Der Pferdemarkt wird zur Biathlonarena

Die Vorfreude auf diesen 1. Hamelner Citybiathlon ist schon groß, als wir am frühen Morgen durch die engen Gassen der gepflegten Hamelner Altstadt fahren um inmitten ihres Zentrums anzukommen. Als wir einbiegen auf den Pferdemarkt ist eines gleich klar: Heute ist die Location der Star. Ebs Rösch wird uns diesen Satz verzeihen, denn natürlich ist ER der Star der Biathlon-Tour und heute auch in Hameln dabei, doch an diesem Tag wird er sich den Titel teilen müssen mit diesem beeindruckenden Platz, der von malerischen Fachwerkfassaden eingerahmt, quasi mittendrin seine beiden Highlights, Marktkirche und Hochzeitshaus präsentiert, um die herum unser Gastgeber des Tages, der KSB Hameln-Pyrmont die 200 m kurze Laufstrecke führt, auf der nachher die 16 vierköpfigen Staffeln um den Titel des Biathlon-Teamchampions kämpfen werden. Ebs selbst begrüßt uns am Morgen mit den Worten: “Das ist ja wie in Dresden…” und meint damit jenen Citybiathlon 2024 vor der Frauenkirche, dessen Location uns heute noch Gänsehaut in der Erinnerung bereitet.

Hameln, die Rattenfängerstadt im Weserbergland im südlichen Niedersachsen ist erstmals Schauplatz eines Biathlon-Tourevents, doch es ist bereits die zweite Zusammenarbeit mit dem Gastgeber, KSB Hameln-Pyrmont, denn mit dem engagierten Team um die 1. Vorsitzende, Maria Bergmann und den beiden Sportreferenten, Fabian Görlitz und Nils König, hatten wir bereits im Vorjahr die 1. KSB-Biathlonstaffel-Kreismeisterschaft in Bad Pyrmont veranstaltet. Die heutige Fortsetzung ist in allen Belangen eine Weiterentwicklung. Der Modus des Laufbiathlons weitet das Event auf den kompletten Pferdemarkt aus, deutlich mehr Teams als im Vorjahr sorgen für eine ganztägige Staffelchallenge. Ebs Rösch als Stargast war bereits im Vorfeld in den Hamelner Medien ein populärer Aufhänger und trägt natürlich dazu bei, dass im Laufe des Tages beinahe durchgängig eine wunderbare Arena-Atmosphäre mit vielen Schaulustigen entsteht. Und damit dürfen wir bereits an dieser Stelle vorweg nehmen, Biathlon an der Weser ist ein “gutes Pflaster” für die Tour und bringt, nach dem schon viele Jahre erfolgreichen Citybiathlon in Holzminden, mit dem Citybiathlon in Hameln ein neues Highlight hervor.

Biathlon-Hochzeit trifft Hochzeit fürs Leben

Der Modus des Laufbiathlons bewährt sich auch hier auf dem Pferdemarkt. Die 200 m-Laufrunde ist nur gerade so groß gewählt, um die Wettkämpfenden um die beiden Hamelner Tourismus-Hotspots, Marktkirche und Hochzeitshaus herumzuführen, in denen auch heute Trauungen stattfinden, so dass die Laufwege der Biathlon-Hochzeit und der Hochzeit fürs Leben ein paar mal miteinander abgestimmt werden müssen. Der Laufweg des Citybiathlons bringt die Sportler/innen im Minutentakt, und großartige Läufer, wie etwa Melanie und Andreas Spieß aus dem Team der Sportjugend Hameln-Pyrmont, sogar noch etwas schneller an Start und Ziel der Biathlonarena vorbei, wo die Wettkämpfenden nach 2 Laufrunden zu 5 Schüssen Liegendschießen zunächst die etwas einfachere Schießprüfung zu bestehen haben, denn wir lassen unsere – größtenteils – Biathlon-Novizen liegend wie stehend auf die gleiche Zielgröße von 45 mm Durchmesser schießen. Der “wintersportlichste” Moment an diesem sonnigen zweiten Mai-Samstag wartet erst bei Fehlschüssen, denn die Strafrunde besteht aus Skilanglauf-Cardiogeräten, auf denen pro Fehlschuss 50 m in der klassischen Doppelstocktechnik zurückgelegt werden müssen, die nicht nur erheblich aufhalten, sondern auch Kraft und Energie rauben. Viele gute Schießergebnisse, wir heben an dieser Stelle schon einmal den Schützenkönig des SV Emmern, Raphael Augustin mit perfekten 10 Treffern oder Biathlon-Neuling Luise Janßen mit 9 Treffern hervor, legen nahe, dass die “spürbare Strafe” durchaus die Konzentration am Biathlongewehr fördert. Ob mit oder ohne Strafrunden geht es mit den Laufrunden 3 + 4 weiter bevor dann die schwierigste Aufgabe auf unsere Sportler wartet. 5 Schüsse Stehendschießen aus 10 m Entfernung sind etwa halb so schwierig, wie es die Biathlonprofis haben, wenn wir ihnen im TV z.B. beim Weltcup in Oberhof zuschauen. Zum Ende ihres Wettkampfes müssen also alle an ihre Grenzen, an jene der Konzentration am Biathlongewehr und, wenn es da nicht haargenau passt, nochmals auf den Skilanglauf-Cardiogeräten in der Strafrunde und bei der 5. und letzten Laufrunde, die manche motivierten Athleten im Endspurt beenden und am Start-/Zielbogen ihre/n Teamkollegen/in ins Rennen schicken. Eigentlich unglaublich, dass der beste Einzelbiathlet des Tages dieses Programm heute in unter 5 Minuten beendet und damit 36 Sekunden Vorsprung vor dem Zweitbesten des Tages erreicht. Doch dazu weiter unten mehr. Die Siegerteams der 4 Rennen werden gegen 16.30 Uhr mit ihrem zweiten Einsatz des Tages, im Finale um den Titel des Teamchampions kämpfen, doch bis dahin entstehen so viele großartige Momente, die ihr alle noch vor dem Finalbericht hier nacherleben könnt.

Mutige Teamplayer als Protagonisten des Tages

Der schöne Umstand, dass die Biathlon-Tour zwei tolle Citybiathlons an der Weser durchführen darf, sorgt dafür, dass Teams aus Holzminden und Hameln hier auf dem Pferdemarkt aufeinandertreffen. Die Vorjahressieger der 1. KSB-Staffelmeisterschaft in Bad Pyrmont, die Running Gags aus Holzminden, sind heute ebenso wieder dabei, wie die seinerzeit beste Hamelner Staffel, das Familienteam der Schwarz, die als Vorjahreszweite nun unter dem Namen “Der verflixte letzte Schuss” ins Rennen starten. Mit gleich 2 Teams testet Hamelns Oberbürgermeisterkandidat, Steffen Knippertz, seine sportlichen Qualitäten zu Volltreffern. Wir freuen uns auch auf die Teams von starken Sportvereinen der Region, wie dem Ski-Club Hameln, dem Postsportverein Hameln oder dem Schützenverein Emmern. Die beiden großen Finanzinstitute der Region, Sparkasse Hameln-Weserbergland und Volksbank Hameln Stadthagen starten mit eigenen Teams gleich im ersten Rennen also auch ins interne Duell. Das Quartett der Steuerkanzlei, Marks & Meyer, wagt als “Steuer & Feuer” die Biathlonpremiere und sorgt dabei definitiv für Feuer auf dem Pferdemarkt. Mit der Janßen-Family kommt das am weitesten angereiste Team aus Haselünne im Emsland. Etwas weniger weit haben es die beiden Teams des MTV Altendorf, doch zu beiden, den “Wheelforce-Küken”, wie auch dem “Pro-Team” wird noch einiges zu schreiben sein. Die Gastgeber des 1. Citybiathlons setzen in ihrem Team “Sportjugend Hameln-Pyrmont” auf ganz hohes Lauftempo und dann freuen wir uns auf das von Maria Bergmann zusammengestellte Prominenten-Team mit Vieren, die in unterschiedlichen Funktionen das Leben in der Stadt Hameln mitgestalten. Wunderbar auch, dass sich der letzte freie Teamplatz, der durch eine kurzfristige Absage entstand, vor Ort wieder füllt mit vier jungen, ebenso mutigen wie motivierten Sportlern aus der Ukraine, die also die ganz spontane Variante des Teambuildings entschlossen nutzen.

Teamchallenge: Das 1. Rennen

Nach einer Übungsstunde für alle Teams und gleichzeitigem freien Schießen, das auch die Schaulustigen zum Mitmachen einlädt, geht es gegen 12.20 Uhr mit der Eröffnung des Teamevents durch die 1. Vorsitzende des KSB Hameln-Pyrmont, Maria Bergmann, los und im Anschluss werden die 4 Teams des 1. Rennens vorgestellt. 38 Minuten später werden das Siegerteam, “Der verflixte letzte Schuss” in 27:25 Minuten und das viertplatzierte Team der Volksbank Hameln Stadthagen in 38:21 Minuten also mehr als 10 Minuten auseinanderliegen.

Gerade im ersten Rennen in einer neuen Etappenstadt sind wir selbst sehr gespannt, wie das Publikum und die Aktiven selbst mit den Leistungsunterschieden umgehen? Als dann der zum Schluss einsam kämpfende Volksbank-Kundenbetreuer, Johannes Goldgrabe beinahe noch mehr im Applaus baden darf, als die beste Biathletin des Tages und Schlussläuferin des Siegerteams, Lotta Schwarz, die alle 10 Schüsse in Ziel bringt und nur 5:37 Minuten benötigt, da wissen wir, dass einem tollen Biathlonfest an diesem Tag kaum nochetwas im Wege steht. Und als dann dieser Johannes Goldgrabe mit den HEEYS des Publikums im Rücken, bei seinen 5 Schüssen Stehendschießen sogar über sich hinauswächst und dieses Rennen fast wie ein Biathlonprofi mit 4 Treffern beendet, da bleibt spätestens kein Zweifel mehr, dass die Kombi aus empathischem Publikum und leidenschaftlichen Sportlern hier auf dem Pferdemarkt ein tolles Spektakel entfachen kann.

Zuvor bereits hat dieses Auftaktrennen großartige Momente. Das Rennen von Lotta Schwarz natürlich, die im Vorjahr noch als Handball-Regionalliga-B-Jugendliche ihr Biathlondebut in Bad Pyrmont gab und mittlerweile den Umstieg zum Biathlon vollzogen hat und seit einigen Monaten im Niedersächsischen Biathlonkader bei Landestrainer Rico Uhlig in Clausthal-Zellerfeld trainiert. Eindrucksvoller als das 15-jährige Sporttalent kann man kaum zeigen, wie kontinuierliches Training zum Rüstzeug für den Erfolg werden kann.

Ähnlich schnell, wie Lotta, ist in diesem Rennen auch Leon Siepel. Der Polizeimeister sattelt gerade um und startet als Sparkassenazubi für die S-Strafrunden-Crew. Die Sparkasse Hameln Weserbergland darf sich heute gleich doppelt freuen, den jungen Mann in den eigenen Reihen zu haben, denn er läuft als Start- und Schlussläufer für den ausgefallenen Kollegen mit, erzielt 15 Treffer mit seinen 20 Schüssen, erreicht mit seinem Team nach 29:34 Minuten den 2. Platz in diesem Rennen und persönlich in 5:40 Minuten den 6. Platz in der Einzelwertung.

Auch das Team des Oberbürgermeister-Kandidaten, Steffen Knippertz, macht Freude. Er selbst, mit 6 Treffern, also mehr Volltreffern als Fehlschüssen…das wäre politisch doch mindestens ein “Meisterbrief”, und dann ist da noch Melissa Gray, die mit den ersten 3 Schüssen Fehler schiesst und dann von Ebs Rösch in wenigen Sekunden “Instanttipps” bekommt und diese so großartig umsetzt, dass sie mit den weiteren 7 Schüssen 6 Treffer erzielt.

So darf dieser Biathlontag gerne weitergehen. Das Team der Familie Schwarz, verstärkt durch Triathlet Daniel Behrens wird daran weiter mitarbeiten können, denn wir werden sie, als Sieger dieses 1. Rennens, später im Finale auf der Bahn 1 wiedersehen.

Das 2. Rennen

Das 2. Rennen wird zum Durchmarsch für das Gastgeberteam der Sportjugend Hameln-Pyrmont, deren schnelle LäuferInnen in allen 4 Runden vorne liegen und in 29:58 Minuten die Quali fürs Finale schaffen. Der starke Halbmarathonläufer Andreas Spieß legt in 6:19 Minuten das beste Resultat der 16 Wettkämpfenden dieses Rennens hin. Das Publikum feiert aber auch Charleen Stender, die frühere Leistungssportlerin im Kunstturnen und heutige Bogenschützin im Team des Postsportvereins Hameln, die 8 ihrer 10 Schüsse ins Ziel bringt. Ohnehin trifft das Quartett in gelb bei 25 Treffern mit 40 Schüssen überdurchschnittlich gut und holt Platz 3 in diesem Rennen mit 39:09 Minuten. Läuferisch wäre noch etwas Luft nach oben, denn die Gäste aus dem Emsland, das Familienteam der Janßens, erreichen mit 2 Treffern weniger, also 23, den 2. Platz in 36:14 Minuten. Sportwissenschaftlerin Luise Janßen wird zur Meisterschützin ihres Teams und steuert alleine 9 Volltreffer bei und begeistert mit einem fehlerlosen Stehendschießen.

Im Team Knippertz 2 wird Olaf Watermann als Schlussläufer zum besten Schützen mit 6 Treffern, alleine 4 davon im schwierigen Stehendschießen.

Das 3. Rennen

Dieses 3. Rennen wird zum schnellsten des Tages und zugleich zum spannendsten, weil erst der letzte Schuss über Sieg und Platz 2 entscheidet. Die beiden Holzmindener Teams der Running Gags und des MTV Altendorf pro liefern sich dieses ebenso enge wie hochklassige Duell um den Sieg und erzielen dabei unglaublich gute 37 bzw. 35 Treffer mit ihren jeweils 40 Schüssen. Auf Seiten der Running Gags werden Laura Käse und die Vorjahressiegerin in Bad Pyrmont, Lena Timmermann, mit jeweils 10 Treffern zu Meisterschützinnen und genau diese Meisterleistung muss auch Andrei Fergert, Start- und Schlussläufer im Team des MTV Altendorf pro, vollbringen, denn sonst wäre der Sieg, trotz komfortabler Führung von fast einer 1 Minute nach den starken Leistungen von ihm selbst sowie Julia Lempken und Felix Gömann, doch noch an die Running Gags gegangen, für die Linus Timmermann, der Zweitbeste der Tourfinals der beiden zurückliegenden Saisons, als Schlussläufer in eine “Mission Impossible” startet, aber jede Taktik über Board und sich in ein halsbrecherisches Tempo wirft, beim Liegendschießen volles Risiko mit perfekten 5 Treffern in gefühlten 10 Sekunden hinlegt und beim Stehendschießen eine Runde vor dem Ziel tatsächlich dran ist an Andrei Fergert und mit dem schnelleren Schießrhythmus sogar überholt. Was wie eine verrückte Idee aussah ist plötzlich kurz vor dem Happy End, doch ein einziger, winziger Wackler bei Linus und das perfekte Schießen von Andrei entscheiden nahezu gleichzeitig dieses hochklassige Spektakel. Linus muss für 50 m in die Strafrunde und der coole Andrei hebt nur kurz den Arm und biegt mit dem entscheidenden Vorsprung in die Schlussrunde ein. Der MTV Altendorf pro gewinnt das Rennen in 22:55 Minuten vor den Running Gags in 23:12 Minuten, für die Linus Timmermann in überragenden 4: 49 Minuten zum besten Biathleten des Tages wird und damit die Reise zum Tourfinale nach Oberhof zum 5. Mal in Folge gewinnt. Welch ein Duell!

Doch auch der Kampf um Platz 3 in diesem Rennen bringt starke Leistungen hervor. Das spontan formierte Team der 4 jungen ukrainischen Sportler bringt mit 20 Treffern und 20 Fehlschüssen zwar 2 Schüsse weniger ins Ziel, als das Quartett des Ski-Clubs Hamels, doch läuferisch kämpfen sie um jeden Meter, haben in Matvii Kolodka als 17. der Einzelwertung ihren Besten und erreichen in 27:58 Minuten Platz 3 in diesem Rennen, der zugleich den 6. Platz der Wertung aller Teams bringt. Mit Platz 7 unter den 16 Teams gelingt auch dem Ski-Club Hameln das Biathlondebut vollauf. Schlussläufer Lukas Kabuth erreicht in 6:13 Minuten und mit 7 Treffern den 18. Platz der Einzelwertung unter den 77 Ergebnissen. Sogar noch etwas besser beendet der schnelle Matthias Meyer sein Biathlondebut in 6:03 Minuten mit 6 Treffern auf Platz 15 der Einzelrangliste. Im Rennen zuvor hätten die 29:15 Minuten des Ski-Clubs für die Finalqualifikation gereicht. Sowohl die 4 jungen Ukrainer wie auch das Team des Ski-Club Hameln gehen mit ihrem “Los-Pech” sportlich höchst fair um. Welch ein tolles Rennen!

Das 4. Rennen

Im 4.Rennen legt das Team des SV Emmern einen Blitzstart hin, denn ihr amtierender Schützenkönig, Raphael Augustin, gehört zu den Meisterschützen des Tages und erzielt 10 Treffer mit seinen 10 Schüssen. Damit bringt er sein Team in Führung und Tina Wong hält diesen Vorsprung auch durch 5 Treffer im Liegendschießen, so dass wir schon unken, dass es an der “Propeller-Kappe” liegen muss, die Raphael an Tina sozusagen als flugfähigen Staffelstab weitergab. Wer keine Propeller-Kappe kennt sollte unbedingt das Weltklasse-Video von Ebs Rösch zu den Hamelner Klappscheiben-Fängern” anschauen. Doch plötzlich dreht das Kappen-Orakel und spült die sportlichste Steuerkanzlei von Hameln auf Platz 1, die als Team “Steuer & Feuer” mit ihren Chefs, Jörg Marks und Ludwig Meyer tatsächlich für Feuer auf dem Pferdemarkt sorgen. Ludwig Meyer ist in 6:56 Minuten ihr Schnellster und erzielt 6 Treffer. Zur Halbzeit ist das Team ganz vorne, doch muss in Runde 3 das jüngste Team des Tages vorbeiziehen lassen. Die 10-14-jährigen Rhönrad-Turnerinnen des MTV Altendorf begeistern läuferisch, wie auch mit ihrer ungeahnten mentalen Robustheit, die man den vier zierlichen Sportlerinnen ja gar nicht gleich ansehen kann. Martha Kreitz, die der Turntalentschule Weserbergland angehört, erreicht mit 7 Treffern erstmals die Führung für das Team, das den Zuschauern besondere Freude bereitet. Doch Freude bereitet auch das mutige Prominenten-Team, denn der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Hameln-Weserbergland, Tim Nikelski und der Kaufmännische Leiter der Stadtwerke Hameln-Weserbergland, Tim Corinth, werden in ihrem Alltag nicht übermäßig viel Zeit für sportliches Training haben und müssen zudem jeweils 7 Fehlschüsse durch kraftraubende Strafrunden kompensieren, doch ihr Kampfgeist lohnt sich und wird vom Publikum honoriert. Ihr Sportass, Axel Marahrens, schicken sie zwar auf Position 4 ins Rennen und der 72-jährige Marathon-Jubilar, der in diesem Jahr in Wien seinen 100. Marathon erfolgreich beendete, kann die mit jeweils 7 Treffern zielsicheren Damen, Franziska Brockmann von Steuer & Feuer sowie Toukta Müller vom Schützenverein Emmern auch nicht überholen, doch Matthias Struckmeyer, Hamelns Stadtkämmerer, läuft das Prominenten-Team schließlich noch auf Platz 3 vor und ist dabei der Schnellste und Treffsicherste seines Teams in 7:21 Minuten mit 5 Treffern. Den Sieg in diesem Rennen lassen sich die jungen Turnerinnen nicht mehr nehmen. Ihre beste Schützin, Matilda Olkiewicz, bringt 8 Schüsse ins Ziel und ihr Team nach 32:29 Minuten ins Finale. Steuer & Feuer erzielt 24 Treffer und erreicht mit mannschaftlicher Geschlossenheit Platz 2 in diesem Rennen mit 36:22 Minuten knapp vor den Prominenten in 36:39 Minuten. Beim SV Emmern muss das Propellerkappen-Orakel nur etwas länger anhalten, dann wird aus den Sympathie-Champions vielleicht noch ein Biathlon-Teamchampion.

Das Finale der 4 Siegerteams

Im Finale der 4 Siegerteams starten auf der Bahn 3 die klaren Favoriten des “MTV Altendorf pro”, die mit ihrer Vorlaufzeit von 22:55 Minuten gleich 4:30 Minuten schneller waren, als das zweitschnellste Siegerteam, die Schwarz-family, die auf der Bahn 1 als “Der verflixte letzte Schuss” ohne viele verflixte Schüsse über sich hinauswachsen müsste, um dem starken Trio aus Holzminden auf den Fersen bleiben zu können. Gleiches gilt für das zweite Lokalmatadoren-Team in diesem Finale, für die Sportjugend Hameln-Pyrmont. Läuferisch ist das Quartett siegfähig, aber am Gewehr müssten die ungeübten Biathleten/innen im Zeitraffer aus ihrem Vorlauf lernen, um die Favoriten zu “ärgern”. Und wie viel Kraft hat das jüngste Team, The Wheelforce, nach dem vor wenigen Minuten erreichten Sieg im 4. Vorlauf noch, um auch in diesem Finale bestehen zu können?

Gleich die 1. Runde zeigt, dass sportlicher Wettkampf zum Glück keiner Theorie gehorcht. Triathlet Daniel Behrens wächst im Team “Verflixter letzter Schuss” mit 8 Treffern, 5 davon im Stehendschießen, derart über sich hinaus, dass er sogar Andrei Fergert vom MTV Altendorf pro hinter sich lassen kann und in führender Position Sarah Schwarz in die 2. Runde schickt. Daniel holt damit den 7. Platz in der Einzelwertung und bestätigt seine Top 10-Platzierung vom Vorjahr in Bad Pyrmont. Alena Rohr bringt die Sportjugend mit 5 Treffern zunächst auf Platz 3 und Lotta Süßmilch ist in 8:34 Minuten für ihr Wheelforce-Team mehr als eine Minute schneller, als im Vorlauf. Weltklasse!

In Runde 2 macht Julia Lempken “kurzen Prozess” mit den Hoffnungen der Lokalmatadoren und bringt den MTV Altendorf mit 9 Treffern und hohem Lauftempo rund 1:30 Minuten in Führung. Hinter der Lauf- und Reitsportlerin verbessert Andreas Spieß mit 7 Treffern seine Vorlaufleistung um 25 Sekunden und bringt die Sportjugend auf Platz 2 nach vorne, auch deswegen, weil Sarah Schwarz 5 Fehlschüsse im Stehendschießen mühsam in der Strafrunde abarbeiten muss und ihren Mann, Stefan, mit einer guten Minute Rückstand auf Platz 3 in die 3. Runde schickt. Die Jüngsten müssen durch ihre erste Krise am heutigen Tag, denn die erst 10-jährige Alma Olkiewicz kann ihre starken 7 Treffer aus dem Vorlauf nicht wiederholen und kämpft während 8 Strafrunden auf dem Skilanglauf-Cardiogerät. Können die Youngster aus diesem Tief nochmal hervorkommen?

Mit unerbittlicher Perfektion lässt der MTV Altendorf an seiner Führung keinen Zweifel aufkommen. Im Gegenteil, Felix Gömann wird innerhalb von 5:25 Minuten zum Meisterschützen, bringt alle 10 Schüsse ins Ziel und erreicht die zweitbeste Einzelleistung des Tages. Spannend ist der Kampf um Platz 2. Triathlet Nils König hält sein Team der Sportjugend mit 7 Sekunden Vorsprung auf seinen Vereinskollegen, Stefan Schwarz, auf Platz 2. Und welch eine Antwort gibt Martha Kreitz auf die erste Delle im Wheelforce-Team! 10 Treffer mit 10 Schüssen hat das Rhönrad-Talent auch für das unglückliche Küken im Team, Alma Olkiewicz, mit erzielt. Längst sind sie wieder im Rollen, die jungen Turnerinnen.

In der Schlussrunde läuft Andrei Fergert, der jeweils als Start- und Schlussläufer insgesamt 4 Rennen zu bestehen hatte und dabei 35 seiner 40 Schüsse ins Ziel brachte, den Sieg des MTV Altendorf pro in 23:04 Minuten ebenso ungefährdet wie herausragend ins Ziel. Platz 2 auf dem Podium geht, wie im Vorjahr in Bad Pyrmont, an das Schwarz-family-Team, bei dem Lotta Schwarz zwar nicht an ihr tolles Vorrunden-Ergebnis herankommt, mit dem sie beste Biathletin des Tages wurde, aber 6:47 Minuten reichen, um die laufstarke Melanie Spieß, die 2025 den 2. Platz der Niedersächsischen Landesmeisterschaften im 10 km-Straßenlauf belegte, mit ihrem Team der Sportjugend noch auf Platz 3 zu verweisen. Und Matilda Olkiewicz bringt nach 7 Treffern ihr Wheelforce-Team in 31:32 Minuten fast eine Minute schneller ins Ziel, als zuvor der Sieg im 4. Vorlauf gelang! Aus dem vorherigen “Wellental” haben sich die 4 Turntalente mit körperlichen und mentalen Kräften wieder empor gearbeitet. Chapeau!

Ehrung und Dank

Mit den Siegen des MTV Altendorf in der Teamchallenge und von Linus Timmermann in der Einzelwertung, der nach seinen überragenden 4:49 Minuten als Hamelns Vertreter am 3./4. April 2027 beim Tourfinale in Oberhof starten wird, endet dieser 1. Citybiathlon auf dem Pferdemarkt. Maria Bergmann und Ebs Rösch ehren alle Wettkämpfenden mit Urkunden und Erinnerungsmedaillen. Die Biathlon-Tour freut sich riesig über diese Etappe, die es bei ihrer Premiere gleich locker in die Top 10 des diesjährigen Tourprogramm schaffen wird und dankt dafür allen Sportlern, die so viel Einsatz, Motivation und Teamgeist investierten und dem ebenso lebendigen wie empathischen Publikum. Genau so gelingt ein Biathlonfest.

Unser Dankeschön gilt den Sponsoren des Events, der Sparkasse Hameln Weserbergland, den Stadtwerken Hameln Weserbergland, dem Unternehmen Elektroma und der Veranstaltungsagentur Livengo von Thomas Oppermann für die Unterstützung dieser Premiere.

Herzlichen Dank an den Mann, der alles in Einem ist, Zugpferd in den Medien, Star des Tages, Edelfan mit Kuhglocke, Coach mit wirksamen “Instant-Tipps”, Siegerehrer, aber vor allem EINES: immer voll dabei! Danke, Ebs Rösch.

Mein persönliches Dankeschön geht an das Team der Biathlon-Tour, dem heute neben Marco, Harry und Gisi auch Foto-Marathoni, Thomas Lempken, angehörte, der unglaubliche 2500 Fotos erstelte und in der Strafrunde sorgten Andreas Timmermann und Katrin Schliephake für für funktionierende Skilanglaufgeräte, Ordnung und Fairness.

Der besondere Dank gilt den Veranstaltern des Tages, dem KSB Hameln Pyrmont e.V., der ein großartiger Gastgeber war und sämtlichen Wettkämpfenden sogar die kostenlose Verpflegung ermöglichte. Dem Organisator des Tages, Fabian Görlitz, möchte ich persönlich dankeschön sagen für die wunderbar unkomplizierte Zusammenarbeit in den zurückliegenden Wochen.

Ein großes Dankeschön möchten wir an dieser Stelle auch an unseren Hauptpartner, den Biathlon-Weltcup Oberhof richten. Das größte Deutsche Biathlonspektakel, das im nächsten Jahr erstmals vom 4.-7. März 2027 in der Arena am Rennsteig erneut die komplette Weltelite des Biathlons am Start haben wird, unterstützt die Biathlon-Tour und ermöglicht ihr damit erst den großartigen Siegerpreis der Reise zum Tourfinale für die Besten jeder Etappe.

Bilder: Thomas Lempken Technik und Wettkampfbetreung: Siegward Pein, Marco Feulner, Gisi Feulner, Andreas Timmermann, Katrin Schliephake, Social Media-Betreuung: Lena Bremer und Marvin Meisel, Text und Moderation: Martin Bremer

Der andere Blick auf die Biathlon-Tour: https://www.instagram.com/biathlontour/