Nachbericht zur 23. Etappe 2018 in Holzminden

Die Stadt trifft sich zur Biathlonparty

Es war Liebe auf den ersten Blick im vergangenen Jahr. Die Biathlon-Tour erhielt nicht nur ihre erste Niedersachsen-Etappe, sondern zugleich ein Vorzeige-Event dafür, wie schön ein Jederfrau/-mann-Biathlon als Teamchallenge inmitten der Stadt sein kann. Holzminden bekam seinen Citybiathlon und damit ein Sportfest mit ganz eigener Duftmarke und wie maßgeschneidert für den herrlichen Marktplatz.

Schnell war klar, dass es in diesem Jahr eine Fortsetzung geben würde. Mit Freude rollen wir also am heutigen Tag gleich für 19 vierköpfige Teams und ein Promi-Team mit dem Bürgermeister, Jürgen Daul, an der Spitze den roten Teppich aus. Trotz einiger Regenschauer und Temperaturen unter 5 ° C, die, bei dem einen früher bei anderen später, zum Frösteln führen, wird dieser 2. Citybiathlon erneut ein Sportfest, das richtig Laune macht mit seiner Mischung aus Spaß, Herausforderung, Kampf- und Teamgeist bei original „Citybiathlon-Partytimmung“.

Stimmungs-Probe

Da fehlt bei kaum einem Treffer das HEEEY im Rund, da erzittert manches Mal die Tribüne und wird zur Blechtrommel von hundert Füßen, es schwappt La Ola als Flutwelle über den Marktplatz und trägt insbesondere jene Wettkämpfer, die länger unterwegs sind, als sie vielleicht erhofft hatten. DJ Sonora ist der Herr der Klänge, der den Momenten ihren Rhythmus verleiht und jedem Team den eigenen Einlaufsong mit auf den Weg gibt. In den Pausen wird das Liveband-Trio Modern Walking spielerisch leicht zum Publikumsliebling und die Lionettes Cheerleader aus Braunschweig bringen den Hauch eines Flairs von großer Sportwelt in die gemütliche Marktplatzkulisse.

Die Wettkämpfer

Doch dies alles bliebe ein Rahmen ohne Bild, wenn nicht 80 motivierte und erwartungsfrohe Wettkämpfer das munter pochende Herz dieser Veranstaltung wären.  Es ist zweifellos das Verdienst des Gastgebers, Stadtmarketing Holzminden, dass der Citybiathlon tatsächlich in der Stadt angekommen ist. Da sind Teams der größten Arbeitgeber der Stadt, Symrise AG, Stiebel Eltron, Stadtwerke Holzminden, Braunschweiger Landessparkasse, Brauerei Allersheim oder Öffentliche Versicherung am Start. Erstmals ist auch das Finanzamt Holzminden dabei und es gibt ein Wiedersehen mit den Teams der Junioren des Holzmindener Handwerks und den AOK Gesundheitsschützen. Den Holzmindener Sport  vertreten der Titelverteidiger, MTV Altendorf, und die Golmbacher Gildekids. Und die Gäste aus Gifhorn nennen sich mit einem ihrer zwei Teams nicht nur „Unglaubliche Spaßkanonen“, sondern sie sind es auch tatsächlich.

Der Modus

Die 19 vierköpfigen Teams treten in 5 Rennen a 4 Teams (letztes Rennen mit 3 Teams) gegeneinander an. Aus jedem Rennen erreicht der Sieger das Finale. Jeder Wettkämpfer legt 6 Marktplatzrunden laufend zurück. Das sind insgesamt ca. 900 m. Nach den ersten beiden Runden steht das 1. Schießen an. Es wird 5 x stehend ohne Auflage aus 10 m Entfernung auf Ziele mit 60 mm Durchmesser geschossen. Für jeden Fehlschuss werden 50 m auf den Skilanglauf-Cardiogeräten, Thoraxtrainer, absolviert bevor die nächsten beiden Marktplatzrunden und das 2. Schießen (entsprechend dem ersten) folgt. Nach den ggf. nötigen „Strafrunden“ geht es für die Wettkämpfer auf die letzten beiden Marktplatzrunden bevor die Übergabe auf den Teamkollegen folgt. Das Siegerteam des Finals erhält den Championscup und gewinnt die Reise zum Finale der Biathlon Deutschland-Tour nach Ruhpolding, wo der Beste des Teams dann im Finale gegen die Etappensieger der anderen Tourstädte kämpft.

Unsere Momente des Tages

Wie die besten Rennpferde…

Holzmindens Bürgermeister ist kaum wieder einzufangen. Erstaunlich forsch läuft Jürgen Daul die rund 20 m auf dem roten Teppich bei der Einlaufzeremonie. Doch was ist das? Wo will er hin? Wie ein Rennpferd, das den Führring nicht mag, startet der 1. Mann der Stadt gleich ins Rennen durch. Moooment. Die Mitläufer möchten doch auch mit.

Mal ein Auge zudrücken

Als Geschäftsmann ist Ralf Schwager in Holzminden für seinen Durchblick bekannt. Doch wie lässt sich das linke Auge schließen, wenn das rechte offen bleiben soll? Er weiss sich zu helfen.

Stolz wie Oskars

Drei Youngster hatten sich einzeln zur Staffelmeisterschaft angemeldet. Doch der vierte Starter blieb fern. Was nun? Meint der kleinste der drei, Constantin: „Also cool wäre, wenn der Deutsche Meister bei uns mitläuft.“
Der Deutsche Meister im Luftgewehr Sprint, Steffen Hannich, war gerade zuvor für sein Team, die unglaublichen Spaßkanonen, gestartet und steht in 30 Minuten erneut im Finale am Start. Doch er schlägt den Jungs den Wunsch nicht aus. Als Startläufer der fantastischen Vier macht er seine jungen Kollegen mindestens einen Kopf größer und die wachsen in ihrem Rennen dann auch über sich hinaus.

Frauen-Power

Stellvertretend für viele gute Schießergebnisse von Wettkämpferinnen steht diese Szene des ersten Schießens im 4. Rennen. Sowohl Glitzer Flitzerin Klaudia Vandiken auf Bahn 1, wie auch BLSK-Runner Steffi Flügge auf Bahn 4 schießen fehlerlos. Das hätte Biathlet Raphael Kostrewa vom späteren Sieger, die unglaublichen Spaßkanonen, wohl auch nicht gedacht, dass er mit 4 Treffern als Dritter zunächst in die Aufholjagd muss.

Die Sieger der Herzen

Das jüngste Team des Tages, die Gildekids aus Golmbach fordern den Titelverteidiger, MTV Altendorf, heraus und wachsen dabei in einer Weise über sich hinaus, die von den Zuschauern begeistert gefeiert wird. Dass die 15-jährige Leonie Bartram die Gildekids als Startläuferin in Führung bringen kann, ist nur eine kleine Überraschung, aber dass die 12-jährige Celina Stock diese Führung mit 6 Treffern und einem mutigen Lauf gegen drei gestandene Herren würde halten können, hätte wohl niemand im weiten Rund erwartet. Und dann erst der dritte Schützling aus dem Team von Jochen Droste, dem Experten aus dem Orgateam des Citybiathlons. Jannis Owsianski bekommt es als 3. Gildekids-Starter mit einem der beiden Topleuten des letzten Jahres zu tun, mit Felix Gömann. Den Champion im Nacken spürend agiert der Youngster so cool wie ein alter Hase, verteidigt mit zweimal 4 Treffern nervenstark seine Führung gegen Felix und übergibt als Führender an seinen Kollegen und Schlussläufer Colin Hartmann. Spätestens jetzt sind sämtliche Besucher auf dem Marktplatz aus dem Häuschen. Dass der 11-jährige Colin den Sieg nicht ganz nach Hause bringen kann trübt den Auftritt der Gildekids in keinster Weise. Sie sind zwar nicht im Finale, dafür aber in den Herzen des Publikums gelandet.

Wiedersehen macht Freude

Einige Teams aus dem Vorjahr sind wieder dabei und treten in nahezu unveränderter Aufstellung an. Für das Tour-Team ist das eine doppelte Freude, denn zum einen gibt es keine schönere Belohnung für unsere Arbeit, als wiederkehrende Teams und zum anderen ist es einfach auch erfüllend, wenn sich durch Wiedersehen nette Kontakte vertiefen. Im Bild sind die Teams des MTV Altendorf, Die Besucher 2.0, die Energie-Bündel der Stadtwerke und die Volltreffer 12. Gleiches trifft aber auch auf die JuHA’s zu, von denen wir kein Teambild vorliegen haben.

Wiedersehen macht Freude 2

Schon seit 4 Monaten laboriert der beste Wettkämpfer des Citybiathlons 2017, Jan Fischer vom MTV Altendorf, an einer Knochenhautentzündung und hat ärztliches Laufverbot. Beim 2. Citybiathlon kann Jan daher leider nicht um die Titelverteidigung kämpfen, doch ist er, zusammen mit seinen Eltern, von der ersten bis zur letzten Minute des Events dabei und lässt im Interview die schönen Momente des Finals 2017 noch einmal Revue passieren. Im nächsten Jahr ist er wieder dabei, da hat Holzmindens Sporthoffnung keinen Zweifel.

Wanderschützen sind ein Renner

Im vergangenen Jahr reichte es für die vier sympathischen Stiebel-Eltron-Kämpfer nur zur „roten Laterne“. Statt Running Energy nennen sie sich in diesem Jahr folglich demütig „Stiebel Eltron Wanderschützen“. Doch der Teamname täuscht einmal mehr, denn die Wanderschützen laufen auf heissen Sohlen bis ins Finale und dort auf Platz 4. Chapeau! Das neue Stiebel-Eltron-Team wird damit hinter den drei Teams mit aktiven Biathleten sozusagen die beste Jedermann-Staffel. Werkstattleiter Jens Meyer schafft eine tolle Steigerung von 6 Treffern im Vorlauf auf 9 Treffer im Finale und ist als 8. der Einzelwertung in 5:59 Minuten der Beste des Teams. Dominik Vössing, Alexander und Jennifer Janele überzeugen vor allem als schnelle Läufer. Also doch Running Energy!

Kämpferqualitäten

Drei Zweikämpfe, die das Publikum begeistern: Einen heissen Kampf um den Finaleinzug liefern sich der junge AOK Gesundheitsschütze Batuhan Kavakli (im Bild oben im grünen Trikot) und der noch jüngere Kampfsportler Rico Haas aus Stadtoldendorf für das Team Fantastische 4. Beiden ist der Siegeswille deutlich anzusehen. Am Ende muss der „gehetzte“ Fußballer im AOK-Dress bis an seine Grenze gehen, weil Rico Haas einfach nicht locker lässt. Leider kann das Foto die Spannung kaum wiedergeben.
Auch Berthold Weber von den Sym Sporties (im Bild oben, unten rechts) gibt trotz eines erheblichen Rückstandes gegen die Glitzer Flitzer nicht auf und wird dafür auf den letzten Metern belohnt, als er mit einem beeindruckenden Endspurt die zweifache Deutsche Staffelmeisterin im Sommerbiathlon, Maja Gömann von den Glitzer Flitzern noch abfängt und den Sym Sporties Platz 3 im 4. Rennen sichert.
Ähnliches gelingt dem dreifachen Deutschen Behördenmeister im Tischtennis, Andre Alshut für die Weserflöhe des Finanzamtes Holzminden. (im Bild oben, unten links im rosa Trikot). Im Kampf mit den Volltreffern 12 der Symrise AG scheint der Rückstand beinahe unaufholbar, doch mit 7 Treffern und 6:26 Minuten, der besten Zeit der 4 Weserflöhe, kann Andre die Volltreffer 12 mit Maria Wedekin auf den letzten Metern noch überholen und Platz 3 im 1. Rennen für sein Team sichern.

Der beste „Jedermann“

Mitten hinein in die Phalanx der besten Biathleten des Tages stürmt BLSK 4Runner Markus Leja (im Bild oben, links). Der Leiter der Filiale in Salzgitter wird drittbester in der Einzelwertung und wird auf den ersten sechs Plätzen von 5 aktiven Biathleten umrahmt. Markus erzielt beinahe perfekte 9 Treffer mit seinen 10 Schüssen und erreicht die Zeit von 5:42 Minuten. Alle Achtung!

Der Titelverteidiger: 4 Sieger trotz Niederlage

Dass es heute ohne ihren Besten, Jan Fischer, schwer werden würde mit der Titelverteidigung, das war dem sympathischen Quartett des MTV Altendorf klar. Doch wie im Vorjahr erreicht das Team als zweitbeste Vorrundenstaffel das Finale. Dort zeigen Katrin und Olaf Schliephake, Felix Gömann und Julia Schliephake in schwierigen Momenten ihre Qualitäten. Schnell wird klar, dass die Titelverteidigung heute nicht das Ziel sein darf. Doch als es eng wird mit einem Platz auf dem Treppchen, weil die Besucher 2.0 und die Stiebel Eltron Wanderschützen mit ihrem starken Startläufer Jens Meyer erheblichen Widerstand leisten, da können Felix Gömann und Julia Schliephake ihr Maximum abrufen. Felix bleibt beim schwierigen 2. Schießen erstmals am heutigen Tag komplett fehlerfrei und bringt den MTV Altendorf erstmals in diesem Finale auf Platz 2. Julia Schliephake lässt sich diese Vorlage nicht mehr nehmen, beseitigt mit 4 Treffern in ihrem letzten Schießen die letzten Zweifel und sichert dem Vorjahressieger Platz 2, der sich wie ein Sieg anfühlt. Julia wird zudem beste Wettkämpferin des Tages mit 6:01 Minuten vor Nathalie Gerdau mit 6:08 Minuten. Herzlichen Glückwunsch.

Die überragenden Champions

Die unglaublichen Spaßkanonen, 4 erfolgreiche Sommerbiathleten des USK Gifhorn, sind an diesem Tag eine Klasse für sich. Schon in der Vorrunde sind die Vier aus der Südheide in 22:12 Minuten fast 4 Minuten vor dem zweitplatzierten Team des MTV Altendorf und erzielen 32 Treffer mit ihren 40 Schüssen. Zweitbeste Schützen sind die 4Runner der BLSK mit 29 Treffern.  In der Einzelwertung erreichen die Spaßkanonen Dennis Gerdau Platz 2 und Steffen Hannich Platz 1,  auch Raphael Kostrewa als 6. und Nathalie Gerdau als 14. gehören zu den Besten des Tages. Doch die Leistung des dreifachen Deutschen Junioren-Meisters im Sommerbiathlon 2014 und diesjährigen Deutschen Meisters im Luftgewehr Sprint, Steffen Hannich, ragt heraus. In der Vorrunde ist er der einzige unter den 76 Wettkämpfern, der eine Zeit unter 5 Minuten schafft (4:55 Minuten) . Dass diese Strecke sogar unter 4 Minuten zu schaffen ist, darauf hätte sicher keiner der Athleten und Zuschauer gewettet. Doch mit dem einzigen perfekten Schießen (10 Treffer mit 10 Schüssen) des Tages und druckvollem Laufen vom ersten bis zum letzten Meter  erreicht der 24-Jährige unglaubliche 3:54 Minuten. Gemeinsam werden die vier sympathischen Spaßkanonen nun weiterziehen ins Tourfinale nach Ruhpolding am 26./27. Januar 2019. Dort sind dann ungewohnte Qualitäten von Steffen Hannich gefordert, denn im Tourfinale gegen die Etappensieger der anderen Städte wird er mit seinen schnellen Beinen auf Langlaufskiern stehen, die ihn vermutlich etwas bremsen werden. Die Konkurrenten dürften ein wenig aufatmen.

Die Siegerehrung, Dank und Trost

Mit der Ehrung der 5 besten Teams durch Holzmindens Stadtmanagerin Katrin Konradt (im nebenstehenden Bild mit roter Jacke) und die Organisationsleiterin des Citybiathlons, Christina Littkemann (im nebenstehenden Bild mit blauer Jacke), endet die 2. Holzmindener Biathlonparty zu den Klängen der Nationalhymne. Zweimal Gifhorn auf dem Siegerpodest, als neue Champions die „Unglaublichen Spaßkanonen“ und auf Platz 3 „Die Besucher 2.0“. Die lokale Ehre rettet das Team des MTV Altendorf auf Platz 2 sowie die starken Stiebel Eltron Wanderschützen auf Platz 4 und die AOK Gesundheitsschützen auf Platz 5. Alle Ergebnisse sind hier aufgeführt.

Das Tour-Team möchte sich für diese erneut tolle Etappe in Holzminden bei zahlreichen Akteuren herzlich bedanken. Natürlich bei den 80 großartigen Athleten, die wir am liebsten als „Standardausstattung“ mitnehmen würden in manche andere Tourstadt. Für das Publikum gilt exakt das gleiche. Es hat viel länger der Kälte getrotzt, als wir zu hoffen wagten und hat keine Gelegenheit verpasst, das Feuer immer wieder aufs Neue zu schüren. 23 starke lokale Partner sind nicht nur ein tolles Bekenntnis zu diesem Event, sondern eben auch die Basis für das Spektakel. Das ehrenamtliche Engagement von Jochen Droste von der Schützengilde Golmbach und vom Vorsitzenden Hermann Meyer und seinen Mitstreitern des MTV Altendorf sind nicht hoch genug zu bewerten. Sie sind die „Engel im Hintergrund“, ohne die ein solches Event nicht möglich wäre. Und schließlich hat das Stadtmarketing Holzminden mit Katrin Konradt und Christina Littkemann den Biathlon-Master mit Auszeichnung bestanden. Ganz, ganz viel Mühe und Kleinarbeit steckte in der Organisation. Wir dürfen uns glücklich schätzen, sie als Partner für diese Etappe zu haben. Das gilt nicht zuletzt auch für das von Alfred geführte Aufbauteam. Wir freuen uns auf das Wiedersehen mit ALLEN am Sonntag, den 27.10.2019.

Ein abschließender Trost gilt den Teams, die in diesem Jahr das Ende des Rankings bilden. Liebe Allersheimer Bierathleten, liebe Teams der Öffentlichen und liebe Schattenspringer, macht’s wie Stiebel Eltron in diesem Jahr. Die rote Laterne erleuchtet den Weg ins Finale. Macht’s gut, wir sehen uns.

Bilder: Siegwart Pein   Text: Martin Bremer

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