Freddy Knollmann: Der Last-Minute-Champion nutzt die letzte Sekunde

Zwei Finalteilnahmen in Folge haben Freddy Knollmanns Hunger auf ein drittes Finalerlebnis zum Glück nicht gestillt sondern eher angefacht. Der Spezialist für Last-Minute-Siege nimmt mit der ganzen Familie ebenfalls einige Kilometer Anfahrtszeit auf sich, um aus Swisttal im Rhein-Sieg-Kreis zum Biathlon an die Mosel zu reisen, wo er im Vorjahr als 10. die Qualifikation zum Tourfinale verpasste. Diese erreichte der Agrarwissenschaftler, der lieber als Dachdecker arbeitet, in Lippstadt 2025 und Mülheim-Kärlich 2024 jeweils in der letzten Etappenstunde. Insofern könnte seine Zeit jetzt gekommen sein, denn die Sonne steht bereits tief über der Mosel und wirft lange Schatten in die Biathlonarena. Es wirkt so durchschaubar, was der Dramaturg mit dieser Etappe vorhaben könnte. Auf der einen Seite der ewige Zweite und hier der Last-Minute-Champion, der auch tatsächlich auf Kurs ist und nach 2:13 Minuten seinen 4. Treffer mit dem 4. Schuss erzielt. Doch 4 Sekunden später nimmt das Drehbuch die nächste Wendung, fast wie die Moselschleife Zeller Hamm, denn Freddy verfehlt nach 2:17 Minuten mit dem 5. Schuss das Ziel.

Doch einen Last-Minute-Champion sollte man eben auch erst dann abschreiben, wenn die letzte Minute beendet ist. Diese nutzt Freddy mit dem letzten Wettkampf des Tages im Duell mit Lokalmatador Bernd Nickels. Nach 2:22 Minuten kommt der zweimalige Tourfinalist wieder dort an, wo er vor einer knappen Stunde schon einmal war: bei 4 Treffern mit 4 Schüssen. Hat er eine innere Uhr im Kopf? Zeitlich wird es ganz knapp, um die 2:28 Minuten von Stefan Weingarten zu unterbieten. Und es muss ja auch ein Treffer her. Knapp 7 Stunden Biathlonwettbewerb in Zell finden mit dem letzten Schuss des Tages ihre Entscheidung. Freddy Knollmann siegt in 2:26 Minuten mit 5 Treffern. Herzlichen Glückwunsch zur 3. Finalteilnahme.