Nachbericht zur 36. Etappe 2017 in Paderborn

5. Jahreszeit am 11.11. mal anders:        Wintersport im Südring-Center

Das zweitägige Biathlonevent im Paderborner Südring-Center ist eine von 5 Etappen, die im 3. Jahr der Biathlon auf Schalke-Tour zum dritten mal stattfindet. Es sind die Shopping-Center-Biathlons in Kassel, Lüdenscheid, Marl, Herne und eben Paderborn, die der Tour eine kontinuierliche Herbstsaison bescheren. Die Etappe an diesem 2. Novemberwochenende im erneut sehr gut besuchten Südring-Center bildet bereits den Abschluss der Indoorsaison 2017. Dass wir hier, gegenüber der Universität Paderborn und sozusagen „auf der grünen Wiese“ in einem echten Pionier unter Deutschlands Shopping-Centern einkehren, sieht man der modernen Ladenpassage an keiner Stelle an. Wir nehmen voller Vorfreude unseren kleinen „Stammplatz“ ein, jene gut 40 qm zwischen Nordsee und Südpool, die wir mit der Schießanlage des finnischen Unternehmens eco aims noch professioneller ausstatten können, als in den beiden Vorjahren. Mit 4 Handgriffen stellen wir auf den Displays die genau passende Zielgröße für die nur 8 m Schießentfernung her, so dass der Schwierigkeitsgrad mit den bisherigen 35 Etappen des Jahres übereinstimmt. Unsere Kollegen vom deutschen Thoraxtrainervertrieb geben uns die kleinste Version des Skilanglaufergometers mit nach Paderborn und schon ist sie fertig, die kleinste Biathlonarena der Tour 2017 und wir sind gespannt, ob sich die Paderborner erneut für unsere Biathlon-Challenge begeistern lassen?

So viel Spaß macht Indoor-Biathlon

Um es vorweg zu nehmen, es wird wieder ein Riesenspaß. Insbesondere am unglaublich gut besuchten Samstag, der zugleich Martinstag und Startschuss in die Karnevalssaison ist, strömen von vormittags bis zum Abend pausenlos Neugierige zu den Biathlongewehren. Wenn wieder eines der 33 Biathlonduelle dieses Tages startet, wird es zumeist voll rund um die Biathlonarena und nicht wenige  Schaulustige erzählen uns, wie sehr sie diese Sportart mögen und wie viele Stunden sie dafür am TV ausharren. Am Morgen starten wir um 10.30 Uhr bereits eine halbe Stunde eher und das spannende Etappenfinish hält sich mit seiner Dramaturgie auch nicht an die 18 Uhr-Marke, aber solche Etappentage sind uns natürlich die Liebsten.

Der Freitag ist, wie gewohnt, etwas ruhiger, bringt die Neugierigen eher in Wellen zur Biathlonarena, erlebt aber in seinen beiden finalen Stunden bereits einen ähnlichen Ansturm, wie er am Folgetag zur Normalität wird. 100 Wettkämpfer, rund 1000 Schnupperschützen  und zahlreiche Schaulustige machen diese zweitägige und einzige Ostwestfalen-Etappe der Tour 2017 zu einer Werbung für den Indoor-Biathlon, der insbesondere in jenen Shopping-Centern funktioniert, die mit einer hohen Aufenthaltsqualität und attraktiver Gastronomie auf die Karte Einkaufserlebnis setzen.

Die Besten des Freitags

Wie so häufig in den vergangenen Wochen, bringen gleich die ersten Wettkämpfe noch vor dem Mittag schon sehr gute Resultate. Etwa jenes, des 25-jährigen Students für Wirtschaftswissenschaften, Marvin Ruhmann (nebenstehendes Bild, am rechten Gewehr). Der Sportschütze, der für seinen SSV Eikeloh sogar bei Landesmeisterschaften mit dem Luftgewehr an den Start geht schafft mit dem Infrarotgewehr auf unsere 40 mm-Ziele das erste fehlerlose Schießen nach der 400 m-Belastung auf dem Thoraxtrainer. Wie so häufig bei den Sportschützen, so lässt sich auch Marvin für seine 5 Schüsse deutlich mehr Zeit, als die meisten anderen Wettkämpfer. Seine 4:17 Minuten, die wir für seinen Skilanglauf und die 5 Schüsse notieren, werden von mehr als 30 Wettkämpfern dieses 1. Tages unterboten, doch eine Platzierung vor Marvin lässt sich nur mit 5 Treffern erreichen und das stellt sich als nicht so einfach heraus.

Deutlich schneller als Marvin sind auch Phlipp Pabel (weisses T-Shirt) in 2:28 Minuten und Lukas Boschanski in 2:38 Minuten. Volleyballer Lukas verfehlt nur wegen eines Fehlschusses die Etappenführung, während der noch schnellere Philipp wegen dreier Fehlschüsse in der Endwertung beider Tage nicht über den 41. Platz hinauskommt.

Sehr gut macht es ein Trio der Treffsicheren, die alle bereits am Mittag ins Biathlonduell starten. Unter Ihnen der 69-jährige Heribert Klahold (Bild oben, untere Bildzeile im karierten Hemd). Der sportliche Rentner, der sich mit regelmäßigem Schwimmen fit und jung hält, verpasst in 3:30 Minuten erst mit dem letzten Schuß die Etappenführung und wird mit seinen 4 Treffern achtbester des Freitags. Sogar zweitbester des Tages wird Heriberts Duellgegner, Philipp Schmidt (Bild oben, oben links), der 2:37 Minuten und 4 Treffer erreicht. Radsportler Philipp Knüppelholtz (leider nicht im Bild) wird mit 2:41 Minuten und 4 Treffern Tagesvierter. Schnellster des Tages wird Ali Husseini (im Bild oben, untere Bildzeile ganz rechts) in starken 2:09 Minuten. Leider zielt er viermal daneben.

Die beste Wettkämpferin

Mit ihrer Leistung von 3:25 Minuten und 4 Treffern wird die junge russische Biathletin, Tanja Sinkin aus dem Altai-Gebirge nicht nur beste Wettkämpferin des Freitags, sondern auch der gesamten Etappe und gewinnt ebenso den vom Centermanagement ausgelobten 50 Euro-Einkaufsgutschein, wie der Freitagsbeste, Marvin Ruhmann. Herzlichen Glückwunsch.

Der turbulente Samstag

Was für ein wuseliger Tag. Selten hatten wir in diesem Jahr so viele Schnupperschützen, wie an diesem Samstag zwischen 10.30 und 18.30 Uhr im Südring-Center. Während die kräftigen Männer beim Wettkampf deutlich in der Überzahl sind und sich Patrick Pöhler, von dem noch die Rede sein wird, mit 9(!) Starts ins Biathlonduell an einem Tag nun in der Kategorie „Vielstarter“ Tourrekordler  nennen darf, sind unter den Schnupperschützen vor allem auch viele Kinder schon ab 7/8 Jahren, die wir nur im Beisein der Eltern mitmachen lassen. Die Jüngsten schießen mit aufliegendem Biathlongewehr, doch es macht viel Freude, mit welcher Leidenschaft und welchem Ehrgeiz viele von ihnen an die Aufgabe herangehen. Die zahlreichen Schaulustigen, die immer wieder an diesem Tag Menschentrauben an der Biathlonarena erzeugen, lassen den Tag zu einem echten Biathlonfest werden, dessen Finish zweifellos drehbuchreif daherkommen sollte. Aber der Reihe nach.

Die Bundesliga-Judokas

Theo Prill (im hellblauen T-Shirt) war viele Jahre Bundesliga-Judoka in Holle bei Hildesheim. Mittlerweile konzentriert sich der 30-jährige wissenschaftliche Mitarbeiter der Uni Paderborn auf seine Promotion in Partikel Verfahrenstechnik und auf die Papa-Rolle seiner  1-jährigen Zwillinge. Doch sportlich unterwegs ist natürlich weiterhin, das beweist er auch im Biathlonduell. Die innere Uhr läuft bei ihm mit, Theo schöpft die 4:17 Minuten, die der Führende, Marvin Ruhmann, am Vortag vorgelegt hatte, fast vollständig aus und setzt nach 4:11 Minuten seinen 5. Treffer. Für den Moment reicht das zur Etappenführung, doch übersteht seine Leistung nicht heute nicht lange an der 1. Position. Im Bild sehen wir Theo deshalb am späten Nachmittag, als er zusammen mit seinem Bruder, Valerius, zur Biathlonarena kommt und beide gemeinsam in ein Biathlonduell gehen. Auch Valerius ist Bundesliga-Judoka in Wiesbaden und laut Theo ist sein 27-jähriger Bruder sogar noch erfolgreicher, als er.  Im Biathlonduell reicht es für die sympathischen Brüder leider nicht zu einer Verbesserung. Theo wird Vierter dieser Etappe.

Erneut wechselt die Etappenführung

Dem 30-jährigen Judoka folgt der 33-jährige Fußballer auf dem Etappenthron. Daniel Adam (im weissen Pullover) verbessert im Duell mit Dieter Käckel die Bestleistung um 40 Sekunden und schafft die 400 m auf dem Thoraxtrainer und das fehlerlose Schießen in 3:31 Minuten. Der Lagerist und Staplerfahrer ist im Irak geboren, aber bereits seit 2009 in Paderborn. Wenn er die beiden Premiumkarten für den Biathlon auf Schalke gewinnen sollte, dann wird er wohl mit seinem 8-jährigen Sohnemann Giorgios zur VELTINS-Arena kommen. Doch Jäger nach der Etappenspitze gibt es heute noch einige und sie sind bestens motiviert.

Den Schnellen fehlt ein Quäntchen Treffsicherheit

Vier, die deutlich schneller ihren Wettkampf beenden, als der führende Daniel Adam, können ihn dennoch nicht von der Spitze verdrängen. Besonders knapp ist es bei Marcel Renz (im Bild oben, oben links). In 2:37 Minuten ist es am Ende ein kleiner Moment der Unkonzentriertheit, der statt Etappenführung am Ende mit 4 Treffern Platz 9 bedeutet. Auch Marcel Bickmann (Bild oben, oben rechts) ist nur diesen einen Moment von der Etappenführung entfernt und erreicht mit 4 Treffern und 2:48 Minuten Platz 14 der Etappe. Noch schneller sind Hannes Kreische und Tino Hillemeyer (Bild oben, untere Bildreihe). In 2:23 und 2:29 Minuten bleibt für die beiden mit 3 und 2 Treffern das fehlerlose Schießen eine zu hohe Hürde.

Zwei „alte“ Bekannte und der Vielstarter

Schon in den beiden vergangenen Jahren besuchte uns Thomas Freitag (im Bild oben im orangenen Hemd) zusammen mit seinen beiden Söhnen und nahm am Wettbewerb teil. Beide Male erreichte er Top 10-Platzierungen bei den Etappen. Und auch in diesem Jahr ist der Hobbyvolleyballer wieder unter den Besten. Mit 4 Treffern und 2:32 Minuten erreicht er Platz 6 unter 101 Wettkämpfern und hätte wahrlich einen Preis für Konstanz verdient. Ein weiterer „alter“ Bekannter kommt uns hier im Südring-Center aus dem Hochsauerland besuchen. Volker Wulf schaffte bei den Etappen in Olpe und Meschede ebenfalls jeweils Top 10-Plätze und nimmt noch einen Anlauf auf den Etappensieg. Doch heute ist nicht sein Tag. Der Jurist, der sein heimisches Fitnessprogramm auf dem Thoraxtrainer absolviert, beendet seinen Biathlonwettkampf nach 2:42 Minuten mit 2 Treffern. Besser macht es sein Duellgegner, Patrick Pöhler. Der 28-Jährige, der mit der Familie gerne Samstags zum Shopping nach Paderborn kommt, hätte am Frühstückstisch wohl auch nicht geahnt, dass er sich an diesem Tag 9 x 400 m auf dem gewiss nicht armmuskelschonenden Thoraxtrainer austoben würde. Im Duell mit Volker Wulf ist er nun schon haarscharf dran an der Etappenführung. Erst mit dem verflixten letzten Schuss patzt er und erreicht in 2:38 Minuten mit 4 Treffern Platz 10.

Zum Finale mit Freund Christian

Kevin Mersmann (im Bildvordergrund), der knapp 22-jährige Werkzeugmacher möchte eigentlich zusammen mit Kumpel Christian ins Biathlonduell gehen. Doch der fühlt sich nicht treffsicher genug. Mit Dirk Henschel ist schnell ein Duellant gefunden. Auf dem Thoraxtrainer ist es ein Kopf-an-Kopf-Duell, doch am Biathlongewehr erweist sich der junge Kraftsportler als treffsicherer. Bis zum letzten Schuss bleibt er im Rennen um die Etappenführung. Sollte auch für ihn dieser letzte Schuss zum Verflixten werden, wie nun schon viermal für Wettkämpfer an diesen beiden Tagen? Kevin atmet nochmal tief durch und wirkt äüßerst konzentriert. Nach 3:04 Minuten verwandelt er auch den 5. Schuss zum Treffer und verbessert Daniel Adams Bestleistung um weitere 27 Sekunden. Auf die Frage, wenn er denn zum Biathlon auf Schalke mitnähme, wenn er Etappensieger wird, braucht er nicht zu zögern. Natürlich Kumpel Christian. Doch soo einfach ist das heute nicht…

Das drehbuchreife Etappen-Finish

Gut gelaunt und erwartungsfroh kommt Kevin Mersmann um 17.40 Uhr wieder zurück an der Biathlonarena und sieht seinen Namen weiterhin auf Platz 1 der zweitägigen Ergebnis-Rangliste. Es könnte so einfach sein, die letzten beiden Duelle abwarten und dann Siegerehrung mit Übergabe des Gutscheins für die beiden Premiumkarten zum Biathlon auf Schalke am 28.12., doch der Krimi der Etappe sollte noch vor uns liegen.

Kevin kommt mitten hinein in den Endspurt auf seine Bestleistung von 3:04 Minuten mit den 5 Treffern. Die Konstellation ist spannend, weil mehr als 20 Wettkämpfer allein des heutigen Samstags eine schnellere Zeit für ihren 400 m Skilanglauf inklusive der 5 Schüsse erreichten, jedoch Kevins Vorgabe der 5 Treffer mehr oder weniger knapp verpassten. Einige von ihnen kommen in dieser letzten Etappenstunde mit neuer Energie nochmal zur Biathlonarena zurück, um noch einen Anlauf auf den Etappenthron zu wagen. So auch der 28-Jährige Patrick Pöhler. Der Montage-Projektleiter ist mit 9 Starts der „Marathlon-Biathlet“ des heutigen Tages. Zwischenzeitlich hat er seine Frau ins immerhin 25 Minuten entfernte zu Hause nach Hövelhof gefahren und ist nun mit frischer Energie für seine (vor-)letzte Chance zur Biathlonarena zurückgekehrt. Am frühen Nachmittag war die Etappenführung für ihn bereits zum Greifen nahe, als er in 2:38 Minuten mit 4 Schüssen 4 Treffer erzielte, jedoch den finalen Schuss um Millimeter daneben setzte. Jetzt geht Patrick vor den Augen des Führenden ins Finish um den Etappensieg gegen den schnellen Waldemar Leicht, der in 2:26 Minuten zu den Schnellsten des Tages gehört, jedoch mit 3 Treffern „nur“ den 25. Platz unter den 101 Wettkämpfern belegt. Die beiden wählen auf dem Skilanglaufergometer Thoraxtrainer ein Tempo, das ihnen alle Chancen auf die Etappenführung erhält. Waldemar läuft und schießt etwas schneller als Patrick, doch schon mit dem 2. Schuss ist seine Chance auf die Etappenführung dahin. Länger darf Patrick hoffen. Nnocheinmal füllt sich das Fleckchen zwischen Nordsee-Restaurant und Biathlonarena mit Schaulustigen. Und spätestens mit dem 3 Treffer merken sowohl der Führende, Kevin Mersmann, wie auch die Zuschauer, dass es da am Biathlongewehr einer wissen will. 17 Sekunden verbleiben Patrick für 2 weitere Treffer. Vierter Schuss: Treffer, noch 10 Sekunden bis zu Kevins 3:04 Minuten. Schafft Patrick tatsächlich in seinem 8. Anlauf tatsächlich noch das fehlerlose Schießen? Er schießt und trifft. Die Uhr zeigt 3:00 Minuten. Führungswechsel kurz vor Etappenschluss. Der zur Siegerehrung gekommene Kevin gratuliert dem neuen Führenden. Doch freilich bekommt Kevin noch die Chance auf Patricks Leistung seine Antwort zu geben.

Kann der entthronte Kevin kontern?

Kevins Gegner ist rasch gefunden. Mario Zaljec wird mit ihm in dieses letzte Duell dieser Etappe gehen, das wir Sekunden später zum „vorletzten“ deklarieren, weil der Etappensieger aus dem Vorjahr hier im Südring-Center, Michael Berhorst aus Schloss Neuhaus, gerade angekommen ist und natürlich seine Chance auf die Titelverteidigung noch erhalten soll.

Doch zunächst sehen wir einen kämpfenden 21-Jährigen und es ist sicher mental eine schwierige Aufgabe, um den Sieg, der einem sicher schien nun „auf Knopfdruck“ nochmal kämpfen zu müssen. Doch Kevin antwortet mit einem 400 m Skilanglauf, der schnell genug ist und ihm die Chance auf die erneute Etappenführung offen lässt. Hat der junge Mann, der sein Schießtalent auf dem Rummel entdeckt hat, nocheinmal die Konzentration für 5 Treffer, die ausser ihm nur 4 von 100 Wettkämpfern an diesen 2 Tagen geschafft haben? Wow, er hat sich tatsächlich in dieser Situation im Griff. Schafft mit den ersten 3 Schüssen drei Treffer. Die Uhr zeigt 2:41 Minuten. Wendet sich das Blatt erneut? Kevin schießt und erzielt den 4. Treffer. Es ist sein 9. Treffer im 9. Wettkampfschuss heute. Der kann es wirklich. Aber kommen ihm jetzt die Nerven in die Quere? Letzter Schuss und: er hat es tatsächlich wieder gedreht: 2:52 Minuten und 5 Treffer bringen Kevin die Etappenführung zurück und nun ist Patrick der faire Gratulant.

Der Titelverteidiger hat das letzte Wort

Wieder wechselt Kevin als Führender in die Zuschauerrolle. Mit Michael Berhorst setzt nun einer den Schlusspunkt unter diese Etappe, der im Vorjahr mit 2:17 Minuten und 5 Treffern eindrucksvoll gezeigt hat, dass er das Zeug zum Etappensieg hat. Der 44-jährige Postbeamte aus Schloss Neuhaus weiss auch, wie schön der Finaltag auf Schalke ist, deshalb ist er nun wieder hier und geht optimistisch in seine Chance zur Titelverteidigung. Wer anders sollte an diesem Tag sein Gegner sein, als Patrick Pöhler mit seinem 9. Wettkampf. Wer Kevin Mersmann vielleicht wünschte, nicht wieder so eine Zitterpartie als Zuschauer erleben zu müssen, wird enttäuscht, denn 2:30 Minuten nach dem Start legt Michael Berhorst mit 4 Treffern auf der Habenseite zum letzten Schuss an. Patrick Pöhler ist derweil aus dem Rennen, weil er den 1. Schuss nicht ins Ziel brachte. Muss Kevin Mersmann erneut seiner Ablösung zuschauen? Vieles spricht nun für den Titelverteidiger, der sogar noch Reservezeit hat und den finalen Schuss im Zweifelsfall noch verzögern kann. Doch Michael hält seinen Rhythmus bei und schiesst. Fehlschuss. Welch ein Wechselbad der Emotionen. Michael scheitert, den Sieg vor Augen, um Millimeter, die wiederum Kevin zum Glück verhelfen.  So ist er zum Glück, der Biathlonsport. Immer wieder aufs Neue überrascht er uns mit seiner eigenwilligen Dramaturgie.

Mit der Ehrung der Siegerin Tanja Sinkin und des Siegers und Finalisten, Kevin Mersmann endet diese fulminante Etappe in Paderborn und unser Dank gilt dem Management des Südring-Centers, namentlich Andree Sake, der neben Jürgen Drews-Konzert, Ufa-Casting oder Kinderschminken auch in diesem Jahr auf Sport und da auf Biathlon setzte. Für dieses Vertrauen bedanken wir uns herzlich und freuen uns sehr, wenn diese Etappe auch 2018 wieder im Tourkalender stehen wird.

Bilder: Daniel Holtschneider und Harry Pien    Text: Martin Bremer