Nachbericht zur 1. Etappe 2018 in Bad Hersfeld

Tour-Auftakt und Olympischer Biathlon am gleichen Tag

Der Startschuss zur Biathlon Deutschland-Tour 2018 fällt genau auf jenen Samstag, an dem die Biathletinnen im südkoreanischen Pyeongchang ihre Olympiasiegerin im Massenstartrennen ermitteln. Während dort Laura Dahlmeier und Co. dick eingepackt der eisigen Kälte trotzen, bietet die Tour den Biathlonfans der osthessischen Kur- und Festspielstadt Bad Hersfeld sozusagen Biathlon für „Warmduscher“ in der wohltemperierten City Galerie als Indoor-Event an. Schnupperschützen, Wettkämpfer, Tourteam und Zuschauer haben es hier, auf der zentralen Eventfläche direkt neben dem Foodcourt, wahrlich gut. Dort versorgen die Bäckerei Pappert und die Metzgerei Robert Müller die Galeriebesucher mit ihren Spezialitäten und zahlreichen warmen Mittagsgerichten, während an der Biathlonarena ein jeder Freund dieser Sportart nach Herzenslust seine Treffsicherheit testen und beim ca. 3-minütigen Wettkampf um den Etappensieg und tolle Preise antreten kann. Einen Punktsieg verbucht die City Galerie im Fernduell mit Olympia in Pyeongchang auch bei den Zuschauern: Pappert-Mitarbeiterin Fabienne Wölke bestreitet ihr Duell mit Benjamin Iran vor einem gut gefüllten „Oberrang“, während Laura Dahlmeier ihre beiden Goldmedaillen vor beinahe leeren Tribünen errang. Centermanager Jörg Markert, der später am Tag auch die Siegerehrung der Staffelteams übernimmt, darf sich bestätigt fühlen, den City Galerie-Biathlon in den Zeitraum der Olympischen Winterspiele zu integrieren.

Die Biathlon-Tour 2018 bietet einiges Neues

Schon der erste Blick auf die Biathlonarena verrät, es ist einiges neu bei der Biathlon-Tour 2018. Die Wettkämpfer sind natürlich besonders neugierig auf den künftigen Finalort, Ruhpolding in den Bayerischen Alpen. Einige fragen nach: Macht ihr das Finale tatsächlich in DEM Biathlonstadion, wo die Profis im Weltcup starten? Ja! Die Chiemgau-Arena wird am Wochenende, 26./27. Januar 2019 für die Etappensieger der Tour 2018 reserviert sein. Die nächste Frage, die wir heute häufig gestellt bekommen: Wird Fritz Fischer tatsächlich selbst dabei sein? Er wird nicht nur dabei sein, er wird alle Etappensieger auch höchstpersönlich in der Chiemgau-Arena trainieren, ihnen Tipps für den Skilanglauf und für das Schießen mit den Kleinkaliber-Gewehren geben, denn zum Abschluss des Wochenendes wird das Tourfinale als originaler Biathlon stattfinden.

Möglich wird dieses attraktive neue Tourprogramm, weil die Biathlon-Tour 2018, neben dem Partner, Fritz Fischer Biathloncamp, auf einen neuen Förderer und Hauptsponsor setzen kann. Das Unternehmen Eurorepar Carservice bietet bereits an mehr als 350 Standorten in Deutschland markenunabhängige Werkstätten an und wächst im sportlichen Tempo zur europaweit größten Autowerkstatt-Marke. Der sportbegeisterte Konzern, der seinen Hauptsitz in Frankreich, also im Heimatland des weltbesten Biathleten, Martin Fourcade, hat, unterstützt die Biathlon-Tour rührend und mit viel Interesse. Zum Tour-Auftakt schickt uns Eurorepar sogar ein professionelles Kamerateam aus Köln.

Komplettiert wird die neue Tour-Familie durch den Branchen-Riesen des deutschen Sportartikelmarktes, Intersport Deutschland e.G.. Auch von dieser Kooperation profitieren die Teilnehmer an der Tour 2018 unmittelbar, denn jeder fehlerlos schießende Wettkämpfer erhält als Preis das Intersport-Tour-T-Shirt und gehört damit auch visuell dem illustren Kreis der Shootingstars an.

Und mit dem Start der Biathlon-Tour 2018 haben auch wir unsere Laura am Start. Sie ist zwar keine mehrfache Olympiasiegerin, doch mit ihrer Größe von 3 Metern, ihrem weichen Fell und dem freundlichen Lächeln ist die Eisbärdame gleich der Liebling der Kids (im Bild weiter oben). Laura wird uns als Tour-Maskottchen in alle Tourstädte begleiten, nur Regen mag sie überhaupt nicht, da ist sie eigen.

Der Etappensieger des Vorjahres ist am Start

Fast unverändert bleibt der Wettbewerb mit dem die Tour 2018 ihre Etappensieger und Finalisten ermittelt. Auf den Skilanglauf-Cardiogeräten, Thoraxtrainer, der Hometrainer-Alternative nicht nur für Wintersportfans, werden 400 m in der Loipe simuliert. Ein Sprint im Vergleich mit dem olympischen Biathlon, denn nach ca. 2 Minuten ist es geschafft und es geht für die nach Luft ringenden Wettkämpfer an die Biathlongewehre, bei denen eine Infrarottechnik das Schießen mit Kleinkalibermunition ersetzt. Dort können die Biathlonneulinge ihre Treffsicherheit mit 5 Schüssen Stehendschießen auf Zielscheiben mit 45 mm Durchmesser beweisen. Es wird aus 10 m Entfernung geschossen. Damit haben es unsere Wettkämpfer etwa halb so schwer, wie die Biathlonprofis in Pyeongchang.

Einer, der diesen Wettbewerb schon gut kennt, ist Michael Borken, im Bild im Duell mit der jungen Fußballerin, Kira Kiehnle. Michael gewann die Etappe im vergangenen September, als die Biathlon-Tour erstmals in der City Galerie Bad Hersfeld Station machte und erlebte am 28.12. des vergangenen Jahres gemeinsam mit seiner Frau Birgit das Tourfinale der Etappensieger auf Schalke. Gegen die größtenteils sehr viel jüngeren Etappensieger hielt Michael, der einer der besten Tischtennisspieler in Bad Hersfeld ist, gut mit. Heute versucht er in der City Galerie seinen Titel zu verteidigen. Auf dem Thoraxtrainer läuft es für ihn ausgezeichnet, er schafft die 400 m-Strecke in 1:45 Minuten deutlich schneller als im Vorjahr. Doch ist er auch stärker außer Atem und findet deshalb nicht sofort seinen Schießrhythmus. 3 Fehlschüsse muss er hinnehmen, bevor er mit den letzten beiden Schüssen seine gewohnte Treffsicherheit zeigt und eine Zeit von 2:26 Minuten erreicht. Zur Titelverteidigung reicht es heute nicht, doch vielleicht kommen Birgit und Michael, die große Biathlonfans sind und sogar manche Sommerbiathlons live verfolgen, eine unserer Hessen-Etappen in Hofgeismar oder Kassel besuchen, um einen erneuten Anlauf auf den Etappensieg zu nehmen. Besser als Michael macht es seine junge Gegnerin, Kira Kiehnle. Mit 4 Treffern und der Gesamtzeit von 3:25 Minuten schafft die junge Fußballerin als zweitbeste Wettkämpferin des Tages den Sprung in die Top 10 der Etappe (8. Platz)

Rotenburger Biathlonfan übernimmt die Etappenführung

Der 17-jährige Rotenburger Jonas Siegel schaut, wann immer es die Schule zulässt, Biathlon am TV. In den Osthessen-News las er von der Biathlon-Tour, die nach Bad Hersfeld kommt und heute hat ihn seine Mutter zur City Galerie gebracht. Nach einigen Übungsrunden am Biathlongewehr traut sich der Schüler ins Biathlonduell gegen Bastian Balzereit. Obwohl Jonas kein Sportler ist macht er seine Sache auf dem Thoraxtrainer sehr gut. OK, die Gesichtsfarbe verrät die Anstrengung, aber Jonas braucht nur wenige Atemzüge zur Erholung und beweist am Biathlongewehr eine erfreulich ruhige Hand. 4 Treffer bei seinem Biathlondebut und 2:36 Minuten bringen ihm zunächst die Etappenführung.

Auch ein Biathlet lässt Federn

Ähnlich, wie es Laura Dahlmeier beim heutigen Massenstart-Rennen in Pyeongchang ergeht, bei dem sie mit 2 Fehlschüssen beginnt, läuft es auch für den Sommerbiathleten Stefan Link hier in der City Galerie. Stefan gehört zu den besten hessischen Sommerbiathleten und startet in dieser Sportart aus Laufen und Schießen auch bei den Deutschen Meisterschaften. Doch ausgerechnet beim Schießen, das bei seinen Wettkämpfen auf kleinere Ziele (35 mm) erfolgt, als bei der Biathlon-Tour (45 mm) muss Stefan 2 Fehlschüsse einstecken und kommt heute an die führenden, Jonas und Kira, nicht heran. Seine Wettkampf-Höhepunkte liegen aber auch erst im Sommer. Da sind Fehlschüsse im Februar noch zu verschmerzen.

Beim Bruderduell glühen die Thoraxtrainer

Was für ein Rennen auf den Thoraxtrainern! Die beiden sportlichen Brüder, Aziz (links) und Benjamin Iran bringen ihre ganze Kraft auf die Stöcke und beherrschen auch die Technik ausgezeichnet. Eigentlich üben die beiden aktiven Fußballer und Kraftsportler nur für die gleich stattfindende Team-Challenge, bei der sie für die City’s Schmuck-Galerie ihres Vaters ins Rennen gehen werden. Doch das Tempo erinnert schon an die besten Biathleten des Vorjahres. Nach 85 Sekunden wechselt der etwas ältere der beiden, Benjamin (27), etwa 5 Sekunden vor Aziz (25) ans Biathlongewehr.

Dort hat der Jüngere die Nase vorn, gewinnt mit 4:2 Treffern und übernimmt in 2:11 Minuten die Etappenführung von Jonas Siegel. Benjamin ist mit 2:05 Minuten sogar noch schneller, doch 2 Treffer reichen nicht für einen vorderen Platz. Doch es war nocht sein letztes Wort heute.

Die Team-Challenge der City Galerie-Händler

Durch die kurzfristigen Absagen der Teams von Sulzer Spielwaren und my World Kids Fashion wird es nur eine kleine Challenge mit mit 3 Teams. Centermanager Jörg Markert nimmt kein Blatt vor den Mund und bezeichnet die Beteiligung seiner Händler als enttäuschend. Doch er reagiert darauf auf seine Weise, organisiert drei Sonderpreise und lässt die 3 Teams zur Siegerehrung besonders hochleben. Das haben alle drei auch mehr als verdient, denn ihr Kampf bringt Biathlonstimmung in die City Galerie.

Das Team der Metzgerei Robert Müller

3. Platz Metzgerei Robert Müller in 14:29 Minuten
mit Detlef Heinz (oben links) und Jürgen Stanze (unten links). Detlef und Jürgen starten für die Hessische Traditionsmetzgerei, die in 15 Filialen neben ihren Wurstspezialitäten und Fleischprodukten auch Bewirtung mit warmen Tellergerichten anbieten. Ihrem Slogan, „Müller macht’s“ werden sie auch bei der Biathlon Team-Challenge gerecht.

Das Team des Fitness-Bäckers Pappert

2. Platz Bäckerei Pappert in 14:22 Minuten
mit Fabienne Wölke und Franziska Börner. Die gute Schützin, Fabienne Wölke (mit roten Haaren) und die kraftvolle Skilangläuferin, Franziska Börner, machen dem Fitness-Bäcker Pappert alle Ehre. Fabienne wird mit 4 Treffern sogar 9. der Einzelwertung und drittbeste Wettkämpferin. So hatten wir uns die Team-Challenge vorgestellt, mutige Biathlon-Novitzinnen, die ihr Herz in beide Hände nehmen. Die Bäckerei Pappert ist ohnehin für ihren Sportsgeist in der ganzen Region bekannt. Mit einem eigenen Trainerteam bietet sie eine Laufschule und sogar ein Rennradcamp auf Mallorca an. Auch eine Alpenüberquerung ist im Programm und Fabienne und Franziska haben in der Tat gezeigt, dass man Berge versetzen kann.

Team-Champion: Die City’s Schmuck-Galerie

1. Platz City’s Schmuckgalerie in 10:05 Minuten
mit Aziz und Benjamin Iran. Wow, was für eine Zeit. 10:05 Minuten haben im vergangenen Tourjahr nur die allerbesten Staffeln mit VIER Startern erzielt. Die beiden Brüder und Söhne des Inhabers der City’s Schmuck-Galerie, Johannes Iran, Aziz und Benjamin machen den Zuschauern hier in der City-Galerie viel Spaß mit ihrer power, durch die sie die Thoraxtrainer zum glühen bringen. Mit seinem 5. und letzten Einsatz an diesem Tag holt sich Benjamin in 2:09 Minuten mit 4 Treffern tatsächlich noch die Etappenführung und lässt seinen jüngeren Bruder Aziz um 2 Sekunden hinter sich.

Centermanager ehrt die 3 Teams mit Spezialitäten aus den Theken von Pappert und Robert Müller und betont nochmal den Geist des Mitmachens, der zugleich die beste Werbung für eine lebendige City Galerie ist. Alle Teams erhalten Medaillen, Pokale und natürlich auch die Shootingstar-T-Shirts. Liebe City Galerie-Händler: Wenn die Biathlon-Tour auch im kommenden Jahr zu Euch nach Bad Hersfeld kommen wird, dann hoffen wir, dass wir Euch auch als mutige Wettkämpfer begrüßen dürfen.

Fehlerlosigkeit schlägt Kraft

Der Kampf um den Etappensieg und das Erlebniswochenende in Ruhpolding mit dem Tourfinale und dem Biathloncamp bei Fritz Fischer geht nach der Team-Challenge in seine entscheidende Phase. Der Modus der Biathlon-Tour macht es bis zum Ende spannend, denn Gewinner ist der Wettkämpfer mit der höchsten Trefferzahl. Bei Treffergleichheit gewinnt der Schnellere. Die schnellen Benjamin und Aziz belegen mit 4 Treffern die Plätze 1 und 2. Keinem Athleten gelang bisher das fehlerlose Schießen mit 5 Treffern. Einige versuchen sich im Laufe des Nachmittags daran und scheitern. Als es schon ganz nach dem Sieg von Benjamin Iran aussieht schlägt die Stunde des 15-jährigen Max Saager.

Der junge Fußballer des TSV Schenklengsfeld wirft jene Qualität ins Rennen, die nicht (mehr) so häufig zu sehen ist. Er beisst sich an der Idee fest, den Tagessieg zu holen und lässt sich davon auch nach zwei erfolglosen Versuchen nicht abbringen. Immerhin hat er in seinem 1. Wettkampf 2 Treffer geschafft, im zweiten waren es schon drei. Und nun steht er schon wieder am Biathlongewehr, lässt sich von unseren Tourbetreuern, Hartmut und Ralph, Tipps geben und wagt sich mit schon etwas müden Armen in einen letzten Wettkampfversuch. Fans hat der Schüler, der bei K+S einmal Anlagenmechaniker werden möchte, genug an seiner Seite. Auch seine Freundin ist dabei, wenn das nicht Flügel verleiht?

Die Kraftprobe auf dem Thoraxtrainer bringt der ehrgeizige Stürmer auch bei diesem dritten Einsatz mit viel Willenskraft hinter sich. Doch jetzt muss alles passen. Der kleinste Konzentrationsfehler ist schon zuviel, um den Etappensieg zu holen. Den schwierigen ersten Schuss bringt Max ins Ziel. Und jetzt läuft alles fast perfekt. 4 Schüsse, 4 Treffer. Wenn jetzt der Fehlschuss käme, wäre es Platz 4 statt des Etappenthrons. Ob er nun zu denken beginnt? So häufig wird der letzte zum verflixten Schuss. Doch Max lässt nicht locker, schießt, trifft, jubelt und lässt sich feiern.

Nach Jana Harmeling 2016 und 2017 hat die Biathlon-Tour 2018 schon nach der 1. Etappe wieder einen Youngster als Etappensieger. Wir freuen uns auf Max beim Finale in Ruhpolding am 26./27. Januar. Seine Gegner qualifizieren sich in den kommenden Monaten, der letzte Etappensieger wird am 23.12. in Alsdorf gekürt.

Unser herzliches Dankeschön geht an Centermanager Jörg Markert, der die Idee gleich aufgriff, diese Auftaktetappe 2018 am Tag des Olympischen Massenstartrennens der Damen durchzuführen. Biathlon war heute bei vielen City Galerie-Besuchern ein Thema und rund 350 Schnupperschützen an der Biathlonarena spiegeln das Interesse auch wider.

Bilder: Maluk und Ralph Muijsers   Text: Martin Bremer