NACH-Bericht zur 19. Etappe am 19.12.15 in Ahaus

OIQ_876012 Meisterschützen beim Debut im Münsterland

Die Weihnachtsstadt Ahaus lud uns zum letzten „langen Samstag“ vor Heiligabend zur Tagesetappe auf den Rathausplatz ein und die Biathlon auf Schalke-Tour kam gerne zum ersten Rendezvous mit den Münsterländern. Direkt unter dem imponierenden Weihnachtsbaum, flankiert von nostalgischem Karussel und dem mit roten Backstein erbauten Rathaus nimmt die Biathlonarena den Platz ausgangs der festlich geschmückten Fußgängerzone ein. Pünktlich um 11 Uhr geht es los.

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Wunderbar neugierig begegnen uns die Ahauser. Die WDR-Lokalzeit kündigte die Biathlon auf Schalke-Tour am Vorabend im Fernsehen an, die lokalen Medien berichteten bereits an den Vortagen und das Stadtmarketing machte mit Plakaten und Flyern auf den „Biathlon für Alle“ aufmerksam

Da ist kein Eis, das zu brechen wäre

Bild_3Es liegt wohl nicht an den für die Adventszeit sehr milden Temperaturen von heute bis zu 15 ° Celsius, dass es hier von Beginn an kein Eis zu brechen gibt, um  mit den Ahausern in Kontakt zu kommen. Die Kreisstadt nahe der niederländischen Grenze blickt auf rund 400 Jahre Schützentradition zurück. Sportschießen genießt hier einen hohen Stellenwert. Dem Typus des „Sportmuffels“ begegnen wir am heutigen Tage zudem eher selten, so dass sich von Beginn an eine Wettbewerbsatmosphäre neben den Weihnachtsklängen und der wuseligen Einkaufsstimmung etablieren kann.

Zuschauen – testen – wettkämpfen – Spaß haben

Distanz_schnuppern_wettkaempfenSo, wie im Bild oben Klaus Hackfort, hielten es viele Neugierige am heutigen Tag: Kurz zuschauen und zuhören, was „die Schalker“ mit nach Ahaus gebracht haben? Dann gleich einmal selbst ausprobieren und sich schließlich mit Spaß in die kleine Herausforderung des Biathlonduells stürzen.

Geduldige Duellanten

OIQ_8523Am frühen Nachmittag enstehen für die Duellteilnehmer zeitweise Wartezeiten von bis zu 15 Minuten, die geduldig abgewartet werden. Am Tagesende werden insgesamt 95 Wettkämpfer am Start gewesen sein, einige mit zwei oder sogar drei Starts. Gleich 12 Duellanten schaffen ein fehlerfreies Schießen. Mehr als 400 Mitmacher probieren das Schießen mit Biathlongewehren aus. Was uns besonders gefällt: So viele kommen mehrfach an diesem Tag oder bringen nach ihrem eigenen Biathlonerlebnis noch Freunde oder Familie mit zur Biathlonarena. Der Kontakt mit den Leuten macht richtig Spaß.

Ein Lachen…

Laecheln…sagt mehr als viele Worte

Ein besonderes Wiedersehen

PetersEs ist schon 2,5 Jahre her, da begegnete uns bei einer Biathlonpromotion auf der Sportmesse Fibo in Köln ein 15-jähriges Mädchen, das nie zuvor geschossen hatte, aber mit „Bärenruhe“ ihre Schüsse „ins Schwarze“ brachte. Sie erzählte uns, dass sie aus Ahaus käme und wir vermittelten ihr den Kontakt zum westfälischen Schützenverband.

Heute treffen wir Birgit Peters wieder. Erwachsen ist sie geworden. Gemeinsam mit ihrem Vater, Karl, der Lehrer am Berufskolleg Ahaus ist, tritt Birgit zum Biathlonduell an…und sie schießt noch besser als damals in Köln. Vater und Tochter bleiben ohne Schießfehler und setzen sich zunächst mit 2:31 und 2:32 Minuten an die Etappenspitze

10 Schüsse  – 10 Treffer im Eheduell

BojertsNicht ganz so schnell, wie im Familienduell von Birgit und Karl Peters, wohl aber so treffsicher, geht es beim Ehepaar Bojert zu. Beide sind aktiv bei dem Sportschützen Wessum und kämpfen dort seit vielen Jahren mit dem Luftgewehr um Landesmeisterehren. Meistens ist Frau Rosemarie die Bessere, gesteht uns Ehemann und Maschinenbauer Franz-Josef. 2 Mal  pro Woche wird trainiert. Ihr Können beweisen die beiden auch im Biathlonduell: Mit zwei fehlerlosen Schießergebnissen erreichen sie am Ende in 3:10 und 3:21 Minuten die Plätze 11 und 12. Dieses mal ist Franz-Josef vor Rosemarie.

Aus diesem Zeug sind Etappensieger

seggewissDie Etappe hat ungefähr Halbzeit, da wird es richtig sportlich auf dem Rathausplatz und es riecht nach Etappensieg. Jens Seggewiß, 23-jähriger Triathlet aus Gescher und als solcher bereits WM-Teilnehmer in London 2013, kommt nach seinem Schwimmtraining zur Biathlonarena und möchte nichts anderes, als den Etappensieg. Im Duell mit Christian Berger unterläuft Jens ein Schießfehler. Daraufhin schießt er gar nicht weiter, denn mit einem Fehlschuss kann man ja nicht Etappensieger werden. Jens übt nochmal am Schießstand, lässt sich Tipps von Klaus Kremer geben und startet erneut in den Wettkampf: Mit etwas reduziertem Tempo geht er durch den 200 m Crosstrainerlauf, ist dadurch beim Schießen nicht so stark außer Atem und verwandelt alle seine 5 Schüsse. In 2:09 Minuten übernimmt er die Etappenführung

Kremer-Power im Doppelpack

KaiKlaus Kremer, Entwickler der IQ-Laserschießtechnik und bei 18 der 19 Biathlon auf Schalke-Touretappen selbst als Aufbauorganisator und Schießtrainer vor Ort hatte sich für die letzte Etappe der diesjährigen Tour ganz besondere Unterstützung organisiert: Filius Kai, Jurastudent in Münster, folgte dem Ruf des Vaters und betreut heute in Ahaus die zahlreichen „Schnupperer“. Zwischendurch bleibt Zeit, um den Vater zum Duell herauszufordern. Mit 5 Treffern und 2:03 Minuten erreicht Kai dabei ein Spitzenresultat. Doch natürlich möchte Kai keinem Teilnehmer den Etappensieg wegnehmen, sondern startet außer Konkurrenz, wie auch sein Vater, der in dem Duell sogar deutlich unter 2 Minuten blieb.

Drei starke Teilnehmerinnen

3_FrauenEinmal mehr fällt heute auf, wie viel Freude Frauen am Biathlon haben und wie gut deren Ergebnisse sind. Neben Birgit Peters und Rosemarie Bojert, die wir bereits erwähnten, beeindruckt auch Beatrix Sasse (Bild 1 im karierten Hemd). In tollen 2:20 Minuten und mit 4 Treffern erreicht die 41-jährige Platz 15.

Laura Hagen (Bild 2)  aus Enschede schafft ebenfalls 4 Treffer und erreicht 2:26 Minuten. Die Försterin aus Enschede hat bereits Biathlonerfahrung, denn sie machte bei der Biathlon-WM für Förster/innen in Österreich mit.

Die 17-jährige Malin Wigger (Bild 3, Vordergrund) ist sogar Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft der Sportschützinnen im 50 m Kleinkaliberschießen. Sie startet für die Sportschützen Epe in der Westfalenliga.

Der Etappensieg geht nach Mönchengladbach

LeonNoch vor 2 Tagen machte die Biathlon auf Schalke-Tour in Mönchengladbach-Rheydt Station. Dort wollte es keinem Einheimischen gelingen, einer 51-jährigen Moerserin Paroli zu bieten. Nun zieht die Tour rund 100 km weiter nach Ahaus, nur damit nun doch ein Etappensieg nach Mönchengladbach geht.

Der 17-jährige Leon Doerenkamp, zu Gast bei seinem Patenonkel, Frank Zimmermann, in Ahaus, ist Gymnasiast in Mönchengladbach. Gemeinsam  mit Frank startet er zum Biathlonduell und legt auf dem Crosstrainer ein forsches Tempo vor. Sportlich ist Leon zweifellos, spielt mit Freude Badminton und fährt im Sommer so oft es geht Rennrad. Doch wie sieht es nun mit dem Schießen aus? Leon hält die Pause nach dem Crosstrainerlauf erstaunlich kurz und geht damit ein hohes Risiko. Doch er trifft mit dem schwierigen 1. Schuss. Dann weiter schneller Rhythmus. Alle Schüsse „sitzen“. Sprint ins Ziel: 2:00 Minuten. Stark! Wo hast Du das Schießen gelernt? frage ich ihn. Der zurückhaltende 17-jährige zuckt mit den Schultern: „keine Ahnung.“ Na komm, das ist doch kein Zufall? Dann erzählt er von einem Software-Schießspiel, das er gerne und oft spielt. Offensichtlich hilft es ihm auch beim Biathlonschießen.

Mit seiner starken Leistung in Ahaus muss sich Leon nun auch im Finale am 28.12. während des Biathlons auf Schalke in der Veltinsarena keineswegs verstecken. Der 17-jährige freut sich schon auf die Herausforderung des Kampfes gegen die Etappensieger der 18 bisherigen Etappen und wir sind gespannt darauf, wie er sich dabei schlagen wird.

Weihnachtsstadt Ahaus

WeihnachtsstadtDie Einkaufsstadt war längst zur Weihnachtsstadt geworden und man taucht ein in die warmen Lichter der festlich ggeschmückten Stadt, da geht die Biathlon auf Schalke-Touretappe langsam ihrem Ende entgegen. Einige, auch Jens Seggewiß (Bild rechts), versuchen noch, Leon Doerenkamp vom Spitzenplatz zu verdrängen und immer wieder kommen kleinere und größere Gruppen, die noch zum Biathlongewehr greifen möchten. Gegen 19:20 Uhr, als der Abbau ansteht, glänzt die Biathlonarena fast zu schön unter dem Ahauser Weihnachtsbaum und es fällt schwer, sie nun einfach „einzupacken“.

Doris Büning

Doris Büning

Wir bedanken uns herzlich für eine tolle Etappe beim Stadtmarketing Ahaus, namentlich bei Doris Büning und ihrem Chef Sebastian Schürmann für die ausgezeichnete Betreuung, Organisation und für das effektive Marketing im Vorfeld der Veranstaltung.

 

 

Fotos: Klaus Kremer

Text: Martin Bremer