Nachbericht zur 20. Etappe 2018 in Eupen

Skating-Biathlon, Prominenten-Wettbewerb und Eupen-Cup für alle

Es fühlt sich an wie ein Wiedersehen mit Freunden als wir zur 20. und zugleich einzigen Touretappe ausserhalb Deutschlands, ins ostbelgische Eupen aufbrechen. Zum 3. Mal gastiert die Biathlon-Tour in der Stadt des Regierungssitzes der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und nimmt dort mit der Biathlonarena die Klötzerbahn in der Innenstadt ein.

Alain Brock ehrt die besten Schülerinnen-Staffel des Eupen-Cups 2018

Dort treffen wir auf bekannte Gesichter und es ist gleich so, als sei es nicht schon wieder ein Jahr her seit dem letzten Eupen-Cup.

Gastgeber Alain Brock, Geschäftsführer des Rates für Stadtmarketing ist natürlich schon vor Ort und lässt es sich auch in diesem Jahr nicht nehmen, fast keine

Abwechselung im Wahlkampf: Eine Woche vor der Kommunalwahl stellen sich Eupens Spitzenpolitikerinnen dem sportlichen Wettstreit.

Minute des zweitägigen Events zu verpassen. Er hat ein volles Programm organisiert mit den beiden Jedermann-Staffel-Meisterschaften für Schüler/innen und Erwachsene am Samstag, sowie dem herrlichen Prominenten-Biathlon mit der so schönen Mischung aus Spaß, Zusammensein und Herausforderung mit 22 lokalen Größen aus Politik, Sport, Brauchtum.

Andreas Braun, viel mehr als „nur“ ein Etappensieger.

Den ganz besonderen Anstrich bekommt diese Etappe in Eupen jedoch durch sein Highlight am Sonntagnachmittag. Der Citybiathlon führt auf Skirollern auf einer ca. 700 m langen Runde durch die recht profilierte Eupener Innenstadt. Auch in diesem Jahr sind wieder einige der besten belgischen Spezialisten des Rollski-, Skilanglaufs und Biathlons aus den Jugendklassen und der Männer hier an der Klötzerbahn am Start und das ist zweifellos das Verdienst unseres Tourchampions von 2016, Andreas Braun. Auch diese ist eine Geschichte, die uns besonders mit dieser Etappe verbindet. Der beste Biathlet unserer Tour 2016, selbst viele Jahre im IBU-Cup im internationalen Biathlon am Start, erfreut sich an unserer Initiative für seine Sportart, ähnlich wie Fritz Fischer, und stellt sich mit seinen Kontakten und mit ganz viel Organisationsarbeit auch in den Dienst der Biathlon-Tour und holt Freunde, Schüler und Weggefährten nach 2017 nun auch in diesem Jahr zum Skatingbiathlon an die Klötzerbahn. Es ist einiges entstanden in drei Jahren Eupen-Biathlon und eigentlich fehlt dieser Etappe nur noch ein wenig mehr Begeisterung seitens der Eupener Bevölkerung, denn dieses Event hätte eine Kulisse verdient, wie wir sie etwa in Holzminden, Bergheim oder zuletzt in Marl und Siegburg hatten.

Der Staffelwettkampf der Schüler/innen

Am Samstagnachmittag beginnt das Eupener Biathlonwochenende mit dem Teamwettbewerb der Schüler/innen. 6 Teams zwischen 10 und 17 Jahren, zwei Jungs- und 4 Mädchen-Teams nehmen mit viel Elan die Herausforderung an. Um möglichst Chancengleichheit herzustellen, lassen wir die jüngeren Patro-Mädchen 300 m auf dem Thoraxtrainer zurücklegen, während die gut trainierten 11-14-jährigen Radsportler des RSK Eupen, die mit 2 Teams am Start sind, 400 m „in der Loipe“ zu kämpfen haben. Für die 5 Schüsse auf die vergrößerten Zielflächen mit 60 mm Durchmesser dürfen die 10-14-Jährigen, Mädchen wie Jungen, selbst entscheiden, ob sie freihändig oder aufliegend schießen. Freihändige Fehlschüsse führen zu 10 Sekunden Strafpause, während ein nicht getroffenes Ziel mit aufliegendem Schießen zu 20 Sekunden Zeitmalus führt. Die Patro-Mädchen über 14 Jahre schießen freihändig. Der Modus sorgt für Spannung. Das Finale ermittelt das Siegerteam erst mit dem letzten Schuss.

Dabei siegen die jungen Radsportler des RSK Eupen mit ihrer Staffel, die vom amtierenden belgischen Schülermeister im Straßenradrennen, Tim Rex, angeführt wird, durch den Treffer ihres heute besten Schützen, Joel Münster, knapp vor den älteren Patromädchen, die den Teamnamen „Toilettentieftaucher“ wählten. Letztere führen lange, weil Hannah Nellen sportlich durch die Loipe kam und Franca Kohl ein starkes freihändiges Schießen mit 4 Treffern schafft. Doch die jungen Radsportler zeigen Teamgeist und viel Motivation. Sie drehen dieses Finale doch noch um  und siegen in der Besetzung Tim Rex, William Graff, Maxime Wetzels und Joel Münster in 14:14 Minuten. Damit sind die Vier im Finale nochmal 7 Sekunden schneller, als in ihrem gewonnenen Vorlauf.

Drittbestes Team werden „Die Namenlosen“ mit Fußballerin Sofie Gjoni, Schützin Timea Heinze, Badmintonspielerin Marie Ahn und Leichtathletin Laura Koonen. Platz 4 geht an die Jüngeren RSK-Radsportler mit dem U12 Kids Trophy-Champion, Jan Koelman, Cedric Roskamp, Jona Weber und den eingesprungenen Handballer Yannick Nussbaum. Fünfter wird das Team Babam mit Turnerin Celine Heinen, Kampfsportlerin Antonia Keutgen, Reiterin Miu Müller und Schützin Tabea Heinze. Sehr schön, dass aus dem jüngsten und sechstplatzierten Team, Die Olchis, die beiden besten Schützinnen dieser Schülermeisterschaft kommen: Turnerin Lena Müller und Ballettänzerin Jana Draffehn werden von uns für ihre fehlerfreien Schießen mit dem Shootingstar-T-Shirt geehrt, während der Jugend-Cup 2018 an das Quartett des RSK Eupen geht.

Wer gewinnt den Teamwettbewerb der Erwachsenen?

Wir erinnern uns noch gut an die Finals des Eupen-Cups 2016 und 2017. Im vergangenen Jahr verpasste das Triathlon Team Eupen mit seiner 2. Staffel die Titelverteidigung erst mit dem letzten Schuss von Rudi Knott und musste der Remac Kampfkunstakademie in dem spannenden Finish den Vortritt lassen. 2016 schafften die beiden Teams der Eupener Triathleten den Doppelsieg. Auch dieser schöne Kontakt mit dem Eupener Triathlon-Team, deren erfolgreiche Ironmen eine echte Verbundenheit im Team ausstrahlen, macht uns diese Etappe zu einer besonderen. Toll, dass sie fast alle wieder dabei sind und mit dreieinhalb Teams in die Rennen ziehen. Besonders freut uns, dass einige aus dem Team sogar persönlich ihre Unterstützung angeboten haben, damit der Eupen-Cup 2019 mit einer deutlich größeren Anzahl an Teams aus den lokalen Sportvereinen und Firmen an den Start gehen wird. Es macht sogar mit 5 Teams schon Spaß, aber mit 15 Teams 2019 würde es ein echtes Biathlonfest. In diesem Jahr reicht es wieder zum Doppelsieg der Triathleten, deren Teams 2 und 3 sich ein spannendes Finisch um den Sieg liefern und gemeinsam das Überraschungsteam, Kreativbureau Cloth, auf Platz 3 verweisen. Momente des Eupen-Cups 2018, die in Erinnerung bleiben:

Zweimal, im Vorlauf wie auch im Finale, ist Aline Brüll im Duell mit ihrer jungen Teamkollegin, Alice Fatzaun, die etwas schnellere Läuferin, doch am Biathlongewehr wird die Juniorin zur Piratin und holt jeweils mit starken 4 Treffern die Führung für ihr Team 3.

Ebenfalls zweimal, im Vorlauf und im Finale ist das Duell der dritten Starter eines zwischen Vater und Sohn. Im Vorlauf wird Sohn Joshua von Vater Rainer gejagt, doch der Youngster, der im vergangenen Jahr bei seinem ersten Biathloneinsatz gleich 5 Treffer hinlegte, zeigt auch in diesem speziellen Moment keine Nervenschwäche und hält den Vater mit 4 Treffern auf Distanz. Joshuas Staffel, Triathlon Team 2 zieht als bestes Vorlaufteam ins Finale ein, während Rainers Triathlon-Team 3 mit etwas Glück als schnellstes zweitplatziertes Team ins Finale einzieht. Und in diesem Finale hat Rainer mit 4:2 Treffern im Familienduell die Nase vorne.

Das Duell der Schlussläufer im Vorlauf wie im Finale ist ebenfalls dramaturgisch passend. 2017 startete Freddy Brüll für die Eupener Triathleten zum Ironmen auf Hawaii. Am gleichen Wochenende wurde Olivier Henz Sieger der Biathlon-Etappe in Eupen und qualifizierte sich für das Tour-Finale auf Schalke 2017.  In diesem Jahr sind beide beim Biathlon am Start, doch schon in der Nacht zum Sonntag wird dieses mal Olivier nach Hawaii zum Ironmen aufbrechen. Großartig, dass er mit diesem Saisonhöhepunkt vor Augen noch die Zeit und Ruhe findet, zum dritten mal in Folge beim Biathlon an der Klötzerbahn dabei zu sein. Dass Olivier seine Treffsicherheit nicht wie gewohnt abrufen kann überrascht in dieser Situation nicht. Im Vorlauf holt Freddy Brüll mit 3:1 Treffern für sein Team 2 den Sieg. Im Finale geht das direkte Duell jedoch an Olivier, der mit einem schnellen Rennen und 2:1 Treffern den Sieg seines Teams 3 perfekt macht. Wir drücken fest die Daumen, dass der sympathische Dozent der Universität in Lüttich auf Hawaii einen jener Wettkampftage erwischt, an denen man zu fliegen meint.

Rudi Krott kennt die Situation schon aus dem Vorjahr, wenn das Staffelrennen erst mit dem letzten Schuss entschieden wird. Und in die gleiche Situation kommt er heute erneut im 2. Vorlauf gegen das Team des Kreativbureaus Cloth. Pech für Rudi, dass die Kreativen ausgerechnet Rudis schnellen Teamkollegen Andreas Schlembach als Schlussläufer einsetzen. Der holt in der Loipe mächtig auf und schafft tatsächlich mit 2:1 Treffern noch den Sieg gegen seine(n) Triathlonkollegen.

Mit der Kombination Tierry als Skilangläufer und Serge als Schütze hätte das Team Gout te Fout echte Finalchancen gehabt. Fußballtrainer Tierry (FC Büllingen) hier am Biathlongewehr gehört zu den Schnellsten des Tages  (2:16 Minuten) trifft aber nicht, während Serge Müllender (im grauen T-Shirt) mit 3 Treffern Zielsicherheit andeuten kann. Zum fröhlichen Team gehören auch Astrid Jacobs und Alain Brock. Das Finale verfolgen die Vier mit Zielwasser in der Hand.

Der 1. Biathlontag endet mit der Siegerehrung für das Triathlon Team 3, das vor den Kollegen des Team 2 und dem Kreativbureau Cloth den Eupen-Cup gewinnen. Die belgische Nationalhymne tönt in den Eupener Abendhimmel und wir freuen uns auf den Sonntag.

Der Sonntag: Erst Promis dann Profis

Durchaus mit einem Augenzwinkern starten am Sonntagmittag 22 bekannte Gesichter der Stadt in das happening Prominenten-Biathlon. In einer Woche sind in Eupen Kommunalwahlen. Deshalb hat Alain Brock in diesem Jahr den Schwerpunkt auf die Politiker der führenden Parteien gesetzt und es spricht für den Geschäftsführer des Stadtmarketingrates, wie viele seinem Ruf gefolgt sind.

Unsere Promis: Wir sagen Dankeschön!

Für einen Platz unter den Top 10 reicht es heute für sie nicht, doch gerade ihnen sagen wir herzlich dankeschön für das Mitmachen beim Prominenten-Biathlon, denn sich auch dann zu stellen, wenn man sich des Sieges nicht gewiss sein kann, benötigt besonderen Mut. Unser Dank gilt dem Generalsekretär des Parlaments der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Stephan Thomas (im Bild oben links), dem Schöffen für Mobilität und Einzelhandel, Arthur Genten (im Bild oben rechts), dem Kapitän der Eupener Feuerwehr, René Schoonbrood (im Bild mitte, links im Hintergrund), dem Schöffen für Tourismus, Michael Scholl (im Bild mitte, links im Vordergrund), der Regionalabgeordneten des Wallonischen Parlaments, Jenny Baltus-Moeres (im Bild mitte, rechts), dem Präsident des L.O.V.O.S. und Geschäftsführer der Beschützenden Werkstätte, Patrick Heinen (im Bild unten rechts), dem Bürgermeisterkandidaten der CSP, Joky Ortmann (im Bild unten in der Mitte) und natürlich dem unermüdlichen Alain Brock, der sich das letzte Prominentenduell als Bürgermeisterkandidaten-Duell ausgedacht hatte. Doch am Morgen sagte der PFF-Kandidat Philippe Hunger aus gesundheitlichen Gründen ab. Und so ging Alain mit Joky Ortmann ins letzte Duell.

3 Damen in den Top 10

Gleich im 1. Duell trifft die 1. Vorsitzende der PFF und Föderalabgeordnete des Belgischen Parlamentes, Kattrin Jadin, auf die Geschäftsführerin des Eupener Sportbundes, Anne Brüll. Da machen wir es der einzigen Abgeordneten aus der deutschsprachigen Gemeinschaft im belgischen Parlament nicht leicht, denn Anne Brüll hat bei der Eupener Biathlonpremiere 2016 schon bewiesen, dass Sie eine ruhige Hand am Biathlongewehr hat. Die Volksvertreterin schlägt sich glänzend und erreicht ein 3:3 nach Treffern, das Anne Brüll nur durch die schnellere Endzeit von 2:59 Minuten zu 3:26 Minuten knapp gewinnt. Beide Wettkämpferinnen erreichen damit Top 10-Plätze.

Sogar aufs Treppchen und Platz 3 geht es für die kurzfristig eingesprungene PFF-Politikerin und Kieferchirurgin Nathalie Paulus-Schoenars mit einem von 3 fehlerlosen Schießergebnissen und der Zeit von 3:59 Minuten.

Weitere Top 10-Prominente

Unter den Besten platziert sich Radio contact-Moderator Alexander Pauli (im Bild oben, in der Mitte im Duell mit BRF Sportreporter Christophe Ramjoie, der mit 2 Treffern 13. wird). Alexander  erreicht in 2:14 Minuten die zweitbeste Zeit aller Prominenten, doch mit 3 Treffern wird der „Wecker am Morgen“ Achter. Platz 7, exakt so wie bereits 2016 und 2017 geht an den Geschäftsführer der Agentur Mediaconcept, Ewald Broichhausen (im Bild oben links). Den 6. Platz erreicht der Sprecher der CSP, Rechtsanwalt Thomas Lennertz (im Bild unten rechts) mit 4 Treffern und 3:24 Minuten. Für Karnevalsprinz Oliver Krings (im Bild unten mitte) geht es von Platz 17 in 2016 nun auf Platz 5 mit 4 Treffern und 3:09 Minuten. Und noch ein Karnevalist unter den Besten: Gregor Veithen, der Schatzmeister der KG Eulenspiegel (im Bild unten links) wird Vierter mit 4 Treffern in 2:51 Minuten.

Die prominenten Champions

Einig sind sich Organisator Alain Brock und die noch mit einem Gläschen gemütlich im Eventzelt verweilenden Prominenten, dass Eupens Biathlet, Andreas Braun, der auch von den 2 Gastronomen, Frank Neumann als Läufer und Manfred Schumacher als Schütze nicht zu schlagen war, in einer eigenen Kategorie gewertet wird. Und so wird der Weg frei zum Champion der Prominten für CSP-Politiker Fabrice Paulus, der in seinem Duell mit Gregor Veithen nicht nur schnell (2:46 Minuten) sondern auch treffsicher ist und fehlerlos am Biathlongewehr bleibt. Für Fabrice ist es die Premiere beim Prominenten-Biathlon und so ist er gleich in zweifacher Hinsicht der Shootingstar des Wettbewerbs und bekommt von Alain Brock einen Korb mit regionalen Spezialitäten überreicht. Herzlichen Glückwunsch an Fabrice Paulus auch von uns.

Der Champion aller Einzelstarter: Andreas Braun

Er tritt in seiner eigenen Kategorie an, wenn die Biathlon-Tour in Eupen weilt. Andreas Braun, viele Jahre dem Biathlon leistungssportlich verbunden und im internationalen IBU-Cup aktiv, lässt auch nach seiner aktiven Karriere keinen Zweifel daran aufkommen, dass er sein Metier höchst aussergewöhnlich beherrscht. 2016 holte er sich bereits den Etappensieg und stand am Tag des Biathlons auf Schalke im Tour-Finale gegen 40 Etappensieger, die er sämtlich in 3 Rennen hinter sich ließ und Biathlon-Tourchampion wurde. Und auch an diesem Wochenende ist der Schreiner und gefragte DJ eine Klasse für sich. Am Samstagmittag legt er „mal eben“ 5 Treffer in 1:55 Minuten hin und ist damit der Beste der rund 50 Wettkämpfer des Samstags. Am Sonntag im Prominenten-Biathlon steigert er seine Leistung noch auf 1:46 Minuten und 5 Treffer. Damit holt sich Andreas nicht nur den Etappensieg des Eupen-Wochenendes, sondern zugleich Platz 2 unter den bereits über 1000 Wettkämpfern der Biathlon-Tour 2018. Mit Andreas und seiner Familie gibt es für uns also ein Wiedersehen am 26./27. Januar 2019 in Ruhpolding, wenn die 35 Etappensieger der Biathlon-Tour 2018 in der bekannten Chiemgau-Arena um den Titel des Tourchampions kämpfen. Dabei schließt sich für Andreas Braun auch ein Kreis, denn in jener Chiemgau-Arena erlebte er als Athlet einen seiner 2 Weltcup-Biathlons und wird dort nun am 26.01. so klarer Favorit auf den Toursieg sein, dass wir uns ein persönliches Handicap für ihn ausdenken müssen, um annähernd Chancengleichheit mit den größtenteils im Skilanglauf ungeübten Etappensiegern herzustellen. Das Tourteam freut sich schon auf das Wiedersehen mit Andreas und seiner Familie.

Der Citybiathlon auf Ski-Rollern

Andreas Braun hatte eingeladen und seine Weggefährten im Belgischen Biathlonverband und aus der Eifel von TuWi Adenau kommen zum 2. Eupener Citybiathlon, der auf einer 700 m-Runde durch die Eupener Innenstadt mit Start, Ziel und Biathlonarena an der Klötzerbahn auf Ski-Rollern stattfindet. Auf 5 Schießbahnen kämpfen die 22 Wettkämpfer in 4 Rennen um die Siege in den Klassen Schüler/innen, Jugend männlich, Juniorinnen, Männer und Masters. Die 6 besten der Männerklasse aus dem Vorjahr sind ebenso wieder am Start, wie die Juniorinnensiegerin Manon Gabriel. Während die Schülerrennen über 3 Runden mit 2 Liegendschießen gehen, treten alle anderen Wettkämpfer über 5 Runden mit jeweils 2 Liegend- und Stehendschießen an. Eine kleine, ca. 20 m kurze Strafrunde wird pro Fehlschuss absolviert.

Das Rennen der Schüler/innen

Bei den Schülern ist Sam Parmantier (Startnummer 2) sowohl läuferisch, wie auch am Biathlongewehr eine Klasse für sich. Er bleibt bei beiden Liegendschießen aus 10 m Entfernung auf die Ziele mit 45 mm Durchmesser fehlerfrei und hat sich das Shootingstar-T-Shirt der Biathlon-Tour wahrlich verdient. In 7:41 Minuten beendet Sam das 3 Runden-Rennen als Erster und 47 Sekunden vor dem ebenfalls talentierten Mauro Fink, der 8 Treffer mit seinen 10 Schüssen erzielt. Antoine Magis als Dritter und Fabrice Huppertz als Vierter erzielen je 6 Treffer.

Freude macht auch das Duell der beiden Jüngsten. Ella Fink und Olivia Thunis kämpfen um den Titel bei den Schülerinnen. Die gerade 10-jährige Ella verblüfft mit 6 Treffern in ihren beiden Liegendschießen und läuft auf ihren Ski-Rollern mit viel Motivation und Hingabe. Sie gewinnt das Rennen Olivia, die ebenfalls 6 Treffer erzielt.

Das Rennen der Juniorinnen

Im Rennen der Juniorinnen siegt die Vorjahressiegerin und Belgische Rollskimeisterin, Manon Gabriel (Startnummer 7),  überlegen in 14:47 Minuten über die 5 Runden-Distanz  und erzielt 10 Treffer mit ihren 20 Schüssen. Zum Vergleich: Die 3 Männer der Mastersklasse konnten über die gleiche Distanz Manons Zeit nicht erreichen. Spannend verläuft der Zweikampf um Platz 2. Den hält lange Zeit die Vorjahreszweite Marianna Korden (Startnummer 9) von TuWi Adenau, die mit 12 Treffern die beste Schützin des Rennens ist. Doch mit 8 Treffern in der zweiten Rennhälfte und einer kleinen läuferischen Überlegenheit kann Lea Groß (Startnummer 8) den 2. Platz in 15:32 Minuten mit 2 Sekunden Vorsprung auf Marianna noch festmachen. Den 4. Platz erreicht Anna Mackels.

Das Rennen der Jugend m

Zwei Duelle machen den Reiz des Jugendrennens aus.  Vorne kämpfen die beiden Älteren, der 16-jährige Samuel Crenier (Startnummer 14) und der 17-jährige Florent Gabriel (Startnummer 15) auf dem Niveau der besten Wettkämpfer der Männerklasse. Deshalb werden die beiden auch in der Männerklasse gewertet. Um den Jugendtitel geht es zwischen den beiden 15-Jährigen Remy Schaus (Startnummer 12) aus Malmedy und Hugo Fink (Startnummer 11). Nicolas Thunus (Startnummer 13) muss das Rennen nach einem Sturz in der 4. Runde abbrechen, hat sich aber glücklicherweise nicht verletzt.

Im Spitzenduell scheint Florent Gabriel einen Tick schneller auf der Strecke zu sein. Doch Samuel Crenier schießt großartig, erzielt 19 Treffer mit seinen 20 Schüssen und lässt Florent in diesem Rennen zu keinem Zeitpunkt die Chance anzugreifen. Wie gut seine Siegerzeit von 11:41 Minuten ist, sollte sich im folgenden Rennen der Männer erst noch herausstellen. Florent benötigt 12:06 Minuten und erzielt 11 Treffer.  7 seiner 9 Fehlschüsse muss er beim Liegendschießen hinnehmen.

Auch im Duell um den Jugendtitel gewinnt der bessere Schütze. Hugo Fink trifft mit 17 seiner 20 Schüsse und liegt im Ziel in 13:12 Minuten 7 Sekunden vor Remy Schaus, der 13 Treffer erzielt.

Das Rennen der Männer und Masters

Im  Rennen der Männer sieht es nach einem Zweikampf um den Sieg aus, denn Vorjahressieger Fabian Krämer (Startnummer 22) und der letztjährige Zweite, Tim de Ridder (Startnummer 23) sind läuferisch stärker als Loic Derottey (Startnummer 20) und Lokalmatador Andreas Braun (Startnummer 21). Dass es dennoch ein Vierkampf um den Titel wurde liegt an den starken Zeiten der beiden Jugendstarter, Samuel und Florent, deren Vorgabe sich als schwer zu schlagen erweist.

Fabian Krämer und Tim de Ridder liefern sich einen spannenden Kampf mit mehrmaligen Führungswechseln. Tim de Ridder hat seinen schwachen Moment beim 1. Stehendschießen, als er dreimal in die Strafrunde muss. Doch er kämpft sich zurück und lässt den führenden Fabian Krämer zu keiner Zeit in diesem Rennen zur Ruhe kommen. Vor dem letzten Stehendschießen beträgt Fabians Vorsprung nur noch rund 50 Meter. In diesem entscheidenden Moment nutzt Tim de Ridder seine Chance durch ein schnelles Schießen und 4 Treffer, während Fabian etwas langsamer schießt und dreimal in die Strafrunde muss. Diese wenigen Sekunden Vorsprung lässt sich Tim de Ridder, der neben seinem Studium weiterhin mit viel Motivation seine Grenzen in den internationalen Biathlonwettbewerben austesten möchte, auf der Schlussrunde nicht mehr nehmen und siegt in 11:36 Minuten 9 Sekunden vor Fabian Krämer, der mit Platz 3 vorlieb nehmen muss, weil Samuel Crenier im Rennen zuvor mit 11:41 Minuten 4 Sekunden schneller war. Platz 4 geht an den schnellen Florent Gabriel während die Meisterschützen, Loic Derottey und Andreas Braun, die beide mit 19 Treffern glänzen, in 12:34 und 13:24 Minuten die Plätze 5 und 6 belegen und dabei im Herbst ihrer Karrieren gegen die jungen Aktiven höchst achtbare Ergebnisse erzielen.

Im Rennen der Masters gelingt Ralf Mackels (Startnummer 18) vom SC Elsenborn der Sieg mit 17 Treffern in 14:50 Minuten vor Waldemar Walger (Startnummer 17) aus Eschweiler mit 15 Treffern in 15:54 Minuten und dem Triathleten Rainer Heck vom Triathlon Team Eupen mit 15 Treffern in 16:29 Minuten. Rainer arbeitet als Sportlehrer in Eupen und unterrichtete vor einigen Jahren jenen Mann, der ihm heute die Medaille übergibt: Andreas Braun. Auch so schließen sich Kreise.

Die Siegerehrung

Mit der Ehrung der Besten durch Veranstalter Andreas Braun endet dieser kurzweilige 2. Citybiathlon in Eupen, der neben ausgezeichneten Leistungen auch Spannung und einen nahen Einblick in eine Sportart bot, die den meisten Sportfreunden nur aus dem Fernsehen bekannt ist. Zweifellos hätte dieses Event viel mehr Zuschauer am Streckenrand verdient.

Der Dank des Tour-Teams gilt allen Wettkämpfern für eure Motivation und euren Kampfgeist. Wer hingeschaut hat konnte eine Menge mitnehmen. Herzlichen Dank natürlich auch an unsere Organisationspartner vor Ort, Anne Brüll vom Sportbund Eupen, Andreas Braun, einem Biathleten, der über den Tellerrand seiner eigenen Erfolge weit hinausschaut und richtig malochen kann, um den Belgischen Nachwuchsbiathleten diesen noch in der Entwicklung befindlichen Wettbewerb zu ermöglichen, und schließlich Alain Brock, dem Geschäftsführer des Rates für Stadtmarketing und sein sympathisches Helferteam, mit denen wir den Hattrick, dreimal Biathlon in Eupen geschafft haben. Am Ziel, so finde ich, sind wir mit dieser Veranstaltung noch nicht. Da ist nun Organisations-Kampfgeist gefragt.

Bilder: Harry Pien   Text: Martin Bremer