Ein Citybiathlon, der auch bei Regen strahlt

Der Citybiathlon in Bergheim ist für die Biathlon-Tour ein besonderer Feiertag im Jahr, den wir heute bereits zum siebten Mal erleben dürfen. Entsprechend fühlt es sich ein bisschen so an, wie Heim kommen zur Biathlon-Familie im Rhein-Erft-Kreis. Da sind dann viele Dinge, von denen wir wissen, dass sie schon top sind und nicht verändert werden sollten, wie etwa der Modus als Laufbiathlon mit Liegend- und Stehendschießen, die Strafrunden auf den Skilanglauf-Cardiogeräten, der Wettbewerb als Teamchallenge mit vierköpfigen Staffeln, die mit ihrem Teamgeist, ihrer Motivation und Begeisterungsfähigkeit ein so entscheidender Faktor dafür sind, dass der Citybiathlon jedes Jahr jung und frisch bleibt und auch heute einzigartig wird. Auch die Signal-Iduna-Tribüne hat sich bewährt, bringt Arena-Feeling und ist zugleich die herzliche Einladung an Schaulustige und die Teams, die aktiven Wettkämpfenden ähnlich leidenschaftlich zu unterstützen, wie diese kämpfen. Auch das gelingt heute, wie die Bilder zeigen, zunächst phantastisch, bis der Regen diesem Tag einen anderen Verlauf gibt, als wir ihn uns gewünscht haben, aber damit nur eine neue Geschichte des Bergheimer Citybiathlons schreibt, die am Ende ihre eigene Schönheit mitbringen wird und so sehr von den Menschen erzählt wird, die pudelnass und zäh und leidenschaftlich bis zum Ende dabei bleiben und miteinander feiern, sich den Spaß nicht vom Regen verderben zu lassen.

Aber wir waren mit dem Bewährten noch nicht durch, denn hier ist unbedingt der Inklusionsbiathlon zu nennen, also jene Stunde des Tages, die eine Bühne bereitet, für diejenigen, die es schwerer haben im Leben, die mit Beeinträchtigungen im Alltag zu kämpfen haben und denen deshalb gerade Glücksmomente und Teilhabe geboten werden sollten. Auch heute führt diese Stunde in sehr schöner Weise die Bergheimer Biathlon-Familie zusammen und die entstehenden Glücksmomente werden regelrecht greifbar.

Mehr als bewährt hat sich der Rhythmus des Bergheimer Citybiathlons, DJ Raphael, der dem Geschehen mit seiner Musikauswahl, mit Countdown und vielen kreativen Effekten Schwung und Kurzweil schenkt und dann ist da der ideale Rahmen des Frühlingsfestes und verkaufsoffenen Sonntags, den die Kreisstadt Bergheim etabliert hat und damit viel Publikum in die City bringt. Eine besondere Ehre für die Biathlon-Tour stellt auch die Tradition da, dass Bergheims Bürgermeister, Volker Mießeler die Eröffnung am Mittag übernimmt und die stellvertrende Bürgermeisterin, Elisabeth Hülsewig am Abend die Wettkämpfenden ehrt. Die Bühne ist also bereitet für das nächste Bergheimer Biathlonfest.

Der Feiertag beginnt mit Teamwork

Bevor wir hier einsteigen in die spannenden Rennen gilt es, das Team vorzustellen, das der Biathlon-Tour hier in Bergheim zur Seite steht und damit diesen Citybiathlon erst ermöglicht. Da ist an erster Stelle die Kreissparkasse Köln zu nennen, die den Citybiathlon seit 2022 als Hauptsponsor begleitet, damit diesen besonderen Rahmen entscheidend mitfinanziert und die Kontinuität des Citybiathlons als jährlich wiederkehrendem Event am ersten Mai-Sonntag ermöglicht. Patrick Knobel, der Regionaldirektor der KSK Bergheim, ist Jahr für Jahr selbst vor Ort und hat in diesem Jahr noch zusätzlich Gutscheine für eine Siegerparty mitgebracht, die er am Abend an das beste Team des Tages überreichen wird.

Stefan Dannerts Signal Iduna Generalagentur Bergheim hatten wir im ersten Absatz bereits kurz genannt, als Sponsoren der Signal Iduna-Tribüne. Es sagt viel über Stefan aus, der bereit ist Verantwortung zu übernehmen, u.a. als Vorsitzender der Bergheimer Werbegemeinschaft WIG, dass er die Finanzierung der Tribüne zusätzlich zu seinem Engagement beim Inklusionsbiathlon übernimmt. Da lebt sie wieder, die Bergheimer Biathlon-Familie. Die wichtigen Dinge werden intern geklärt.

Und wie in jeder guten Familie geht nicht viel ohne den Kümmerer, bei dem die Fäden zusammenlaufen. Josef Riefert ist als Teambetreuer viele Wochen im Jahr der Ansprechpartner vor Ort für interessierte Teams, er hilft in der Kommunikation des Events, organisiert den Inklusionsbiathlon und übernimmt am Veranstaltungstag als “Mädchen für alles” die vielen, vielen Handgriffe, die Chaos verhindern helfen. Da funktioniert auch die Zusammenarbeit mit dem Citymanagement der Kreisstadt Bergheim bestens. Die Leiterin, Christina Conen-Gemmel und Jonah Bodewig sind echte Eventprofis, die den Tag in allen Details durchdacht haben.

So viel Würdigung muss an dieser Stelle erlaubt sein, bevor es nun zu den Protagonisten des Tages übergeht, zu 12 vierköpfigen Teams und 9 Inklusionsbiathleten, über die ich an dieser Stelle vorweg nehmen möchte, dass sie uns und wohl alle, die den Tag vor Ort erleben mit ihren Leistungen, ihrer Leidenschaft und ihrem Teamgeist verzaubern.

Wer wird Bergheimer Biathlon-Teamchampion?

Wir gehen rein in den Kurzdurchlauf der Protagonisten und beginnen mit den Titelverteidigern. Die Brexit Boys sind als Teamchampions der vergangenen 3 Jahre wieder dabei und müssen auch heute im Trio um den Sieg kämpfen, weil mit Maximilian Mücke ein Leistungsträger des Teams fehlt. Das sie auch in Unterzahl ganz oben auf’s Treppchen klettern können, haben sie jedoch im Vorjahr bereits bewiesen. Die vielleicht härtesten Konkurrenten um den Sieg, die Meatbeater der Fleischhauer VW-Autohäuser, die mit Viktor Pauly den wohl konstantesten Biathleten des Bergheimer Citybiathlons stellen, der seit 2019 in jedem Jahr zu den TOP 10 der besten Einzelbiathleten zählt und die als Team in den zurückliegenden 3 Jahren stets auf Platz 3 das Podium erreichten, werden von der Unterzahl der Brexit Boys nicht profitieren können, weil sie selbst einen Ausfall kompensieren müssen und Viktor also “Doppelschichten” als Start- und Schlussläufer leisten muss. So könnte die Stunde der sportlichen Mitbewerber schlagen. Etwa der Feuerdrachen, die als Kiddies 2019 als starke Läufer bereits Freude machten, 2022 Vize-Teamchampions wurden und heute mit starkem Team nicht nur zum “Dabei sein” zurückkommen. Oder die beiden jungen Teams des Erftgymnasiums, wo die Sportlehrer, Kai Heimann und Gunar Senge nun schon im 4. Jahr ihre Sporttalente davon überzeugen, über den Tellerrand der eigenen Sportart hinauszuschauen und die sportlichen Qualitäten auf dem ungeübten Terrain einzubringen und zu entwickeln. Wir dürfen vorwegnehmen, dass dies den jüngsten Teams des Tages heute sehr gut gelingt. Und dann siind wir sehr gespannt auf 4 Ironmen/Ironwomen, die beeindruckende Erfolge in ihrer Sportart mit zur Biathlonarena bringen, aber in unserer Sportart heute ihre Premiere feiern und keinerlei Erfahrung mitbringen. Mit ihrem Teamnamen “Strafrunden-Ultras” formulieren sie ihren Respekt vor der neuen Herausforderung. Nicht neu, aber auch nicht weniger herausfordernd ist die Biathlon-Teamchallenge für gleich 2 Teams der Bergheimer CDU, die längst Teil der Citybiathlon-Familie sind, weil sie nicht nur BEIM Citybiathlon um Volltreffer kämpfen, sondern sich auch FÜR den Citybiathlon im Bergheimer Eventkalender einsetzen. Wie schön auch, dass der Radsportverein Lövenich wieder ein Team stellt und die 4 Mutigen von jenem Fanclub begleitet wird, der sich in den Vorjahren den Beinamen “Biathlon-Ultras” verdiente. Die KSK lebt als Hauptsponsor das Event mit, hat ihr Team verjüngt und möchte erstmals ins Finale, weil es um mehr als Geld geht. Und besonders freuen wir uns über 2 Teams mit mutigen Biathlon-Neulingen, jenes der Jugendfussballabteilung des 1. FC Quadrath-Ichendorf, das von Jugendleiter Sascha Masciotti angeführt wird und das Team der noch jungen Boxabteilung des TSV Kenten, das mit seiner Trainerin, Anastasia Kamerlog am Start ist.

Inklusions-Biathlon: Momente, die ins Schwarze treffen

Der Inklusions-Biathlon lebt vielmehr von Momenten als von Resultaten. Er öffnet den Erlebnisraum für Jene, die stets “aussen vor” bleiben, wenn ihr Mitmachen nicht bewusst organisiert wird. Was in dieser Stunde passiert, kann kaum vorgeplant werden. Um so schöner sind dann Momente, wie jener, als Felix Michalski, der großartige Sportler ohne Augenlicht, der im Speedskating zusammen mit Josef Riefert sogar Deutsche Meistertitel gewinnen konnte, nach seinem Biathlon-Erlebnis um das Mikrofon bittet und alle an der Biathlonarena an seiner Freude teilhaben lässt. Zuvor hatte Felix mit “blindem Vertrauen” zu seinem Betreuer, Thomas Zimmermann, gleich dreimal den 200 m-Parcour auf dem Hubert-Rheinfeld-Platz durchlaufen und die Fehlschüsse seines Laufpartners auf den Cardioskilanglauf-Geräten abgearbeitet. Die Empathie des Publikums war dabei so unmissverständlich hörbar, dass Felix die Bergheimer Biathlon-Familie gar nicht sehen muss, um zu spüren, dass er dazu gehört und mittendrin ist. Nicht anders ergeht es Thomas Mund, der sich nach seinem Schlaganfall vor 9 Jahren und mit halbseitiger Lähmung mühsam in winzigen Schritten zurück in ein einigermaßen normales Leben kämpfen musste. Zum Glück ist Thomas bis zum heutigen Tag ein Kämpfer geblieben und geht mit seinem Laufpartner, Ingo Lauterbach, zwei 200-Runden mit der eigenen Kraft auf den Beinen an. In deren Mitte erreicht er auch das Erfolgserlebnis am Biathlongewehr und auch da wird deutlich, wie sich Thomas seine Erfolgserlebnisse robust erarbeitet und nicht aufgibt, wenn es nicht gleich gelingen mag. Am Ende läuft er mit Ingo durch den Zielbogen und wir alle gewinnen den Eindruck, dass Thomas ein weiteres Zwischenziel auf seinem Weg zurück in so viel Normalität wie möglich erreicht hat. Mit bewundernswerter Offenheit, Neugier und Lebendigkeit ist Salvatore Spadaro längst zum Sonnenschein des Citybiathlons geworden. Sein besonderes Talent liegt darin, dass seine Beeinträchtigung in so vielen Situationen kaum wahrnehmbar ist. Im CDU-Team kämpft er sogar in der Staffelchallenge und nutzt jede Gelegenheit, um in der Aktivität dazu zu lernen. Auch Salvatore ist ein Held dieses Inklusionsbiathlon.

Das gilt nicht weniger für 6 Rollstuhlsportler der Rolling Tigers, die gerade den Titel des Landesmeisters im Rollstuhl-Basketball gewinnen konnten und heute in zwei Dreierteams ihre internen Biathlonchampions ermitteln. Die “Fußgänger” im Team, also diejenigen, die den Rollstuhl als Sportgerät nutzen, Kai Schmitz und Artem Fibich, die beiden Topscorer des Teams, liefern sich das Auftaktduell, das Kai knapp für sich entscheidet. Bei allen sechs Basketballer/innen wird das Sport-Gen deutlich. Da steckt Power drin, die sich als Tempo auf der 200m-Runde und Kampfkraft in der Strafrunde zeigt. Die Geschicklichkeit von Maik Pirl, Claudia Münch und Afzal Mirza im Umgang mit dem Rollstuhl fällt gleich auf und Tamara Pink punket besonders mit ihrem Durchhaltewillen in der Strafrunde. Am Ende ist das Resultat zweitrangig und der Sieg geht nicht nur an die 9 Sportler, sondern an alle, die diese Stunde an der Biathlonarena miterleben.

Die Teamchallenge: 1. Rennen

Im 1. Rennen startet das Team des Hauptsponsoren, die Kreissparkasse Bergheim mit dem Etappensieger des Bergheimer Citybiathlons 2022, Patryk Nowicki Der Versicherungsexperte aus Elsdorf bringt sein Team in dieser 1. Runde auf Platz und muss den Ironmen im Team der Strafrunden-Ultras, Sören Wallmen, um gut 20 Sekunden ziehen lassen. Sören trifft 6x und Patryk 5 x mit den 10 Schüssen. Noch besser zielt in dieser 1. Runde Alexander Repke vom Team der Jugenfussballabteilung Quadrath-Ichendorf. Alexander bringt 8 der 10 Schüsse ins Ziel muss den beiden Kontrahenten läuferisch aber den Vortritt lassen und folgt rund 50 Sekunden zurück auf Platz 3. Für die CDU Bergheim 1 geht es in die Aufholjagd nach 8 Fehlschüssen ihres Salvatore Spadaro. Die 2. Runde bringt keine Veränderung. Triathletin Katrin Wallmen hält die Führung für die Strafrunden-Ultras und Kevin Loos kann trotz 400 m Extrametern in der Strafrunde für seine 8 Fehlschüsse den 2. Platz der KSK Bergheim verteidigen, weil hinter ihm Ben Bühr (6 Fehlschüsse) und Thomas Kurth (7 Fehlschüsse) ähnlich lange Umwege leisten müssen.

Der Star dieses ersten Rennen ist Jannik Emmendörfer. Der Ironmen aus Mülheim an der Ruhr ist schnell und treffsicher zugleich bringt 9 seiner 10 Schüsse ins Ziel, muss nur für ultrakurze 50 m in die Strafrunde und erreicht mit 5:36 Minuten die fünftbeste Einzelzeit des Tages. Damit bringt Jannik seine Strafrunden-Ultras nahezu uneinholbar in Führung. Platz 2 bleibt bei den Finanzprofis der KSK Bergheim, für die Privatkundenberater Lucas Crampen nach starken 4 Treffern im Liegendschießen bei 5 Fehlschüssen im Stehendschießen Lehrgeld bezahlen muss. Niklas Vanselow für die CDU Bergheim und Kai Bühr für den 1. FC Quadrath-Ichendorf machen es mit je 6 Treffern besser und rücken näher ans Team der KSK heran.

Die Schlussrunde bringt den Sieg und Finalqualifikation für das Triathlon-Quartett der Strafrunden-Ultras, die mit Lise Emmendörfer als Schlussläuferin in 27:13 Minuten fast 5 Minuten Vorsprung auf die KSK Bergheim herausholen, für die Sparkassenbetriebswirt Christoph Pesch ein versöhnliches Ende schafft mit 8 Treffern und damit, wie in den Jahren zuvor, zum Shootingstar seines Teams wird. JuFu QI hat mit Sascha Masciotti seinen besten Biathleten in dieser Schlussrunde. Der Jugendleiter erzielt 7 Treffer und eine Zeit von 6:59 Minuten. Damit kann er Marc Masur und die CDU Bergheim auf Distanz halten und Platz für die Newbies aus Quadrath-Ichendorf sichern.

2. Rennen

Das zweite Rennen wird schneller als das vorherige. Das liegt zunächst am Team der Feuerdrachen, für die Schwimmer, Luis Häcker in 6:45 Minuten die Führung erreicht, während hinter ihm dem jungen Schüler des Erftgymnasiums, Christoph Lemper, bei 9 Fehlschüssen die Treffsicherheit fehlt und dann auch die Kraft in der Strafrunde. Der Routinier des Teams, Philipp Radi hilft dem jüngeren Teamkollegen in der Loipe. Auch das ist Biathlon-Tour. Streng genommen hätte Philipp nicht einspringen dürfen, aber wir führen Niemanden vor, der die Hand hebt und um Unterstützung bittet. Jasmin Giesen führt das Team der CDU Bergheim 2 auf den 3. Platz und die Boxabteilung des TSV Kenten muss das Feld von hinten aufrollen.

Doch es folgt eine ganz starke 2. Runde und die Führung der Feuerdrachen schmilzt zusammen, obwohl ihr Sprinter, Adonai Nlungu bei seiner Biathlonpremiere vieles richtig macht und immerhin 5 Treffer erzielt. Doch rechts von ihm wird der IT-Business-Analyst in Reihen der Bergheimer CDU, Henrik Flamm, beinahe zum Biathlonprofi. Die ersten 9 Schüsse bringt er alle ins Ziel und als wir ihn als ersten Meisterschützen des Tages feiern möchten, da wird sein letzter zum verflixten Schuss. Dennoch schafft der Musterschüler, der sein Abi 2022 mit der Durchschnittsnote 1,0 abschloss mit 5:49 Minuten die achtbeste Einzelleistung des Tages. Noch schneller ist in dieser Runde Ben Barfoot vom Team des Erftgymnasiums. Der junge Fußballer war bereits im Vorjahr stark als Leistungsträger im Lehrer-Team heute bringt der Schüler der i-pad-Klasse Jahrgangsstufe 10 acht seiner 10 Schüsse ins Ziel und überzeugt mit extrem schnellem Schießrhythmus und flinken Beinen. 5:29 Minuten bringen Ben auf einen tollen 2. Platz der Einzelwertung. Drei Teams sind zur Halbzeit dieses Rennens nur 45 Sekunden auseinander, aber der Abstand vergrößert sich wieder, weil Feuerdrache Jakob Schulze-Isfort bei seiner Biathlonpremiere ein hohes Lauftempo und starke 7 Treffer einbringt. Mit 5:49 Minuten kann der Fußballer seinen Kontrahenten des Erftgymnasiums, Philipp Radi gut 30 Sekunden auf Distanz halten. Philipp verliert die Zeit durch 4 Fehlschüsse im Stehendschießen. Andre Wantke für die CDU Bergheim und Anastasia Kamerlog schaffen dahinter jeweils ausgezeichnete 7 Treffer. In der Schlussrunde bringt Jelte Brink den Sieg der Feuerdrachen sicher nach Hause. Der drittbeste Einzelbiathlet von 2023 benötigt dafür nur 5 Treffer, denn Tom Fechner vom Erftgymnasium muss 6 x für 50 m in die Strafrunde und kann den Rückstand nicht mehr verkürzen. Die CDU Bergheim 2 erreicht mit Christoph Plonsker Rang 3 in diesem Rennen und nimmt zu diesem Zeitpunkt zusammen mit dem Team des Erftgymnasiums noch die beiden Plätze der zeitschnellsten Teams ein, die sich ebenfalls für das Finale qualifizieren. Doch das folgende 3. Rennen wirbelt das Klassement nochmal kräftig durcheinander. Großartig ist die Leistung von Jana Harmeling als eingesprungene Schlussläuferin für das Team TSV Kenten Boxen. Jana macht heute die meisten Volltreffer mit der Kamera. Mehr als die Hälfte der Bilder dieses Nachberichts sind von ihr erstellt. 9 weitere Volltreffer kommen mit 10 Schüssen am Biathlongewehr hinzu und mit der Zeit von 6:05 Minuten wird Jana beste Biathletin des Tages.

3. Rennen

Im letzten Vorlaufrennen trifft das Team 2 des Erftgymnasiums auf die Ehemaligen, die als Brexit Boys sozusagen das Einser-Biathlon-Abi hingelegt haben mit 3 Teamchampion-Titeln in Folge. Können sich die Älteren auch zu Dritt erneut gegen ihre früheren Mitschüler durchsetzen und wie stark wird das Team der Meatbeater sein, die in den zurückliegenden 3 Jahren imer das Podium erreichten heute jedoch ebenfalls nur zu Dritt kämpfen.

Wir machen es an dieser Stelle etwas kürzer, weil alle 3 Teams später im Finale erneut aufeinandertreffen werden. Es ist ein tolles Rennen, in dem das Team der Meatbeater trotz ganz starker 31 Treffer mit 40 Schüssen nur Platz 3 erreichen und sich den letzten Finalplatz über ihre Zeit von 26:47 Minuten sichern. Hut ab vor dem jungen Team des Erftgymnasiums. Mit hoher Laufqualität und weit überdurchschnittlichen 27 Treffern gelingt in 26:28 Minuten die Finalqualifikation. Herausragend ist dabei das Lauftempo von Justus Schmitz. Der junge Fußballer kann sich sogar 4 Fehlschüsse leisten, also 200 m Umweg auf dem Skilanglauf-Cardiogerät und erreicht in 5:31 Minuten dennoch das drittbeste Einzelergebnis des Tages. Youssef Bada bringt nervenstark und mit 7 Treffern diesen 2. Platz gegen den starken Meatbeater, Viktor Pauly, nach Hause, der Jahr für Jahr zu den besten Biathleten des Feldes zählt.

Wenn wir hier über die Plätze 2 und 3 schreiben, dann liegt das an 3 wahren Überfliegern. Die Brexit Boys schießen 40 Mal ausser Atem auf die kleinen Ziele mit 45 mm Durchmesser und bringen 38 davon im Ziel unter. Das ist noch unglaublicher, als es sich anhört. Wir haben mit der Biathlon-Tour schon Deutsche Meister in den Disziplinen Sommerbiathlon und Biathlon am Start gehabt und nun kommen 3 Freunde, die ausser bei 3 Bergheimer Citybiathlons eigentlich nichts mit dieser Sportart zu tun haben und performen in einer Liga mit nahezu täglich trainierenden Spezialisten. Wobei wir 38 Treffer mit 40 Schüssen auch bei diesen Spezialisten nur ein einziges Mal erlebt haben. Es ist phantastisch, was Nico Osieka, Franz Kushnarev und Tom Neumann hier leisten und das Sportherz freut sich, dass wir die 3 Brexit Boys gleich im Finale nocheinmal erleben dürfen.

Nicht um den Titel des Teamchampions kämpft das Team des RSV Lövenich, die als 4. dieses Rennens di8e Finalqualifikation verpassen. Doch als Stimmungschampions nehmen sie ihren Platz inmitten der Bergheimer Biathlon-Familie ein.

Das Finale der 5 besten Teams

Dann ist es auch schon soweit und der Countdown zum Highlight dieses Biathlontages, dem Finale der besten 5 Teams läuft an. Eines dürfen wir vorwegnehmen, es werden knapp 25 Minuten, die alles halten, was sie versprechen und die den Regenwolken ein Strahlen abgewännen, wenn diese ein Herz für leidenschaftlichen, spannenden Sport hätten. Nur 2 Ründchen dauert das “Abtasten”, dann starten Franz Kushnarev für die Brexit Boys und Viktor Pauly für die Meatbeater mit perfekten 5 Treffern im ersten Liegendschießen als Führungsduo durch. Gemeinsam gehts für die beiden ins Stehendschießen, aus dem der Brexit Boy und beste Biathlet des Citybiathlons 2023, erneut fehlerlos hervorgeht und als Meisterschütze nach 5:32 Minuten mit 30 Sekunden Vorsprung Nico Osieka ins Rennen schickt. Viktor Pauly hält den Rückstand mit starken 9 Treffern in Grenzen und bringt den Porscheberater des Fleischhauer Autohauses, René Sandmann in die Spur. Auf Platz 3 die Feuerdrachenmit Luis Häcker und auf Platz 4 die Strafrunden-Ultras mit dem Wechsel von Sören Wallmen auf seine Frau Katrin. Das team des Erfgymnasiums muss rund 2 Minuten Rückstand aufholen, die Hagen Koppelkamm vor allem durch 4 Fehlschüsse im Stehendschießen ansammelt.

Doch die Reaktion des Gymnasiasten-Teams ist perfekt. Ercan Kuru wächst förrmlich über sich hinaus, krönt sich persönlich zum Meisterschützen mit perfekten 10 Treffern und führt das Erftgymnasium von Platz 5 auf 4 und sogar auf 5 Sekunden nah an die Feuerdrachen auf Platz 3 heran. Nur 30 Sekunden davor auf Platz 2 die Meatbeater, wo bei “Porsche” Rene Sandmann bei 6 Fehlschüssen etwas die Spur verstellt ist. So haben sich das die Titelverteidiger vorgestellt, Brexit Boy, Nico Osieka, sorgt für die Treffer 11-19 mit den bisher 20 Schüssen und der Vorsprung beträgt zur Halbzeit des Finals rund 2 Minuten.

Was könnte passieren, damit dieses Finale nochmal spannend wird? Zumal Franz Kushnarev auch bei seinem 2. Einsatz in diesem Finale wie ein Biathlonprofi zielt und 9 Mal ins Schwarze trifft. Dass es dennoch nur 4:46 Minuten dauert, bis in diesem Finale das volle Adrenalin zurück ist und die Brexit Boys trotz nahezu perfekter Trefferausbeute den Verfolger im Nacken spüren, ist eine kleine Sensation, weil Feuerdrache Jakob Schulze-Isfort bei seinem ersten Citybiathlon vom ersten Meter an ein Lauftempo vorlegt, das kaum durchhaltbar erscheint, weil er für seine 5 Schüsse Liegendschießen nur wenig mehr als 10 Sekunden benötigt und dennoch fehlerlos aus ihnen hervorgeht, weil er auf den Laufrunden 3+4 Druck und Tempo ganz oben halten kann und eben nicht, wie befürchtet, einbricht, weil er, stark ausser Atem, zu seinem Meisterstück ansetzt und einige Sekunden später…wie macht er das nur…als fehlerloser Meisterschütze zurück in den Sprintmodus wechselt und diese komplette letzte 200m-Runde als langen Endspurt bis zur Übergabe auf Schlussläufer Jelte Brink durchzieht. 4:46 Minuten und 10 Treffer, 43 Sekunden vor dem zweitbesten Ergebnis des Tages. Kein Zweifel, der junge Fußballer von Erfa Gymnich ist komplett über sich hinausgewachsen und erreicht mit diesem perfekten Rennen den Etappensieg als bester Einzelbiathlet und gewinnt die Reise zum Finale der Biathlon-Tour am 3./4. April 2027 nach Oberhof.

Feuerdrache Jelte Brink startet mit 58 Sekunden Rückstand auf Brexit Boy Tom Neumann in die Schlussrunde. Hinter den beiden führenden Teams kämpften das Team Erfgymnasium auf Platz 3, die Meatbeater als Vierte und die Strafrunden-Ultras nur insgesamt 30 Sekunden voneinander getrennt um den Platz auf dem Podium. In dieser Situation cool zu bleiben ist keine leichte Aufgabe für Brexit Boy Tom Neumann. Der Sieg war doch eigentlich schon klar und nun darf er sich kaum einen Fehler erlauben, um Jelte Brink nicht noch mehr am Sieg schnuppern zu lassen. In dieser Situation agiert der Musiker der Brexit Boys, der gerne Trompete und Schlagzeug spielt, wie ein echter Champion. Die Konzentration ist voll da, die Nerven sind stark und komplett fehlerlos nimmt Tom die Hürde Liegendschießen. Jelte Brink muss einmal in die Strafrunde und kann damit den ganz großen Druck auf Tom Neumann nicht aufrecht erhalten. Der Brexit Boy spielt seine Rolle des Schlussläufers weiter perfekt, da ändert auch ein Schießfehler im Stehendschießen nichts dran. Schon in der kurzen Strafrunde fällt die Last ab, der Rest ist Schaulaufen, Jubel, Titelverteidigung. In 23:53 Minuten siegen die Brexit Boys zum vierten Mal in Folge vor den Feuerdrachen, für die Jelte Brink 8 Treffer erzielt und nach 24:50 Minuten einläuft. Die Tür zum Sieg war für kurze Zeit einen Spalt weit auf aber Platz und der Einzeletappensieg sind aller Ehren wert. Platz 3 erkämpft, wie sollte es anders sein, Mr. Zuverlässig der Meatbeater, der EDV-Leiter und Prokurist Viktor Pauly mit seinem vierten Wettkampf am heutigen Tag, die er allesamt mit 8 oder 9 Treffer beendete. Nur 20 Sekunden hinter den Meatbeatern erreichen die Jungs vom Erftgymnasium bei ihrer Biathlonpremiere den starken 4. Platz. Von 0 auf 5 führte das Biathlondebut der Triathleten. Hoffentlich haben wir sie mit dem Biathlonfieber infiziert gegen das nur Wiederkommen hilft.

Ehrung & Dank

Mit dem 4. Sieg in Folge der Brexit Boys und dem Etappensieg von Jakob Schulze-Isfort, der Bergheim beim Finale der Biathlon-Tour im April 2027 in Oberhof vertreten wird, endet dieser 7. Citybiathlon. Die Stellvertrende Bürgermeisterin, Elisabeth Hülsewig ehrt alle Wettkämpfenden mit Glückwünschen und Erinnerungsmedaillen und übergibt die Pokale an die besten Teams. Die Brexit Boys erhalten die Gutscheine zur Siegerparty im Extrablatt aus der Hand von KSK Bergheim-Regionaldirektor, Patrick Knobel. Ein feuchter und dennoch toller Biathlontag neigt sich dem Ende zu und die Biathlon-Tour sagt herzlich Dankeschön an alle Biathleten des Tages und an das stimmungsvolle Bergheimer Publikum, die gemeinsam diesen Tag alles abtrotzten was möglich war. Erneut in Bestform war auch DJ Raphael, mit dem die Zusammenarbeit einfach Spaß macht

Die treuen Sponsoren, Hauptsponsor Kreissparkasse Köln sowie Inklusions-Biathlon und Südtribünen-Sponsor, Signal Iduna Bergheim, ermöglichen erst den Rahmen dieses Events. Ihnen gilt unser Dank ebenso, wie den engagierten Organisatoren, Josef Riefert in der Team- und Inklusionsbiathlon-Betreuung, Jonah Bodewig, Christina Coonen-Gemmel und Julia Oberhauser in der Betreuung des gesamten Frühlingsfestes. Dankeschön an den Bergheimer Bürgermeister, Volker Mießeler und seine Stellvertreterin, Elisabeth Hülsewig für die ersten und letzten Worte an diesem Tag und für die engagierte Begleitung. Bergheim ist ein Feiertag für die Biathlon-Tour

Ein großes Dankeschön möchten wir an dieser Stelle auch an unseren Hauptpartner, den Biathlon-Weltcup Oberhof richten. Das größte Deutsche Biathlonspektakel, das im nächsten Jahr erstmals vom 4.-7. März 2027 in der Arena am Rennsteig erneut die komplette Weltelite des Biathlons am Start haben wird, unterstützt die Biathlon-Tour und ermöglicht ihr damit erst den großartigen Siegerpreis der Reise zum Tourfinale für die Besten jeder Etappe.

Bilder: Jana und Silvia Harmeling, Siegward Pein, Technik und Wettkampfbetreung: Siegward Pein, Marco Feulner, Gisi Feulner, Luca Feulner, Dirk Harmeling, Social Media-Betreuung: Lena Bremer und Marvin Meisel, Text und Moderation: Martin Bremer

Der andere Blick auf die Biathlon-Tour: https://www.instagram.com/biathlontour/

O-Töne

Kai Heimann, Lehrer des Erftgymnasiums: vielen Dank für die tolle Nachberichterstattung und für die wieder tolle Organisation von Dir und Deinem Team. Es hat allen Schülern viel Spaß gemacht (mir als Zuschauer natürlich auch)! Und ich finde, ihr leistet einen hervorragenden Beitrag – nicht nur zur Inklusion, sondern auch zur Integration und Identifikation (mit der Stadt/ Schule)

Sascha Masciotti, Jugendleiter des 1. FC Quadrath-Ichendorf Fußballabt.: du kannst uns für nächstes Jahr fest einplanen. Lass uns gerne die Einladung zukommen. Alles Gute und danke für gestern. Richtig geiles Event!!