Pfälzerwald-Marathon & Biathlon-Tour als attraktives Gespann

11 Jahre und über 300 Etappen mussten ins Land gehen, bis die Biathlon-Tour erstmals auch in der Pfalz für Biathlon-Fieber sorgen darf. Pirmasens, die frühere Schuhmetropole am Westrand des Pfälzerwaldes ist das Ziel und es bedurfte schon zweier Glücksfälle für das Zustandekommen dieser Premiere, denn zum Einen feiert der Pfälzerwald-Marathon an diesem Wochenende 20-jähriges Jubiläum und zum Anderen ist der 1. Vorsitzende des Fördervereins eben dieses Marathons und zugleich der Organisations-Chef, Hartmut Kling, ein großer Biathlonfan und auch mutig genug, um etwas Neues auszuprobieren und den mehr als 4000 Läuferinnen und Läufern sowie dem Publikum neben den etablierten Laufwettbewerben auch die Challenge in einer für fast alle ungewohnten Sportart zu bieten.

Und so baut die Biathlon-Tour schon am Freitagnachmittag zunächst für die Abendveranstaltung zum PARK-Firmenlauf im Start-/Zielbereich in der Messehalle 6A die mobile Biathlonarena auf, begrüßt am Abend rund 2500 Sportler/innen, die mit ihrer Energie, guten Laune und sportlichen Leidenschaft die Messehalle bis in den ganz späten Abend hinein zur Sportpartyzone machen und am Samstagmorgen geht es an gleicher Stelle ab 9 Uhr weiter, bevor, während und nach den Wettbewerben für rund 1000 Bambinis, 600 Halbmarathonläufer/innen und rund 200 Marathonis. Das sportliche Publikum bringt an beiden Tagen alles mit, was es braucht, um unsere 16. Etappe der Tour 2026 zu einem vollen Erfolg zu machen, gute Stimmung, sportliche Leidenschaft, Wettkampfgeist, es ist alles vorhanden für 2 quicklebendige Biathlontage mit den pfälzischen Laufenthusiasten.

Neugier und attraktiver Siegerpreis als Treiber zur Challenge

Dass die Kombi aus Biathlon-Tour und Laufveranstaltung bestens passt, wissen wir freilich bereits u.a. vom Rennsteiglauf in Schmiedefeld oder vom zurückliegenden Juni beim Metropolmarathon in Fürth. Bei beiden Events wurden wir geradezu überrollt von den sportbegeisterten Neugierigen. Dabei passt es auch hier in Pirmasens sehr gut, dass der Biathlon-Wettbewerb mit 400 m Cardioskilanglauf recht kurz bleibt im Vergleich mit den deutlich längeren Laufstrecken und zugleich die Doppelstocktechnik des klassischen Skilanglaufs insbesondere die Arme und die Oberkörpermuskulatur fordert, also die Laufbelastung eher ergänzt statt sie zusätzlich zu ermüden. Rund 800 Schnupperschützen und 120 Wettkämpfenden können wir an diesen beiden Biathlontagen zumeist nach ihren Laufwettkämpfen das Mitmachen ermöglichen. Mehr ist kaum möglich, weil das unbekannte Sporterlebnis eben auch Einweisung und Erklärung für jeden einzelnen Neugierigen erfordert und das Tourteam natürlich auch im Coaching gefordert ist. Der Mut zur Challenge wird von der Neugier beflügelt, den magischen Moment des Biathlons, das Schießen unter Belastung, das fast alle nur aus dem Fernsehen kennen, hier in der Pirmasenser Messehalle ohne lange Wartezeit bei den nur 2-5 Minuten kurzen Wettkämpfen nun selbst ausprobieren zu können. Das Stehendschießen mit 5 Schüssen aus 10 m Entfernung auf die Ziele mit 45 mm Durchmesser mit den Infrarot-Biathlongewehren ist etwa halb so anspruchsvoll gewählt, wie das Schießen der Biathlonprofis etwa beim Weltcup Biathlon in Oberhof oder bei Olympischen Spielen, doch es bietet auch hier in Pirmasens genau die richtige Mischung aus Herausforderung und Erfolgserlebnis. 5 der 120 Wettkämpfenden werden zu Meisterschützen mit fehlerlosen 5 Treffern und weiteren 13 Biathlonneulingen gelingen 4 Treffer mit den 5 Schüssen. Nur 8 bleiben mit allen 5 Schüssen erfolglos, bekommen aber von den Schaulustigen als Trost zumeist einen besonders empathischen Applaus. So wird auch für sie die Biathlonpremiere zum Erlebnis, wenngleich sie vom Siegerpreis, der Reise zum Finale der Biathlon-Tour für 2 Personen am 3./4. April 2027 nach Oberhof ein gutes Stück weit entfernt bleiben. Im Folgenden stellen wir Euch diesen Kampf um den Siegerpreis und die besten Leistungen dieser 2 Tage näher vor.

Treffsichere Damen

Die 4 besten Biathletinnen der zweitägigen Etappe seht Ihr oben in Aktion. Schnellste Dame wird mit 3:03 Minuten Lea Stierhof aus Kusel (untere Bildzeile, rechts). Lea, die mit ihrem Team des Vermessungs- und Katesteramtes Westpfalz nach den 4,2 km des Firmenlaufes noch die Biathlonchallenge draufpackt, gewinnt den Dreikampf mit den Arbeitskollegen Julia und Robert und holt sich mit 3 Treffern die Shootingstar-Medaille. Durch den Biathlon-Tour-Modus “Treffer vor Zeit” muss sie als Schnellste aber dennoch 3 Damen den Vortritt lassen, die noch besser zielen. Da ist etwa Selina Sprau (untere Bildzeile, links). Die Facility Managerin im Wasgau-Konzern gewinnt das Duell mit ihrer Arbeitskollegin, Ute Keim mit 4:3 Treffern und bekommt ihre Shootingstar-Medaille für einen fast perfekten Biathlon in 4:30 Minuten. Das ist Platz 3 bei den Damen. Triathletin Jennifer Hauck aus Landstuhl (obere Bildzeile, rechts) hat etwas Mühe in der Cardioloipe, aber am Biathlongewehr macht sie eine fast perfekte Figur. 4 Treffer und 3:53 Minuten sind das zweitbeste Ergebnis bei den Damen. Noch besser macht es nur Lilly Spitzer aus Donsieders. Im Duell mit Papa Peter wird Lilly nicht nur Biathlon-Familienchampion der Spitzers, sondern erreicht mit starken 4 Treffern und 3:48 Minuten das beste Ergebnis aller Wettkämpferinnen beider Tage. Herzlichen Glückwunsch!

Starke Männer in den Top 10

4 starke Biathleten des Freitags behaupten ihre Top 10-Platzierungen auch nach dem zweiten Etappentag. Andreas Ledtermann (im Bild rechts), der Chef des gleichnamigen Metallbau-Unternehmens, startet nach dem Firmenlauf nun ins Biathlon-Familienduell mit seiner Frau, Jeanette, und geht mit 3:09 Minuten und 4 Treffern siegreich daraus hervor. Unter den mehr als 100 Wettkämpfenden beider Tage erreicht Andreas den 10. Platz, doch die Shootingstar-Medaille seines Wettkampfes geht an seinen Mitarbeiter, Marco Ehlert (im Bild Zweiter von links). Marco erzielt ebenfalls 4 Treffer mit seinen 5 Schüssen und benötigt für die 400 m Cardioskilanglauf und seine 5 Schüsse nur gerade 2:37 Minuten. Damit teilt sich Marco den 5. Platz der Gesamtwertung mit Spyridon Nika (im Bild ganz links). Der Modellathlet und Marathonläufer benötigt ebenfalls nur 2:37 Minuten und schrammt durch einen winzigen Wackler beim letzten Schuss an einem Meisterschießen mit 5 Treffern vorbei. Ein solches Meisterschießen hätten wir auch Hartmut Kling (im grünen T-Shirt) gewünscht. Der 1. Vorsitzende des Fördervereins Pfälzerwald Marathon und langjährige Cheforganisator dieses Laufes entdeckte die Biathlon-Tour in Mönchengladbach und in Ruhpolding und lud uns zum jetzigen 20.-jährigen Jubiläum nach Pirmasens ein. Alle Achtung, dass er neben dem Organisationsstress noch Zeit, Fitness und Konzentration für 2 Biathlonwettkämpfe findet. Im Zweiten, hier im Bild, geht der Titel des Familien-Biathlonchampions an seine Tochter, Paula, doch das Duell mit dem Pressesprecher des Pfälzerwald Marathons, Max Weber, geht nach nur 3:03 Minuten mit 4:1 an Hartmut, der damit den 9. Platz in der Gesamtwertung erreicht. Da hat er sich im Januar als Zuschauer beim Biathlon-Weltcup in Ruhpolding einiges abgeschaut.

Die Besten am Freitag

Dieser 1. Etappentag bringt jedoch nicht nur fast perfekte Biathleten hervor, sondern auch Meisterschützen. Den Anfang macht der Dahner Software-Engineer, Michael Sinz (untere Bildreihe rechts). Michael ist mit seiner Frau Simone und den beiden Kids, Svenja und Raphael in der Messehalle, die sich alle 3 ebenfalls als Biathleten/innen bewähren. Michael startet zweimal und im zweiten Anlauf kämpft er in der Cardioloipe zwar schon mit etwas müden Armen, am Biathlongewehr scheint er sich aber an seine mehrjährige Bundeswehrzeit zu erinnern, jedenfalls schießt er so präzise, wie Boris Pistorius seine Soldaten wohl am liebsten sehen würde und wird in 3:43 Minuten mit 5 Treffer zunächst zum Führenden in der Gesamtwertung.

Besonders lange darf er sich über den Spitzenplatz freilich nicht freuen, denn aus dem Firmenlauf-Team der Volksbank Südwestpfalz starten 3 motivierte Mitarbeiter und legen in der Cardioloipe bereits ein sehr sportliches Tempo vor. Während Ervin Varga in 2:11 Minuten zum Schnellsten des Freitags wird, jedoch mit 2 Fehlschüssen den Spitzenplatz noch verfehlt, legt der Homburger Bankkaufmann, Ifan Papagan hinter ihm ein etwas moderateres Tempo vor und lässt sich am Biathlongewehr überhaupt nicht aus der Ruhe bringen. Als wäre er mit einer “inneren Uhr” ausgestattet setzt der IT-Organisator nach 3:33 Minuten seinen 5. Treffer und übernimmt mit 10 Sekunden Vorsprung die Etappenführung.

Das letzte Wort des Freitags war aber auch das noch nicht, denn das zahlenmäßig und sportlich starke Team der Verbandsgemeinde Rodalben sorgt nicht nur für die beste Stimmung, sondern hat auch allen Grund dazu. Denn ihr Sachbearbeiter für Feuerwehr und Katastrophenschutz, Florian Ferdinand, ist am Biathlongewehr alles andere als eine Katastrophe. Auch Florian startet zweimal in die Challenge und setzt seine Erfahrungen aus den 2 Fehlschüssen im ersten Versuch perfekt um. Nach 3:22 Minuten sind alle 5 Schüsse im Ziel und Rodalben führt in Pirmasens nach dem 1. Tag Dank Florian Ferdinand die Etappenwertung an. Doch reicht diese Leistung, um auch nach dem Samstag noch ganz vorne zu stehen?

3 Syrer entdecken die Sportart Biathlon

Der Samstagmorgen durchflutet die Messehalle 6A mit so viel frischem Sportsgeist durch rund 1000 Kids der Bambiniläufe, etwa 600 Halbmarathonläufer und 200 Marathonis, dass sich die Biathlon-Tour in dieser ersten Stunde gerne in die Rolle des Side-Events fügt und vornehmlich Begleitern der Laufenden und Schaulustigen die Möglichkeit zur eigenen Aktivität bietet. Drei, die das mit besonderer Begeisterung und einiger Ausdauer nutzen sind die 3 Syrer Saleh, Adam und Jakob. Es sind die Momente, die ich persönlich an der Biathlon-Tour besonders liebe. Alle 3 kennen die Sportart Biathlon überhaupt nicht, aber lassen sich mehr und mehr darauf ein, üben eher 100 als 50 Schüsse und erlangen dabei rasch eine besondere Fertigkeit. Klar sind sie irgendwann bereit zur Challenge und ihre positive Unruhe ist regelrecht greifbar, weil sie es unbedingt erfolgreich machen möchten. Und genau so kommt es dann auch. In der Cardioloipe kämpft Saleh mit seinem Alter, Adam und Jakob eher mit ihrer Jugend, denn den beiden 13-Jährigen fehlt altersbedingt noch ein bisschen die Kraft. Doch die Begeisterung trägt sie dennoch durch die 400 m-Strecke. Großartig ist dann, wie unsere 3 Prototypen des Biathlon-Neulings mit je 4 Treffern nach der Belastung sozusagen im “Instantverfahren” zu fast perfekten Biathleten werden und bei uns die Plätze 13, 15 und 17 in der Gesamtwertung erreichen und dem Ranking zu wachsender Internationalität verhelfen.

Französische Biathlonbegeisterung

Wie nah die Stadt Pirmasens an der französischen Grenze liegt und den Naturpark Nordvogesen als direkten Nachbarn hat erschliesst sich uns vor allem durch einige junge Läufer aus dem Departement Moselle, die nach ihren Läufen zu Biathleten werden und damit auch symbolisch stehen für die Biathlonbegeisterung in Frankreich, die von Weltklasse-Athleten, wie Martin Fourcade oder Julia Simon getragen und etwa von Lou Jeanmonnot und Quentin Fillon Maillet beeindruckend fortgesetzt wird. An der mobilen Biathlonarena in der Messehalle überzeugen vor allem der Volleyballer Nick Schmidt (im lila T-Shirt) mit seiner schnellen Zeit von 2:13 Minuten und der Fußballer Julien Bello (untere Bildzeile ganz rechts), der zuvor in der Halbmarathonstaffel mit seinem Physiotherapie-Kollegen Quentin Siegmann bereits den 3. Platz erreichen konnte. Julien holt mit 3:00 Minuten und 4 Treffern auf Platz 8 also auch beim Biathlon eine Top 10-Platzierung. Dass hier in Pirmasens am Ende mehrere deutsche Biathleten vor dem besten Franzosen platziert sind, davon dürfen die deutschen Biathlonfans bei den kommenden Weltcups in Ruhpolding und Oberhof wohl eher nur träumen.

Ein Lauterer Zuschauer schlüpft in die Biathlon-Hauptrolle

Die Antwort auf unsere Frage, ob die Leistung des Freitags-Champions, Florian Ferdinand, auch zum Sieg bei der zweitägigen Etappe reicht, fällt eindrucksvoll aus. Im Mittelpunkt steht dabei ein Besucher des Pfälzerwald Marathons, der eigentlich in der Begleiterrolle von Kaiserslautern nach Pirmasens kommt, aber beim Biathlon dann doch in die Hauptrolle schlüpft. Klaus Brunn, der beruflich auf seinem Pferdehof eher die Vierbeiner laufen lässt, entwickelt mit seiner Kraft in der Cardioloipe auch selbst beinahe eine Pferdestärke. Nach nur rund 90 Sekunden steht der Fitness-Sportler ziemlich ausser Atem schussbereit am Biathlongewehr und profitiert in diesen Momenten vielleicht von seiner früheren Zeit als Bundeswehrsoldat, jedenfalls bringt er die ersten Schüsse fehlerfrei ins Ziel und setzt nach nur 2:20 Minuten schon seinen 4. Treffer in Serie. Mehr als eine Minute liegt er noch unter den 3:22 Minuten, die Florian Ferdinand am Vorabend auf den Spitzenplatz brachten. Doch was sich so einfach liest wird für Klaus nun zur echten Nervenprobe, denn nur mit einem Treffer beim letzten Schuss könnte er die Führung in der Gesamtwertung übernehmen. Jeder kleinste Wackler würde mit 4 Treffern Platz 4 bedeuten. Genau diese Konstellation mit 4 Treffern nach 4 Schüssen und aussichtsreicher Zeit sahen wir gestern auch bei Spyridon Nika, der dann beim letzten Schuss patzte. Und Klaus? Rund 5 Sekunden nach seinem 4. Treffer drückt er erneut ab…und…trifft: 2;25 Minuten und 5 Treffer. Es ist die mit Abstand beste Leistung dieser 2 Tage und bringt Klaus nicht nur den Lauterer Auswärtssieg in Pirmasens sondern auch den Gewinn der Reise zum Finale der Biathlon-Tour in Oberhof am 3./4. April 2027. Wir freuen uns auf das Wiedersehen mit unserem ersten pfälzischen Etappensieger + Begleitung im April im Thüringer Wald!

Unser abschließender Dank

gilt allen Wettkämpfenden, die mit so viel Mut und Motivation gekämpft haben.

Ein besonderes Dankeschön möchten wir an dieser Stelle auch an unseren Hauptpartner, den Biathlon-Weltcup Oberhof richten. Das größte Deutsche Biathlonspektakel, das im nächsten Jahr erstmals vom 4.-7. März 2027 in der Arena am Rennsteig erneut die komplette Weltelite des Biathlons am Start haben wird, unterstützt die Biathlon-Tour und ermöglicht ihr damit erst den großartigen Siegerpreis der Reise zum Tourfinale für die Besten jeder Etappe.

Herzlichen Dank an mein Team der Biathlon-Tour, an Marco, Harry, Gisi und Luca, für perfektes Teamwork und hohe Bereitschaft.

Ein großes Dankeschön gilt dem Veranstalter dieser Touretappe, dem Vorsitzenden des Fördervereins Pfälzerwald Marathon, Hartmut Kling, für sein Vertrauen in die Biathlon-Tour und für seinen Mut zum 20. Jubiläum seines Laufes das Risiko einzugehen etwas Neues zu wagen. Wir haben dieses “frische” Laufevent in den zurückliegenden beiden Tagen ins Herz geschlossen und es wäre uns eine große Freude es weiter begleiten zu dürfen.

Biathlon-Tour-Team: Bilder + Infopoint-Betreuung: Gisi Feulner, Videos: Luca Feulner, Wettkämpferbetreuung/Technik: Marco Feulner; Siegward Pein, Social Media: Lena Bremer und Marvin Meisel; Moderation und Text: Martin Bremer

Der andere Blick auf die Biathlon-Tour: instagram @biathlontour