Martin Bremer betreut mit inMOTION Agentur & Verlag die Planung und Durchführung der Biathlon-Tour und trägt auch selbst das Sportler-Gen in sich: Als Weltcup-3. In London über 5000 m lief er 13:33 min und 1996 als Sieger des Frankfurt-Marathons 2:13,35 Std.

Frage: Martin, Du gehst jetzt mit der Biathlon-Tour in die 5. Saison. Warum eigentlich ausgerechnet Biathlon?

Martin: Das fragen mich viele. Ich fand und finde die Entscheidung, Biathlon als Jedermann-Event auf die Marktplätze zu bringen, ziemlich naheliegend. Er ist die wohl populärste Wintersportart in Deutschland. Jahr für Jahr verfolgen Millionen Fans an den Fernsehschirmen die Saisonhöhepunkte und schwärmen von der Spannung und der Faszination. Selbst ausprobiert haben es hingegen nur die Wenigsten bisher und einen echten Winter gibt es diesseits der Alpen in unserem Land ja nur noch in den Hochlagen der Mittelgebirge. Interesse bzw. Bedarf sind also vorhanden, während es einen Mangel an attraktiven Angeboten nah der eigenen Haustür gab. Diese Situation galt es zu nutzen, denn Biathlon bringt einen großen Teil des Erlebnispotentials schon mit, das ich für ein gutes Event benötige.

Frage: Worin bestand dann die Initialzündung, um mit Deinem Unternehmen, inMOTION, den Schwerpunkt von der Verlagsarbeit auf Eventveranstalter zu verschieben?

Martin: Halb schiebt man und halb wird man gezogen. Es stand einfach etwas Neues an, was ich von Null aus aufbauen konnte und ich finde es sehr reizvoll, bei der Arbeit so unmittelbar mit vielen ganz verschiedenen Menschen zusammen zu treffen. Entscheidend war dann auch die Gewissheit darüber, dass es gutes Equipment gibt, um authentisch Biathlon ohne Schnee und ohne Munition in die Städte bringen zu können. Im Bereich der Lichtzielgewehre habe ich mit dem finnischen Unternehmen, Eko Aims, den idealen Partner und den Thoraxtrainern bescheinigt die wissenschaftliche Studie der Universität Umea 96% Übereinstimmung mit dem klassischen Skilanglauf.

Frage: Du sprichst Authentizität und den Dialog mit den Menschen an. Was möchtest Du mit der Tour zu den Menschen bringen?

Martin: Zunächst einmal möchte ich, dass wirklich JEDER mitmachen kann und dass dies für die Mitmacher kostenlos bleibt. Für diejenigen, die sich nicht oder „nicht gleich“ in einen Wettkampf trauen, bieten wir auch das reine Kennenlernen der Biathlongewehre mit einigen Übungsschüssen an.
Aber natürlich bemesse ich den Erfolg der Tour daran, ob wir die Menschen für die Herausforderung des Wettkampfes gewinnen können. Ich sehe es ja bei allen Etappen, gerade jene, die sich schon lange keinem Wettkampf mehr gestellt haben, bei denen man spürt, dass sie erst eine innere Hürde überwinden müssen, wie verwandelt, wie zufrieden sie nachher sind, wenn sie die Herausforderung angenommen haben. Dabei geht es nicht einmal vornehmlich ums Gewinnen, sondern darum, zu 100 % bei der Sache zu sein und sein Bestes zu geben.

Frage: Sind sportlicher Wettkampf und Shopping-Ambiente nicht zu weit auseinanderliegende, eigene Welten?

Martin: Es sind sicherlich zwei eigene Welten. Aber vielleicht fehlt den Volksfesten und Konsum-Festen auch ein wenig der Mut, den Menschen neben dem Überfluss, dem Genuss, der Bequemlichkeit auch eine Chance auf Herausforderung und Aktivität zu bieten?
Fakt ist, wir müssen die Menschen „abholen“ und das stellt sich bei jeder Etappe wieder neu und individuell dar. Wenn Du viele offene, fröhliche Charaktere unter den Besuchern hast, die vorausgehen und mitmachen, dann springt der Funke oft auch auf jene über, die zurückhaltender sind und möglicherweise nicht vorausgegangen wären. Wir möchten mit der Biathlon-Tour inmitten fast reiner Konsum-Veranstaltungen, wie Verkaufsoffenen Sonntagen, Cityfesten, Weihnachtsmärkten oder in Shopping-Centern dem Wettkampfgeist einen Platz bieten und beobachten dabei, dass das sowohl den Menschen, als auch der Veranstaltung einen Zugewinn bringt, mehr Leichtigkeit, Ausgelassenheit, Lebendigkeit.

Frage: Fest + Sport? Sportfest? Wie ernsthaft ist der sportliche Wettkampf der Biathlon-Tour?

Martin: Das macht sich jeder selbst, ob das olympische Motto oder der Etappensieg im persönlichen Vordergrund steht. Grundsätzlich gibt es bei den Biathlonduellen keinen Verlierer. Jeder, der sich traut, (zumeist) erstmals, in einen Biathlon-Wettkampf zu gehen, hat die erste Herausforderung schon bestanden. Vielen TV-Biathlonfans kommt es mehr auf die Erfahrung an, wie sich der Moment tatsächlich anfühlt, nach körperlicher Anstrengung blitzschnell auf völlige Ruhe und Fokussierung umzuschalten. Denen geht es nicht vornehmlich ums gewinnen. Aber jede Etappe hat eben auch einen tollen Siegerpreis mit der Final-Teilnahme in der Chiemgau-Arena in Ruhpolding. Wer sich davon angesprochen fühlt geht auch mit dem entsprechenden Ehrgeiz an die Aufgabe heran. Durch unsere Wertung, „die höchste Trefferzahl gewinnt. Nur bei Treffergleichheit gewinnt der Schnellste“, liegt die besondere Herausforderung auf dem fehlerlosen Schießen nach der Belastung. Auch der beste Athlet kann nicht gewinnen, wenn ihr oder ihm das fehlerfreie Schießen nicht gelingt. Anders herum können auch ältere oder weniger fitte Wettkämpfer weit nach vorne kommen, wenn ihnen die 5 Schüsse gelingen. Wir Fokussieren also stark auf den Moment des Schießens unter Belastung, weil hier auch das Erlebnispotential des Biathlons liegt.

Frage: Steht die Biathlon-Tour schon dort, wo Du sie Dir vorstellst?

Martin: Die Tour ist auf einem Weg und entwickelt sich Schritt für Schritt. Die Einführung der Staffel-Stadtmeisterschaften oder die Integration der Wettkampfmoderation waren wichtige Abschnitte. Die Aufwertung des Finals, das nun in Deutschlands bekanntesten Biathlonstadion sozusagen in der Spur der Stars stattfindet und von Olympiasieger Fritz Fischer betreut wird, schafft einen tollen Rahmen. Dafür braucht es einen Hauptsponsor mit dem Verständnis für den Weg, den wir vor uns haben. Mit Euro Repar Car Service haben wir da zum Glück den idealen Partner.
Wer genau hinschaut sieht aber auch, dass die einzelnen Etappen auf unterschiedlichen Niveaus sind. Da stehen aufwändig organisierte Citybiathlons, wie etwa in Bergheim, Marl, Holzminden oder Fürth Etappen gegenüber, bei denen die Gastgeber einen solchen Aufwand gar nicht leisten möchten. Die Tour ist da ein bisschen vergleichbar mit der Bundesliga. Die einen spielen um die Championsleague, andere geben sich mit weniger zufrieden. Unsere Aufgabe ist dabei, das Niveau im Ganzen weiter zu heben und die Gastgeber dabei mit ins Boot zu nehmen. Mit Kontinuität kommt die Tour voran.