Was wäre der März ohne den Gevelsberger Frühlings-Biathlon?

Neben Schramberg im Schwarzwald kam der Citybiathlon in Gevelsberg 2023 erstmals in das Programm der Biathlon-Tour und beide Events sind wahre Glücksfälle, die in diesem Jahr bereits zum vierten Mal den Auftakt unserer Jederfrau/mann-Biathlon-Tour durch Deutschland prägen. “Glücksfälle”, weil die Gastgeber dieser Events “etwas vorhaben” mit ihren Citybiathlons, mit dem jährlichen Turnus Kontinuität gewährleisten, die sich längst auszahlt durch die vielen Geschichten, die während der ersten 3 Citybiathlons schon entstanden sind und zahlreiche Teams zu “Wiederholungstätern” machen. “Glücksfälle” aber auch deswegen, weil sowohl in Gevelsberg, wie auch in Schramberg die jeweiligen verkaufsoffenen Sonntage als Citybiathlon-Termin bestens besucht sind und damit gerade an der Biathlonarena eine wunderbare Stimmung und Atmosphäre entsteht, die – zusammen mit dem Teamgeist und der Begeisterung der Teams genau jenen Rahmen schaffen, der das Event erinnerungswürdig und zum Spektakel werden lässt. Und schließlich hat die Biathlon-Tour durch ihre beiden “Berg”-Biathlons – hier gilt es auch das Event in Merzig zu nennen – nun eben gleich zum Start des Tourjahres echte Highlights, die wir in den Jahren zuvor oft erst im späteren Frühling (Bergheim, Braunlage, Schierke, Erfurt) im Spätsommer (Gera, Holzminden, Oberhof, Rotenburg) und im Winter (Menden, Mayen) präsentieren konnten.
Um es vorweg zu nehmen, dieser 4. Gevelsberger Citybiathlon hält voll und ganz was er verspricht. Hier, auf der schrägen Mittelstraße begrüßen wir, trotz ein paar kurzfristiger Absagen, ganz starke 13 Teams, erleben gemeinsam mit den erneut zahlreichen Besuchern schon spannende Vorläufe der Staffelchallenge, sehr leistungsstarke Halbfinals und ein wahrlich denkwürdiges Finale der besten 3 Teams. Dafür gilt es Dank zu sagen, nicht nur an die begeisterungsfähigen Mitmachenden und Schaulustigen, sondern gerade auch an das Team der gastgebenden ProCity Gevelsberg um die Citymanagerin, Vanessa Paulus. Mit Gevelsberg hat die Biathlon-Tour einen echten Leuchtturm im Ruhrgebiet, wenngleich die liebenswerte Stadt des Ennepe-Ruhr-Kreises ja eher am Rande des Ruhrgebietes und deutlich geprägt vom Bergischen Land eingeordnet gehört.
Neue und treue Teams

Die Teamchampions der beiden Vorjahre, PUR Ingenieur GmbH und die Verbandsliga-Handballerinnen des Kirmes Revival-Teams sind erneut in unveränderter Besetzung am Start und werden ganz am Ende des Biathlontages die Hauptakteure des sportlichen Highlights sein. Neue Teams, wie das mutig offensiv mit dem Namen “Elite” startende junge Quartett aus dem Gevelsberger Steuerbüro Cramer & Rüggeberg beeindrucken bei ihrer Premiere ähnlich wie die “Taskforce”, ebenfalls aus dem Hause Cramer & Rüggeberg, sowie die “More Energy Sharpshooters”, die nur einen Steinwurf entfernt von der Biathlonarena im EMS-Studio auf der Mittelstraße innovatives Gesundheitstraining anbieten oder das Familienteam der “Horster Schützen”, die für ihre Biathlonpremiere aus Essen-Horst und Sprockhövel zusammenfinden und es gleich bis ins Halbfinale schaffen. Etablierte Teams, wie jene der ältesten Gevelsberger Kirmesgesellschaft, Pinass Brumse oder des Lauftreffs Hasslinghausen halten dem Citybiathlon die Treue und sogar der Gevelsberger Kult-Gastronom, Ralf Hedtmann steht mit seinen BarkeeperInnen aus dem nahen Bistro Papillon als treffsicheres Team erstmals an der Startlinie, obwohl die vorangehende Nacht des Kneipenfestivals sicher lang und feucht war. Wir erfreuen uns an den “cleveren Hasen”, Lehrerinnen und SchulsozialarbeiterInnen der Gevelsberger Ferdinand Hasenclever Förderschule, die bei ihrer Biathlonpremiere 24 ihrer 40 Schüsse ins Ziel bringen und damit auch ohne Halbfinalqualifikation ein starkes Biathlondebut hinlegen. Diese tolle Mischung aus etablierten und neuen Teams lässt uns verschmerzen, dass erstmals keine Staffel aus dem Gevelsberger Rathaus am Start ist und auch die 2023 siegreichen Züge der Freiwilligen Feuerwehr Gevelsberg heute keine Biathlonteams stellen. Dass es mit 13 Teams dennoch für eine Rekordbeteiligung reicht, zeigt, welche schöne Basis an Teams die nunmehr 4 Citybiathlons bereits hervorgebracht haben.
Neuer Modus macht Laune

Erstmals bietet der Gevelsberger Citybiathlon Liegend- UND Stehendschießen an und kommt damit dem Original, wie an diesem Wochenende beim vorletzten Weltcup in Estland oder wie beim Weltcup in Oberhof in der Arena am Rennsteig unseres Tourpartners, noch näher. Statt bisher, 400 m Cardio-Skilanglauf und 5 Schüsse Stehendschießen, warten auf alle Wettkämpfenden nun 2 x 250 m Cardioskilanglauf (für Frauen und Ü64: 2 x 200 m). Nach dem ersten Abschnitt wird 5 Mal Liegend geschossen, nach dem 2. Langlauf-Abschnitt folgt die Höchstschwierigkeit mit 5 Schüssen Stehendschießen aus 10 m Entfernung auf die Ziele mit 45 mm Durchmesser. Dieser neue Modus fordert die Mitmachenden also bei doppelt so vielen Schüssen, bringt aber noch deutlich mehr Erfolgserlebnisse hervor, denn das Liegendschießen auf die gleiche Zielgröße wie das Stehendschießen geht vielen Wettkämpfenden etwas leichter von der Hand. Die 15 Strafsekunden pro Fehlschuss machen das Staffelevent zum Spektakel, denn nahezu minütlich kann es dadurch zu Führungswechseln kommen und ein gerade noch jubelndes Team muss während zermürbender Strafsekunden miterleben, wie die Konkurrenz vorbeizieht.
Der Ablauf des Tages sieht von 12 – 13.30 Uhr das spontane Einzelevent für alle Neugierigen vor und dient zugleich als Übungszeit für die 13 vierköpfigen Teams, die ab 13.30 Uhr in 5 Vorlauf-Rennen, 2 Halbfinals und dem Finale der 3 besten Staffeln den Teamchampion ermitteln. Die Siegerehrung für alle Teams bildet nach dem Finale den Abschluss des Events.
Top-Resultate im spontanen Einzelwettbewerb

2 der besten 5 Einzelresultate des Tages bringt am Mittag bereits die spontane Mitmachchallenge hervor. Zur Erklärung: Auch alle nachfolgenden Staffelwettkämpfer werden mit ihren Leistungen in der Einzelrangliste erfasst. Dafür rechnen wir ihre Strafsekunden aus dem Ergebnis heraus und listen sie nach dem Modus des Einzelwettkampfes “Treffer vor Zeit”. Diesen Modus bestens verinnerlicht hat die erst 16-jährige Wiebke Sauer. Wiebke ist ein großer Biathlonfan und eine minestens so große Kämpferin. Bei der Biathlon-Tour holte die Rheinland-Pfälzerin bereits vor 2 Jahren den 2. Platz in der Einzelwertung der Etappe in Mülheim-Kärlich und wurde zur Hauptperson des damaligen SWR-Berichtes von der Biathlonetappe im Gewerbepark in Mülheim-Kärlich. Seinerzeit bekam sie von uns eine Wildcard zum Finale nach Oberhof auch ohne den Etappensieg, weil wir diese großartige Leistung unserer damals zweitjüngsten Finalistin würdigen wollten. Wiebke schaut zwar sehr oft Biathlon ist aber keineswegs selbst regelmäßige, aktive Biathletin. Das muss an dieser Stelle gesagt werden, bevor wir von ihren 10 Wettkampf-Schüssen in Gevelsberg berichten, die allesamt ins Ziel finden. Welch eine Leistung. Ein solches Meisterschießen gelingt am heutigen Tag nur 2 von 80 Wettkämpfenden. Meisterschützin Wiebke benötigt für ihre 2 x 200 m Cardioskilanglauf und ihre 10 Treffer die Zeit von 4:57 Minuten. Am Ende ist es, wie seinerzeit in Mülheim-Kärlich, der 2. Platz unter allen Wettkämpfenden. Und wie damals, so entscheiden wir uns auch heute, die junge Dame mit einer Wildcard zum Tourfinale im März 2027 in Oberhof zu belohnen.
Sehr stark ist auch die Leistung des Düsseldorfer Trailrunners, Jonah van Thiel (im orangenen T-Shirt). Jonah hatte am Vormittag mit Freunden in Gevelsberg einen Trainingslauf absolviert. Da wusste er noch nicht, dass er am Mittag in der Gevelsberger City seine Biathlonpremiere feiert. Wir lieben diese Situationen. Jonah traut sich an der Biathlonarena also erstmals und spontan in einen Biathlonwettkampf und lernt in Windeseile. Nach der ersten Challenge mit 7 Treffern ist sein Ehrgeiz entfacht und für einen Wettkampf vor der Teamchallenge ist noch ein Zeitfenster frei. Das nutzt der talentierte Läufer zu 9 Treffern mit 10 Schüssen und einer Zeit von 4:10 Minuten, dem viertbesten Resultat des heutigen Tages. Alle Achtung!
Teamchallenge: 1. Vorlauf – Team Elite macht seinem Namen Ehre

Im ersten der 5 Vorlaufrennen der Staffelchallenge, die um 13.30 Uhr durch Gevelsbergs stellvertretenden Bürgermeisterin, Sonja Dehn und Citymanagerin, Vanessa Paulus eröffnet wird, trifft das Team der Ferdinand Hasenclever Förderschule, clevere Hasen, auf die Dauerbrenner des Gevelsberger Citybiathlons, Brumses Biathleten, die bei keiner der 4 Veranstaltungen fehlten und auf das junge Team Elite, aus Finanzbuchhaltern des Steuerbüros Cramer & Rüggeberg. Die Teamchallenge startet damit fulminant. denn das beste Resultat des gesamten Tages erreicht Elber Gümüs (obere Bildzeile, zweiter von rechts im grünen Trikot). Der junge Türke befindet sich im Fastenmonat Ramadan und bringt dennoch die Kraft und Konzentration für jene perfekten 10 Treffer mit 10 Schüssen auf, die heute nur er und Wiebke Sauer schaffen. Elber, der mit seiner Gesamtschule Haspe 2022 auch den Hagener Stadtmeistertitel im Fußball gewann, benötigt 4:40 Minuten und ist damit 17 Sekunden schneller als Wiebke. Als Einzelsieger in Gevelsberg gewinnt er die Reise zum Biathlon-Tourfinale in Oberhof im März 2027 und wird im Biathlon-Weltcuport gegen die Etappensieger aller anderen Tourstädte 2026 um den Toursieg kämpfen. Da im Team Elite des Steuerbüros auch Birhat Soner und Malik Abou Chez mit je 8 Treffern zu den besten des Tages gehören, qualifiziert sich das Quartett als schnellstes aller 13 Vorlaufteams mit 19:00 Minuten als Sieger des 1. Rennens für das Halbfinale. Hinter dem Siegerteam holen die cleveren Hasen bei ihrer Biathlonpremiere den 2. Platz dieses Rennens und mit 20:40 Minuten den 8. Platz in der Teamwertung. Herauszuheben ist die Leistung der Schulsozialarbeiterin Sarah Hillebrand (obere Bildzeile, linkes Bild, ganz rechts im hellgrünen T-Shirt beim Liegendschießen). Sarah erzielt 9 Treffer und erreicht schnelle 4:11 Minuten. Es ist die fünftbeste Leistung heute, bei der ihr eines von nur 3 fehlerlosen Stehendschießen des Tages gelingt. Sarah macht erstmals Biathlon. Das ist herausragend! Auch Steffen Benfeld von Brumses Biathleten soll mit seinen 7 Treffern hier Erwähnung finden. Der neuntbeste des Vorjahres ist damit auf Platz 17. der Beste seines Teams, das in 21:32 Minuten den 10. Platz der Teamwertung erreicht.
2. Vorlauf – Die Taktik des Titelverteidigers geht auf

Im 2. Staffelvorlauf startet der Titelverteidiger, die PUR Ingenieur GmbH in der gleichen Besetzung, die im Vorjahr bei der Premiere gleich Teamchampion wurde. Auch heute sind die sportlichen 4 in ihrem Vorlauf nicht zu schlagen, obwohl sie mit 15 Treffern aus 40 Schüssen bei der Treffsicherheit noch geizen. Zum Vergleich, das Team Elite, als Sieger des ersten Vorlaufes, hatte 30 Treffer mit 40 Schüssen erzielt. Dennoch benötigen die Pur Ingenieure in 19:20 Minuten nur 20 Sekunden länger für ihr Rennen als zuvor das Elite-Team. Ihre Stärken sind deutlich erkennbar. Die Projektingenieure Ben Matthes und Aaron Gölzenleuchter, sowie ihr Chef, Holger Schacht, sind die einzigen 3 an diesem Tag, die Zeiten unter 3 Minuten erreichen. Sie schaffen das durch enomen Krafteinsatz in der Cardioloipe sowie durch einen extrem schnellen Schießrhythmus. Wir sind gespannt, welche Taktik sich am Ende durchsetzen wird? Das extrem schnelle, aber damit auch sehr risikobehaftete Schießen oder die längere Verschnaufpause in Verbindung mit Treffsicherheit, wie sie zuvor das Team Elite zeigte? Im 2. Vorlauf siegen die PUR Ingenieure knapp mit 34 Sekunden vor dem Team der “More Energy Sharpshpooters, die in Nico Spratte mit 8 Treffern und 4:03 Minuten ihren Besten auf Platz 10 der Einzelwertung haben und als Team 22 ihrer 40 Schüsse ins Ziel bringen. Mit 19:54 Minuten erreicht das Quartett des EMS-Studios die beste Zeit aller zweitplatzierten Teams und schnappt sich damit den sechsten und letzten Halbfinalplatz. Dritte in diesem Rennen und Platz 9 in der Teamwertung holen sich die Barkeeper des Bistros Papillon zusammen mit ihrem Chef, Ralf Hedtmann. 21:25 Minuten sind bei der Premiere aller Ehren wert und vor allem 27 Treffer mit 40 Schüssen dürfen hier erwähnt werden. Mit schnellerem Schießrhythmus wäre für das Papillon-Team sogar das Halbfinale möglich gewesen. Hoffentlich bleiben sie dran und wir sehen sie im nächsten Jahr als Team wieder!
3. Vorlauf – Die beiden letzten Schüsse entscheiden

Ganz spannend verläuft der 3. Staffelvorlauf. Am Ende trennen das Familienteam der Horster Schützen nur gerade 20 Sekunden von den 3 Engeln für Julian des Lauftreffs Hasslinghausen. In 20:15 Minuten hat das Familienteam die Nase vorn und profitiert von starken 26 Treffern, während die TVH-Engel mit 24 Treffern ebenfalls überdurchschnittlich, aber für die Wiederholung der letztjährigen Halbfinalteilnahme genau diese 2 Treffer zu wenig erzielten. Sie holen in der Teamwertung den 7. Platz. Markus Witulski, Kati Schopen und Julian Jacob erzielen allesamt 7 Treffer und Bierrun-Weltmeisterin, Jenny Defontaine erwischt mit 4 Fehlschüssen ein “gebrauchtes” Liegendschießen. So eng liegt Weiterkommen und Ausscheidén heute zusammen. Auf Seiten der Horster Schützen ist Annika Ebel mit 8 Treffern die Meisterschützin dieses Rennens. Der mehrfache Deutsche Meister und WM-Teilnehmer im Ski-Freestyle, Florian Preuß vom Skiclub Sprockhövel kann sich sogar 6 Fehlschüsse erlauben ist aber durch kraftvollen Cardioskilanglauf in 3:17 Minuten (Nettozeit ohne Strafsekunden) der Schnellste des Quartetts und kann sich danach auf seine Schwester, Katrin, verlassen, die als Schlußläuferin mit nervenstark erzielten 7 Treffern die Halbfinalteilnahme sichert. Viel Kampfgeist muss auf der Bahn 3 in diesem Rennen das Team der Power Ranger des Steuerbüros Cramer & Rüggeberg einsetzen. Die jungen Steuerfachangestellten in Ausbildung werden durch 28 Fehlschüsse zurückgeworfen und man sieht ihnen die brennenden Arme während des Cardioskilanglaufes mitunter an. Aber sie kämpfen sich in 25:30 Minuten und mit viel Teamgeist durch. Vom Publikum wird das mit einem Sonderapplaus honoriert und am Ende holen sie in der Teamwertung Platz 12 noch vor ihren Kollegen der Avengers.
4. Vorlauf – Warmlaufen für die Teamchampions von 2024

Durch die Absage des Ennepetalers Team Rehathlon wird der Halbfinalist des 4. Staffelvorlaufs nur unter 2 Teams ermittelt. Die Champions von 2024, das Kirmes Revival Team, trifft dabei auf die Avengers des Steuerbüros Cramer & Rüggeberg und wird von zahlreichen und wunderbar lautstarken Fans begleitet, so dass die Stimmung an der Biathlonarena nun tatsächlich Oberhof-Vibes aufkommen lässt. In Oberhof werden wir sie tatsächlich in 2 Wochen wiedersehen, die sportlichen Kirmes-Revival-Damen, denn dort wird ihre letztjährige Meisterschützin, Kria Krupinski, als Gevelsberger Etappensiegerin um den Toursieg kämpfen und ihre Teamkolleginnen werden ihr dabei zur Seite stehen. Doch bis dahin passiert noch viel, u.a. der Sieg in diesem Rennen und die Halbfinalqualifikation, bei der Birte Haar und Kria Krupinski mit je 8 Treffern schon andeuten, dass mit den Teamchampions von 2024 heute stark gerechnet werden muss. Jennifer Zinnow und Eva Hark gönnen sich mit je 7 Fehlschüssen noch den “Warmlaufmodus”, aber, so viel sei vorweg genommen, sie werden noch auf Betriebstemperatur kommen im weiteren Verlauf der Teamchallenge. Die Avengers kämpfen, wie im Film, heldenhaft, haben in Luca d’Aleo und Carola Böringschulte mit je 5 Treffern ihre besten Schützen und werden nach 26:47 Minuten vom Publikum und von den Teamkollegen trotz oder wegen Platz 13 gefeiert. So ist Gevelsberger Citybiathlon!
5. Vorlauf – Die Taskforce dreht den Rückstand noch

Nun sind wir schon beim 5. und zugleich letzten Staffelvorlauf angekommen, der ebenfalls mit nur 2 Teams stattfindet wegen der Absage des zweiten Teams des Lauftreffs Hasslinghausen. Das 2. Team der ältesten Gevelsberger Kirmesgesellschaft startet als “Brumse Jäger” gegen die Chefs des Steuerbüros Cramer & Rüggeberg, die als Team Taskforce um die Halbfinalquali kämpfen. Das spannende Rennen wogt hin und her. Fabian Hasenack bringt die Brumse Jäger gegen den Geschäftsführer und Steuerberater, Christopher Cramer in Führung, Boxer Joshua Dieckmann baut den Vorsprung der Brumse Jäger gegen den zweiten Teil der Doppelspitze des Steuerbüros, Jens Rüggeberg, aus. Dann erst kommt mit Lena Depka die treffsicherste Brumse Jägerin, doch selbst ihre 7 Treffer reichen nicht aus, um den furiosen Murat Baran zu bremsen, der mit viel Tempo in der Loipe und 8 Treffern mit seinen 10 Schüssen die Taskforce vor der Schlußrunde wieder ganz nah an die Brumse Jäger heranbringt. In der Schlussrunde bringen 7 Treffer des nervenstarken Steuerfachangestellten, Michael Schulte, die Entscheidúng für die Taskforce während sich der Pinass Brumse-Geschäftsführer, Sebastian Porsch knapp geschlagen geben muss. Nur 13 Sekunden liegen zwischen den beiden Teams beim “engsten” Rennen der Staffelvorrunde. Doch im Halbfinale sollte es noch “enger” werden.
Das 1. Halbfinale: Durchmarsch der Ingenieure

Im 1. Halbfinale erwarten wir mit Spannung das Duell der beiden schnellsten Vorlaufteams. Das junge “Team Elite” glänzte bei seinem Vorlaufsieg in 19:00 Minuten mit der besten Treffsicherheit und 30 Treffer mit 40 Schüssen, während die Vorjahreschampions und Sieger des 2. Vorlaufes in 19:20 Minuten, PUR Ingenieur GmbH durch Schnelligkeit in der Loipe und beim Schießrhythmus punkteten. Eine weitere Frage ist, ob die Horster Schützen als Sieger des 3. Vorlaufs in 20:15 Minuten noch Verbesserungspotenziale finden und aus dem Duell einen Dreikampf um die Finalqualifikation machen können? 17:52 Minuten nach dem Start sind Fakten geschaffen. Zunächst: Alle 3 Teams können ihre Vorlaufleistungen verbessern. Das macht uns happy, ist es doch ein Zeichen besonderer Motivation, wenn nach einigen Stunden und bereits mit einer Vorbelastung “in den Armen” Leistungssteigerungen erzielt werden. Höchst eindrucksvoll gelingt dies den 4 Vorjahreschampions, die gleich um 88 Sekunden unter ihrer Vorlaufleistung bleiben und die Taktik der maximalen Geschwindigkeit perfekt ausspielen. Das Team Elite erzielt mit 28:19 insgesamt 9 Treffer mehr als die PUR Ingenieure, sind also 2:15 Minuten weniger lang in der Strafpause und benötigen in 18:48 Minuten am Ende doch fast eine Minuten länger als die siegreichen Titelverteidiger. Dennoch hat sich jeder Treffer für die jungen Finanzbuchhalter in Ausbildung gelohnt, denn als schnelleres der beiden zweitplatzierten Halbfinalteams ziehen sie ins Finale der besten 3 Teams ein. Im Halbfinale Endstation ist für das sympathische Team der Horster Schützen, die mit 20:04 Minuten ihre Vorlaufzeit um 11 Sekunden verbessern und erneut in Annika Ebel ihre Beste haben. Das Quartett holt Platz 5 in der Teamwertung.
Das 2. Halbfinale: Herzschlag-Finish entscheidet über Finalteilnahme

Das 2. Halbfinale wird zum echten Krimi, der erst mit dem letzten Schuss entschieden wird. 3 Sekunden liegen zwischen Finalqualifikation und Ausscheiden. Auch in diesem Rennen verbessern sich alle 3 Teams gegenüber ihrer Vorlaufleistungen. Die 4 Damen des Kirmes Revival Teams sehen nach der Hälfte des Rennens mit über einer Minute Vorsprung schon wie die sicheren Sieger aus und können sich dabei einmal mehr auf Kria Krupinski verlassen, die mit 8 Treffern die beste Schützin dieses Halbfinals ist. Doch die zweite Hälfte des Rennens “gehört” den More Energy Sharpshooters, die zunächst durch Kai Bühne, einem der 3 Inhaber der EMS-Studios, die gleich in mehreren Städten der Region auf Expansionskurs sind. Der Diplom-Sportlehrer erzielt 6 Treffer und verkürzt den Rückstand seines Teams auf nur noch 20 Sekunden. Kai’s Inhaberkollege, Nico Spratte, kommt im Schlussduell gegen Eva Hark einfach nicht näher ran, weil die Handball-Torjägerin mit nervenstarken 4 Treffern im Liegendschießen keine Schwäche anbietet. Doch im Stehendschießen, bei dem sie erneut vorlegt, muss sie 4 Fehlschüsse einstecken. Die Strafminute läuft herunter und nun hat es Nico selbst in der Hand dieses Halbfinale für sein More Energy-Team zu entscheiden. 2 Treffer und 2 Fehlschüsse stehen für ihn zu Buche und nahezu die Hälfte der 60 Sekunden Strafzeit von Eva Hark sind abgelaufen. Als Aussenstehender mit Blick auf die Uhr ist man geneigt zu rufen: Schieß, Junge, es geht um Sekunden!” Und das macht Nico ja auch und trifft sogar, aber der Schuss kam 3 Sekunden zu spät, um das Kirmes Revival Team noch abzufangen, das damit im dritten Jahr in Folge die Qualifikation zum Finale der besten 3 Teams schafft. Die starken Neulinge von More Energy werden Vierte im Team-Ranking und die Taskforce des Steuerbüros Cramer & Rüggeberg beendet dieses Halbfinale nach 20:59 Minuten auf Platz 3 phantastische 91 Sekunden schneller als bei ihrem Vorlaufsieg eine knappe Stunde zuvor. Die Taskforce belegt am Ende Platz 6.
Finale der Teamchallenge: 4 Gevelsberger Biathlon-Königinnen

Es ist schon spät geworden, 17.30 Uhr und 3 Teams müssen mit müden Armen ihre Kräfte ein drittes Mal bündeln. Unsere 12 Besten der Teamchallenge sind allesamt “Sportler genug”, um auch den mentalen Rückenwind zu spüren, denn jetzt geht es um die Ehre des Teamchampion-Titel. Ausgerechnet unser bester Einzelbiathlet des Tages, Elber Gümüs, muss jedoch seiner körperlichen Erschöpfung Tribut zollen, denn mitten im Fastenmonat Ramadan verlassen den jungen Mann die Kräfte. Sein Chef, Christopher Cramer, wird für Elber im Team Elite einspringen.
Als Favorit startet der Vorjahressieger, die PUR Ingenieure. Zu deutlich war ihre Überlegenheit im Halbfinale, bei dem sie 75 Sekunden schneller waren, als die Damen des Kirmes Revival Teams, die zudem mit weniger Erholungszeit in diese letzte Schicht starten. Doch vom Start weg und genau 17:10 Minuten lang entfaltet dieses Finale eine Magie, die uns verwundert die Augen reiben lässt. Das beginnt gleich mit Birte Haar. Die seit 8 Monaten mit einem Kreuzbandriss in ihrem Handball-Verbandsliga-Team der HSG Gevelsberg-Silschede ausfallende Spielmacherin humpelt zwar etwas aus der Loipe zur Biathlonmatte, aber verdoppelt dort gefühlt ihr Tempo bei den 5 Schüssen Liegendschießen, die allesamt im Ziel landen. Dieser Start wirkt wie eine Initialzündung für die 4 sportlichen Damen, die auch vor 2 Jahren bei ihrer Biathlonpremiere schon so inspirierend über sich selbst hinauswuchsen. Die in der Loipe deutlich schnelleren PUR Ingenieure laufen, wie Aaron Gölzenleuchter, immer wieder nah ran, um dann im Stehendschießen bei 1:3 Treffern gegen Birte Haar wieder zurückzufallen, die heute als sechstbeste der Einzelrangliste die Beste ihres Teams wird. So geht es auch Holger Schacht im Duell mit Kria Krupinski, die einmal mehr mit 8 Treffern eine sichere Bank für ihr Team ist und den Vorsprung auf 45 Sekunden ausdehnt. Es hat sich spürbar etwas gedreht, denn die Damen des Kirmes Revival Teams, lautstark unterstützt von ihren Fans, sind von ihrer Siegchance überzeugt. Jennifer Zinnow legt mit 4 Treffern ihr bestes Liegendschießen hin, während PUR-Projektingenieur Ben Matthes 45 Strafsekunden absitzen muss. Doch kaum ein Triumph kommt ohne den Umweg durch eine Krise aus. 5 Fehlschüsse im Stehendschießen von Jennifer Zinnow öffnen Ben Matthes einen Spalt weit die Chance, sein Team wieder heranzubringen. Er nutzt sie und plötzlich sind es nur noch 14 Sekunden, die Eva Hark als Vorsprung vor dem drittbesten des letzten Jahres, Hubertus Köster, mit in die Schlussrunde nimmt. Das Team Elite des Steuerbüros Cramer & Rüggeberg, das in der Vorrunde und im Halbfinale so starke Leistungen zeigte, kämpft tapfer, aber nun leider auch ohne ihre Kräfte, mit denen sie Großes erreichen können. Über 2 Minuten zurück ist nicht mehr als der 3. Platz drin.
Im Duell um den Sieg beginnen die Sekunden der Eva Hark, denn sie macht in dieser schwierigen Situation alles richtig, gibt Vollgas in der Loipe und traut sich ein ganz schnelles Liegendschießen, das sie, fast wie im Rausch, komplett fehlerlos beendet. Damit zieht sie den PUR Ingenieuren sichtbar den Stecker. Hubertus Köster riskiert extrem hohes Schießtempo und zahlt das mit 45 Strafsekunden. Mit diesen Sekunden haben wir die Krönung der 4 Gevelsberger Biathlon-Königinnen erlebt, denn Eva Hark kann sich im letzten Schießen sogar 4 Fehlschüsse erlauben, die den Triumpf nach nur 17:10 Minuten, also der mit Abstand besten Zeit aller Teams am heutigen Tage nicht mehr gefährden. Die kampfstarken PUR Ingenieure haben einen großen Anteil an diesem tollen Finale, weil sie bis zuletzt an ihren Sieg glaubten und nach 18:10 Minuten nicht an sich selbst, sondern an 4 Königinnen gescheitert sind. Das Team Elite geht erschöpft und als Dritter aus diesem Finale hervor, doch sie könnten die Könige von morgen werden. Es bleibt spannend!
Ehrung und Dank

Die stellvertretende Bürgermeisterin von Gevelsberg, Sonja Dehn und Citymanagerin, Vanessa Paulus, ehren alle Teamwettkämpfenden mit Erinnerungsmedaillen. Für die 3 Finalteams gibt es Biathlonpokale und die Tepass Autohaus Gruppe ermöglicht, als Sponsor des Citybiathlons, den 4 Teamchampions ein Cupra-Wochenende mit einem ihrer “Flitzer” aus der neuen Gevelsberger Cupra-Garage. An dieser Stelle sagt die Biathlon-Tour herzlich Dankeschön bei beiden lokalen Sponsoren dieses Citybiathlons, der Tepass Autohaus Gruppe und der Jaehme Immobilien GmbH, dessen Geschäftsführer, Andreas Jaehme, unser Event bereits in den ersten beiden Jahren großzügig unterstützte.
Elber Gümüs und Wiebke Sauer, die beiden besten Einzelbiathleten des Tages, gewinnen die Reise zum Finale der Biathlon Deutschland-Tour nach Oberhof im März 2027. Herzlichen Glückwunsch an die beiden jungen Champions!
Die Biathlon-Tour sagt herzlich Dankeschön bei allen Wettkämpfenden des Tages für ihren tollen Einsatz und die inspirierende Motivation. Vielen Dank auch an die Schaulustigen für so manchen Applaus, für die Anfeuerung und die HEEEYS und OOOs, wie wir sie sonst aus der Biathlonarena am Rennsteig in Oberhof kennen.
Ein großes Dankeschön möchten wir an dieser Stelle auch an unseren Hauptpartner, den Biathlon-Weltcup Oberhof richten. Das größte Deutsche Biathlonspektakel, das im nächsten Jahr erstmals vom 4.-7. März 2027 in der Arena am Rennsteig erneut die komplette Weltelite des Biathlons am Start haben wird, unterstützt die Biathlon-Tour und ermöglicht ihr damit erst den großartigen Siegerpreis der Reise zum Tourfinale für die Besten jeder Etappe.
Der abschließende Dank geht an Gevelsbergs Citymanagerin, Vanessa Paulus, für die so intensive Beschäftigung und ausgezeichnete Organisation des 4. Citybiathlons und für den tollen Rahmen beim Gevelsberger Frühling. Dieses Event ist uns längst ans Herz gewachsen.
Biathlon-Tour-Team: Bilder: Siegward Pein; Wettkämpferbetreuung: Siegward Pein, Marco Feulner, Gisi Feulner; Social Media-Betreuung: Lena Bremer und Marvin Meisel; Text und Moderation: Martin Bremer

