28. Etappe 2018: Der Etappensieger aus Krefeld im Porträt

Stefan Jacobs: Ostfriesen erobern Krefeld

Der Finalverzicht des bisherigen Etappenbesten, Tim Gentges, ist vielleicht die Chance für die sympathischen (Ex)-Fußballer von der Nordseeküste. Jedes Jahr gönnen sich die Jungs aus Neuharlingersiel ein paar Teambuildingtage. Dieses Mal in der Stadt der Pinguine. Auf dem Neumarkt hätten sich Biathlon-Tour und Ostfriesen wohl nicht getroffen, denn die Sky-Sportsbar liegt direkt am Platz an der Alten Kirche. Von dort pilgern sie immer mal wieder rüber zur Biathlonarena und beweisen, dass auch im fortgeschrittenen Stadium des Zielwasserkonsums konkurrenzfähige Leistungen möglich sind. Jedenfalls holt sich Maler- und Lackierer Marco Hallmann (Bildmitte mit dem falschherum getragenen Shootingstar-T-Shirt) im Dreikampf mit Schiffs-Offizier Stefan Jacobs (im Bild mit der blauen Jacke) und Sebastian Müller mit dem zweiten fehlerlosen Schießergebnis des Tages und der Zeit von 3:01 Minuten den zweiten Platz, der zur Finalqualifikation heute ja ausreichend wäre.  Der Preis träfe ja durchaus den Richtigen, denn der Hobbyschütze ist, gemeinsam mit seiner Frau Silke, echter Fan des Biathlons, den man an der Nordseeküste freilich nur am TV verfolgt. Nun selbst auf Skiern und am Kleinkalibergewehr in der Chiemgau-Arena zum Finale der Biathlon-Tour gegen die Etappensieger der anderen Städte zu starten ist wohl vergleichbar damit, wenn ein Bayer die Netze des Krabbenkutter einholt.

 

Bis 5 Minuten vor Etappenschluss hält die Führung von Marco Hallmann, als im letzten Wettkampf des Abends sein Teamkollege Stefan Jacobs nochmal an den Start geht. Der Schiffsoffizier holte 2017 beim Schützenfest in Neuharlingersiel den „Pokal der Pokale“ und mit den letzten 5 Schüssen des Tages zeigt er, warum ihm dies gelingen konnte? Nach den 400 m Skilanglauf lässt er sich nun einige wenige Sekunden länger Zeit zum Verschnaufen und wird mit dem Treffer beim ersten Schuss dafür belohnt. Nun schießt Stefan im schnellen Rhythmus, zweiter, dritter, vierter Treffer. Jetzt wird es zur Nervenprobe, die so häufig vom Wettkämpfer verloren wird, so jedenfalls kennen wir es zigfach von den Etappen. Der letzte Schuss facht offenbar das Denkorgan wieder an, das Ende des Tunnels naht und der Gedanke an den greifbar nahen Erfolg scheint nicht selten die Konzentration zu hemmen. Stefan wählt den wohl besten Weg, bleibt im Rhythmus, schießt schnell…und…trifft. 5 Treffer! Und die Zeit? 2:52 Minuten. 9 Sekunden Vorsprung vor Marco machen den Schiffsoffizier aus Neuharlingersiel zum Krefelder Finalisten der Biathlon Deutschland-Tour am 26./27. Januar 2019 in der Chiemgau-Arena. Stefan wird dort zweifellos der Finalist mit der weitesten Anreise sein, denn die Route Neuharlingersiel – Ruhpolding ist mit 950 km innerhalb Deutschlands kaum mehr zu überbieten. Wir sind gespannt, ob Stefan mit seiner Frau oder mit Marco in die Bayerischen Alpen reist, jedenfalls freuen wir uns auf das Wiedersehen mit dem ersten Ostfriesen im Feld der Tourfinalisten.