Nachbericht zur 30. Etappe 2018 in Hofgeismar

So gelingt Biathlon an einem Regentag

Hier in der Dornröschen-Stadt an der nordhessischen Märchenstraße erlebten wir im vergangenen Jahr am 2. Advent bei einem heftigen Schneeeinbruch und ohne Zeltüberdachung eine durchaus intensivere Begegnung mit echten

„Wintermärchen“ in Hofgeismar 2017

Wintersportbedingungen als gewünscht. Die Thoraxtrainer-Loipen versanken im Schnee und Schneeflocken setzten sich vor die Laser der Biathlongewehre und verhinderten so manche Trefferanzeige. Während ganz Hofgeismar seinerzeit vor dem heimischen Ofen sitzen blieb, kämpften 4 Staffeln der Karnevalsgesellschaft Goldene Elf und der JUZ Hofgeismar in geradezu familiärer Atmosphäre um die 1. Hofgeismarer Biathlonstaffel Stadtmeisterschaft.

Seit heute ist uns klar, dass es wohl genau so kommen sollte und das damalige „Wintermärchen“ nur der Auftakt war zu einem tollen Biathlonfest mit 10 Staffelteams, sympathisch motivierten Wettkämpfern, begeisternd unterstützenden Zuschauern und das alles an einem recht trüben, stürmischen und regnerischen 2. Advent. Welcher Prinz sie wachgeküsst hat, die Hofgeismarer, das wissen wir nicht, aber er muss es leidenschaftlich gemacht haben.

Handfeste Gründe für das Gelingen

Natürlich lässt sich der schöne Erfolg mit dem 2. Hofgeismarer Biathlon auch rationaler erklären.

Die Stiftsmeister aus dem Hofgeismarer Rathaus. Bürgermeister Markus Mannsbarth (blaue Jacke) unterstützt Nina Binder.

So kümmert sich auf Seiten der Gastgeberin des heutigen Tages, der Stadt Hofgeismar, mit Regine Gundermann eine höchst engagierte Organisatorin um das Biathlonevent. Seit Wochen ist die Anmeldung zur Staffelmeisterschaft über die homepage der Stadt unkompliziert und gut auffindbar möglich. Das Marketing mit Plakaten war in der Stadt kaum zu übersehen und 2 Teams aus dem Rathaus konnten sich dem sympathischen Werben der Organisatorin kaum entziehen. Eine davon zieht, nomen est omen, als „Hofgeismars allerletzte Reserve“ in den Wettbewerb.

Einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen dieser Etappe leisten Hofgeismars Stimmungskanonen.

Die Goldene Elf feuert ihren Vorsitzenden, Erwin Aßhauer, an.

Die Karnevalisten ließen sich bereits 2018 nicht zweimal bitten und waren zur Premiere mit 3 Teams dabei. Es macht einfach Laune, wenn sympathische, aufgeräumte Menschen mit einer Fröhlichkeit im Herzen dabei sind. Und die Truppe um ihren Vorsitzenden Erwin Aßhauer ist auch in diesem Jahr wieder mit 3 Teams dabei. Dabei werden sie unterstützt von einer wunderbar lautstarken Narrenclique. Seit Hofgeismar möchten wir bei jeder unserer Staffelmeisterschaften die lokalen Karnevalisten dabei haben.

Die Teamchampions der JUZ Hofgeismar ist eine Institution in der Stadt. Auch sie sind wieder dabei und mehr noch, haben mit der Jungschar sogar ein zweites Team gemeldet. Heute sehen wir, dass die JUZ mit eigens gedruckten Pullis „Biathlonstaffel-Stadtmeister 2017“ an den Start gehen. Solche Verbundenheit entsteht oder eben nicht. Es ist eine Qualität, wenn Menschen sich gewinnen lassen.

Senior aller Etappensieger: Reinhold Kersten

Der Senior aller bisher 130 Etappensieger der Biathlon-Tour ist Reinhold Kersten, der die Etappe 2017 in Hofgeismar gewann und am Finale 2017 an der Veltinsarena teilnahm. Der 75-jährige Junggebliebene hat sich einige Begeisterungsfähigkeit erhalten und klar hat auch er Wort gehalten und seine Seniorentruppe für die Staffelmeisterschaft gewonnen. Es sind sogar 2 Teams geworden. Und so starten wir am Nachmittag in einen

Senior 2018: Julius Lieber (81)

Wettkampf, dessen Jüngste, Lina Kunath aus der Prinzengarde gerade 15 Jahre und dessen Senior, Julius Lieber 81 Jahre Lebenserfahrung mitbringen. Auch das empfinden wir als wichtige Qualität, dass der Jedermann-Biathlon zum Einen auch bei den Wettkämpferinnen beliebt ist und er ein Event quer durch alle Generationen ist. Welches Cityevent kann so etwas bieten?

Einzelsieger und Staffel-Stadtmeister

Neben dem Staffelstadtmeister wird auch die oder der beste Biathlet des Tages gekürt. An diesem letzteren Wettbewerb kann jeder Gast des Weihnachtsmarktes auch ohne vorherige Anmeldung ganz spontan, kostenlos und ohne lange Wartezeit von 12 – 14.45 und von 17 – 18 Uhr  teilnehmen. Auch alle Einzelleistungen der Staffelwettkämpfer gehen in die Einzelwertung ein. Für den Einzelsieger bringt die Biathlon-Tour ihren Hauptpreis mit nach Hofgeismar, denn der Champion gewinnt den Aufenthalt für 2 Personen am 26./27. Januar in Ruhpolding und bestreitet dort das Finale aller Etappensieger in der bekannten Chiemgau-Arena. Olympiasieger Fritz Fischer macht Hofgeismars Champion dabei auf Skiern und am Kleinkalibergewehr fit. Hotelübernachtung und Hüttenabend für Zwei runden den Preis ab. Der Preis hat Anziehungskraft und so treten in Hofgeismar auch zwei Wettkämpfer an, die vor 3 Wochen bei der Etappe im Kasseler dez-Einkaufszentrum knapp den Sieg verpasst haben. Matthias Blaschke und Patrick Pöhler sind auch heute in Hofgeismar weit vorne in der Einzelrangliste und liefern sich ein spannendes Finnish um den Sieg. Doch auch ein Karnevalist kann mithalten. Doch der Reihe nach.

Die Staffelmeisterschaft

In 5 Duellen ermitteln die 10 vierköpfigen Staffeln zwischen 15 Uhr und 16:30 Uhr die 2 schnellsten Teams, die um 16:45 Uhr im Finale um den Stadtmeistertitel kämpfen. Vor den 5 Schüssen Stehendschießen aus 10 m Entfernung auf 45 mm-Ziele steht für jeden Wettkämpfer die Strecke auf dem Skilanglauf-Cardiogerät, Thoraxtrainer, auf dem Programm. Darauf werden in der klassischen Doppelstocktechnik von den Männern 400 m und von den Frauen 300 m zurückgelegt. Fehlschüsse werden mit 15 „Strafsekunden abgebrummt“. Nach der Vorstellungsrunde aller Teams geht es um 15 Uhr los.

Rennen 1: Hofgeismars allerletzte Reserve vs. Urwaldelfen der Goldenen Elf

2. Platz im 1. Rennen: Hofgeismars allerletze Reserve

mit Ina Plaum, Tobias Böker, Lea Keßler, Marvin Tolle in 16:39 Minuten werden die Vier aus dem Rathaus achtbestes Team. Sportlich machen sie auf dem Thoraxtrainer eine gute Figur. Marvin Tolle ist in 2:37 Minuten der Schnellste des Quartetts. Wenn doch nur das Schießen nicht wäre…Mit 3 Treffern bei 20 Schüssen teilen sich beide Rathausteams die „Friedensmedaille“. Die tatsächlich allerletzte Reserve könnte mit einem Schießtraining vor der Stadtmeisterschaft 2019 möglicherweise zu heben sein?

Sieger im 1. Rennen und Finalist: Die Urwaldelfen

in 14:40 Minuten
mit Karl-Heinz Hanf, Yannik Heib, Jonas Böttner, Erwin Aßhauer.
Im vergangenen Jahr mussten sich die Urwaldelfen mit dem Platz hinter ihren Jecken Weibern begnügen, doch in diesem Jahr geht’s mit der zweitschnellsten Zeit der 10 Teams bis ins Finale. Bester Schütze des Teams in diesem Vorlauf ist Karl-Heinz Hanf mit 3 Treffern. Der Schnellste: Erwin Aßhauer in 2:40 Minuten. Im Finale können sie sich nochmals steigern. Doch dazu weiter unten mehr.

Rennen 2: Prinzengarde 2 vs. Die Jungschar des JUZ

2. Platz im 2. Rennen: Prinzengarde 2

in 16:07 Minuten
mit Marit Wiegand, Yannik Heib, Julia Eisenkrein, Justine Kunath. Sie erreichen den 6. Platz unter den 10 Teams. Großartig ist die Leistung von Marit Wiegand, die mit 4 Treffern beste Schützin des Teams und zugleich die beste Wettkämpferin des Tages wird und unter allen Wettkämpfern den 9. Platz belegt. Sogar noch 20 Sekunden schneller als Marit, aber mit einem Treffer weniger, mscht auch Justine Kunath ein starkes Rennen. Yannik Heib springt für Alina Stahl ein und schießt sich schon mal für das Finale ein. Julia Eisenkrein schaut am Biathlongewehr mit dem falschen Auge und damit an Kimme und Korn vorbei. Einfach bei Marit nachfragen.

Sieger im 2. Rennen und Bronze für die Jungschar des JUZ

in 15:08 Minuten
mit Marla Flott, Sophia Longwe, Johannes Baumann, Sören Wanke.
Neben dem Team der Jugendarbeit Hofgeismar das einzige Team, bei dem alle 4 Wettkämpfer Treffer beisteuern. Bester Schütze mit 3 Treffern und zugleich Schnellster des Quartetts in 2:28 Minuten ist Johannes Baumann als 12. der Einzelwertung. Wer hätte das gedacht, dass die Jungschar im hausinternen Wettstreit die Nase vorne haben.

Das 3. Rennen: TSG-Jedermänner 1 vs. JUZ Hofgeismar

2. Platz im 3. Rennen: TSG-Jedermänner 1

in 16:24 Minuten
mit Ernst Dieter Irrmann, Gert Behme, Andreas Humburg, Reinhold Kersten. Das Team des letztjährigen Etappensiegers belegt Platz 7. Zusammen erzielen die Vier 7 Treffer. Allein 4 davon bringt der erfolgreiche Luftpistolenschütze, Ernst Dieter Irrmann, ein und belegt damit in der Einzelwertung mit 3:53 Minuten Platz 8. Die weniger Treffsicheren sind die Schnellsten im Team: Andreas Humburg in 2:46 Minuten und Gert Behme, der frühere Oberliga-Handballtorwart, mit 2:50 Minuten. Zwei sehr sportliche Leistungen. Reinhold Kersten bleibt in diesem Rennen mit seinen 2 Treffern etwas unter Wert. In der letzten Etappenstunde tritt er nochmal an und holt sich mit 4 Treffern einen Top10-Platz in der Einzelrangliste.

Sieger im 3. Rennen und Gesamt-Vierter: JUZ Hofgeismar

in 15:26 Minuten
mit Markus Schneider, Felix Pötter, Yannik Rabe, Lukas Bormann.
Lukas Bormann erkämpft zwar in der letzten Runde den Duell-Sieg gegen die Jedermänner, doch die 15:26 Minuten reichen dem Vorjahreschampion nicht zum erneuten Finaleinzug. Felix Pötters starke 4 Treffer in 3:04 Minuten, mit denen er 7. in der Einzelwertung wird bringt das JUZ-Team auf Kurs, aber am Ende fehlt ein Quentchen Tempo und Treffsicherheit. Toll, wie das Team trotzdem mit ansteckend guter Laune weiterhin an der Biathlonarena bleiben und mit Kuhglockengeläut und Anfeuerung klar ins Stimmungsfinale einziehen, gemeinsam mit der Goldenen Elf.

Das 4. Rennen: Prinzengarde 1 vs. Team Jugendarbeit Hofgeismar

2. Platz im 4. Rennen: Prinzengarde 1

in 16:03 Minuten
mit Lina Kunath, Michael Hotz, Dagmar Hotz, Jonas Böttner, Marit Wiegand.
In der 2. Runde lässt Michael Hotz, der Sitzungspräsident der Goldenen Elf nach 250 m die Stöcke los, fasst mit der Hand in den Herzbereich und signalisiert es geht nicht mehr. Schrecksekunde. Zum Glück ist es nur der fehlende Atem, der ihn zum Aufgeben zwingt. Rasch springt Marit Wiegand für ihn ein. Beim Jedermann-Biathlon darf man in einer solchen Situation auch mal ein Auge zudrücken und das zum Quintett gewordene Team mit seinem 5. Platz dennoch in die Wertung nehmen. Marit bestätigt ihre 4 Treffer und auch Karnevalsprinz Jonas Böttner, der bei der Prinzengarde als Schlussläufer aushilft, erzielt in diesem Rennen mit 4 Treffern in 2:56 Minuten sein bestes Ergebnis und belegt den 5. Platz in der Einzelwertung.

Sieger im 4. Rennen und Finalist: Team Jugendarbeit Hofgeismar

in 14:31 Minuten
mit Tobias Schnürer, Niklas Tegner, Max Metje, Daniel Klein.
Mit dem besten Schießergebnis (10 Treffer mit 20 Schüssen) und der besten Zeit aller 10 Teams zieht das Team der Städtischen Jugendarbeit ins Finale ein. Ihr Leiter, Niklas Tegner, ist zugleich der Beste des Quartetts mit 4 Treffern und 2:42 Minuten. Niklas erreicht den 4. Platz in der Einzelwertung. Doch die Finalteilnahme ist ein Produkt der Ausgeglichenheit des Teams. Alle vier steuern mindestens 2 Treffer bei. Die „Überstunde“ im Finale haben sich die „Lamettajungs“ selbst eingebrockt.

Das 5. Rennen: TSG-Jedermänner 2 vs. Stiftsmeister

2. Platz im letzten Rennen: Die Stiftsmeister

in 19:51 Minuten
mit Nina Binder, Markus Mannsbarth, Diana Klinter, Martin Neth.
Wie schön, dass der Bürgermeister, Markus Mannsbarth im Team der Stiftsmeister mitkämpft. Wir freuen uns über diese Anerkennung für die Biathlon-Tour. So ganz geheuer ist ihm das Ungetüm „Thoraxtrainer“ nicht, aber in 3:24 Minuten ist er der Schnellste seines Teams. Aber hoffentlich muss das Hofgeismarer Rathaus niemals verteidigt werden. Vielleicht sollten unsere Rathaussportler ihren Liebsten auf dem nächsten Hofgeismarer Viehmarkt mal Rosen schießen?Dann holt das Stift die Meisterschaft möglicherweise noch nach?

Sieger im letzten Rennen: TSG-Jedermänner 2

in 18:50 Minuten
mit Karl-Heinz Pairan, Dirk Prescher, Peter Dörr, Julius Lieber.
Wer Stiftsmeister schlägt kann stolz auf sich sein. Den größten Anteil daran hat mit 3 Treffern Karl-Heinz Pairan. Der Schnellste des Quartetts ist Peter Dörr in 2:41 Minuten, einer sehr sportlichen Zeit. Einen Sonderapplaus verdient sich Julius Lieber, der mit seinen 81 Jahren bravourös die 400 m-Strecke auf dem Thoraxtrainer bewältigt. Da hatten viele Jüngere deutlich mehr Mühe. Die TSG-Jedermänner waren eine tolle Bereicherung dieser Biathlonstaffel-Stadtmeisterschaft.

Das Finale der Staffel-Stadtmeisterschaft