29. Etappe 2018: Der Etappensieger aus Remscheid im Porträt

Mourad Jmahri: Der 1. afrikanische Etappensieger der Biathlon-Tour

28 Wettkämpfer sind bis zu diesem Zeitpunkt mit Ihren Ergebnissen schneller als der immer noch Führende Knut Mertens (2:46 Minuten und 5 Treffer). Doch um Knut zu überholen müssen sie eben auch sein fehlerloses Schießen schaffen, was jedoch bisher keinem anderen Teilnehmer gelungen ist. Zu diesen Schnelleren gehört auch der sportliche Marokkaner Mourad Jmahri. Bei seinen starken 2:12 Minuten erzielte er 3 Treffer. Ermuntert von seiner Frau Bouchra geht der 30-jährige Fräser und Dreher gleich nochmal in den Wettbewerb. Diesesmal im T-Shirt. Und hier zeigt der Fitnesssportler nicht nur eine starke Kondition, sondern auch, wie schnell er lernen kann. Nur eine wenige Sekunden läuft er langsamer und wirkt dadurch deutlich weniger außer Atem. Man kann Mourat deutlich ansehen, wie er seine Konzentration vor dem Schießen sammelt und genau diese Qualität ist die besondere Herausforderung des Biathlons, sozusagen selbst zum Schuss zu werden und alles andere ausblenden zu können. Mourad schafft es zunächst, in diesem „Tunnel“ zu bleiben und setzt 4 Treffer mit 4 Schüssen. Die Uhr zeigt, dass ihm noch 13 Sekunden verbleiben, bis er Knuts Zeit überschreitet. Wie oft schon haben wir Wettkämpfer bei diesem 5. Schuss scheitern gesehen. In der Moderation trauen wir uns kaum zu sagen, dass ihm „nur noch dieser eine Treffer fehlt“, denn das „nur“ scheint ein riesiges Hindernis zu sein. Zum Glück weiss Mourad nichts von diesem Omen und macht einfach weiter, lädt den Schuss und schießt. Treffer! Zeit: 2:37 Minuten. Der Führungswechsel ist Gewissheit. Der sympathische Marokkaner kennt den Biathlonsport nur am Rande, doch eine Reise in die Bayerischen Alpen mit Skilanglauf, Tourfinale und zünftigem Hüttenabend bringt ihn und seine Frau Bouchra zum Strahlen. Klar will er  um 18 Uhr zur Siegerehrung wieder zur Biathlon-Arena kommen. Und tatsächlich bleibt seine Bestleistung auch in der spannenden letzten Etappenstunde unerreicht, so dass die Biathlon-Tour zum ersten Mal nach 130 Etappen einen afrikanischen Sieger feiern kann.