Citybiathlon mit Rollern, Rösch und rasanten Rennen

Er ist eine tolle Veranstaltung, der Wolfsburger Biathlon-Cup, inmitten der Fußgängerzone, Porschestraße. Das wissen wir schon von der Premiere aus dem März 2020, dem letzten Citybiathlon vor der langen Coronapause und das bestätigt sich an diesem verkaufsoffenen Novembersonntag eindrucksvoll. Das Rezept ist deutlich einfacher aufgeschrieben als umgesetzt: Super Organisation, tolle Teams, klasse Location, stimmungsvolles Publikum. Schaut man genauer hin, dann wird die Präzisionsarbeit dahinter deutlich.

Das Wolfsburger Citybiathlon-Rezept

Im Stile der Biathleten beim Stehendschießen leistet das Team des Veranstalters, WMG Wolfsburg GmbH, Eventorganisation mit höchster Präzision. Die 150m-Strecke des Rollerparcours ist komplett mit Gittern gesichert, die Schikane in die Strecke integriert, ausreichend Tretroller und Schutzkleidung (Helme, Knie- und Ellenbogenschoner) stehen bereit, zahlreiche Helfer unterstützen das Team der Biathlon Deutschland-Tour bei der Schieß-, Strafrunden-, und Streckenkontrolle. Der engagierte DJ Scott Bells holt aus dem Sportevent das volle Partypotenzial heraus. Mit Saturn Wolfsburg hat die Veranstaltung den perfekten Partner, denn es warten 9 attraktive Sachpreise aus dem Saturnsortiment auf die Wettkämpfer der 3 besten Teams. Die Kulisse unter dem riesigen Eventdach im Herzen der Fußgängerzone lädt zum Verweilen ein bei Warmgetränken, Streetfood, Grill und Süßen Spezialitäten. Das WMG-Team um ihren Bereichsleiter Citymanagement, Frank Hitzschke, und Koordinator, Christian Rühr, arbeitet höchst professionell und ist den gesamten Tag über an der Biathlonarena.

Doch der beste „Eventrahmen“ macht allein noch kein gelungenes Event. Letzteres ist beim Citybiathlon untrennbar mit den Protagonisten, den Wettkampfteams verbunden. Und da kann sich Wolfsburg glücklich schätzen, im benachbarten Kreis Gifhorn gleich zwei ambitionierte Sommerbiathlon-Vereine in der Nähe zu haben, die auf nationaler Ebene seit 2 Jahrzehnten kontinuierlich Erfolge feiern. Doch auch das ist zu kurz gegriffen, denn es ist ja gar nicht selbstverständlich, dass Vereine, die in zahlreichen Altersklassen um Deutsche Meistertitel kämpfen, wie der USK Gifhorn und der SV Allerbüttel, nach ihrer Saison noch motiviert sind an einem Citybiathlon teilzunehmen. Hier ist das aber so und mehr noch, hier haben die Vereinsteams und deren Begleiter so richtig Bock auf eine Biathlonparty, sind echte Stimmungskanonen und sorgen damit – nebenbei – für eine mitreissende Aussenwirkung ihrer Sportart. Es verwundert sicher nicht, dass das sportliche Niveau der beiden Halbfinals mit jeweils 4 Teams und des Finals der besten 4 Teams beeindruckend ist. Beide Vereine liefern sich packende Duelle und ein hochspannendes Finale. Doch der Reihe nach.

Das Wolfsburger Citybiathlon-Rezept hat natürlich auch an die Sahne auf der Torte gedacht. Und so weht von der mobilen Biathlonarena Olympisches Flair durch die Porschestraße. Die Quelle erkennt ein jeder Biathlonfan auf den ersten Blick. Micha Rösch wird erkannt, obwohl er vor drei Jahren dem aktiven Sport lebewohl gesagt hat. Und was genau so wichtig ist, er wird gemocht von den Menschen. Was auch nicht sonderlich schwer ist, so gut gelaunt, volksnah und engagiert, wie der Staffel-Olympiasieger von 2006 in Turin auch heute in Wolfsburg wieder dabei ist, Geschichten erzählt und den Biathlonfans echtes Olympisches Gold (be-)greifbar macht. Zwischendurch findet er noch Gelegenheit, seine „Momente“ des Tages selbst auf Video festzuhalten. Hier sind 3 Minivideos von Micha Rösch

Micha Rösch, Handyvideo, Teil1
Micha Rösch, Handyvideo, Teil 2
Micha Rösch, Handyvideo, Teil 3

So schreibt die Wolfsburger Allgemeine über das Event

Die Halbfinal-Teams

„Die bunten Mädels“

Sandra Schaardt, Greta Findeis und Maeva Kostrewa. Wir könnten auch schreiben, die 3 jungen Damen des USK Gifhorn sind die Champions unter den reinen Damen-Teams. Wären sie vermutlich auch, wenn mehr als nur ein reines Damen-Team am Start gewesen wäre. Das Schöne ist: Ein Aufpolieren mit nett klingenden Erfolgstiteln würden die drei sympathischen Sommerbiathletinnen gar nicht gut heissen. Sie möchten einfach Spaß haben. Und aus dem Spaß entwickelt sich unweigerlich Erfolg. Macht weiter so!

Die „Pink Cruiser“

Stefanie Kullig, Janine Ahrens, Maik Zellmer. Die 3 sind das erste Mal beim Biathlon-Cup dabei und werden mit 25 Treffern bei 30 Schüssen die besten Schützen aller Halbfinalteams. Wenn demnächst etwas Pinkes im Gifhorner Land an Euch vorüber zischt, dann sind es die Pink Cruiser beim Rollertraining, denn da können sie noch Potenziale entfalten. Go for it bis zum 3. Wolfsburger Biathlon-Cup 2022.

Das „Team 130“

Bernhard Steiner, Christoph Nee, Matthias Nee. Wohl bei rund der Hälfte der Biathlon-Tour-Etappen wäre dieses sportliche Team mit dieser Leistung unter den Besten gewesen. Im Wettkampf mit den starken Vereinsteams fiel ihre gute Leistung gar nicht so auf, wie sie es verdient gehabt hätte. Wir sehen Euch hoffentlich als „Team 133“ beim Biathlon-Cup 2022 wieder.

Die „Sommerbiathlon-Kids“

Till Hornburg, Max Hornburg, Henning Hintze.
Was für eine Premiere im Sommerbiathlon für die 3 Elfjährigen. Bei ihrem ersten Wettkampf in der neuen Sportart werden die 3 Fußballer des SV Calberlah gleich zu den Publikumslieblingen und verpassen das Finale der besten 4 Teams nur recht knapp. Jetzt weiter konzentriert und motiviert trainieren bei Mareike und Bernd Hornburg, dann kann es beim 3. Wolfsburger Biathlon-Cup 2022 vielleicht schon für das Finale reichen? Wir sind gespannt.

Das Finale der besten 4 zum Nacherleben

Das sind sie, die 4 besten Teams des 2. Wolfsburger Biathlon-Cups. DJ Scott Bells heizt die Stimmung an und gleich werden sich Fragen beantworten. Können die 3 „Achtung Chaoten“ (in schwarzen Trikots) ihre Leistung als schnellstes Halbfinalteam bestätigen? Wie fit sind die beiden „älteren“ Teams noch, die mit der dritt- und viertschnellsten Zeit ins Finale einziehen und etwas weniger Verschnaufpause nach dem 2. Halbfinale hatten In Orange die „Unusual Shooting Knights“ des USK Gifhorn und in gelb die „Sternchensammler“ vom SV Allerbütttel? Oder kann das sportliche Familienteam „Das K-Team“ in blau die Halbfinal-Niederlage gegen „Achtung Chaoten“ umdrehen?

Das Publikum ruft zum Countdown und die letzte „Schlacht“ des Tages kann geschlagen werden. Die Startläufer der Teams, Markus Kullig in blau für „Das K-Team“, Jörg Kostrewa in schwarz für „Achtung Chaoten“, Christoph Götze in orange für die „Unusualy Shooting Knights und Jörg Schuleit in gelb für die Sternchensammler starten mit den Tretrollern auf die 9 Runden-Distanz.

Nach 3 gerollerten Runden und einer Strecke von ca. 450 m kommen die 4 Startläufer noch dicht zusammen zum Liegendschießen. Im Hintergrund „warten“ die 4 Skilanglauf-Simulatoren auf ihren Einsatz, denn pro Fehlschuss werden darauf 50 m als Strafrunde absolviert. Doch denkste, alle 4 entziehen sich der kraft- und zeitraubenden ZUsatzschicht, bleiben mit ihren 5 Schüssen aus 10 m Entfernung auf die 45 mm-Ziele komplett fehlerfrei und starten auf die Runden 4, 5 und 6.

Zum Stehendschießen haben sich zwei Teams leicht abgesetzt. Während Christoph Götze, der mehrfache Deutsche Sommerbiathlon-Meister, für die Unusual Shooting Knights (orange) erneut fehlerlos schießt und nach weiteren 3 Rollerrunden als erster an seinen Teamkollegen, Peter Kostrewa, übergibt, muss Ex-Fußballprofi, Markus Kullig mit 2 Schießfehlern in die Strafrunde. Dort macht der Mittelfeldspieler des VFL Wolfsburg und VFR Lübeck Tempo und kann seinen Sohn, Luis, auf Platz 2 ins Rennen schicken. Knapp dahinter „Achtung Chaoten“, Jörg Kostrewa wechselt auf Hauke Marcks, während Jörg Schuleit, der Deutsche Vizemeister 2001 mit der Sommerbiathlon-Staffel des SV Allerbüttel, mit etwas Rückstand seinen Teamkollegen Karsten Krökel, als Vierten ins Rennen schickt.

Es scheint ein Zweikampf um den Sieg zu werden und ist nun zugleich ein Generationen-Duell. Der 18-jährige Luis Kullig bringt Das K-Team durch ein ganz schnelles und dennoch fehlerloses Liegendschießen wieder ganz nah ran an die Unusual Shooting Knights, bei denen Peter Kostrewa, der Leiter und Gründer der Sommerbiathlon-Sparte des USK Gifhorn, ebenfalls fehlerlos schiesst und auf dem Tretroller keineswegs Meter einbüsst gegen den Jüngeren. Auf Platz 3 kämpft Hauke Marcks ein bravouröses Rennen. Der Biathlon-Neuling macht alles richtig und legt in beiden Schießdurchgängen 5 Treffer hin, kann aber für seine „Achtung Chaoten“trotzdem nicht ganz an das Führungsduo herankommen. Im gelben Trikot kämpft Sternchensammler Karsten Krökel, Deutscher Sommerbiathlon-Meister 2006, ein undankbares Rennen, denn auch er macht ein nahezu fehlerloses Rennen, ohne den Anschluss nach vorne noch einmal herstellen zu können. Dort vorne jagt Luis Kullig nach 2 Strafrunden den führenden Peter Kostrewa so sehr, dass Letzterer die als Schikane gebauten 7 Hürden auf der Rollerstrecke „reisst“, so dass der Führende noch eine Strafrunde aufgebrummt bekommt. So wechselt die Führung und Luis schickt seinen Bruder Mika als Führenden in die finalen Runden. Nur wenige Meter dahinter folgt Christian Strohal für die Unusualy Shooting Knights und auch der Dritte, „Achtung Chaot“, Cedric Kostrewa, könnte noch in den Kampf um den Sieg eingreifen, wenn der Schnellste der Halbfinals seine Leistung nochmals abrufen kann.

Der schnellste „Rollerpilot“ des Tages, Cedric Kostrewa, legt los, als wolle er der Porschestraße alle Ehre machen und tatsächlich schliesst er beim Liegendschießen zum Führungsduo auf. Am Schießstand wird das Generationen-Duell zwischen dem erst 14-jährigen Mika Kullig und dem erfahrenen Sommerbiathleten und Vorjahres-Sechsten hier beim 1. Biathlon-Cup, Christian Strohal, nun zum Dreikampf…sollte man meinen. Doch Rollerflitzer Cedric Kostrewa muss mit 4 Schießfehlern für 200 m in die Strafrunde, während die beiden Konkurrenten fehlerfrei schießen und ihr Duell fortsetzen. Andreas Betker bleibt auf Platz 4 für die Sternchensammler ebenfalls fehlerfrei beim Liegrnschießen. Der Moment der Entscheidung rückt näher, die akkustische Mischung aus Musik, Anfeuerung und Moderation erklimmt den nächsten Peak und im Mittelpunkt des Interesses das ungleiche Führungsduo. Man sieht es ihm nicht an, aber für den 14-jährigen Fußballer aus Allerbüttel müssen diese Sekunden eine herausfordernde Stresssituation sein. Mika bleibt ruhig, auch nach seinem ersten Fehlschuss, kommt wieder in den Rhythmus und verliert ihn wieder. 3 Strafrunden sind in einer solchen Situation sicher nicht ungewöhnlich und wären vielleicht nicht einmal rennentscheidend, wenn nicht Christian Strohal in dieser besonderen Situation alles abrufen könnte und mit Können und Nervenstärke alle 5 Schüsse meistert.

Die abschließenden 3 Runden werden zur Triumpffahrt für Christian Strohal, der den Sieg für seine Unusualy Shooting Knights nun locker ins Ziel bringt. Mika Kullig lässt sich den 2. Platz für Das K-Team nicht mehr nehmen und Cedric Kostrewas Miene beim Zieleinlauf als Dritter verrät, dass er mit anderen Erwartungen in dieses Rennen gestartet war. Da ist es zunächst nur ein schwacher Trost, dass seine Einzelbestleistung aus dem Halbfinale im Finale nicht unterboten werden konnte und Cedric als bester Biathlet des Tages ebenso die Reise zum Finale der Biathlon-Tour am 26./27. Februar 2022 nach Oberhof gewinnt, wie auch das dreiköpfige Siegerteam der Unusualy Shooting Knights. Mit einem donnernden Applaus wird auch Andreas Betker von den Sternchensammlern auf den letzten Metern des diesjährigen 2. Wolfsburger Biathlon-Cup vom Publikum in Empfang genommen.

Siegerehrung und ein herzliches Dankeschön

Mit der Ehrung aller Teams durch Veranstalter Frank Hitzschke und Micha Rösch endet dieser 2. Wolfsburger Biathlon-Cup. Alle Wettkämpfer erhalten Erinnerungsmedaillen, jedes Team ein Wolfsburg Package. Die 12 Wettkämpfer der besten 4 Teams erhalten das original Biathlon-Tour-T-Shirt. Die 9 Wettkämpfer der besten 3 Teams werden mit hochwertigen Sachpreisen des Eventpartners Saturn Wolfsburg ausgezeichnet und für die 3 Teamchampions sowie den Besten der Einzelwertung geht die Biathlon-Tour am 26./27.02.2022 in Oberhof beim Finale in die nächste Runde.

Die Biathlon-Tour sagt herzlich Dankeschön bei den wunderbar motivierten Wettkämpfern, die so spürbar mit dem Herzen bei der Sache waren. Gäbe es einen Party-Oscar, so ginge er zweifellos an das Publikum: Stimmungsvoll, empathisch, nimmermüde und superfair. Mit einem Wort: phantastisch! Großer Dank für Musik aus einem Guss von der Eröffnung bis zum tragenden Sound der Siegerehrung an DJ Scott Bells. Vor der Großzügigkeit des Eventpartners, Saturn Wolfsburg, der gleich für 9 Wettkämpfer hochwertige Sachpreise auslobte, verneigen wir uns ebenso, wie vor dem gesamten Team der WMG Wolfsburg, das den Tag zu jeder Zeit professionell im Griff hatte. Dem in nichts nach steht mein Team der Biathlon-Tour, Daniel, Harry und Marco, die auch durchnässt und frierend perfekt liefern! Der abschließende Dank geht an Micha Rösch. Die Zusammenarbeit macht einfach riesig Spaß und wir stehen zusammen mit der Biathlon-Tour erst am Anfang, haben noch viel vor! Auch beim 3. Wolfsburger Biathlon-Cup am Sonntag, den 06.11.2022.

Bilder: Siegward Pein Technik Daniel Holtschneider Text Martin Bremer