Nachbericht zur 14. Etappe 2018 in Marl

In 4 Schritten zur Top-Etappe

Marl ist eine der Etappenstädte der ersten Stunde der Biathlon-Tour. Schon seit 2015 bietet das Einkaufszentrum Marler Stern jährlich die Mitmachgelegenheit zum Jedermann-Biathlon. Von 2015 – 2017 fand das Event in der Ladenpassage des Shoppingcenters statt. Auf kleiner Fläche kamen stets die Skilanglaufergometer zum Einsatz. Für 2018 entschied sich Centermanager Olaf Magnusson, der zugleich großer Wintersportfan ist, zu einem Biathlonstaffel-Wettbewerb mit Laufrunde um den Marler City-See am Creiler Platz, vor dem Haupteingang des Marler Sterns. Der Wechsel zum Biathlon als Outdoorevent hat für das frühere Vorstandsmitglied des Westdeutschen Skiverbandes auch strategische Gründe. Wenn eine Stadt einen Platz hat, der Rathaus, Shopping-Center und einen idyllischen City-See miteinander verbindet, wie Marl mit dem Creiler Platz, dann muss ein solcher Ort mit Events gefördert werden. Dieser Plan ist an diesem Tag aufgegangen. Der 1. Marler See Biathlon mit 15 vierköpfigen Teams bringt bei schönem Spätsommerwetter eine tolle Mischung aus Stimmung, Spaß, Herausforderung und spannenden Rennen.  Besonders schön: Wettkämpfer und Besucher bilden bei allen 5. Rennen eine stimmungsvolle Kulisse mit viel Unterstützung und Applaus für alle Starter. So wird der Tag zum Biathlonfest und auf dem Creiler Platz erwacht ein ums andere Mal der Geist von Ruhpolding.

 

Sport & Spaß

Gute sportliche Leistungen und die passende Dosis „Show“ beflügeln einander. Auf dem Creiler Platz zeigt sich das eindrucksvoll. Die kleine Tribüne reicht vollkommen aus um echte Arena-Atmosphäre zu erzeugen. Es ist ein Markenzeichen der Biathlon-Tour, dass die Teams vor ihrem Rennen mit Musik über den roten Teppich einlaufen und vorgestellt werden. Die durchgehende Moderation sorgt für die nötige Unterhaltung und das Publikum lernt in den Interviews manchen Wettkämpfer näher kennen. Hier in Marl springt die Begeisterung der Wettkämpfer sofort auf das empathische Publikum über. Genau diese Publikumsunterstützung ist der schönste Lohn für jeden Wettkämpfer, die entstehenden Emotionen „tragen“ und bringen wiederum jene besonderen Momente des „über sich Hinauswachsens“ hervor, die das Publikum fasziniert. Am Ende bleiben unvergeßliche Augenblicke, die verbinden. Dieser wunderbare Kreislauf der Emotionen ist stets auf Neue eine Kür, die manchmal gelingt und manchmal nicht zum Durchbruch kommt. Hier auf dem Creiler Platz gelingt die Kür auch wegen des großartigen DJ’s, Christian Koop, der dem Geschehen einfühlsam den passenden akkustischen Background verleiht und manches Mal für überraschende „Zündungen“ sorgt.

Liegend & Stehend

Wie beim originalen Biathlon tritt auf dem Creiler Platz jeder Wettkämpfer nach seiner ersten Laufrunde um den Citysee zunächst zum Liegendschießen an, während nach der 2. Seerunde das Stehendschießen ansteht. Anders, als beim Original, ist heute allerdings, dass beide Schießen auf die gleiche Zielgröße von 45 mm Durchmesser erfolgen. Das Stehendschießen ist damit um so mehr die größte Herausforderung für die Wettkämpfer. Sowohl liegend, wie auch stehend, hat jeder Schütze 5 Schüsse, schießt also einmal auf jedes Ziel. Jeder Fehlschuss führt zu einer 50 m langen Strafrunde. Die 700 m-Runde um den City-See wird von jedem Wettkämpfer zweimal gelaufen. Nach dem Stehendschießen bildet ein kleines Ründchen von ca. 60 m um die Biathlonanlage den Abschluss, dem der Wechsel auf den Teamkollegen im Start-/Zielbereich folgt.

Modus: Teamchallenge

Die vielleicht schönsten Momente, die der Sport hervorzubringen vermag, sind die Erlebnisse spontanen Teamspirits. Der Modus des Teamevents trägt deshalb zum Gelingen des Events besonders bei. 15 vierköpfige Teams starten an diesem Tag in 4 Rennen mit jeweils 4 Teams (ein Rennen mit 3 Teams). Aus jedem Rennen qualifiziert sich der Sieger für das Finale. 5. Finalist wird das schnellste zweitplatzierte Team sein. Das Finale bildet um 16.30 Uhr als 5. Rennen den Abschluss der Wettkämpfe.

Rennen 1

Im 1. Rennen trifft das Team Dekra Essen 2 auf die Marler Zeitung, die mit ihren Lokalredakteuren am Start ist und sich zur Verstärkung den gerade 13 Jahre jung gewordenen Deutschen Schülermeister mit dem Lasergewehr, Florian Schanz aus Polsum, zur Verstärkung ins Team geholt haben. Das Team der Sparkasse Vest tritt in grünen Trikots als „Sparkassentreffer“ an. Ohne Widerspruch nehmen die Karateka von Budokan Marl unsere rosa Trikots entgegen und vervollständigen das Feld des ersten Rennens.

4. Platz im 1. Rennen: Team Panda der Marler Zeitung

in 45:31 Minuten belegt das Team in der Besetzung
Sascha Kappel, Heinz-Peter Mohr, Lucas Gaul, Florian Schanz den 10. Platz der Gesamtwertung.
Zusammen erzielt das Quartett 22 Treffer mit den 40 Schüssen. Überragender Einzelstarter der 4 ist erwartungsgemäß der junge Florian Schanz, der mit 9 Treffern aus 10 Schüssen zu den 4 besten Schützen des Tages zählt. In der Einzelwertung schafft Florian den 6. Platz gegen die fast durchweg erwachsene Konkurrenz. Chapeau!

3. Platz im 1. Rennen: Dekra Essen Team 2

und Platz 9 in der Gesamtwertung in 45:20 Minuten
Karsten Retkowski, Tatjana Gajowczyk, Jana Student, Maurice Bovet.
Unter die besten 4 Schützen des Tages schafft es Tatjana Gajowczyk mit 9 Treffern aus den 10 Schüssen. Gemeinsam erzielt das Quartett 23 Treffer mit seinen 40 Schüssen.

2. Platz im 1. Rennen: Budokan Marl

und den 8. Platz der Gesamtwertung in 42:16 Sekunden für
Rolf Hendrich, Daniel Pilip, Leon Pilip, Roberto di Filippo.
Das schaffen die Vier mit nur 10 Treffern. Läuferisch sind die 4 Kampfsportler also schon Finalkandidaten. Wenn sie jetzt noch die Zielsicherheit trainieren…
Bester des Quartetts in der Einzelwertung ist als 21. Daniel Pilip

Sieger des 1. Rennens: Die Sparkassentreffer

Den Einzug ins Finale schaffen in 38:57 Minuten
Lukas Pohlmann, Daniel Gerschwitz, Martin Prinz, Armin Pohlmann.

Der Beste des Tages: Lukas Pohlmann

Überragender Wettkämpfer im Team der Sparkasse Vest Recklinghausen ist der 18-jährige Basketballer Lukas Pohlmann. Auch 6 Fehlschüsse und damit 6 Strafrunden mit rund 300 zusätzlichen  Metern hindern den nahezu täglich trainierenden Sportler nicht daran, die schnellste Zeit aller 60 Wettkämpfer zu erzielen. In 7:46 Minuten bewältigt Lukas, der für die Citybaskets Recklinghausen aufläuft, die ca. 1500 m Laufstrecke inklusive der beiden Schießeinheiten und der 6 Strafrunden. Unter 8 Minuten bleibt, außer Lukas, nur der amtierende Champion der Biathlon-Tour, Triathlet Manuel Steffen (7:51). Als bester Biathlet des Tages qualifiziert sich Lukas für das Finale der Biathlon Deutschland-Tour am 26./27. Januar in Ruhpolding und wird dort in der bekannten Chiemgau-Arena auf Ski und am Kleinkalibergewehr gegen die Etappensieger der anderen Tourstationen um den Titel des Tourchampions kämpfen. In seinem Siegerpreis inbegriffen ist der Trainingskurs bei Biathlon-Olympiasieger Fritz Fischer, die Übernachtung vom 26. auf den 27. Januar im Athletenhotel für 2 Personen, sowie der gemütliche Championsabend in der Zirmbergalm mit allen Etappensiegern und Begleitern. Lukas wird zusammen mit seinem Vater, Armin, nach Ruhpolding kommen. Wir freuen uns schon auf das Wiedersehen mit mit den beiden sympathischen Pohlmanns.

Das 2. Rennen

im 2. Rennen treffen die Teams der Marler CDU und Marler SPD auf die Teams der Marler Beratungsstelle Frauen helfen Frauen e.V. und auf die Kölner Uhrenfreunde, die dem Ruf ihres Mitinitiators, dem Marler Heinz-Jürgen Borkenstein, folgen und auch den „Kampf gegen die Uhr“ nicht scheuen.

4. Platz im 2. Rennen: Die SPD Marl

in 50:08 Minuten
Frederik Müller, Sarah Cremoni, Cengiz Caliskan, Jan-Stefan Heinemann.
Hut ab vor dem Juso-Vorsitzenden Frederik Müller. Er hat sichtlich mit der Strecke zu kämpfen, zieht seinen Wettkampf jedoch entschlossen durch.
20 Treffer erzielt das SPD-Quartett mit den 40 Schüssen. Bester der 4 in der Einzelwertung ist Jan Stefan Heinemann als 28.
In der Gesamtwertung wird die SPD 13.

3. Platz im 2. Rennen: Die Marler CDU

in 48:21 Minuten
Eren Memisoski, Tobias Toffel, Dunja Storp, Angelika Dornebeck. In der Gesamtwertung schafft die CDU Platz 12.. Gemeinsam erzielen die Vier 19 Treffer. Angelika Dornebeck ist mit 7 Treffern die Zielsicherste, Tobias Toffel als 25. der Einzelwertung der Schnellste des Teams.

2. Platz im 2. Rennen: Frauen helfen Frauen e.V.

in 46:26 Minuten
Petra Kläsener, Ophelia Puzicha, Angelika Ollesch, Andrea Wenzel. Das einzige reine Frauen-Team unter den 15 Staffeln macht einen großartigen Wettkampf und erzielt 22 Treffer.  Mit Ophelia Puzicha haben sie die beste Wettkämpferin des Tages im Team. Ophelia erreicht in der Gesamtwertung aller Wettkämpfer den 10. Platz in 8:24 Minuten und begeistert mit ihrer Laufleistung. Beim Schießen gehören Petra Kläsener mit 7 Treffern und Angelika Ollesch mit 8 Treffern zu den Besten des Tages. Das Team hatte in den Wochen vor dem Wettkampf einige Male das Schießen unter Anleitung von Angelika Ollesch trainiert. Angelika ist die amtierende Schützenkaiserin in Marl. 22 Treffer sind ein starkes Ergebnis und zeigen die Willenskraft und Leidenschaft, die das Team in die Vorbereitung und in den Wettkampf investiert hat.

Sieger des 2. Rennens: Die Kölner Uhrenfreunde

erreichen mit 45:18 Minuten das Finale in der Besetzung
Michael Lacopetta, Guntram Ochs, Brigitta Buskamp, Heinz-Jürgen Borkenstein.
Das Team erzielt ausgezeichnete 23 Treffer. Alleine 9 davon und damit einer der besten Schützen des Tages wird Heinz-Jürgen Borkenstein. Der schnellste Läufer der Vier und zugleich der Beste des Teams in der Einzelwertung ist Guntram Ochs auf Platz 29. Damit schafft das „älteste Team“ im Feld den Einzug ins Finale und bekommt dafür standing ovations.

Das 3. Rennen

In diesem Rennen treffen die Sportschützen der BSG Marl-Lippe auf das Team 1 von Dekra Essen, die Lokalmatadoren von der Marler Saturn-Filiale, die fast in Blickweite zur Biathlonarena liegt und auf das jüngste Team, die Jugendschützen aus der Nachbarstadt Waltrop. Die beiden 11-jährigen Wettkämpferinnen, Theresa Niermann und Sophia Goer ersetzen das Stehendschießen durch ein zweites Liegendschießen.

4. Platz im 3. Rennen: Dekra Essen Team 1

mit 52:01 Minuten in der Besetzung
Christian Schulz, Virginia Treptow, Caroline Hanke, Jana Böttcher.
Wäre das Team ein Fahrzeug, dann würde möglicherweise im Tüv-Bericht stehen: „Prüfung bestanden, aber die Spur muss neu eingestellt werden.“
Beim Schießen will es nicht rund laufen. Nur 9 Treffer bringen dem Team zahlreiche Strafrunden ein. Caroline Hanke macht es mit 6 Treffern aber sehr gut.

3. Platz im 3. Rennen: Saturn Marl

mit 51:56 Minuten in der Besetzung
Andre Barczykowski, Kamilla Preußer, Corinna Meißen, Dominik Hüsken.
Respekt vor Corinna Meißen, der die Streckenlänge nicht leicht fällt, die sich jedoch hindurch kämpft. Mit 6 Treffern zeigt sie, eben so wie Andre Barczykowski, dass sie eine gute Schützin ist. Dominik Hüsken sichert den 3. Platz vor dem Dekra Team. Gemeinsam erzielt das Quartett 20 Treffer.

2. Platz im 3. Rennen: Die Jugendschützen Waltrop

mit 36:25 Minuten erreichen
Theo Niermann, Theresa Niermann, Sophia Goer und Johannes Goer als schnellstes zweitplatziertes Team das Finale. Theo Niermann ist mit starken 9 Treffern der beste Schütze des Teams. Bester der Vier in der Einzelwertung ist jedoch der schnelle Johannes Goer als 7.
Sophia und Theresa werden viert- und fünftbeste Wettkämpferinnen des Tages. Neben dem ältesten Team steht nun also auch das jüngste Team im Finale und macht dabei dem Publikum mit seiner ungestümen Energie viel Freude.

Sieger des 3. Rennens: BSG Marl Lippe

mit der schnellsten Vorlaufzeit aller 15 Teams von 35:21 min erreichen
Tobias Kleine-Voßbeck, Joachim Brehl, Alexander Schäpers, Fabian Löffler das Finale.
26 Treffer legen dazu den Grundstein. Alexander Schäpers und Fabian Löffler tragen dazu je 8 Treffer bei. Fabian Löffler wird drittbester Einzelstarter, Der schnelle Läufer Tobias Kleine-Voßbeck wird nur 8 Sekunden hinter Fabian Fünfter der Einzelwertung.

Das 4. Rennen

Im letzten Rennen treffen die Schwimmsportfreunde Marl-Hüls auf das möglicherweise leicht favorisierte Triathlonteam, das mit Dominik Hoffmann den Sieger der letztjährigen Biathlonetappe im Marler Stern und mit Manuel Steffen den Biathlon-Tour-Champion 2017 im Team hat. Doch auch die Alte Bürgerschützengilde Recklinghausen möchte ein Wort mitsprechen im Kampf um den letzten Finalplatz.

3. Platz im 4. Rennen: Alte BSG Recklinghausen

in 37:35 Minuten erreichen
Maximilian Trabold, Johannes Rose, Volker Schwarz, Niklas Rose den 7. Platz der Gesamtwertung. Die Sportschützen erzielen zusammen 23 Treffer. Niklas Rose wird viertbester der Einzelwertung. Auch Volker Schwarz als 14. und Maximilian Trabold (19.) schaffen Top 20-Platzierungen. In diesem schnellen Rennen müssen sich die starke Recklinghausener Bürgerschützengilde knapp geschlagen geben.

2. Platz im 4. Rennen: Schwimmsportfreunde Marl-Hüls

in 37:09 Minuten erreichen
Peter Löffler, Birgit Zelmer, Philipp Hein, Corinna Löffler Platz 6 in der Gesamtwertung. Ein undankbarer Platz, denn das Team verpasst das Finale nur knapp. Mit 27 Treffern legen die 4 Schwimmer das beste Schießergebnis aller 15 Teams hin. Alle Achtung vor den sportlichen Wettkämpferinnen: Corinna Löffler wird in der Einzelwertung 15. und zugleich zweitbeste Wettkämpferin, Birgit Zelmer wird 17. und drittbeste Wettkämpferin. Philipp Hein ist auf Platz 12 der Beste des Teams. Captain Peter Löffler, der selbst 22. wird, darf stolz auf seine Truppe sein.

Sieger des 4. Rennens: Das Triathlonteam

mit der zweitbesten Zeit der 15 Teams in 35:28 Minuten qualifizieren sich
Dominik Hoffmann, Julia Steffen, Clemens Trachternach und Manuel Steffen als Sieger des 4. Rennes für das Finale, das nur wenige Minuten nach ihrem Rennen startet. Manuel Steffen wird Zweiter in der Einzelwertung mit 7:51 Minuten, Clemens Trachternach holt Platz 8, Dominik Hoffmann den 11. Platz.

Das Finale

Das Finale der 4 Sieger und des zeitschnellsten Zweitplatzierten wird mir reduzierter Laufstrecke absolviert, um die Wettkämpfer bei diesem zweiten Start innerhalb kurzer Zeit nicht zu überfordern. Jeder Wettkämpfer beginnt mit seinem Liegendschießen, läuft danach eine Seerunde auf die das Stehendschießen folgt. Nach den ggf. zu laufenden Strafrunden erfolgt der Wechsel auf den Teamkollegen.

Als bestes Vorlaufteam startet die BSG Marl Lippe in blauen Trikots auf Bahn 3 mit Tobias Kleine-Voßbeck. Auf Bahn 4 das Triathlonteam als zweitschnellstes Team mit Dominik Hoffmann. Auf Bahn 5 das jüngste Team, die Jugendschützen Waltrop mit Theo Niermann, auf Bahn 2 das älteste Team, die Kölner Uhrenfreunde mit Michael Lacopetta und auf Bahn 1 die Sparkasse Vest Recklinghausen mit dem Tagesbesten, Lukas Pohlmann, in grünen Trikots.

Tobias Kleine-Voßbeck brint die BSG Marl Lippe mit über 30 Sekunden in Führung. Hinter ihm wechselt Lukas Pohlmann als Zweiter, kurz dahinter Dominik Hoffmann für das Triathlonteam und Theo Niermann, der 9 Treffer erzielt, für die Jugendschützen Waltrop. Michael Lacopetta von den Kölner Uhrenfreunden muss wegen 5 Fehlschüssen etwas abreißen lassen.In Runde 2 macht Julia Steffen ein tolles Rennen, schafft 7 Treffer und überholt den Führenden, Joachim Brehl. Den 3. Platz festigt Theresa Niermann für die Jugendschützen Waltrop mit 8 Treffern. Es folgen die Sparkassentreffer mit Daniel Gerschwitz und die Kölner Uhrenfreunde mit Guntram Ochs, der seine Aufholjagd mit 4 Fehlern im Stehendschießen wieder etwas bremst.

Doch die Entscheidung ist noch lange nicht gefallen. In der 3. Runde erinnert sich Alexander Schäpers an seine früheren Erfolge als Jugendstadtmeister mit dem Luftgewehr und schießt als einziger Wettkämpfer an diesem Tag 10 Treffer. Damit holt er die Führung für die BSG Marl Lippe zurück und wechselt als erster auf Schlussläufer Fabian Löffler, der mit fehlerlosem Liegendschießen in die letzte Runde startet. Rund 30 Sekunden hinter Fabian wird Manuel Steffen von Clemens Trachternach für das Triathlonteam ins Rennen geschickt. Mission impossible  für den Biathlon-Tour-Champion 2017? Mit einem blitzschnellen und fehlerlosen Liegendschießen nimmt Manuel die erste Hürde und stürmt hinter Fabian her. Auf Platz 3 folgen die Jugendschützen Waltrop, bei denen Sophia Goer ihren Bruder Johannes als Schlußläufer ins Rennen bringt. Martin Prinz wechselt für die Sparkassentreffer als Vierter auf Armin Pohlmann und Brigitta Buskamp als Fünfte auf Heinz-Jürgen Borkenstein.

Die Sekunden der Entscheidung

Auf der nur 700 m langen Seerunde schafft Manuel Steffen Außergewöhnliches. Er läuft die Lücke von 30 Sekunden auf Fabian Löffler komplett zu und beide kommen nahezu gleichzeitig zum entscheidenden Stehendschießen. Manuels Leistung wird noch dadurch aufgewertet, dass Fabian Löffler als drittbester der gesamten Vorrunde und auch drittbester dieses Finals ein Kontrahent auf Augenhöhe ist. Manuel hatte kaum eine Wahl, als mit einem langen Sprint um den See dem 18-jährigen Schlussläufer der BSG Marl Lippe nochmals nahe zu kommen. Dass er diesen Sprint durchhalten kann spricht für die sportlichen Qualitäten des Biathlon-Toursiegers von 2017. Doch wie schlägt er sich, derart ausser Atem, nun gegen den Sportschützen am Biathlongewehr. Manuel wählt die Flucht nach vorne und schießt schnell. Legt 3 Treffer hin. Die hat auch Fabian Löffler, dem jedoch noch der letzte Schuss zur Verfügung steht. Während Manuel das Gewehr ablegt und zur Strafrunde abdreht weiss Fabian Löffler, dass ein Treffer mit dem letzten Schuss gleichbedeutend mit dem Sieg ist. Doch der starke Schütze kann in diesem Moment nicht liefern. Fehlschuss. Anstatt nun jedoch einzubrechen, erleben wir Sekunden eines begeisternden Kampfes. Fabian sprintet hinter Manuel her und ist eingangs der ersten Strafrunde in Überholnähe hinter ihm. Doch Manuel lässt den jüngeren Gegner gar nicht erst in die Euphorie des Überholmanövers kommen. So geht es mit dem 5 m-Vorsprung durch beide Strafrunden und der enorme Wille zum Sieg  wird in den Laufstilen beider Athleten beeindruckend sichtbar. Beide laufen in einem Bereich jenseits ihrer Grenze. Auf den letzten Metern geht es für sie nochmals an den begeisterten Zuschauern vor der Biathlonarena vorbei. Es ist ein Gänsehautmoment. Keiner der beiden gibt auch nur um einen Meter nach und Manuel Steffen gewinnt diesen packenden Zweikampf hauchdünn vor Fabian Löffler. Einen tollen 3. Platz erreichen die Jugendschützen Waltrop vor den Sparkassentreffern und den Kölner Uhrenfreunden.

Es spricht für die ausgezeichnete Organisation durch den Centermanager des Marler Sterns, Olaf Magnusson, dass Marls Bürgermeister, Werner Arndt, nicht nur die Begrüßungsworte am Mittag spricht, sondern sogar am frühen Abend zur Siegerehrung wieder an der Biathlonarena dabei ist. Seine Ehrung aller Teams, für die der SPD-Politiker  herzliche Worte wählt, ist der würdige Abschluss eines emotionalen Biathlontages. Medaillen, Pokale und wertvolle Einkaufsgutscheine des Marler Sterns für die 3 besten Teams  sind der zusätzliche Lohn für die Wettkämpfer.

Mit einem herzlichen Dank an alle Wettkämpfer für ihren großen Einsatz und an das großartige Publikum, ohne dessen Empathie ein solcher Tag nicht so gelingen kann, endet dieser Nachbericht, nicht ohne  noch einmal Dankeschön zu sagen für die umsichtige Organisation durch Olaf Magnusson, für die spritzige, stets passende und mitunter herrlich überraschende musikalische Begleitung durch Christian Koop, und schließlich an Jana und Silvia Harmeling für ihre perfekte Kontrolle am Schießstand und an der Strafrunde, sowie an das Team der Biathlon-Tour, Harry, Daniel, Michael, deren Arbeitstag schon lange vor dem Startschuss beginnt und lange nach der Siegerehrung endet für die vielen hundert Handgriffe die meist schon getan sind, bevor ihr Fehlen auffallen könnte.

Der Termin für den 2. Marler See Biathlon ist mit Bleistift schon notiert: 14.09.2019. Ich hoffe, wir sehen uns alle dann wieder!

Bilder: Harry Pien   Text: Martin Bremer