NACHbericht zur 15. Etappe am 8. November in Herne

Tour-Bestleistung im City-Center

Aufmacher_1Mitten ins Ruhrgebiet geht es für die Biathlon auf Schalke-Tour an diesem verkaufsoffenen Sonntag vor St. Martin. Das City-Center der Großstadt Herne, wo tatsächlich der geographische Mittelpunkt des Ruhrgebiets verläuft, hatte eingeladen. Gerne kommen wir in die östliche Nachbarstadt Gelsenkirchens. Das City-Center liegt vis-a-vis des Archäologischen Landesmuseums und bildet das Tor zur langen Fußgängerzone, wo an diesem Tag zugleich der Martini-Lauf rund 1200 aktive Sportler anzieht. Am Haupteingang des City-Centers erwartet die Besucher zudem der Herbst- und Bauernmarkt mit Livemusik, herzhaften Delikatessen und festlicher Stimmung.

Firmen-Challenge & Jedermann-Tour

Aufmacher_2Für das Obergeschoss des City-Centers hatte sich Centermanagerin Sabine Pachtmann etwas Besonderes einfallen lassen.  Die Biathlon auf Schalke-Tour empfängt in einem leerstehenden Ladenlokal alle Neugierigen zum Mitmachen und ist zugleich Firmen-Challenge für eingeladene Gäste des City-Centers. Medaillen, Pokale und sogar ein Wanderpokal warten auf die Firmen, die jeweils in Zweierteams antreten.

Skilanglauf-Kurse im City-Center

NCSUm das Biathlonerlebnis noch authentischer zu machen, findet neben der Biathlonarena zugleich ein Skilanglauf-Training statt. Anstatt Schnee in den City-Center karren zu lassen, entschied sich Sabine Pachtmann dazu, das Nordic Cross Skating, also die Sommervariante des Skilanglaufs, in das Einkaufszentrum zu holen. Julian Puderbach, Nordic Trainer des Skiverbandes Rheinland, betreute alle Neugierigen. Die Centermanagerin (im Bild links) machte dabei eine ebenso gute Figur, wie beim Biathlonschießen.

Firmen-Biathlon-Turnier

Firmenevent_1Los geht’s mit dem Finale des Firmen-Biathlons. Aus 12 Firmenteams qualifizierten sich 6 für diese Schlussrunde. Guter 5. wird das Team von BS Bauservice. Saskia Pöppler steuert alleine 4 der 5 Treffer bei.

PinguineDer 4. Platz geht an das „rote“ Team der Pinguin Apotheke. Thorsten Wahlster sorgt mit seinem fehlerfreien Schießergebnis für 5 der insgesamt 6 Treffer und wird mit der starken Zeit von 2:01 an diesem Tag lange an der Etappenspitze verweilen. Dies ist um so bemerkenswerter, da der 37- jährige Schalke-Fan auf dem Crosstrainer bis zur Erschöpfung läuft und ihm auf dem Weg zum Gewehr die Beine den Dienst versagen. Er stürzt, doch als Schalker hat man das Aufrappeln gelernt und so steht er Sekunden später am Schießstand und trifft, als sei nichts gewesen. Chapeau, Thorsten!Boeckmann

Inzwischen ist auch die WAZ vor Ort und interviewt das Team der Metzgerei Böckmann, das soeben den 3. Platz erkämpfte. Chef Heinz Böckmann, aktiver Jäger, trifft auch beim Biathlon ausgezeichnet und schafft ein fehlerloses Schießergebnis bei 2:22 Minuten. Am Tagesende geht er dann noch einmal an den Start, riskiert beim 200m-Rennen auf dem Crosstrainer viel und möchte den Etappensieg und die beiden Gänsehaut-Tickets für den Biathlon auf Schalke am 28.12. in der Veltinsarena erringen. Mit der Duellzeit von 1:38 Minuten legt er dabei eine Leistung hin, die bisher noch keiner der fehlerlos schießenden Wettkämpfer der Tour erreichen konnte. Doch nach 4 Treffern scheitert Heinz Böckmann mit dem 5. Schuss und verpasst den Tagessieg um eine Winzigkeit.

Firmen_siegerDas Team vom Reinigungsunternehmen „Das blaue Wunder“, Willi Funke und Thomas Graf (Bild oben links), erreichen mit zusammen 7 Treffern den 2. Platz der Firmen-Challenge. Firmenchampion wird das Team der Straßenbahn Herne-Castrop-Rauxel, Henning Viefhaus (Bild oben rechts) und Andreas Stiller (Bild unten rechts). Zusammen schaffen die beiden 8 Treffer. Centermanagerin Sabine Pachtmann dekoriert die Sieger mit Medaillen und überrreicht Henning Viefhaus den Wanderpokal für den Sieg beim 1. City-Center Firmen-Biathlon.

Biathlon auf Schalke-Erfahrungen

lebendigUnterdessen ist es lebendig geworden rund um die Biathlonarena. Es ist ein interessiertes Publikum, das uns hier im 1. Obergeschoss besucht. Einige erzählen von ihren persönlichen Live-Erlebnissen beim Biathlon auf Schalke und bringen eine angenehme Neugier auf das Ausprobieren der Biathlongewehre mit. Bisweilen lässt der Tag auch Raum, um die häufig gestellten Fragen zur eingesetzten IQ-Laserschießtechnik zu beantworten. Wie funktioniert die eigentlich? Warum kann das Ziel den Lichtschuss von dem Lichtstrahl des Dauerlasers unterscheiden? Wie kommt beim Laserschießen das Schussgeräusch zustande? Warum wird beim Sportschießen überhaupt „scharf“ geschossen, wenn das Laserschießen eine funktionierende Alternative darstellt? Diese und andere Fragen greifen wir HIER im Video und in der Dokumentation 21 Erfindungen der IQ-Laserschießtechnik auf.

Die Bleibilanz der Tour

BleibilanzEine spannende Frage hat uns selbst sogleich neugierig gemacht: Wie viele Kilogramm Blei spart eigentlich das Laserschießen? Für die Biathlon auf Schalke-Tour lässt sich das ungefähr beantworten. Nach dieser 15. Etappe in Herne hat die Tour ca. 10.000 Neugierigen das Mitmachen ermöglicht. Bei durchschnittlich 10 Schüssen pro Mitmacher kamen bisher also rund 100.000 Schüsse zusammen. Ein Diabolo (Luftgewehr-Munition) wiegt ca. ein halbes Gramm. Bei diesem Vergleich hat das Laserschießen also rund 50 kg Blei eingespart. Nimmt man das Kleinkaliberschießen als Vergleichsmaßstab, dann beträgt die Einsparung mindestens 200 kg Blei, da das Projektil zumindest 2 g Gewicht aufweist.

Zwei besondere Wiederkehrer

MayerAuf jeder Etappe kommen uns Teilnehmer der vorangegangenen Etappen besuchen, die einen erneuten Anlauf auf den Gewinn der Gänsehaut-Tickets für den Biathlon auf Schalke am 28.12. nehmen möchten. So auch Gerhard Mayer aus Witten-Herbede. Bei der dortigen Etappe am 3.10. holte er mit 1:51 Minuten und 5 Treffern den 2. Platz hinter dem überragenden Carsten Mika. Gestern auf der Etappe im Stern-Center in Lüdenscheid zeigte Gerhard ein ganz starkes Crosstrainer-Rennen, scheiterte dann jedoch beim Schießen und wurde 22. Heute im City-Center nimmt er den 3. Anlauf und nun scheint alles zu passen: Gerhard läuft das 200 m Crosstrainer-Rennen, als sei er 20 Jahre alt und läuft bereits nach 72 Sekunden ans Gewehr. Er nutzt die schnelle Zeit um noch zwei tiefe Atemzüge vor dem ersten Schuss einzulegen und bleibt konzentriert. 5 Treffer. Doch das Glück ist nicht auf seiner Seite. 2 Sekunden fehlen dem sympathischen IT-Experten am Ende, um die Führung zu übernehmen. Mit 2:03 Minuten belegt er zunächst Rang 3. Wieder eine großartige Leistung, aber natürlich ist er enttäuscht, denn er kam ja, um zu gewinnen.

Dass nicht nur das Gewinnen ein Grund für die „Wiederholungstäter“ ist, beweist Monika Fuchs. Monika ist sozusagen Teilnehmerin der ersten Stunde der Biathlon auf Schalke Tour, denn sie startete am Morgen der 1. Etappe am 13. April in Castrop-Rauxel, wenige Tage nach ihrer Knie-Arthroskopie, beim Biathlonduell und mochte trotz Schmerzen das Crosstrainer-Rennen nicht aufgeben. Schmerzhafte 4:26 Minuten stehen seither für sie zu Buche und mit diesem Ergebnis ziert die sympathische Frau, die den Biathlonsport so sehr mag, den letzten Platz unserer Tour-Rangliste.

Monika_FuchsHeute in Herne besucht sie uns gemeinsam mit ihrem Mann Gerd und tritt erneut zum Biathlonduell an. Zufällig ist zugleich auch der Fotograf der WAZ vor Ort. Und wow… Monika verbessert ihre Leistung von 4:26 / 0 Treffer auf 2:26 Minuten und 4 Treffer. Sie erreicht damit den großartigen 12. Platz bei der Etappe in Herne, den Duellsieg über ihren Mann und grüßt von nun an aus der oberen Hälfte der Tour-Rangliste hinunter zum „Schlusslicht“, das ihr vielleicht bis zum Ende der Tour Niemand mehr nehmen wird. Wir ziehen den Hut vor Dir, Monika!

Ein Etappen-Finale an der Grenze

EtappenfinaleAm Vormittag hatte er bereits bei der Firmen-Challenge gesiegt, doch sein Einzelergebnis hatte den Makel eines Fehlschusses. Nun möchte Henning Viefhaus die 2:01 Minuten und 5 Treffer von Thorsten Wahlster angreifen, um noch den Etappensieg und die Finalteilnahme am 28.12. während des Biathlons auf Schalke in der Veltinsarena zu erreichen. Gleiches hat sich auch Rene Radek vorgenommen. Der 32-jährige Lagerleiter aus Herne hatte am Vormittag schon die Zeit von 1:59 Minuten erreicht, jedoch mit dem letzten Schuss gepatzt. Rene und seine Frau Romina sind Biathlonfans und kennen bereits die Liveatmosphäre des Biathlons auf Schalke. Gerade deswegen reizt die beiden das Erlebnis aus der „Gänsehaut-Perspektive“ besonders.

Die folgenden Sekunden sind vielleicht das bisherige sportliche Highlight der Biathlon auf Schalke-Tour 2015.  Henning und Rene verausgaben sich während des 200 m Crosstrainer-Rennens bis an die Grenze und „springen“ fast zeitgleich nach ganz starken 69 Sekunden mit wackligen Beinen von den beiden Geräten. Sprint zum Gewehr, Null Verschnaufpause … und trotzdem sitzt bei beiden der schwierige erste Schuss. Die grünen LEDs zur Treffererkennung springen auf beiden Seiten in schnellem Tempo an. Rene stets hauchdünn vor Henning. Rene setzt auch den 5. Schuss ins Schwarze und sprintet mit 1:44 Minuten ins Ziel, zu dem auch Henning schon aufgebrochen ist und in 1:46 Minuten ankommt. Rene egalisiert damit die Tour-Bestleistung von Carsten Mika und Henning hat Pech, dass er mit der drittbesten Leistung der gesamten Tour nun bei der 15. Etappe im City-Center Herne nicht den Tagessieg erreichen kann, sondern hinter Rene Radek mit dem 2. Platz vorlieb nehmen muss. Dieses großartige Duell hätte zwei Sieger verdient gehabt.

Ehrung_etappeAm Ende einer aufregenden Etappe im City-Center Herne nimmt ein glücklicher Rene Radek die beiden Gänsehaut-Tickets für den Biathlon auf Schalke von Klaus Kremer entgegen.

Das Tourteam bedankt sich herzlich bei Centermanagerin Sabine Plaßmann für die Zusammenarbeit und die freundliche Unterstützung mit fürstlicher Verpflegung samt selbstgebackener Kuchenauswahl. Wir fühlten uns pudelwohl.

Bilder: Dani Schwammenhöferova

Text: Martin Bremer