Patrick Pöhler: Wenn zwei positiv Verrückte…

So spitzt sich alles auf das Duell der beiden „Gäste“ zu, Matthias Blaschke und Patrick Pöhler. Es muss mal erwähnt werden, die beiden haben gegen 13.30 Uhr ihren Wettkampf gemacht und sind nun um 17.30 Uhr an diesem unwirtlichen 2. Adventssonntag immer noch an der Biathlonarena. Klar motiviert das auch uns vom Biathlon-Team, dass wir immer wieder bei den Etappen solche positiv „Verrückte“ mit dem Biathlon-Tour-Virus infizieren können. Die „verrückte Liste“ von Patrick Pöhler bei der Biathlon-Tour hat ja schon manches Kapitel geschrieben. Etwa im vergangenen Jahr hier in Hofgeismar, als er bis 10 Minuten vor Etappenende auf Platz 1 lag und dann mit dem letzten Wettkampf durch Reinhold Kersten auf Platz 2 verwiesen wurde. Es gehört bei Patrick dazu, dass er in

Patrick Pöhler bei seinem Etappensieg im Dezember 2017 in Hagen

solchen Momenten so gar kein Problem damit zu haben scheint, seinem Bezwinger herzlich zu gratulieren. Da ist kein Groll, kein Hadern oder Verzagen. Typisch, dass er damals rund hundert Kilometer zur nächsten Etappe nach Hagen zurücklegte und dort als Etappensieger sein Finalticket  im dritten Anlauf löste. Auch in diesem Jahr ist es heute sein dritter Anlauf, nach denjeweils schnellsten Etappenzeiten in Paderborn und in Kassel, wo es jedoch beide Male nicht zu 5 Treffern reichte.

Matthias Blaschke am 17.11. im Kasseler dez-Einkaufszentrum

Diese 5 Treffer hat Matthias  Blaschke als Dritter der Etappe in Kassel ebenso bereits geschafft, wie auch heute am Mittag. Der sportlich erfolgreiche 52-Jährige, für den Wettkampfsport auch heute noch zum Alltag gehört, sei es bei Treppen- oder Hindernisläufen oder bei internationalen militärischen Fünfkämpfen, geht in dieses letzte Duell des Tages mit Patrick Pöhler, obwohl er als Führender auch in der Warteposition bleiben könnte. Patrick muss angreifen und das tut er auch. Gewohnt schnell und kraftvoll auf dem Thoraxtrainer, aber doch mit einem Quentchen mehr Reserve, als wir es von ihm kennen. Nach 95 Sekunden wechselt er ans Biathlongewehr während Matthias auf die letzten 90 Meter geht. Sich rund 15 Sekunden Zeit zu lassen vor dem ersten Schuss fällt Patrick schwer. Doch er macht es  und wird zunächst dafür belohnt, trifft mit dem 1. dem 2. dem 3. Schuss. Die Uhr zeigt gerade 2:03 Minuten an. Es wird eng für Matthias Etappenführung, der gerade vom Thoraxtrainer ans Biathlongewehr kommt. Patricks 4. Schuss…trifft. Denkt er jetzt an Kassel? Dort war er vor drei Wochen auch nur diesen einen Schuss vom Etappensieg entfernt und dann machte ein winziger Wackler alles zunichte. Aber es ist ja sein dritter Anlauf und da hat es 2017 auch geklappt. Patrick bleibt unbeirrt, schiesst und…trifft. 2:13 Minuten. Der im letzten Jahr in Hofgeismar kurz vor Schluss Bezwungene holt sich auf die gleiche Weise 2018 hier seinen Etappensieg und kann sich kaum darüber freuen, denn neben ihm kämpft ein enttäuschter Matthias darum, die Enttäuschung nicht so sichtbar werden zu lassen. Wie gut, dass es Dezember ist, die Biathlon-Tour in ihre letzte Woche geht und uns die Absage eines Etappensiegers für Ruhpolding in dieser Woche erreichte. Gäbe es einen besseren Moment, dieses Finalticket als Trostpflaster auf eine Wunde zu kleben, die nun hoffentlich gar nicht erst aufreist. Gerne vergeben wir also heute, passend zum 2. Advent, 2 Finaltickets für zwei, die sie wahrlich verdient haben.