Nachbericht zum Tour-Finale 2017 auf Schalke

43 große Kämpfer beeindrucken mit ihren Leistungen

Das 3. Tourfinale im Winterdorf der VELTINS-Arena lässt schon vor seinem Start um 13 Uhr an diesem letzten Donnerstag des Jahres einen Rekord erahnen, denn alle 43 Starter hatten ihr Kommen zugesagt. Und das wohl Schönste für einen Veranstalter wird dann auch im Laufe des Mittags zur Gewissheit: Es sind ALLE gekommen, auch die vier „Roten Socken“ aus dem nordhessischen Vellmar, die den Wanderpokal für die Zielsicherste Stadt 2017 überreicht bekommen. Selbst jene, die in den Tagen zuvor kränkelten, nehmen ihr Herz in beide Hände und die Herausforderung des Kampfes der Tourbesten an. Auf engstem Raum inmitten der Partyzone des Biathlons auf Schalke am Fuße der VELTINS-Arena liefern sich bei herrlichem, sonnig-kalten Winterwetter die Sieger bzw. teilweise Zweitplatzierten der 41 Etappen umfassenden Tour, sowie der Titelverteidiger, Andreas Braun aus Eupen (Startnummer 42), ein von großer Motivation und Kampfgeist geprägtes Tourfinale, das viele tolle Momente hervorbringen sollte.

Der Modus

Wer um 15.45 Uhr den Wanderpokal für den Toursieger hochhalten möchte, der muss zuvor 3 mal siegreich gewesen sein. Zunächst im Viertelfinale, bei dem in 14 Rennen a 3 Wettkämpfern ( eines mit 4 Wettkämpfern) die 14 Halbfinalisten ermittelt werden, die wiederum in 4 Halbfinals um die 4 Finalplätze antreten. Der Wettkampf findet, wie im Jahresverlauf bereits die meisten Etappen, auf Thoraxtrainern statt, die die Doppelstocktechnik des Skilanglaufes simulieren. Die darauf zu absolvierende Strecke von 400 m ist ein kräftezehrender Langsprint, den die besten Finalisten in 70-80 Sekunden zurücklegen, während die durchschnittliche Leistung während der 41 Etappen eher bei 130 Sekunden lag. Die sportlichen Leistungen am heutigen Finaltag sind beeindruckend und es macht auch den Begleitern und Zuschauern viel Spaß, den kraftvollen Athleten zuzuschauen. Im zweiten Teil des Wettkampfes wird nach der Thoraxtrainer-Belastung an die Infrarotgewehre gewechselt, wo jeder Wettkämpfer 5 Schüsse Stehendschießen aus 9 m Entfernung auf 40 mm-Ziele absolviert. Nach dem Schießen werden noch 15 „Strafsekunden“ für jeden Fehlschuss fällig. Nur der Sieger jedes Rennens erreicht die nächste Runde, doch Sieger werden am Ende alle 43 Finalisten sein, denn alle werden mit jeweils 2 Eintrittskarten für den Biathlon auf Schalke in der VELTINS-Arena geehrt und erhalten zudem Gastroservice im Wert von 30 Euro. Die besten 14 kämpfen um die begehrten Gänsehauttickets und die weiteren Ehrenpreise (u.a. Reisegutscheine, VIP-Tickets zum Biathlonweltcup)

Ein Tag des Wiedersehens

Neben allem Ehrgeiz und der sportlichen Motivation ist es vor allem auch die Wiedersehensfreude, die dieses Finale auf Schalke zu einem ganz besonderen Tag macht. Manchen Etappensieger und Begleiter/in aus der ersten Jahreshälfte haben wir also vor mehr als einem halben Jahr das letzte mal gesehen. Und dann ist es einfach toll zu sehen, dass sich der Funke der Begeisterung für diesen final countdown der Etappensieger das gesamte Jahr hindurch erhalten hat und wir schauen in die erwartungsfrohen, gespannten Gesichter jener Besten, die wir Monate zuvor in ihren Städten geehrt haben. Es ist sicherlich zum Einen die Attraktivität des Events, doch insbesondere  ist es eine charakterliche Qualität der Finalisten, diesem Finale über Monate innerlich verbunden zu bleiben und ihm diesen verbindlichen Stellenwert zu verleihen. Einige legen an diesem Donnerstagmorgen stundenlange Autofahrten bis Gelsenkirchen zurück. Unser junggebliebener Senior unter den Etappensiegern, Reinhold Kersten (74), lässt sich von der langen Anreise aus dem nordhessischen Hofgeismar gar nicht abhalten und ist mit seiner Frau, Jechow, ebenso dabei, wie die Biathlontalente Janik Bartram (19) aus dem Harz, Jan Fischer (17) aus Holzminden oder Student Felix Gömann aus Hannover. Michael Borken (63), unser Etappensieger  aus Bad Hersfeld, macht mit seiner Frau Birgit gleich einen kleinen Biathlonurlaub und kommt uns schon am Mittwoch beim Aufbau im Winterdorf besuchen. Andreas Braun, Olivier Henz und Domenik Nöthen kämpfen sich am frühen Morgen noch durch den frisch gefallenen Schnee in der Eifel. Der schnellste Tourwettkämpfer, Nicolas Schlang, steckt im Verkehrschaos fest und kommt erst wenige Minuten vor seinem Start. Lorenz Gamm aus Paderborn und Mirko Nowak aus Kevelaer werden von ihren drei Staffelkollegen angefeuert, mit denen sie erfolgreich die Citybiathlons in Holzminden und Kevelaer bestritten. Die Tourfamilie ist jedenfalls nahezu komplett, als es um 13 Uhr mit dem ersten Vierteilfinale losgeht und zaubert echte Biathlonatmosphäre ins sonnige Winterdorf.

Das 1. Viertelfinale

Gleich im ersten Rennen des Tages geht mit Lukas de Ruiter (Startnummer 1), dem Tour-Etappensieger aus Bocholt ein erfolgreicher Leistungssportler an den Start. Gerade 7 Wochen ist es her, da  holte sich der Abiturient den Vize-EM-Titel in der Kampfsportdisziplin Ju-Jutsu in Bukarest. Auch bei seinem sportlichen Ausflug zum Biathlon war er im Juli diesen Jahres in Bocholt sehr erfolgreich und schaffte die viertbeste Leistung aller knapp 3000 Wettkämpfer der Tour 2017. So schien Lukas gegen den sehr zielsicheren, bereits zweimaligen Etappensieger, Dirk Harmeling aus Borken (Startnummer 2), leicht favorisiert. In Loipe 3 startet mit Mirko Dreiser ein besonders spannender Sportler. Im Juniorenalter sollte seine Karriere als Tennisprofi gerade beginnen, da musste er sie wegen Herzrhythmusstörungen wieder begraben. Das Laufen gab ihm neue Kraft und Mirko legt seit vielen Jahren erfolgreich Ultradistanzen und Bergläufe von 100 oder mehr Kilometern Länge zurück. Daheim in der Eifel trainiert er sein eigenes Running-Team. Es sind diese Geschichten „hinter“ den Wettkämpfern, die dieses Finale so interessant machen. Doch die Praxis schreibt ihre eigene Geschichte und darin sind es nicht die beiden Leistungssportler, sondern Hobbyläufer Dirk Harmeling, der mit nur einem Fehlschuss in 2:02 Minuten souverän ins Halbfinale einzieht. Lukas de Ruiter ist zwar über die 400 m-Distanz schneller als Dirk, muss jedoch 5 Fehlschüsse hinnehmen. Mirko trifft zweimal, doch die 45 Sekunden „Zeitstrafe“ sind gegen Dirk zuviel.

Das 2. Viertelfinale

Im 2. Dreikampf siegt der Leistungssportler. Leichtathlet Martin Thimm (in orange), 2. der Deutschen Meisterschaft 2017  (M35)  über 110 m Hürden und Touretappensieger aus Meckenheim bleibt mit 4 Treffern und der Gesamtzeit von 1:55 Minuten sogar noch 7 Sekunden unter der Siegerzeit von Dirk Harmeling im Rennen zuvor. René Radek (Startnummer4), der bei allen 3 Tourfinals auf Schalke als Etappensieger dabei war, kann Martins Tempo mithalten, doch muss dabei so viel riskieren, dass ihm 4 Fehlschüsse unterlaufen. Auch der treffsichere Stürmer der AH des SSV Bornheim, Frank Hofbauer, läuft ein tolles Rennen und zahlt der Erschöpfung mit 4 Fehlschüssen Tribut. Aber, wow, Frank ist auf dem Thoraxtrainer rund 20 Sekunden schneller, als bei seinem Etappensieg in Bornheim im Mai. Die Stimmung hier im Winterdorf verleiht so manchem heute Flügel und einige deuteten auch an, Extraschichten zur Vorbereitung eingelegt zu haben.

Das 3. Viertelfinale

  Im 3. Viertelfinale setzt sich der Favorit durch. Seit 2 Jahren gehört er zu den schnellsten der Tour. 2016 als Zweitschnellster und 2017, zusammen mit Lukas de Ruiter als Viertschnellster: Andreas Terwey (Startnummer 7) aus Coesfeld hat schon so reichlich Etappenerfahrung, dass er sich die Belastung und Erholung vor dem Schießen sehr bewusst einteilt. 4 Treffer sind die Belohnung. Damit ist Andreas deutlich treffsicherer als der schnelle Sprinter des LC Paderborn, Lorenz Gamm, Ostwestfalenmeister über 200 m. Lorenz kommt als erster zum Biathlongewehr, wählt das schnelle Schießen, doch fällt mit 4 Schießfehlern und 60 Sekunden Zeitaddition auf Platz 3 zurück, weil Ausdauersportler Arno Schmitt, der Tour-Etappensieger aus Bad Godesberg mit 2 Treffern gerade noch vorbeiziehen kann.

Das 4. Viertelfinale

Erneut im entscheidenden Moment voll konzentriert ist Manuel Göbel (Startnummer 12) aus Hann. Münden. Im vergangenen Jahr schon unter den besten 12 im Finale, schafft er den Sprung ins Halbfinale mit 4 Treffern  und nimmt dabei einen Mitfavoriten aus dem Rennen. Nicolas Dornseifer (Startnummer 10), Etappensieger aus Olpe und später in Meinerzhagen in 1:36 Minuten zweitschnellster Wettkämpfer 2017 (allerdings mit 4 Treffern und deshalb Zweitschnellster und nicht Zweitbester).  Heute kommt der MMA-Kampfsportler und Polizeianwärter  nicht an diese Leistung heran. Dennoch hätten ihm 4 Treffer zum Einzug ins Halbfinale gereicht, doch es werden 3. Felix Gömann (Startnummer 11) ist Sommerbiathlet und auch bereits erfahren bei Deutschen Meisterschaften. Da mag sein 3. Platz in diesem Rennen überraschen. Doch die Sommerbiathleten sind auf Laufen und Schießen trainiert. Somit sind sie gegen kräftige Athleten auf dem Thoraxtrainer eher benachteiligt. Ärgern wird sich Felix, der seit Jahren im Niedersächsischen Biathlonkader steht, allerdings über seine 3 Fehlschüsse. Dass er es viel besser kann, hat er bei der Touretappe in Holzminden bewiesen.

Das 5. Viertelfinale

Dem jungen Harzer Biathleten Janik Bartram wünschte man, er könne, wie im Vorjahr, nebenan in der VELTINS-Arena in die Wettkämpfe eingreifen. Dort stand er im vergangenen Jahr im Juniorenwettbewerb am Start. Der 2. des Deutschlandpokals 2015 (Schüler) sollte in die Fußstapfen der großen dieser Sportart treten, doch ständiges Verletzungspech ließen in ihm die Entscheidung reifen, den Leistungssport zunächst einmal hintenan zu stellen. Ähnlich, wie die beiden Sommerbiathleten, die heute am Start sind, so hat auch Janik keinerlei Erfahrung mit dem Thoraxtrainer-Wettkampf der Tour, denn er startete bei der Touretappe in Holzminden, die als Lauf-Biathlon durchgeführt wurde. Doch er macht es auf Anhieb sehr gut und schafft mit 4 Treffern und 1:50 Minuten die viertbeste Zeit der 43 Viertelfinalisten. Damit zieht Janik ins Halbfinale ein und steht dabei unserem Tour-Shootingstar, Jana Harmeling im Wege. Die 15-jährige Überraschungszweite des Vorjahres aber sollte wahrlich nicht enttäuscht sein. Natürlich gerät sie auf dem Thoraxtrainer gegen den 3 Jahre älteren Janik in Rückstand, das würde wohl jeder Biathletin der Welt so gehen. Beim Schießen riskiert Jana dann sehr viel und schießt blitzschnell, was dieses mal nicht gutgeht. Wir wünschen Jana, dass sie sich von einem Tag, wie diesem, nicht darin bremsen lässt, das Unmögliche möglich zu machen, denn es ist kein Misserfolg, wenn auch mal einem Gegner ein großes Ding gelingt.

Zwischen den beiden Youngstern startet mit der Startnummer 14 der Winterberger Rechtsanwalt, Volker Wulf. Der Hobby-Skilangläufer erwarb, der eigenen Fitness zuliebe, im Frühjahr einen Thoraxtrainer und die regelmäßige Übung führt ihn gleich im ersten Jahr unter die Tourbesten. Für’s Halbfinale fehlt nur noch etwas Treffsicherheit.

Das 6. Viertelfinale

Im 6. Viertelfinale patzen die beiden schnellen „Skilangläufer“, Philipp Sonnen (in rot) und Julian Puderbach (Startnummer 17) am Biathlongewehr, während der auf dem Thoraxtrainer leicht zurückhängende Sascha von Gersum beim Schießen Vieles richtig macht. Der frühere Berufssoldat riskiert den ersten Schuss beinahe ohne Verschnaufpause. Kalkuliertes Risiko, denn er trifft und bleibt weiter treffsicher im schnellen Schießrhythmus. Mit 4 Treffern erzielt er 2 mehr, als seine beiden Kontrahenten und diese 30 Sekunden reichen ihm, um den Wettkampf zu seinen Gunsten zu drehen. Philipp Sonnen, der Unternehmer und Etappensieger aus Gerolstein, war mit seinen 1:50 Minuten als Achtbester der Tour durchaus ein Anwärter auf das Halbfinale und auch Skilangläufer Julian Puderbach aus Neuwied kann an guten Tagen sogar gegen Toursieger Andreas Braun gewinnen, wie in Remagen gezeigt. Aber darin liegen Reiz und Schwierigkeit dieses Sprintbiathlons zugleich: Nach rund 2 Minuten ist schon alles vorbei und der kleinste Fehler kann schon das Aus bedeuten.

Das 7. Viertelfinale

Der überragende Wettkämpfer dieses Jahres geht im 7. Viertelfinale ins Rennen. Nicolas Schlang (mit grüner Mütze) liegt mit seinen 1:31 Minuten und 5 Treffern gleich um 14 Sekunden vor dem zweitbesten, Manuel Steffen, den wir danach im 8. Viertelfinale sehen  werden. Nicolas, Leiter des Core-Fit-Studios in Jüchen und aktiver Basketballer bringt derart viel Druck auf die Stöcke, dass er durchgehend 8 m pro Doppelstockschub erreicht. Mit dem athletischen Volleyballer Mirko Nowak aus Kevelaer bekommt Nicolas aber einen ganz zähen Gegner. Mirko hat keinerlei Erfahrung auf dem Thoraxtrainer, denn er startete beim Laufbiathlon unserer Etappe in Kevelaer. Hier im Finale schafft Mirko jedoch die fabelhafte Wettkampfzeit von 1:39 Minuten. In diesem schnellsten Viertelfinale kann auch Berufssoldat Andy Fritzsche sehr gut mithalten und schafft 1:42 Minuten. Doch das sind die Zeiten ohne die Strafsekunden für Fehlschüsse. Und in der Summe ist dann der Favorit doch souveräner Sieger, denn er steigert sich auf 1:28 Minuten und muss für einen Fehlschuss 15 Sekunden verbüßen. Mit der Endzeit von 1:43 Minuten ist Nicolas der schnellste Viertelfinalist. Mirko und Andy können Nicolas mit jeweils 3 Schießfehlern letztendlich nicht geährlich werden.

Das 8. Viertelfinale

Mit einer ganz starken Leistung zeigt der zweitbeste Tourwettkämpfer 2017 und Sieger der Etappe in Dülmen, Manuel Steffen (Startnummer 22), dass er in diesem Finale noch einiges erreichen kann. Mit 4 Treffern erreicht der Triathlet aus Recklinghausen mit einer Zeit von 1:35 Minuten die Endzeit von 1:50 Minuten. Damit ist der Ingenieur, gemeinsam mit Janik Bartram drittschnellster der 43 Viertelfinalisten und gewinnt dieses Rennen vor dem erneut stark schießenden Alexander Liebing (mit Kappe). Der Etappensieger aus Bad Münstereifel schaffte es im Finale des vergangenen Jahres unter die besten 12 und scheitert draran in diesem Jahr nur ganz knapp als zweitbester derjenigen 29 Finalisten, für die das Viertelfinale Endstation bedeutet. Mit 4 Treffern und der Endzeit von 2:17 Minuten kommt der sympathische Eifelaner nahe an seine Bestleistung heran. Deutlich schneller, als bei seinem Etappensieg in Emmerich läuft der 17.jährige Abiturient, Lukas-Nils Richter seinen 400 m-Abschnitt auf dem Thoraxtrainer. Leider kann er danach seine starken Schießleistungen hier im Finale nicht wiederholen und muss 4 Fehlschüsse einstecken. So bleibt ihm in diesem Dreikampf nur der 3. Platz.

Das 9. Viertelfinale

Léon Doerenkamp (mit der hellen Mütze), Tour-Etappensieger 2015 und 2016, verzichtete 2017 auf seinen persönlichen Etappenerfolg und half dem Tourteam stattdessen, wann immer er es einrichten konnte bei der Etappenbetreuung. Durch die Absage des Bonn-Buschdorfer Etappensiegers konnten wir Léon die Finalteilnahme noch ermöglichen, obwohl er auch beim heutigen Finale im Organisationsteam mitwirkt. Doch der Wechsel von der Zeitnahme in die Thoraxtrainerloipe gelingt ihm völlig problemlos. Als zweitbester und zugleich einziger fehlerfreie Schütze der 43 Viertelfinalisten zieht er in 1:47 Minuten ins Halbfinale ein und wehrt dabei den ganz starken Etappensieger aus Siegburg, Cedric Kneer (Startnummer 25) so gerade noch ab. Der Hindernisläufer und Strongman läuft etwas schneller als Léon muss jedoch einen Fehlschuss einstecken und wird mit der Endzeit von 1:59 Minuten bester der 29 Nicht-Halbfinalisten (15. Platz im Finale). Ebenfalls nur einen Fehlschuss hat der 3. dieses trefferreichsten Viertelfinals, der 63-jährige Michael Borken aus Bad Hersfeld. Bei seinem Etappensieg in Bad Hersfeld konnte sich der Tischtennisspieler der Bezirks-Oberliga noch deutlich mehr Zeit auf dem Thoraxtrainer lassen. Im Finale schafft er 2:24 Minuten und verbessert seine Bestleistung deutlich.

Das 10. Viertelfinale

Im 10. Viertelfinale erzielen alle drei Wettkämpfer drei Treffer und liegen mit ihrer Endzeit innerhalb einer Spanne von 10 Sekunden. Der belgische Triathlet und Etappensieger aus Eupen, Olivier Henz (Startnummer 30) läuft seinen 400 m-Abschnitt schneller als Sportschütze Patrick Greitemann (Startnummer 29). Patrick, der seine Heimetappe im Lüdenscheider Stern-Center gewann, versucht mit einem schnellen Schießen noch an Olivier heranzukommen und erhöht damit natürlich das Risiko für Fehlschüsse. Am Ende fehlen ihm nur 2 Sekunden auf den mehrfachen Ironman aus Eupen. Der junge Sommerbiathlet, Jan Fischer, Sieger der Niedersachsen-Trophy in der Schülerwertung, kommt als Dritter ans Biathlongewehr und hat vor dem letzten Schuss plötzlich das Halbfinale in Griffweite. Mit Treffer weiter, mit Fehlschuss raus. Anders, als bei seinem Sieg beim Citybiathlon in Holzminden, als er im Finale 20 Treffer mit seinen 20 Schüssen erzielte, muss er in diesem Moment einen Fehlschuss einstecken, durch den er Dritter dieses Viertelfinals wird.

Das 11. Viertelfinale

Gemeinsam mit seinem Triathlonkollegen Manuel Steffen ist der Polizist Dominik Hoffmann (Startnummer 31) als zweitbester Wettkämpfer zu diesem Finale angereist. Mit seinen 1:45 Minuten gewann der dreifache Familienvater die Touretappe im Marler Stern. Doch heute will es bei Dominik überhaupt nicht laufen. 5 Fehlschüsse passieren ihm vermutlich nur einmal bei hundert Versuchen. Da es auch beim Etappensieger aus dem dez Einkaufszentrum in Kassel, Alex Kobyljanskij, am Biathlongewehr nicht gut geht (1 Treffer), steht die Tür zum Halbfinale für Sportschütze Christoph Schemmer nun weit auf und der Münsterländer aus Coesfeld und Etappensieger von Herne nutzt die Chance mit 4 Treffern entschlossen. Sein Sieg gegen die beiden „Kraftpakete“ neben ihm ist durchaus eine Überraschung.

Das 12. Viertelfinale

Ein ganz enges Duell auf dem Thoraxtrainer liefern sich im 12. Viertelfinale Jens Seggewiß (Startnummer 35) und Malte Kottmann (in orange). Jens, der es 2015 und 2016 unter die besten 10 Finalisten schaffte, geht das Rennen fast im Sprint an und führt nach der Streckenhälfte schon mit rund 40 m Vorsprung. Auf der zweiten Hälfte wirft Malte, Inhaber der prime sports Fitnessstudios in Neuss, Meerbusch und Willich seinen ganzen Kampfgeist in die Waagschale und verkürzt den Rückstand wieder auf 20 m. Die etwas längere Erholungszeit kann Jens, der als Triathlet ein ausgezeichneter Ausdauersportler ist und in diesem Jahr in Hamburg den Marathon unter 3 Stunden lief, heute nicht nutzen. 4 Fehlschüsse werden den fast immer heiteren Studenten an der Uni Düsseldorf schon etwas ärgern, denn Malte kann mit 3 Fehlschüssen an ihm vorbeiziehen. Kevin Mersmann (Startnummer 36) der Etappensieger aus dem Paderborner Südring-Center erreicht mit 2 Fehlschüssen das beste Schießergebnis der Drei, doch verliert er zuvor mehr Zeit auf dem Thoraxtrainer, so dass Malte Kottmann ins Halbfinale einzieht.

Das 13. Viertelfinale

Mit Philipp Voshaar, Fabio Bucolo und Reinhold Kersten stehen die drei Sieger der Adventsetappen in Moers, Meerbusch und Hofgeismar in den „Loipen 1, 2 und 3 des 13. Viertelfinals, dem einzigen m it 4 Wettkämpfern am Start, weil Polizist Tolger Arnold doch noch gerade rechtzeitig vom Dienst im Winterdorf angekommen ist und Loipe 4 einnehmen kann. Besonders empathische Unterstützung des Publikums erhält Reinhold Kersten. Der 74-Jährige aus Hofgeismar ist der Senior unter den Etappensiegern und es ist eine Freude zu sehen, mit welch beinahe jugendlicher Begeisterung der frühere Berufssoldat und Hobbyjäger diesen Tag auf Schalke erlebt. Wahrscheinlich wird er sich über seine 2 Fehlschüsse aber etwas geärgert haben, denn er zeigte sich bei der Etappe in Hofgeismar als meisterlicher Schütze. Neben Reinhold kommt der 19-jährige BWL-Student Fabio Bucolo (Startnummer 38) schneller durch die 400 m-Strecke als bei seinem Etappensieg in Meerbusch,  doch am Biathlongewehr ist es nicht sein Tag. 1 Treffer reicht nur zu Platz 3 in diesem Rennen. Das Duell um den Halbfinalplatz liefern sich Triathlet Tolger Arnold und Hobbyjäger Philipp Voshaar auf den beiden äußeren Thoraxtrainern. Nahezu zeitgleich wechseln beide ans Biathlongewehr. Während Tolger gleich zu Beginn trifft, startet Philipp mit einem Fehlschuss. Doch danach wendet sich das Blatt. Der Mediziner aus Aachen leistet sich keinen weiteren Fehlschuss und gewinnt dieses Rennen mit der Endzeit von 2:21 Minuten. Tolger wird mit 2 Treffern Zweiter.

Das 14. Viertelfinale

Im abschließenden Viertelfinale kämpft der Vorjahressieger, Andreas Braun (Startnummer 42), um den Einzug ins Halbfinale. Dabei trifft der Eupener Biathlet auf einige Gegenwehr durch den Mayener Sportschützen, Domenik Nöthen (in grün). Domenik hatte auf der letzten Touretappe in Mayen Platz 2 erreicht und das Finalticket von Sieger Léon Dreiser übernommen, der bereits im Urlaub in Kanada weilt. Auf dem Thoraxtrainer holt der junge Mayener alles aus sich heraus und lässt Andreas Braun nur rund 30 m ziehen. Auch Patrick Pöhler (Startnummer 40) in Loipe 1 bleibt in Reichweite. Andreas Braun schießt gewohnt schnell, doch mit ungewohnter Streuung. 3 Fehlschüsse öffnen zunächst Jungschütze Domenik Nöthen die Tür zum Halbfinaleinzug. 3 Treffer könnten schon ausreichen, wenn er schnell schießt, doch er kann diese Gelegenheit nicht nutzen und wird sich über seine 4 Fehlschüsse selbst am meisten ärgern. Für Patrick Pöhler ist die Halbfinalqualifikation ebenfalls noch möglich. Dem Etappensieger aus Hagen würden 4 Treffer reichen, um den Vorjahreschampion noch abzufangen. Andreas Braun steht daneben mit den Händen in den Hüften und wundert sich wohl selbst, dass er im Rennen bleibt, denn auch Patrick zielt dreimal daneben und Andreas hat die erste Hürde zur Titelverteidigung gerade genau so hoch übersprungen, wie er musste.

Die 4 Halbfinals

Das 1. Halbfinale

Vier Viertelfinalgewinner gehen ins Rennen um den ersten Finalplatz. Martin Thimm (in orange), der Leichtathlet aus Meckenheim, hatte von den Vieren die schnellste Viertelfinalleistung mit 1:55 Minuten und ist auch nun im Halbfinale als Erster am Biathlongewehr, dicht gefolgt von Andreas Terwey (Startnummer 7) aus Coesfeld. Es sieht nach einem Duell um den Sieg aus, doch fehlerfrei bleiben beide nicht. Martin schießt etwas schneller und hat nach 1:42 Minuten 3 Treffer, seine Strafzeit von 30 Sekunden läuft an. Inzwischen ist auch Manuel Göbel am Biathlongewehr und kurz danach sprintet Dirk Harmeling von Loipe 1 aus ans Gewehr. Andreas Terwey könnte Martin mit seinem letzten Schuß überholen, doch schafft es nicht und bleibt nach 1:49 Minuten bei 3 Treffern. Während Manuel Göbel nach Luft ringt hat und zwischen seinen Schüssen etwa 3 Sekunden des Anvisierens benötigt, schießt der zweite Münsterländer in diesem Rennen, Dirk Harmeling, einen noch schnelleren Rhythmus und schafft 3 Treffer mit den ersten 4 Schüssen. Es wird ganz eng. Die Strafzeit von Martin Thimm läuft seit 11 Sekunden, wenn Dirk innerhalb der nächsten 2 Sekunden trifft und die Strafzeit von 15 Sekunden rasch andrückt, dann kann er Martin Thimm so gerade noch abfangen. Dirk schießt und trifft. Als Letzter kam er ans Gewehr und als 1. Finalist legt er es weg. Manuel Göbel erzielt 3 Treffer, aber das reicht in diesem Rennen nur zu Platz 4.

Das 2. Halbfinale

Der schnellste Viertelfinalist, Nicolas Schlang (mit grüner Mütze) trifft auf den drittschnellsten, Janik Bartram (mit Bommelmütze). Beide liefern sich einen tollen Kampf. Nicolas ist, wie erwartet, als erster am Biathlongewehr und weiss, dass er sich möglicherweise nicht einmal einen Fehlschuss erlauben kann, weil Biathlet Janik diese Chance durchaus nutzen könnte. Und Nicolas macht es überragend, ist bereits nach unglaublichen 1:24 Minuten mit 4 Treffern aus 5 Schüssen fertig und muss 15 Sekunden „nachsitzen“. Es werden lange 15 Sekunden des Wartens für den Besten der Tour 2017, denn Janik Bartrams Rückstand auf dem Thoraxtrainer beträgt nur 10 Sekunden. Mit einem schnellen, fehlerlosen Schießen kann er das Finale noch erreichen. Doch zeitlich steht der junge Biathlet so sehr unter Druck, dass auch ihm ein Fehlschuss unterläuft und 12 Sekunden nach Nicolas in 1:51 Minuten seinen Wettkampf beendet. Sascha von Gersum (Startnummer 18) hat das Pech, mit diesen beiden „Granaten“ in einem Halbfinale zu stehen. Selbst mit 5 Treffern hätte er den Finalplatz nicht mehr erreichen können. Es werden 2 Treffer und Nicolas Schlang zieht ins Finale ein. Janik Bartram sichert sich als bester Nicht-Finalist und 5. des Tages, ebenso wie die Finalisten zwei Gänsehaut-Tickets für den Biathlon auf Schalke in der VELTINS-Arena.

Das 3. Halbfinale

Eben so schnell, wie Janik Bartram, war im Viertelfinale auch Manuel Steffen (Startnummer 22), der nun im 3. Halbfinale auf den einzigen Viertelfinalist trifft, der fehlerfrei schoss, Léon Doerenkamp (mit weisser Mütze). Der Eupener Triathlet, Olivier Henz (Startnummer 30), der so schnell nach seiner Ankunft im Winterdorf bereits in sein Viertelfinale starten musste und es gewann, könnte jetzt zum Halbfinale so richtig angekommen sein? Zwei Triathleten also gegeneinander und Manuel Steffen drückt von Beginn an aufs Tempo. Als Erster wechselt er ans Biathlongewehr und spielt dort eine besondere Stärke aus. Bei allen seinen Wettkämpfen, die wir seit 2 Jahren von dem Recklinghausener Ingenieur sehen, erzielte er stets mindestens 4 Treffer. Nun sind die Ziele beim heutigen Finale mit 40 mm Durchmesser um 15 mm kleiner, als bei den Etappen, doch Manuel hält seine Konstanz auch jetzt aufrecht und drückt nach 1:45 Minuten seine 15 Sekunden Wartezeit für den einen Fehlschuss an. Damit ist der gute Schütze, Léon Doerenkamp, gezwungen, extrem schnell zu schießen. Er riskiert es natürlich, weil es der einzige Weg ins Finale wäre, doch das Risiko ist sowohl für ihn, wie auch für Olivier Henz zu hoch. Beide bringen 2 Schüsse ins Ziel und Manuel freut sich über die Finalqualifikation.

Das 4. Halbfinale

Im letzten Halbfinale wird es noch einmal spektakulär, denn Malte Kottmann (in orange), Philipp Voshaar (ganz in schwarz) und Titelverteidiger Andreas Braun liefern sich einen unglaublich schnellen Dreikampf. Christoph Schemmer kann dieses ganz hohe Tempo nicht mithalten, doch von ihm wird noch die Rede sein. Als erster kommt Andreas Braun ans Biathlongewehr, dicht gefolgt von Malte Kottmann und dann bereits, deutlich schneller, als bei seinem Viertelfinalsieg, Philipp Voshaar. Andreas Braun hat seine ganz ruhige Hand heute in Eupen gelassen, wieder werden es für ihn 3 Fehlschüsse. schon nach 1:30 Minuten drückt er seine 45 Sekunden Wartepause an, ist also nochmal 7 Sekunden schneller, als im Viertelfinale. Sollte es für den Titelverteidiger tatsächlich nochmal mit 2 Treffern reichen? Malte Kottmann tut ihm diesen Gefallen und beendet nach 1:33 Minuten seinen Wettkampf mit 4 Fehlschüssen. Doch äußerst konzentriert wirkt der 32-jährige Arzt aus Aachen und Hobbyjäger, Philipp Voshaar. Einen Schuss nach dem anderen bringt er, obwohl stark ausser Atem, ins Ziel. Eine Meisterleistung! 5 Treffer. Das hatte heute bis jetzt nur Léon Doerenkamp geschafft. Und Philipp ist mit seiner Endzeit von 1:38 Minuten nun der Beste des Tages nach den 4 Halbfinals. Und Christoph Schemmer? Auch er schafft das fehlerlose Schießen und mit 2:11 Minuten fängt er Vorjahressieger Andreas Braun noch ab und schafft Platz 6 unter allen Finalisten. Damit gewinnt er die beiden VIP-Tickets für den Biathlon auf Schalke und darf sich mit Begleitung auf den Weg in den Logenbereich LaOla-Club machen.

Das Finale um den Tour-Sieg

Für die 4 Halbfinalsieger heisst es nun, die letzten Kraftreserven zu mobilisieren und die Konzentration für das Finale nochmals zu bündeln. Alle 4 hatten emotional aufreibende Wettkämpfe in den beiden Runden zuvor und es wird wohl entscheidend sein, wie viel Spannung noch im Inneren verblieben ist.

Die Ausgangslage ist klar. Nicolas Schlang (mit grüner Mütze) wird es, als Schnellster auf dem Thoraxtrainer, selbst in der Hand haben, dieses Finale zu gewinnen. Und tatsächlich hat Nicolas auch in diesem Finale nochmals die Kraft, um volles Tempo zu gehen. Das trifft, sozusagen in seinem Windschatten, aber insbesondere auf Manuel Steffen zu, der sich im Vergleich zu seinen beiden ersten Rennen auf dem Thoraxtrainer nochmals steigern kann. Philipp Voshaar hatte, als Sieger des letzten Halbfinals nur wenige Minuten Regenerationszeit und das wird nun wähhrend der 400 m auf dem Thoraxtrainer auch deutlich. Er kämpft, aber gegen die beiden ganz schnellen auf den mittleren Loipen fehlen ihm jene paar Sekunden, die ihn im Halbfinale zum bis dahin besten Wettkämpfer des Tages machten. Dirk Harmeling muss es wieder so machen, wie im Halbfinale. Den Rückstand in der Loipe so klein wie möglich halten und dann mit einem schnellen und präzisen Schießen aufholen. Nicolas Schlang läuft sich ca. 7 Sekunden Vorsprung heraus. Als Manuel Steffen als Zweiter ans Biathlongewehr kommt steht für Nicolas ein Fehlschuss zu Buche. Bevor Manuel schießt folgt der zweite Fehlschuss von Nicolas. Es sind nicht die Sekunden des Favoriten und es ist auch nicht das Rennen des Halbfinalbesten, Philipp Voshaar. Diese letzten entscheidenden Sekunden der Tour 2017 gehören Manuel Steffen. So, als wäre bis hierhin nichts gewesen, blendet er alles aus und trifft und trifft. Nicolas drückt nach 1:27 Minuten seine 60 Sekunden Wartezeit für 4 Fehlschüsse an und weiss natürlich, dass das Finale nicht mehr zu gewinnen ist. Die Gewissheit ist schon acht Sekunden später da, denn Manuel Steffen verwandelt auch den 5. Schuss und wird mit der besten Zeit des Tages in 1:35 Minuten mit einem fehlerlosen Schießen Tourchampion 2017. Den 2. Platz holt sich Dirk Harmeling mit einem guten Schießen, wie im Vorjahr Tochter Jana. Enttäuschter, aber fair gratulierender Dritter wird Nicolas Schlang, der mit seinen unglaublich kraftvollen Thoraxtrainer-Läufen die Zuschauer ebenso begeisterte, wie Philipp Voshaar mit seinem großartigen Halbfinale. Philipp wird im Finale Vierter. Alle Finalisten erhalten je 2 Gänsehaut-Tickets, mit denen sie und ihre Begleiter im Logenbereich der VELTINS-Arena die Bewirtung genießen können und den Biathlon dann aus dem Innenraum der VELTINS-Arena hautnah an den Biathlonprofis erleben. Champion Manuel Steffen wird mit dem Wanderpokal der Biathlon-Tour geehrt und erhält die Reise für 2 Personen ins Dorint Hotel und Sportresort in Winterberg. Das Team der Stadt Vellmar um Bürgermeister Manfred Ludewig, Walter Brück, Goran Latif und Oliver Ulloth werden mit dem Wanderpokal für die Zielsicherste Stadt ausgezeichnet.

Ein aufregender Tag macht eine kleine Atempause und für alle Finalisten und Geehrten geht das Erlebnis in der VELTINS-Arena noch bis in den Abend weiter. Das Tourteam sagt allen Finalisten und deren Begleitern herzlich dankeschön. Einen Rahmen für Begeisterung zu schaffen ist das Eine, ihn auch tatsächlich mit Begeisterung zu füllen, das Andere. Ihr seid heute alle Champions!

Bilder: Lena Bremer    Text: Martin Bremer