Der Weltcup-Biathlet kommt vom Bau

andreas_braunDer 31-jährige Eupener Andreas Braun kämpfte vor wenigen Jahren in Ruhpolding und Antholtz bereits um Biathlon-Weltcuppunkte. Heute kommt der Mitarbeiter der Firma Jani-Bau gleich von der Arbeit zur Biathlonarena. Biathlon ist in Belgien (noch) kein Profisport. Andreas hat viele Jahre seinen Beruf als Schreiner und den Leistungssport nebeneinander bewältigt. Mit dem deutschen Olympiasieger von 2006 in Turin (mit der Staffel), Michael Rösch, hat er häufig zusammen trainiert. Rösch ist heute Belgier und startet international für die „roten Teufel“. An diesem Wochenende erreicht Michael Rösch beim Biathlon-Weltcup in Östersund Platz 39, während Andreas Braun seine Fähigkeiten nach einem harten Arbeitstag bei der Touretappe in Eupen zeigt. Noch in Arbeitsmontur schafft er „aus dem Stand“ fast den Tourrekord, erreicht die glänzende Zeit von 1:47 Minuten. Doch dieses mal verfehlt noch einer seiner 5 Schüsse das Ziel. Für den VIP-Biathlon geht er sich nun rasch umziehen und frisch machen und dann greift der Vater der 1-jährigen Anais nochmal an.

Ein Favoritensieg. Aber wie!

andreas_braun_2Als er am Nachmittag in Arbeitsmontur „mal eben im Vorbeigehen“ beinahe schon den Tourrekord verbessert hätte, da war schon klar, dass Andreas Braun der Sieg heute nur schwer zu nehmen sein dürfte. Zwischen 2008 und 2012 gehörte er zu Belgiens besten Biathleten und auch heute sehen wir, was ihn auszeichnet. Geradezu mit Bärenkräften wirkt der 31-Jährige vom Skiclub Elsenborn auf die Stöcke des Thoraxtrainers ein. Dabei erinnert er uns an seinen damaligen Trainingskollegen, Michael Rösch, der im April diesen Jahres mit seiner Kraft auf dem Thoraxtrainer einen Stock durchbrach. Nach 80 Sekunden hat Andreas die 400 m-Strecke bewältigt. Die meisten heutigen Teilnehmer hatten nach 80 Sekunden noch nicht die 300 m-Marke erreicht. Vor dem ersten Schuss lässt er sich vielleicht 2 – 3 Sekunden mehr Zeit als am Nachmittag. Durch die Dunkelheit lässt sich der Lichtpunkt seiner Schüsse  gut erkennen. Er trifft die Ziele vom ersten Schuss an mittig. Das Glück muss heute bei ihm nicht mithelfen.

In 1:53 Minuten mit 5 Treffern gewinnt Andreas Braun nicht nur den Eupener VIP-Biathlon, sondern auch – soviel sei hiermit vorweggenommen, die 2-tägige Biathlon auf Schalke-Touretappe in Eupen und zieht ins Tour-Finale am 28.12. auf Schalke ein, wo er auf 39 motivierte Etappensieger der diesjährigen Tour treffen wird.

V.l.n.r.: Alain Brock, Mario Vondergracht, Ralph Hübinger, Andreas Braun und Anne Brüll

V.l.n.r.: Alain Brock, Mario Vondergracht, Ralph Hübinger, Andreas Braun und Anne Brüll

Als 4. der Tourrangliste nach rund 2500 Startern gehört er zweifellos zu den Favoriten auf den Toursieg. Sein Sieg qualifiziert ihn zudem zur Teilnahme am Eifelfinale am 17.12. in Mayen, wo die Sieger der Etappen in Andernach, Gerolstein, Bad Münstereifel, Blankenheim, Wittlich, Eupen und Mayen um den Gewinn einer Reise für 2 Personen (3 Nächte mit Frühstück und Abendessen) ins Dorint Hotel Bitburg gegeneinander antreten.