Nachbericht zur 4. Etappe 2018 in Bergheim

Citybiathlon als Volksfest

Innerhalb dreier Stunden wird an diesem Sonntagmorgen der Hubert-Rheinfeld-Platz in der Bergheimer Innenstadt zur Biathlonarena mit 5 Stehend- und Liegendschießbahnen, 170 m Laufparcour, Strafrunde und Tribüne. Um 11 Uhr ist die Bühne bereitet für die 1. Biathlonstaffel-Kreismeisterschaft, die hier in der Kreisstadt des Rhein-Erftkreises zeitgleich mit dem jährlichen Frühlingsmarkt stattfindet.

17 Staffelteams am Start

Das Bergheimer Citymanagement hatte eingeladen und zusammen mit der Biathlon Deutschland-Tour und dem Kreissportbund Rhein-Erft e.V. gleich 17 vierköpfige Teams zur Wettkampfpremiere motivieren können, in einer Sportart, die für fast alle ein spannendes Neuland darstellt. Um ein solches Jedermann-Event überhaupt möglich zu machen, wählten wir den Modus des Laufbiathlons. Die Skating-Variante lässt sich nur mit darin bereits geübten Sportlern realisieren. Und so wird dieser Tag zum Volksbiathlon im allerbesten Sinne. Die 17 vierköpfigen Staffelteams repräsentieren Vereine aus den unterschiedlichsten Sportarten. Es sind Lauftreffs am Start, ein Radclub, eine Tischtennisabteilung, eine Badminton-Mannschaft, ein Fitnessstudio, Fußballer, Kegler, Schützen, Jecken und ein Boxclub. Ein Volksbiathlon wird diese Kreismeisterschaft aber auch deswegen, weil das Besuchervolk des Frühlingsmarktes die Einladung zum zuschauen auf den Tribünen am gesamten Tag sehr erfreulich wahrnimmt und die Wettkämpfer immer wieder emphatisch unterstützt.

Ein Gastgeber, der mit dem Herzen dabei ist

Wer die Biathlon-Tour genauer verfolgt weiss, dass solche recht aufwändigen Citybiathlons noch die Ausnahmen im Etappenprogramm sind. Es liegt vor allem daran, dass dabei – im Gegensatz zu einer „Standardetappe“ der Biathlon-Tour – auch für den Gastgeber ein Arbeitsaufwand entsteht. So ist es kein Zufall, dass diese nächste „Vorzeige-Etappe“ der Biathlon-Tour hier in Bergheim realisiert wird, denn Citymanager Tom Juschka ist einer, der mit dem Herzen dabei ist. Schon Monate organisiert er, gemeinsam mit Harald Dudzus, dem 1. Vorsitzenden des Kreissportbundes Rhein-Erft e.V. und dessen Geschäftsführerin, Marion Bauer die Ansprache an die Sportvereine des Kreises und plant mit dem lokalen Wochenspiegel Sonderveröffentlichungen zum Citybiathlon.

Am Wettkampftag ist er am frühen Morgen der Erste, der mit dem Tourteam den Laufparcour und die Strafrunde absteckt. Zwei Stunden später singt der Hobbysänger der Deutsch-Rockband Butzrock dem Ausbildungsleiter des Skiverbandes Rheinland, Stefan Puderbach, gemeinsam mit allen Besuchern das Geburtstagsständchen und wiederum wenig später mit seinem Team des Bergheimer Rathauses selbst an der Startlinie zu stehen und mit 10 Treffern bei 10 Schüssen das beste Schießergebnis aller fast 70 Starter zu erzielen. Am Tagesende ehrt Tom sein eigenes Team und findet die passenden Worte für die Siegerteams. Mit einem solchen Gastgeber machen Etappen der Biathlon Deutschland-Tour doppelt Spaß.

Teamwettbewerb mit kurzen Laufstrecken

Der Teamwettbewerb hat sich in mehr als 3 Jahren Biathlon-Tour als die stimmungsvollste Variante bewährt und gibt einem Jedermann-Sportevent ein strahlendes Gesicht. Freunde erleben sich miteinander in Momenten großer Anstrengung und echter Herausforderung. Es entsteht ein besonderes Gemeinschaftsgefühl, wodurch das Event wiederum dem Publikum viel Freude bereitet.

Beim Modus einer solchen Biathlonstaffelmeisterschaft sind kurze Laufstrecken geeignet, um die Abstände zwischen den Teams möglichst klein zu halten und zugleich die Schießleistung zu einem entscheidenden Faktor zu machen.  In Bergheim legt jeder Wettkämpfer 3 x 340 m zurück und kommt dazwischen für jeweils 5 Schüsse Liegend- und Stehendschießen ans Biathlongewehr. Jeder Fehlschuss führt zu einer ca. 40 m kleinen Strafrunde. Es wird aus 10 m Distanz mit Lasergewehren auf Ziele mit 45 mm Durchmesser geschossen. Jeweils bis zu fünf Teams treten in den 4 Rennen gegeneinander an. Der Sieger der 4 Rennen und das beste Zweitschnellste Team bestreiten am späten Nachmittag das Finale. Die ersten beiden Stunden von 11-13 Uhr gehören dem Schießtraining für alle Wettkämpfer. Dann geht es los:

Rennen 1: Treffnix trifft und ein schnelles Schneewitchen

Der Spaß des Jedermann-Biathlons wird schon an den Teamnamen deutlich. Da treffen die Radsportler vom RSV Treffnix Lövenich etwa auf Schneewitchen und die 3 Muskeltiere (orangene Trikots) oder auf das Familienteam „Die Rennschnecken“ (rosa Trikots). Das Actionteam in grün besteht aus Hobbyfußballern während bei den in blau gekleideten Rhein-Erft-Runnern nomen est omen gilt.

Von den 5 Startläufern trifft ausgerechnet Alexander Grüninger vom RSV Treffnix… am besten. 5 von 10 Schüssen setzt er ins Schwarze. Thomas Walochnik von den Rhein-Erft-Runner bleibt trotz nur eines Treffers mit guter Laufleistung ebenso vorne dran,  wie Stefan Frambach vom Actionteam, der ohne Treffer bleibt.

Auch in der zweiten Runde stellt der RSV Treffnix Lövenich den besten Schützen. Tobias Clemens, der Sportliche Leiter der Radsportler erzielt mit seinen 10 Schüssen 7 Treffer. Ebenfalls stark am Biathlongewehr: Rennschnecke Niklas König. Ihn hatte Vater Hartmut an 5. Stelle ins Rennen geschickt und mit einem fehlerlosen Liegendschießen startet Niklas die Aufholjagd.

In Runde 3 wird der führende Basti Odendahl vom RSV Treffnix dem Teamnamen dann doch etwas gerechter und zielt mit 8 seiner 10 Schüsse daneben. Das bedeutet Führungswechsel, denn Muskeltier Jürgen Reiser läuft sehr stark, erzielt 5 Treffer und erreicht mit 6:21 Minuten das beste Einzelergebnis der 19 Wettkämpfer des 1. Rennens. Stark macht es auch Rhein-Erft-Runner Thomas Baches aus Viersen. Mit 8 Treffern wird er zum besten Schützen des ersten Rennens und bringt sein Team damit in ein Duell um den Sieg gegen die 3 Muskeltiere, die als Schlußläuferin nun ihr Schneewitchen ins Rennen schicken.

Bei den Rennschnecken muss Niklas König ein zweites Mal auf die Strecke und übernimmt von Schwester Natascha, die starke 7 Treffer erzielt. Auch Niklas legt nochmal ein fehlerloses Liegendschießen hin, doch in der Tat fehlt es den Rennschnecken etwas an Laufgeschwindigkeit, so dass sie mit dem stärksten Schießergebnis der Teams des 1. Rennens (23 Treffer) doch nur  Platz 5 belegen. Nur 7 Treffer erzielt das Actionsteam. Allein 4 davon schafft Teamcaptain Wolfgang Angermaier als Schlußläufer in seinem Liegendschießen. Das Actionteam wird 4. des 1. Rennen. Den 3. Platz sichert Josef Riefert seinem RSV Treffnix Lövenich. Josef ist nicht nur ein guter Radfahrer, sondern auch ein begeisterter Speedskater. Trotz Drehwurm in der Strafrunde behält er auch beim Laufen die Orientierung.

Im Duell um den Sieg schafft Schneewitchen Annette Reiser, die 2016 bei den Deutschen Berglaufmeisterschaften den 3. Platz belegte und auch schon einmal Deutsche Meisterin mit dem Einrad war, den Sieg gegen die ebenfalls ausgezeichnet laufende Janine Vohwinkel von den Rhein-Erft-Runner.

Rennen 2: Begeisternde Läufer und ein fightender Fanclub

Dieses 2. Rennen ist das schnellste des Tages. Das Publikum erlebt ein spannendes Duell um den Sieg und wird dann selbst zum Star, als es den beherzt kämpfenden 1. FC Köln Fanclub „Em Pittermännche“ (rote Hemden)  im einsamen Rennen ums Ankommen großartig unterstützt.

Im Kampf der 5 Startläufer fällt das Mariechen der Roten Husaren Kerpen, Michelle Bütow, mit 9 Treffern als phantastische Schützin auf. Sie startet für den Kegelclub Biber unger d’r Bahn (graue Hemden). Der Schnellste ist erwartungsgemäß der Polizist und Deutsche Vizemeister der M35 über 110 m Hürden, Martin Thimm (6:23 Minuten). Er startet für die Laufschnecken (gelbe Trikots), größer könnte das Understatement kaum sein. Für die Marga- und Walter Boll-Stiftung (orangene Trikots) springt Nina Vering für ihren Vater Helmut ein und man sieht ihr an, dass sie auf dem Weg zur Ziellinie mächtig zu kämpfen hat. Das gilt auch für den Wiener des 1.FC Köln Fanclub, Mario Zant. Es ist dieses Jahr nicht das Jahr der Österreicher beim FC.

In Runde 2 begeistert der im grünen Trikot für die Laufgruppe RWE Power startende Thomas Schneider. In 6:06 Minuten ist er der zweitschnellste Wettkämpfer im 2. Rennen und zugleich der drittschnellste des Tages. Damit bringt er sein Team wieder näher an  die Laufschnecken heran, für die der frisch gekürte Deutsche Meister im Halbmarathon der M50, Norbert Schneider aus Scheven, ins Rennen geht.  Die schönste Seite eines Jedermann-Sportevents zeigt sich am Schluss des Feldes. FC-Fan Rüdiger Böll traut sich für seinen Fanclub in den Wettkampf, obwohl das Laufen ihm sichtlich Mühe bereitet. Keiner im weiten Rund der Biathlonarena übersieht, dass hier ein Wettkämpfer über sich hinauswächst. Die größten Siege im Sport sind jene über sich selbst. Diesen Kampf gewinnt Rüdiger nach 15:20 Minuten auch mit der Unterstützung des Publikums.

In der 3. Runde ist es die erst 13-jährige Deutsche Schülermeisterin im Crosslauf, Celine Schneider, die mit ihrem federleichten Laufstil bei dem einen oder anderen vielleicht sehnsüchtige Erinnerungen an eigene Kindertage weckt. So leicht kann Laufen sein. Gar nicht so leicht ist für Celine jedoch das Schießen und so kann der ebenfalls schnelle Dirk Rolff für seine RWE Laufgruppe weiter aufholen, so dass Schlussläufer Michael Effertz nur knapp hinter Martin Thimm, der für die Laufschnecken als Start- und Schlußläufer antreten muss, noch mit Siegchancen ins Rennen startet. Den 3. Platz sichert derweil Hobbyfußballer Patrick Schiffer für seinen Kegelclub, vor Peter Hillesheim, der für die Marga und Walter Boll Stiftung nun den Schlussläufer Markus Hemmersbach ins Rennen schickt.

Die Entscheidung im zweiten Rennen erzwingt der phantastisch laufende Michael Effertz zugunsten seiner Laufgruppe RWE Power. Mit 5:57 Minuten erreicht der ausdauerstarke Projektingenieur die beste Leistung im 2. Rennen und besiegt den starken Sprinter, Martin Thimm, dem die Beine bei diesem zweiten Start doch etwas schwer werden. Mit 26:27 Minuten wird die RWE-Staffel bestes Team der Vorrunde und zieht ebenso ins Finale ein, wie die Laufschnecken in 27:47 Minuten, die sich als schnellstes zweitplatziertes Team qualifizieren. Auf Platz 4 zeigt Markus Hemmersbach, der junge Schütze von St. Sebastianus Gymnich in 6:45 Minuten für die Marga und Walter Boll-Stiftung ein klasse Rennen. Dritter bleibt der Kegelclub Biber unger d’r Bahn, für den Florian Sachse die Platzierung sichert.

Rennen 3: 4 junge Teufelskerle „boxen sich durch“

Mit 12 Jahren sind die 4 Tischtenniscracks des Schüler-Bezirksliga-Teams des TSV Kenten die Jüngsten Starter im Feld. Beim Trainingsschießen will es bei den Jungs zunächst nicht so recht klappen. Das Tourteam entscheidet, die Zielfläche für die Youngster zu verdoppeln und hatte dabei durchaus den Ehrgeiz der 4 unterschätzt.

Bereits Startläufer Elias Bellinghausen, der beim Tischtennis schon um die Westdeutsche Meisterschaft mitkämpfte, legt mit seinen 10 Schüssen 9 Treffer vor und übernimmt die Führung vor Lauftreff-Trainer Marvin Purrmann, der für sein Fitnessstudio Just Fit ins Rennen geht, und dem Trainer des Boxclubs Pulheim, Jarek Brzezinski. Der fitte 40-Jährige trifft mit den Boxhandschuhen zweifellos besser. Mit dem Biathlongewehr wird es nur 1 Treffer bei 10 Schüssen. Lisa Bolga aus Hückelhoven geht für die Jecken im Rähn an den Start und kämpft um den Anschluss.

Ein tolles Rennen läuft David Linkert für die Kentener Tischtennisspieler. Für ihn wäre die Zielvergrößerung wirklich nicht nötig gewesen. Er bleibt komplett strafrundenfrei und erreicht in 5:09 Minuten die beste Einzelzeit des Tages. Damit vergrößert David natürlich den Vorsprung seines TSV Kenten. Hinter ihm sind alle drei Teams fast gleichauf. Am Beispiel des 16-jährigen Afghanen, Ibrahim Mohseni, wird die Bedeutung der Sportvereine in Deutschland besonders deutlich. Er startet als 2. Läufer für den Pulheimer Boxclub. Dort fand er vor drei Jahren Halt und eine seelische Heimat, als er ohne seine Eltern als Flüchtling alleine Deutschland erreichte. Es ist eine der großen Stärken des Sports, dass sich Sportler zumeist auf Augenhöhe begegnen, wo in der Gesellschaft (auch unausgesprochene) Hierarchien jede Integration erschweren. Ibrahim ist in 8:01 Minuten 6 Sekunden schneller als Trainer Jarek.

Boxer Anton Staebe bläst nun zur Aufholjagd auf die enteilten Tischtennis-Youngster und tatsächlich, der Jüngste des Kentener Quartetts, Kai Schröder muss 9 Fehlschüsse hinnehmen und Anton kann in 7:12 Minuten mehr als eine Minute aufholen. Hinter den beiden führenden Teams läuft Doro Schaar für das Fitnessstudio Just Fit ein starkes Rennen. In 8:02 Minuten kann sie den Jecken im Rähn, Dennis Juhrig, auf Distanz halten.

Die Entscheidung naht. Alexander Wolf hat als Schlussläufer des Tischtennisquartetts einen holprigen Start. 5 Fehlschüsse im Liegendschießen. Hinter ihm holt Nicolas Schlang mächtig auf. Nicolas springt beim Pulheimer Boxclub ein. Er sieht zwar so stark, wie ein Boxer aus, ist jedoch Studioleiter des Core fit in Hochneukirch und zugleich aktiv im Kreissportbund Rhein-Erft. Das Tour-Team kennt Nicolas als Etappensieger und Finalist 2017. Er kam als Schnellster aller fast 3000 Wettkämpfer 2017 zum Tourfinale und wurde dort Dritter. Mit 3 Treffern rückt er dem jungen Alexander immer näher auf den Pelz, der Mühe mit dem Lauftempo hat. Doch was macht der Youngster beim Stehendschießen? Er mobilisiert all seine Konzentration, lässt sich nicht beeindrucken und schafft beim schwierigen Stehendanschlag 5 Treffer. Wow. Damit hält er Nicolas auf Distanz, der mit einem ganz schnellen Schießen seine Chance wahren möchte, aber nur einen Treffer erzielt. Der Sieg und die Finalteilnahme geht an das Tischtennisquartett des TSV Kenten. Der verstärkte Pulheimer Boxclub wird Zweiter. Der schnelle Langstreckenläufer Horst Adolphs führt Just Fit auf Platz 3 und Charlie Felsenheimer muss sich mit dem 4. Platz für die Jecken im Rähn begnügen.

Rennen 4: Sieg im Heimspiel?

Im letzten Rennen greift nun der Gastgeber selbst ins Geschehen ein. Citymanager Tom Juschka hatte ein Rathausteam organisiert und dafür den 1. Mann der Stadt gewonnen. Bürgermeister Volker Mießeler kennt die Biathlon-Tour bereits aus dem vergangenen Jahr, als er an gleicher Stelle im Bergheimer VIP-Team im Kampf um den Titel „Zielsicherste Stadt 2017“ beim Biathlon eine sehr gute Figur machte. Für die Veranstaltung ist es eine große Ehre, dass sich der Bürgermeister dieser Herausforderung stellt. Einfach wird es nicht für das Rathausteam, denn mit der DJK Bergheim bekommen sie es mit den besten Badmintonspielern der Stadt zu tun und auch die Jecke im Rähn haben sich mit ihrem 2. Team einiges vorgenommen.

Im Dreikampf mit Jecke Oliver Becker und dem Badminton-Abteilungsleiter der DJK, Bastian Rommerskirchen, behält Volker Mießeler jedoch alles im Griff, schafft mit 6 seiner 10 Schüsse Treffer und bringt sein Rathaus-Team in 7:26 Minuten mit rund einer halben Minute in Führung . Bastian Rommerskirchen übergibt nach 7:54 Minuten an die Nr. 1 des DJK-Damen-Teams, Lena Güse, Oliver Becker nach 8:05 Minuten an Charlie Felsenheimer.

Doch die Topleistung dieses Rennens kommt von dem Mann aus dem Rathausteam: Tom Juschka. Mit ihm sollte man sich künftig besser nicht anlegen, denn er hat die Lizenz zum treffen. 10 Schüsse, 10 Treffer. Ob liegend oder stehend, er bleibt komplett fehlerlos. Am Rande munkeln zwar manche, dass er auch gar keine Strafrunde mehr geschafft hätte, doch er ist bereits nach 6:50 Minuten am Ziel, vergrößert den Vorsprung seines Teams und schickt den Abteilungsleiter für Recht und Versicherungen, Oliver Reckien, ins Rennen. Hinter dem Gastgeberteam kann der Sportpädagoge, Carlie Felsenheimer, durch 4 Treffer im Stehendschießen mit 7:04 Minuten für die Jecken im Rähn noch Anschluß halten und auch Lena Güse macht mit 7:40 Minuten und 5 Treffern einen klasse Wettkampf und schickt mit 16 Sekunden Rückstand auf die Jecken ihre Teamkollegin Paloma Schuld ins Rennen.

Auch in der 3. Runde schießt das Rathausteam am besten. Oliver Reckien erzielt 6 Treffer und baut mit 7:40 Minuten den Vorsprung weiter aus. Der starke Läufer Thomas Kremer von den Jecken kämpft bei 10 Strafrunden mit dem Drehwurm und Paloma Schuld leistet ihm gleich bei 8 dieser Runden Gesellschaft.

Und so kann der Abteilungsleiter für Sport, Kultur und Bäder, Sebastian Stotzem seinen Wettkampf mit etwas Entspannungskultur anreichern und sich zumindest ein wenig für jenes Finale schonen, in das er sein Team soeben führt. Doch Jecken und DJK haben noch ein Highlight parat, denn Stefan Kremer und Stefan Sigmund liefern sich einen packenden Endspurt um Platz 2 den der Badmintonspieler nach hartem Kampf schließlich hauchdünn gewinnt. Herzlichen Dank an Lutz Wolters von BMTV für das nebenstehende Bild von diesem Endspurt!

Das Finale: Welches Team hat den langen Atem?

Wie erfreulich, dass alle Teams ausgeharrt haben und nun voll motiviert an der Startlinie stehen, obwohl wir uns im Laufe des Nachmittags rund 40 Minuten Verzug eingehandelt haben. Auch aus diesem Grund wählen wir für das Finale einen Sprintmodus, bei dem jeder Wettkämpfer nur 2 x eine Runde von je 170 m läuft und dazwischen 5 Schüsse Liegendschießen absolviert.

Leicht favorisiert sind das RWE-Team (in grün) als Vorrundenchampion und die Laufschnecken (in gelb). Doch gerade im Sprintmodus kann es auch Überraschungen geben und weit auseinander lagen diese 5 Finalteams in der Vorrunde nicht. Schneewitchen und die 3 Muskeltiere (in orange) lagen als drittbestes Vorrundenteam lediglich 5 Sekunden vor den Tischtennisspielern des TSV Kenten, bei denen Trainer Holger Kirsch als Startläufer den erschöpften Elias Bellinghausen ersetzt. Und wie stark ist das Gastgeberteam noch, das die kürzeste Erholungszeit aller 5 Finalteams hatte und den Bürgermeister ersetzen muss. Volker Mießeler wird von dem sympathischen Josef Riefert vertreten, der am Nachmittag noch der Schlußläufer des RSV Treffnix Lövenich war.

Startfrei zum letzten Fight des Tages. Der Sprinter Martin Thimm  setzt sich nach vorne und selbst 4 Strafrunden hindern ihn nicht daran mit rund 15 Sekunden Vorsprung auf seinen Laufschneckenpartner Norbert Schneider zu übergeben. Dahinter Holger Kirsch für das Tischtennis-Team. er trifft dreimal. Auf Platz 3 „Muskeltier“ Wolfgang Velden, dann Markus Becker vom favorisierten RWE-Team und zuletzt Tom Juschka, der  3 Treffer macht aber nun auch echt k.o. wirkt.

In der 2. Runde schießt Josef Riefert für das Rathausteam am besten: 4 Treffer. Vorne bleiben die Laufschnecken mit Norbert Schneider. Der schnelle Thomas Schneider könnte RWE wieder näher heran bringen, doch 5 Strafrunden werfen ihn zurück. Knapp hinter den Laufschnecken deshalb Schneewitchen und die 3 Muskeltiere, für die Manfred Königs 3 Treffer erzielt.

In der 3. Runde stürmen Schneewitchen und die 3 Muskeltiere mit Teamcaptain Jürgen Reiser an die Spitze. Er muss nur einmal in die Strafrunde, während die schnelle Celine Schneider 5 Runden drehen muss. RWE holt sich mit Dirk Rolff Platz 3.

Schneewitchen Annette Reiser geht als erste Schlußläuferin auf die Runde. Nun wird das Schießen entscheiden. Bei 3 oder mehr Treffern dürfte der schnellen Läuferin der Sieg nicht mehr zu nehmen sein. Doch gejagt wird sie von Sprinter Martin Thimm (Laufschnecken) und von dem zweitschnellsten Vorrunden-Wettkämpfer, Michael Effertz (RWE). Im entscheidenden Moment macht Annette Reiser fast alles richtig, schießt nervenstark 4 Treffer und läuft unter dem Jubel der Muskeltiere die 1. Biathlonstaffel-Kreismeisterschaft „nach Hause“. Platz 2 erläuft noch Michael Effertz für RWE vor Martin Thimm. Den 4.Platz erkämpft Daniel Linkert für den TSV Kenten knapp vor Sebastian Stotzem vom Rathausteam.

Die Siegerehrung

Mit der Ehrung der 5 Finalteams durch Gastgeber Tom Juschka endet dieser stimmungsvolle Biathlontag. Das Siegerteam gewinnt nicht nur den chicken Säulenpokal und 4 Eintrittskarten zum Biathlon auf Schalke 2018, sondern auch das Finalwochende der Biathlon Deutschland-Tour am 26./27. Januar 2019 in Ruhpolding. Schneewitchen Annette Reiser wird dann im Finale die Farben Bergheims vertreten, wenn es in der Chiemgau-Arena nach einem Training mit Olympiasieger Fritz Fischer  auf Langlaufskiern und am Kleinkalibergewehr um den Gesamtsieg der Tour 2018 geht. Der Toursponsor Eurorepar Carservice ermöglicht allen Finalisten auch die Übernachtung von Samstag auf Sonntag für zwei Personen und ein gemütliches Almbankett am Samstagabend nach dem Finale.

Der abschließende Dank geht an die vielen freundlichen Helfer, Julia Oberhauser von der Stadt Bergheim, die den gesamten Nachmittag über die Strafrunde betreute und dabei ausnahmslos alle Wettkämpfer mindestens einmal begrüßen durfte; Angie Kriwanek, die Sportschützin des TSV Kenten, die uns, wie schon im Vorjahr helfend zur Seite stand und beim stoppen der Einzelergebnisse mitwirkte. Herzlichen Dank an Harald Dudzus, den 1. Vorsitzenden des Kreissportbundes Rhein-Erft, der von selbst die Initiative ergriff und seine Unterstützung anbot. Und an dieser Stelle natürlich auch nochmal eine tiefe Verbeugung vor Tausendsassa Tom Juschka, der die Power mitbringt, mit der man was reissen kann. Und schließlich sind wir bei den Wettkämpfern angekommen, denen wir für ihre Motivation, den sportlichen Einsatz und ihre Fairness danken möchten, sowie den Zuschauern, die das Event durch ihre Unterstützung wahrlich zu einem Frühlingsfest machten.

Bilder: Harry Pien      Text: Martin Bremer

O-Töne

Dr. Gregor Wensing, 1. Vorsitzender des Pulheimer Boxclubs: Meine drei Jungs waren begeistert und haben auch gleich Kontakt mit Nikolas gefunden! Ich hoffe, im nächsten Jahr … wir werden sehen. Ich bekomme aber in jedem Fall eine Einladung?

Hartmut König, Teamcaptain der Rennschnecken: Uns hat es sehr viel Spaß gemacht und die Organisation war gut sowie die Moderation. Das zeigte auch der große Zuspruch der Besucher und Zuschauer während des gesamten Event. Wir fanden, dass alle Teams ihr bestes gegeben haben und alle bis zum Schluss nicht aufgesteckt habe.