Nachbericht zur 10. Etappe 2018 in Much

Biathlon bringt die Mucher Auto-Show richtig in Fahrt

Zum zweiten mal nach 2017 macht die Biathlon-Tour Station in der nördlichsten Gemeinde des Rhein-Sieg-Kreises, Much. Geographisch wähnt man sich schon im Oberbergischen und mancher der über 100 Ortsteile öffnet einen herrlichen Blick auf die Rheinebene und Köln.

Vor exakt einem Jahr war die Biathlon-Tour eingebunden in das alle zwei Jahre zelebrierte Mucher Volksfest „Heufresser-Spiele„, dem „Spiel ohne Grenzen“ für toughe Mucher Teams. In den „Heufresser-losen“ Jahren hat sich die Mucher Auto-Show auf der Dorfstraße am Kirmessonntag zum Sommerbeginn etabliert. Im Mittelpunkt der Automeile, auf dem Raiffeisenplatz, können die Mucher aber auch selbst ihre „PS“ auf die Spur bringen. Der Gastgeber des Tages, Much Marketing, lädt ein zur 1. Biathlonstaffel Gemeindemeisterschaft und 10 vierköpfige Teams sind der Einladung gefolgt.

 

Sportler, Piraten, Ortsgemeinschaften, Schützen im Wettstreit

Der Staffelwettkampf der Biathlon-Tour verlangt durchaus sportliche Fähigkeiten. Die 400 m-Strecke in der klassischen Doppelstocktechnik des Skilanglaufs auf den Thoraxtrainern erfordert vor allem Kraft und Kraftausdauer im Oberkörper. Kämpferqualitäten sind insbesondere auf den letzten 150 m gefragt, wenn die Armmuskulatur ihre Überforderung mit Schmerzen artikuliert. Doch mancher Rückstand dreht sich durch eine ruhige Hand am Schießstand in eine Führung um, denn jeder Fehlschuss auf die Ziele mit 45 mm Durchmesser führt zu 15 Sekunden Zeitstrafe. Diese Kombination aus Athletik und Treffsicherheit macht Biathlon im allgemeinen so spannend und sorgt bei der Biathlon-Tour häufig für Überraschungen, denn manches mal liegen zwischen Sportlern, Gelegenheitssportlern und Thekensportlern nur wenige Sekunden Zeitunterschied mit ungewissem Ausgang. Das Finale um die Biathlonstaffel-Gemeindemeisterschaft liefert genau dieses Spektakel, doch dazu weiter unten mehr.

Dass es zu diesem interessanten Mix an Staffelteams kommt, das verdankt diese Etappe der engagierten Organisation seitens Much Marketing. Hartmut Erwin (im Bild am Mikro), der als Rentner für seine Gemeinde im Dauereinsatz ist, motivierte die Teams zur Teilnahme und es folgten ihm etwa die

Das Staffelteam der Gesamtschule Much: Paul Stommel, Kilian Lauff, Gian Luca Adolphs  und Janik Stapf

junggebliebenen Alten Herren der Mucher Fußballbastion, VFR Marienfeld, oder die Sporttalente der Gesamtschule Much, die im VC Menden Much in der obersten Liga NRW’s Volleyball spielen. Aus der „Fraktion Gelegenheitssportler“ nehmen gleich 3 Mucher Ortsgemeinschaften die Herausforderung an, das Team Hohrer Hügel, der

Das Team Hohrer Hügel mit v.l. Björn Bernhard, Frank Penzersinski, Markus Kostner, Tim Erwin und Junior.

Ernteverein Markelsbach und die Bövinger Festpiraten. Die lokale Schützenbruderschaft St. Martinus bringt mit den Altgedienten und den Jungschützen gleich 2 Teams ins Rennen. Klasse, dass außer Konkurrenz auch Leistungssportler den Weg nach Much finden. Die Leichtathleten der LG Wipperfürth um Trainer Bernhard Wald sorgen dabei für einen ganz besonderen

Die LG Wipperfürth mit v.l. Fabienne Schönig, Michael Enns, Franzi Wirth und Angela Wald.

Höhepunkt des Tages, aber auch das Team „Die Rennschnecken“ aus Meckenheim mit einem amtierenden Deutschen Meister und einem Deutschen Vizemeister bringen leistungssportliches Flair auf den Raiffeisenplatz. Doch dazu später mehr.

 

 

Einzel- und Staffelsieger werden ermittelt

Wie stets bei der Biathlon Deutschland-Tour geht der Hauptpreis an den Etappenbesten, also an den einen besten Biathleten des Tages. Bester wird derjenige, der die meisten Treffer in seinem Wettkampf erzielt, also mit seinen 5 Schüssen aus 10 m Entfernung auf die Ziele mit 45 mm Durchmesser möglichst sogar fehlerfrei bleibt. Gelingt das fehlerfreie Schießen mehr Wettkämpfern, als nur einem, gewinnt der Schnellere. Die Zeit wird vom ersten Meter der 400 m-Strecke bis zum vollendeten 5. Schuss gestoppt. In die Einzelwertung kommen alle Wettkämpfer des Tages, also auch die Staffelstarter, die vom Tourteam jeweils mit ihren Einzelleistungen erfasst werden. Der Tagessieger gewinnt das Biathlon-Erlebniswochenende in Ruhpolding am 26./27. Januar mit Trainingscamp bei Olympiasieger Fritz Fischer, Übernachtung im Athletenhotel für 2 Personen, gemütlichem Hüttenabend und natürlich dem Tourfinale in der Chiemgau-Arena gegen die Etappensieger aller 35 Tourstationen. Erstmals überhaupt vergeben wir hier in Much den Preis für den Etappensieger gleich an zwei Wettkämpfer. Wie es zu dieser Ausnahme kam erklärt der weitere Bericht.

Preise gibt es aber natürlich auch für die besten Staffelteams. Neben den Pokalen für die 3 besten Teams gibt es Erinnerungsmedaillen für alle Wettkämpfer, 4 Eintrittskarten für den Biathlon auf Schalke 2018 und Dank des Engagements der Mucher Schreinerei Knipp auch Belohnungen für die beiden unterlegenen Finalstaffeln. Herzlichen Dank an dieser Stelle bei Inhaber Dirk Michaely für die sympathische Unterstützung.

Startfrei zur Gemeinde-Staffelmeisterschaft

Einen Preis gibt es allerdings schon vor dem ersten Rennen zu verteilen. Muchs Bürgermeister, Norbert Büscher, prämiert das kreativste Team des Tages, und das ist das Team der Festpiraten, die nicht nur im authentischen Look antreten, sondern auch den größten Fanclub aller Teams aus Bövingen mit auf den Raiffeisenplatz bringen. Auch diesen „Partygutschein“ lobte die Schreinerei Knipp aus. Wer Teams, wie die Festpiraten am Start hat, braucht für eine gute Stimmung kaum noch zu sorgen, wobei hervorzuheben ist, dass das gesamte Publikum mit angenehmer Empathie diesem Sportfest einen tollen Rahmen gab.

Das 1. Rennen: VFR Marienfeld vs. St. Martinus Schützen

Wenn nach einem fast Viertelstündigen Kampf nur 6 Sekunden zwischen den beiden Teams liegen, dann zeigt das schon, wie umkämpft dieses Auftaktduell zwischen den Fußballern und den Schützen ist. Das St. Martinus-Team übernimmt von Beginn an die Führung, doch Torjäger Ismael schafft als Schlussläufer der VFR-Staffel noch für die Wende und bringt die Kicker als drittbestes Team ins Finale.

Platz 4: St. Martinus Much

in 14:03 Minuten. Das Team erzielt 11 Treffer mit seinen 20 Schüssen.
Dennis Spiegelhoff, Ingo Strauß und Nicol Strauß treffen je dreimal, Detlef Mirsch zweimal. Bester des Quartetts in der Einzelwertung wird Sportschütze Dennis Spiegelhoff auf Platz 15 in 2:34 Minuten mit 3 Treffern. Jugendleiterin Nicol Strauß wird in 3:03 Minuten mit 3 Treffern drittbeste Wettkämpferin des Tages.

Im Finale: VFR Marienfeld

in 13:57 Minuten ziehen die „Alten Herren“ des VFR Marienfeld als drittbestes Team ins Finale ein. Dabei erzielen sie zusammen 8 Treffer. Abwehrspieler und F-Jugendtrainer Marcus Lacher ist ihr Bester als 16. der Einzelwertung in 2:37 Minuten mit 3 Treffern. Auch Marcus Bruder Manuel steuert 3 Treffer bei, während der 1. Vorsitzende, Hansi Pape den Rückstand der Fußballer mit 4 Fehlschüssen zunächst vergrößert. „Matchwinner“ ist Schlussläufer Ismael aus Syrien. Er gewinnt das direkte Duell mit Jäger Detlef Mirsch und dreht das Rennen in letzter Minute.

Das 2. Rennen: Jungschützen vs. Gesamtschule Much vs. Hohrer Hügel

In diesem Dreikampf gibt es einen klaren Sieger. Die 4 Sportler der Gesamtschule Much ziehen als schnellste Mucher Staffel in 11:25 Minuten ins Finale ein, während das Team vom Hohrer Hügel für 4 Treffer mit 20 Schüssen die Gewinner der Friedensmedaille. Das Team der Jungschützen wird 5. in der Gesamtwertung und liegt damit 15 Sekunden hinter ihren älteren Schützenkollegen und erzielten auch den einen Treffer (10 Treffer: Jungschützen, 11 Treffer: altgediente Schützen) weniger, der die 15 Sekunden Strafzeit brachte

Platz 7: Team Hohrer Hügel

in 15:04 Minuten. 16 der 20 Schüsse verfehlen das Ziel. Das sind alleine 4 Minuten an „Strafzeiten“. Mit einem durchschnittlichen Schießergebnis von 9 Treffern hätte es für das Quartett für einen Finalplatz gereicht. Bester Einzelwettkämpfer des Teams wird Tim Erwin mit 2:11 Minuten und 3 Treffern auf Platz 8. Schnell aber leider nicht treffsicher ist Markus Kostner mit 2:18 Minuten und 1 Treffer. Für ihn, Frank und Björn gilt: öfter mal der Freundin ne Rose schießen, dann könnte der Hohrer Hügel doch noch den Biathlongipfel erklimmen.

Platz 5: Jungschützen Einhörner

in 14:18 Minuten. 10 Treffer erzielen die 4 Jungschützen. Der Beste ist ihr Schlußläufer, Lars Kleinen mit 3 Treffern und 3:03 Minuten als 20. der Einzelwertung. Lucia Harf wird in 3:31 Minuten und 3 Treffern viertbeste Wettkämpferin.
Vielleicht fehlten den Jungschützen einfach ein paar Übungsschüsse, sie kamen erst kurz vor Beginn der Staffelmeisterschaft, da hatten die anderen Teams schon eine Stunde oder länger geübt. Dass sie es besser können zeigte Jerome Strauß im Vorjahr, als er mit einem fehlerlosen Schießen zu den Etappenbesten gehörte. Dann könnten die 21 Sekunden, die zum Finaleinzug fehlten, schnell aufgeholt sein.

Als bestes Team ins Finale: Gesamtschule Much

in 11:25 Minuten. 4 ausgezeichnete Sportler schickt die Gesamtschule Much ins Rennen. Gian Luca Adolphs, Paul Stommel und Janik Stapf spielen beim ambitionierten VC Menden Much Volleyball in der höchsten Jugendspielklasse NRW’s. Der vierte im Bunde, Kilian Lauff, der in diesem Rennen der Beste des Teams ist mit 4 Treffern und 2:16 Minuten den 3. Platz der Einzelwertung belegt, spielt in der Mittelrheinliga Fußball für den FV Wiehl. Zusammen sind sie das beste Vorrundenteam, weil sie mit 12 Treffern bei 20 Schüssen solide treffen, kraftvoll und entsprechend schnell durch die „Loipe“ kommen und die kürzesten Verschnaufpausen zwischen Laufen und Schießen einlegen. Da zahlt sich auch aus, dass die Vier vor dem Start das Team waren, das besonders intensiv geübt hat. Janik Stapf erreicht in der Einzelwertung Platz 7 in 2:03 Minuten mit 3 Treffern und Teamcaptain Gian Luca Adolphs wird 12. mit 2:28 Minuten und 3 Treffern.

Das 3. Rennen: Festpiraten vs. EV Markelsbach

Das Duell im 3. Rennen ist sozusagen ein Nachbarschaftsduell der Ortsteile Bövingen und Markelsbach. Die Festpiraten könnten leicht im Vorteil sein, denn sie haben bereits Biathlonstaffel-Erfahrung durch ihre letztjährige Teilnahme am Wettbewerb auf dem Siegburger Marktplatz. Der Erneteverein Markelsbach tritt aber als stolzer Zweiter des Mucher Pokalschießens mit Rückenwind an. Im Rennen wählen die Piraten die Taktik des überfallartigen Angriffs und landen einen Start-/Zielsieg, der sie als zweitbestes Team ins Finale führt.

Platz 6: Ernteverein Markelsbach

in 14:20 Minuten. Zusammen erzielt das Quartett 7 Treffer. Wenn die Vier ihren Ortsteil verteidigen müssten, dann wäre Markelsbach wohl verloren. Schlussläufer Jürgen Ley trifft mit 3 Treffern am besten und wird in 3:04 Minuten 21. der Einzelwertung. Und dann fehlte ja auch die beste Markelsbacher Schützin des Pokalschießens, Karin Schmitz, die kurzfristig ausfiel. In der Loipe war das Team des ältesten Mucher Erntevereins flott unterwegs. Ihr Schnellster, Michael Tietze, lief und schoss in 2:28 Minuten, Sebastian Ludwig in 2:33 Minuten und Thorsten Haas in 2:58 Minuten. Die Biathlonernte könnten sie einfahren, wenn sie auch noch das Schießen lernen.

Als zweitbestes Team ins Finale: Die Festpiraten

in 12:43 Minuten. Wenn es so einfach wäre. Einmal Lehrgeld zahlen als Siebter in Siegburg und dann in Much als zweitbestes Team ins Finale stürmen. Die Festpiraten schaffen es vielleicht auch deswegen, weil sie schon ab 11 Uhr auf dem Raiffeisenplatz üben und natürlich die beste Fanunterstützung haben.
Mit 10 Treffern haben die Piraten aus Bövingen 45 Strafsekunden weniger abzubrummen, als die Markelsbacher. Ihr Bester in diesem Rennen, Markus Dressnandt, erzielt 4 Treffer und 2:24 Minuten. Damit holt er Platz 4 in der Einzelwertung und sorgt als Startläufer für eine beruhigende Führung, die Michael Nachtmann (2:15 Minuten / 2 Treffer) ebenso ausbaut, wie Gregor Lorek (2:40 Minuten / 2 Treffer). Teamcaptain Marcus Pütz bringt den Sieg in 2:43 / 2 Treffer sicher nach Hause und wir sind gespannt, ob die Festpiraten im Finale nochmal angreifen können?

8 Sportasse im Einlage-Rennen

Außerhalb der Konkurrenz der Mucher Gemeinde-Meisterschaft durften wir an diesem Tag einige großartige Sportler in Much begrüßen, die sich im Einlagerennen ein begeisterndes Duell lieferten. Zum einen die Biathlon-Staffelsieger des Vorjahres in Meckenheim. Als „Rennschnecken“ meldeten sie sich in Much zum Start an.

v.o.l.n.u.r.: Bernhard Wessling, Dominik Schönenberg, Martin Thimm und Norbert Schneider

Größer könnte das Understatement nicht sein, mischt doch der amtierende Deutsche Halbmarathonmeister der M50, Norbert Schneider, ebenso mit, wie der Deutsche Vizemeister 2017 über 110 m Hürden der M35, Martin Thimm. Martin hat als Etappensieger der Biathlon-Tour 2017 auch bereits Finalerfahrung und erreichte im Wettkampf der  40 Etappensieger 2017 einen Top 10-Platz. Auch der Handballer Dominic Schönenberg und Radsportler Bernhard Wessling erreichten bei der vorjährigen Biathlon-Tour schon gute Platzierungen. In Meckenheim schaffte das Team im Vorjahr eine Endzeit von unter 10 Minuten. Die wäre auch heute nötig gewesen, um mit ihren starken Gegnern mitzuhalten, doch es fehlte an Treffsicherheit. 7 Treffer und 13 Fehlschüsse führen zur Endzeit von 12:09 Minuten. Martin Thimm erzielt 3 Treffer und benötigt 1:56 Minuten. Das reicht zu Platz 6 in der Einzelwertung.

Wipperfürther Stabhochspringer ist neuer Tourbester

Dass die 4 Rennschnecken heute tatsächlich weit ins Hintertreffen gerieten, liegt an den 4 Leichtathleten/innen  der LG Wipperfürth mit Ihrem Trainer Bernhard Wald. Vor einigen Wochen lernten sie bei der Staffelmeisterschaft in Wipperfürth die Biathlon-Tour erstmals kennen. Schon dort erreichten die beiden Stabhochspringer Michael Enns und Eric Frielingsdorf Topresultate auf dem Thoraxtrainer, doch beim Schießen waren sie noch ein gutes Stück von den Besten entfernt (je 3 Fehlschüsse).

Das Team der LG Wipperfürth mit Michael Enns (im schwarzen Dress), Franzi Wirth (in weiss), Angela Wald (in grün), Fabienne Schönig (in blau) und Trainer Bernhard Wald.

Beim 2.  Start des Teams in Wuppertal wurden Michael und Eric von den beiden Assen des Vereins unterstützt. Stabhochspringerin Angela Wald mischt mit einer Bestleistung von 4,32 Metern seit Jahren unter den besten deutschen Stabhochspringerinnen mit und Fabienne Schönig wirft den Speer weiter als alle anderen Deutschen ihrer Altersklasse, was ihr bereits 9 Deutsche Meistertitel einbrachte und sogar die Silbermedaille bei den Olympischen Jugendspielen. Durch Operationen müssen beide in diesem Jahr in ihren Paradedisziplinen kürzer treten und freuen sich daher umso mehr auf alternative Wettkampfherausforderungen, wie die bei der Biathlon-Tour. Während Fabienne Schönig in Wuppertal mit 2:02 Minuten und 4 Treffern das zweitschnellste Ergebnis aller Wettkämpferinnen in den letzten 3 Tourjahren erzielte, ist heute Angela Wald die Bessere und erreicht als fünftbeste des Tages 2:25 Minuten und 4 Treffer. Ebenfalls noch vor Fabienne ist heute Franzi Wirth, die Stabhochsprungkollegin von Angela und Deutsche Jugend-Vizemeisterin von 2015. Sie erreicht mit 3 Treffern und 2:32 Minuten den 13. Platz der Einzelwertung. Gemeinsam im Team schaffen sie unglaublich gute 9:02 Minuten und daran hat der Startläufer einen erheblichen Anteil: Michael Enns, in seiner Paradedisziplin bereits über die 5 Meter-Marke gesprungen und auch mit einer Silbermedaille bei Deutschen Jugendmeisterschaften dekoriert, zeigt heute einen Biathlon-Wettkampf, wie wir ihn bei der diesjährigen Tour noch nicht erlebt haben. Lediglich 76 Sekunden benötigt er für die 400 m-Strecke auf dem Thoraxtrainer, doch die nachfolgenden 26 Sekunden zeigen, wie rasch der 20-Jährige diese für ihn neue Sportart adaptiert hat. Nahezu ohne jede Verschnaufpause wagt er sich an den ersten Schuss. So hatte er es in Wuppertal bei Jana Harmeling gesehen. Aber sehen und nachmachen sind bekanntlich Zweierlei. Doch Michael trifft mit diesem riskant früh gesetzten Schuss und bleibt auch in der Folge ohne jeden Wackler. Nach 1:42 Minuten schickt er mit fehlerlosem Schießen Franzi Wirth ins Rennen. Mit diesem Ergebnis übernimmt er die Spitze in der Tour-Gesamtwertung 2018 mit 6 Sekunden Vorsprung auf den Tourchampion 2017, Manuel Steffen. Natürlich gewinnt Michael Enns mit dieser Leistung diese 10. Touretappe in Much und qualifiziert sich damit für das Tourfinale in Ruhpolding am 26./27. Januar 2017.

Da unser Etappengastgeber, Much Marketing, Wert darauf legt, dass der beste Mucher Biathlet die Gemeinde beim Finale in Ruhpolding vertritt, werden von dieser Etappe gleich 2 Wettkämpfer im Finale mitmischen. Diese beste Leistung eines Lokalmatadoren erleben wir im folgenden Finale der Biathlonstaffel-Gemeindemeisterschaft.

Das Finale der Staffel-Gemeindemeisterschaft

Um 15.30 Uhr starten die 3 besten Mucher Biathhlonteams ins Finale um die Gemeindemeisterschaft. Nahezu sämtliche Schaulustige, auch die bereits ausgeschiedenen Teams sind vor Ort geblieben, die Mucher Lokalpresse ist vor Ort und Muchs Bürgermeister, Norbert Büscher, ist während der gesamten Gemeindemeisterschaft auf dem Raiffeisenplatz. Welch ein schöner Rahmen für die 12 Finalisten. Auf Bahn 1 startet für die Festpiraten aus Bövingen der viertbeste des bisherigen Tages, Markus Dressnandt. Für das beste Team der Vorrunde, die Gesamtschule Much in „Loipe 2“, beginnt Teamcaptain Gian Luca Adolphs und die Fußballer des VFR Marienfeld suchen als drittbestes Vorrundenteam auf Bahn 3 mit ihrem Abwehrspieler Marcus Lacher ihre Chance. Alle 3 verbessern ihre Zeit für die 400 m-Strecke, kommen dadurch jedoch erschöpft ans Biathlongewehr und entscheiden sich für ein recht schnelles Schießen. So kommt es zu zahlreichen Fehlschüssen. Diesen beinahe kontraproduktiven Einfluss großer Motivation erleben wir häufig bei den Staffelfinals. In diesem Fall bleibt es einfach nur spannend, weil alle drei Teams mit 4 Felschüssen ins Finale starten. Gesamtschule und Festpiraten starten nahezu gleichzeitig in die 2. Runde und Marcus Lacher übergibt nur 15 Sekunden dahinter für den VFR Marienfeld an seinen Bruder Manuel.

Für Festpirat Michael Nachtmann, Volleyballer Paul Stommel und Fußballer Manuel Lacher beginnt der Wettkampf also zunächst mit einer langen Wartepause, denn die 4 Fehlschüsse der Teamkollegen summieren sich auf 60 Sekunden und die können ganz schön lang werden, wenn man dem Start entgegenfiebert. Doch die 3 machen es sehr gut. Biathlonfan Michael Nachtmann, der den Weltcup in Ruhpolding auch schon in der Chiemgau-Arena erlebte, schafft ebenso 3 Treffer, wie Manuel Lacher. Paul Stommel ist für die Gesamtschule in der Loipe jedoch so schnell, dass er auch nach 3 Fehlschüssen als erster an Kilian Lauff übergibt. Nur 10 Sekunden zurück die Festpiraten und weitere 10 Sekunden dahinter der VFR Marienfeld.

Eine Vorentscheidung?

Die Entscheidung rückt näher. Der Dreikampf wird zu einem Duell um den Sieg, denn der Fußballer der Gesamtschule Much, Kilian Lauff und Festpirat Gregor Lorek können sich mit kraftvollen Stockschüben vom 1. Vorsitzenden des VFR Marienfeld, Hansi Pape, absetzen. Kilian Lauf kommt als erster ans Biathlongewehr, doch Entscheidendes passiert neben ihm. Während Kilian für 3 Fehlschüsse 45 Sekunden Zeitstrafe abbüst, erinnert sich Gregor Lorek offenbar an seine Vergangenheit als Sportschütze mit dem Luftgewehr. Der Festpirat mit 2 Heimaten, Much und Oberschlesien, legt mit seinen ersten Schüssen Treffer hin, die  von den Piratenfans lautstark gefeiert werden. Am Ende feiern sie gleich 5 mal, Gregor bleibt fehlerlos und schickt seinen Teamcaptain Marcus Pütz mit 28 Sekunden Vorsprung vor Janik Stapf von der Gesamtschule Much in die letzte Runde. Mit seiner Leistung von 2:23 Minuten und 5 Treffern gewinnt Gregor die Einzelwertung aller Mucher Wettkämpfer und qualifiziert sich, neben Michael Enns, für das Finale der Biathlon-Tour in Ruhpolding am 26./27. Januar 2019. Doch landen die Festpiraten sogar den Doppelschlag und bringen den Sieg gegen die favorisierten Gesamtschüler nach Hause?

Die Entscheidung

Marcus Pütz versucht alles, doch Meter um Meter rückt Janik Stapf in der Loipe näher an den Festpiraten heran. Marcus verbessert seine Zeit auf dem Thoraxtrainer im Vergleich zum Vorlauf um 19 Sekunden, doch Janik schafft mit 1:54 Minuten für Laufen und Schießen die zweitschnellste Zeit des Tages. So sind die 28 Sekunden Vorsprung der Festpiraten nach der 400 m-Strecke komplett aufgebraucht und wir erleben sozusagen ein shootout um den Sieg. Dabei hat der junge Volleyballer für die Gesamtschule Much die etwas stärkeren Nerven, hat mit 2:1 Treffern die Nase vorn und macht die Gesamtschule Much in 11:44 Minuten zum 1. Mucher Biathlonstaffel Gemeindemeister knapp vor den kampfstarken Festpiraten in 12:03 Minuten. Ismael beendet das Finale für den VFR Marienfeld auf Platz 3 in 13:30 Minuten. Auch die Fußballer haben ihre Vorrundenleistung im Finale deutlich verbessert.

Die Staffelsieger der Gesamtschule Much: Gian Luca Adolphs, Paul Stommel, Kilian Lauff und Janik Stapf

Die Siegerehrung bildet den Abschluss einer tollen Staffelmeisterschaft. Alle Wettkämpfer werden von Muchs Bürgermeister Norbert Büscher mit Erinnerungsmedaillen ausgezeichnet. Die 3 Finalteams erhalten Pokale. Die siegreichen Gesamtschüler gewinnen 4 Eintrittskarten zum weltgrößten Biathlon, dem Biathlon auf Schalke am 29.12.2018 in der Gelsenkirchener Veltins-Arena. Dirk Michaely, der Inhaber der Schreinerei Knipp, hat als Sponsor jedoch auch an Preise für die beiden unterlegenen Finalteams gedacht. Zu den Klängen der Nationalhymne endet eine spannende, faire und stimmungsreiche Gemeindemeisterschaft. Abschließend wird Gregor Lorek als Mucher Tourfinalist in Ruhpolding ausgezeichnet. Gregor wird am 26.01.2019 mit seiner Freundin Olha Trach nach Ruhpolding kommen und mancher Festpirat hat sich zu seiner Unterstützung bereits angesagt. Dirk Michaely gibt dem Mucher Champion neben den besten Wünschen noch ein Taschengeld mit auf die Finalreise. Ob es eine Siegerparty finanzieren hilft? Das wird die Zukunft zeigen.

Unser abschließender Dank gilt Much Marketing und insbesondere Hartmut Erwin, der sich über viele Wochen engagierte, um die 1. Mucher Biathlonmeisterschaft in der Gemeinde bekannt zu machen, die Staffeln zu motivieren und mit der Schreinerei Knipp auch einen Sponsor für attraktive Siegerpreise fand. Während des gesamten Events moderierte Hartmut mit seiner sympathisch offenen Art, neben Martin Bremer, der sich für diese Entlastung besonders bedankt. Mit solchen Unterstützern wird eine Touretappe zum Erfolg, das lässt sich auch für diesen Tag in Much als Fazit bestätigen. Herzlich bedanken möchten wir uns auch bei dem großzügigen Sponsor Dirk Michaely von der Schreinerei Knipp, bei Frank Stommel dem Volleyball-Trainer des VC Menden Much, für die Unterstützung in der Eventorganisation und natürlich bei Muchs Bürgermeister Norbert Büscher, der das Event über den gesamten Zeitraum beehrte. Der letzte Dank geht ans heute dezimierte Tourteam, an zwei „Männer für alles“, den Meister der Fotos, Harry Pien und Biathlon-Doc sowie Meister der Zeitnahme, Daniel Holtschneider.

Bilder: Harry Pien    Text: Martin Bremer

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