduard Wojcik, die es zu schlagen gilt. Nach seinem 400 m-Skilanglauf, den er mittlerweile in 82-84 Sekunden bewältigt, kann er sich vor dem 1.  Schuss etwas Zeit nehmen und den Atem beruhigen. Doch auch dieses längere Warten ist ein Wagnis, denn Biathleten fürchten die sogenannte „Nähmaschine“, ein Zittern, das aufkommt, wenn der Puls etwas zu tief absinkt. Die Zeiteinteilung beim Schießen ist also ein schmaler Grat. Doch bei Patrick ist zu spüren, dass er sich für diese Etappe in Hagen einiges vorgenommen hat, und das wandelt er nun in Entschlossenheit und Konzentration um. Er schafft das fehlerfreie Schießen und die innere Uhr tickt bei ihm mit. Nach 2:44 Minuten beendet er seinen Wettkampf, holt sich den Sieg der 40. Etappe und löst sein Finalticket für den 28.12. auf Schalke.