Die Geschichte mit Niklas Berger, Julian Kisseler und den Drunklethics

Absagende Teams in den letzten Stunden vor dem Wettkampf gehören zu den weniger schönen Momenten in der Tourorganisation. Davon bleiben wir auch heute nicht verschont. Doch die Absage öffnet zugleich die Tür zu einer genialen Unterstützung. Am ganz frühen Wettkampfmorgen sende ich einen „Hilferuf“ an unseren Staffelchampion aus dem Vorjahr in Wipperfürth, Niklas Berger, ob er mit einem Team in Kierspe einspringen könne. Niklas zaubert und eilt tatsächlich um kurz vor 15 Uhr mit seinem Team, den Drunklethics, in den VolmeFreizeitPark. Dass sie bei einem Laufbiathlon mitmachen, wissen die 4 bis dahin gar nicht, sondern rechnen mit einem Einsatz auf den Skilanglaufergometern. Macht alles nichts, 5 Minuten später stehen unsere Helden in weissen Trikots am Start des 3. Vorlaufes neben den „Schuss-Buxen (in orange) aus Neuenrade und dem Judo Club Halver, die als Team „Wir haben Spaß“ antreten.

Sieger des 3. Vorlaufes und Finalist: Die Drunklethics


in 29:35 min

Mit Bastian Staron, Julian Kisseler, Sinah Wolf, Niklas Berger. Als zweitbestes Vorlaufteam ziehen die Drunklethics ins Finale ein und damit gelingt ihnen der zweite Sprint des Tages nach der Anreisejagd nach Kierspe. Captain Niklas Berger, einer der auch überregional starken Sommerbiathleten des Lindlarer Schützenvereins, beeindruckt auch hier in Kierspe mit seinem Laufvermögen und unterbietet die Tagesbestzeit von Felix Goseberg um 7 Sekunden auf 5:42 Minuten. Seine 8 Treffer sind das beste Schießergebnis der 4 Drunklethics, deren großer Auftritt jedoch noch kommen sollte. Sinah Wolfs 7:22 Minuten (Platz 22) und Julian Kisselers 7:05 Minuten (16. Platz) sind allenfalls Andeutungen auf das, was noch vor uns liegt. Hut ab auch vor Bastian Staron, dessen Arzt wohl die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würde, hätte er seinen an sämtlichen Bändern im Knie operierten Patienten beim Laufen erblickt. Teamgeist hat die Kraft, Grenzen zu verschieben, auch durchaus sinnvolle.

Momente des Staffel-Finals

Das Finale nimmt eine durchaus überraschende Wendung. Der entfesselt laufende Julian Kisseler von den Drunklethics schafft ein Ergebnis, das wir kaum für möglich gehalten haben. Nach 7 Fehlschüssen im Vorlauf bleibt er nun im Finale mit seinen 10 Schüssen komplett fehlerfrei und wächst auf den 5 Laufrunden über sich hinaus. Am Ende stehen 5:02 Minuten. Es ist die mit 40 Sekunden Abstand beste Zeit des Tages und diese 5:42 Minuten sind ja immerhin von dem 4. der Hessischen Sommerbiathlon-Meisterschaft 2019, Niklas Berger. Man kann nur staunend den Hut ziehen vor der Leistung des Lindlarers. So entsteht die Situation, dass Felix Goseberg selbst mit der starken Zeit von 6:00 Minuten fast eine Minute auf den fliegenden Drunklethic verliert und auch Thomas Pillmayer vom favorisierten Reservezug des ASV Kierspe wirkt etwas konsterniert und übergibt an 3. Stelle auf seinen Teamkollegen Alexander Dunkel.

Zwei Sieger, zwei Freunde, eine Entscheidung

Niklas Berger (links) und Julian Kisseler

Die Reise zum Tourfinale nach Ruhpolding mit Übernachtung im Athletenhotel, Hüttenparty und Finale in der Chiemgau-Arena geht an Julian Kisseler. Und es ist eine tolle Geste, dass er diesen Preis an seinen Freund und Zweitplatzierten des Tages, Niklas Berger, weiterreicht, von dem er weiss, dass er diese Finalqualifikation in diesem Jahr unbedingt schaffen möchte, nachdem er im Januar 2019 bereits in Ruhpolding mit dabei war, jedoch wegen einer Verletzung nur Zuschauer des Finals war.