Stefan Weingarten: Die Leiden des Stefan „Vize“-garten
Toll, dass er wieder da ist und nicht die „Biathlonflinte“ ins Korn geworfen hat. Gründe dafür hätte Stefan Weingarten nach gleich 3 Etappen, bei denen er in Führung liegend am Ende doch noch jeweils auf Platz 2 verdrängt wurde. Anfang Oktober in Zell an der Mosel war es sogar der letzte Wettkampf des Tages, bei dem Freddy Knollmann die Bestmarke von Stefan noch knackte und eine Woche später, in Rotenburg an der Fulda reichten Stefan die 3:15 Minuten und 9 Treffer dann erneut „nur“ zu Platz 2, weil Daniel Kosic im Halbfinale der Teamchallenge mit gleicher Trefferzahl etwas schneller unterwegs war. Heute also ist der Gießener zusammen mit seiner Familie und frischem Mut zurück an der Biathlonarena und zwei Dinge sind klar: Zum Einen hat der Hobbymountainbiker die sportliche Qualität für einen Etappensieg und zum Anderen hat Niemand sonst in diesem Monat so viel Wettkampferfahrung bei der Tour gesammelt wie unser „Vize-Stefan“. Wenn es also so etwas gibt wie einen guten Geist der Biathlon-Tour, dann müsste der nun eigentlich aktiv werden. Gleich im ersten seiner heutigen Wettkämpfe sieht es gut aus für den ehemaligen Fußballer, denn flotte erste 250 m in der Cardioloipe und ein schnelles Liegendschießen mit 5 Treffern sind schon geschafft und im 2. Skilanglaufabschnitt muss Stefan zwar etwas kämpfen, bleibt aber schnell und hat es beim Stehendschießen in der eigenen Hand. Das schreibt und liest sich freilich einfacher, als es ist, denn ziemlich ausser Atem die 5 Schüsse ins Ziel zu bringen gelingt nur rund 5 % aller Wettkämpfenden der Biathlon-Tour. Doch Stefan macht mit seinen ersten 4 Schüssen alles richtig und steht nach 9 Schüssen mit 9 Treffern da. So war es auch vor 2 Wochen in Rotenburg und dort war es genau jener letzte Schuss, der das Ziel verfehlte. Einen Augenblick lang lässt er uns Zeit darüber nachzudenken, ob er nun darüber nachdenkt…? Seine Antwort darauf ist die allerbeste, denn Stefan schießt und trifft. 10 Treffer, 3:07 Minuten, sein bestes Ergebnis bisher bei einer Biathlon-Tour-Etappe. Damit verdrängt Stefan die großartige Selina Strohm auf den 2. Platz und ist wieder auf dem „Schleudersitz“ des Etappenthrons angekommen. Der gute Geist der Biathlon-Tour, aber mindestens so sehr seine überragende Leistung bringen Stefan Weingarten im vierten Anlauf nun den Etappensieg und den Gewinn der Reise zum Tourfinale nach Oberhof am 3./4. April 2027. Wir freuen uns schon auf das Wiedersehen!

