24. Etappe 2018: Der Etappensieger aus Herne im Porträt

Clemens Trachternach: Beim 2. Etappenstart im 2. Anlauf

Während Manuel Steffen, Tourchampion 2017, sich hier in Herne schon ein wenig „einschießen“ möchte für das Finale am 26. Januar 2019 in Ruhpolding, wofür er als Titelverteidiger automatisch qualifiziert ist, spürt man bei Clemens Trachternach den Ehrgeiz, diese Etappe gewinnen zu wollen, um das Finale in der bekannten Chiemgau-Arena ebenfalls zu erreichen. Doch zunächst gelingt dem Kraftsportler und Hobbyläufer nur die 400 m-Strecke auf dem Thoraxtrainer „Etappensieger-verdächtig“. Für seinen Wettkampf benötigt Clemens nur 2:00 Minuten für die 400 m Skilanglauf und seine 5 Schüsse. Doch 3 Fehlschüsse sind zuviel für einen Top 10-Platz bei dieser Etappe. Auch Manuel bleibt heute nicht fehlerlos beim Schießen und muss sich mit 3 Treffern in 1:52 Minuten begnügen. Die schnellste Zeit des Tages, aber Torsten Musiol bleibt mit seinen 4 Treffern weiterhin vorne.

Es gehört zum Modus der Biathlon-Tour, dass die Wettkämpfer auch mehrfach an einem Tag ins Rennen starten dürfen. Wie viele Etappen schon haben dadurch ihre besondere Spannung bezogen. Heute macht auch Clemens von dieser Möglichkeit gebrauch und hat mit Manuel und seiner Frau Julia gleich zwei starke Sparringspartner an seiner Seite. Die Kraft für den nochmaligen Start wird der Produktionsleiter für feuerbeschichtete Industrieanlagen sicher haben, war er doch beim ersten Duell auf dem Thoraxtrainer sogar etwas schneller als unser Toursieger 2017. Das soll schon was heissen.

Und tatsächlich liefern sich Clemens und Manuel erneut ein Kopf-an-Kopf-Rennen und auch Julia ist schnell unterwegs und kommt mit nur ca. 70 m Rückstand ans Biathlongewehr. Da ist „Schnellschütze“ Manuel schon beim letzten Schuss, schafft aber heute das fehlerfreie Schießen nicht. Clemens nimmt sich dieses Mal deutlich mehr Zeit vor seinem 1. Schuss und wird dafür zunächst belohnt. Der erste, zweite und dritte Schuss werden zu Treffern. Nun ist auch Julia am Biathlongewehr. Die beiden Laufkollegen, die beinahe jede Woche an 2-3 Tagen gemeinsam manchen Kilometer abspulen stehen jetzt vor einer Präzisions-Herausforderung. Während Clemens auch seinen 4. Schuss ins Ziel  bringt, schafft Julia mit dem 1. Schuss ihren Treffer. Jetzt wirds spannend.Wechselt die Etappenführung auf Clemens? Julia muss sich keinen Stress machen, sie ist in Ruhpolding am 26./27. Januar ja schon mit Manuel dabei, aber für Clemens ist dieser letzte Schuss der entscheidende und diese Belastung macht ihn dann auch zum besonders schwierigen Schuss. Kann er Erwartungshaltungshaltungen ausblenden und sich ganz auf das Wesentliche konzentrieren? Wie viele Wettkämpfer haben wir an genau dieser Stelle schon scheitern sehen. Der 5. Schuss ist, gerade wenn er eine Entscheidung herbeiführt, tatsächlich ein verflixter Schuss. Clemens schiesst und…trifft. Als bisher Einziger am heutigen Tag schafft er das fehlerfreie Schießen mit 5 Treffern in einer Zeit von 2:42 Minuten. Freude und Erleichterung sind ihm anzumerken. Und fast unmerklich in diese Freude hinein arbeitet sich Julia mit jedem Schuss weiter bis zum 2. fehlerfreien Schießen. Sie benötigt nur 8 Sekunden mehr als Clemens und erreicht starke 2:50 Minuten. In der Etappenwertung belegen die beiden am Ende die Plätze 1 und 2. Herzlichen Glückwunsch! So werden wir also auch Clemens, zusammen mit seiner Frau Sandra, zum Finale in Ruhpolding wiedersehen.