Nachbericht zur 9. Etappe 2017 in Mülheim / Ruhr

Die Rückkehr der Tour nach Mülheim

Die 9. Etappe der Biathlon auf Schalke-Tour 2017 ist am Muttertag zu Gast in Mülheim an der Ruhr. Bei sonnigem Wetter startet die Etappe mit Beginn des verkaufsoffenen Sonntags um 13:00 Uhr in der Fußgängerzone Schloßstraße als Mitmachevent des Frühlingsfestes Mülheim mittendrin. Eingeladen vom Stadtmarketing Mülheim kommen wir gerne zurück in die grünste Stadt des Ruhrgebiets, wo wir vor 2 Jahren einen bis dahin nicht gekannten Ansturm an Mitmachern erlebten. Von Anfang an ist der Andrang an den Stand auch heute wieder sehr groß.

Vom Schnupperschützen zum Biathleten

Da lässt natürlich das erste Duell um den Etappensieg und die beiden Karten für den Biathlon auf Schalke nicht lange auf sich warten. Die ersten beiden Duellanten sind Goran Zupan und Zvezdan Vasie, die sich einen spannenden Kampf unter Freunden liefern. Zvezdan legt die 400 m auf der Strecke schnell zurück und geht bereits nach 2:15 Minuten ans Biathlongewehr. Während er schon die ersten Schüsse auf die 50 mm großen Ziele abgibt, ist sein Freund Goran auf den letzten 50 m der Strecke. Ein Fehlschuss für Zvezdan und nun kommt auch Goran ans Gewehr, beide stehen nun an den Gewehren und versuchen nach der Anstrengung ihren Atem unter Kontrolle zu bringen, damit die Schüsse perfekt in die Mitte gehen. Nach kurzer Pause setzt Zvezdan die letzten vier Schüsse ab, von denen alle im Ziel landen. Das Ergebnis ist eine Zeit von 2:57 mit vier Treffern. Goran hingegen lässt sich etwas mehr Zeit um seinen Atem zu beruhigen und zu Schießen. Sein Ergebnis ist am Ende eine Zeit von 3:45 Minuten mit vier Treffern. Damit übernimmt Zvezdan Vasie mit einer guten Zeit fürs erste die Spitze der Tabelle.

Schnelle Langläufer schon am Mittag

Durch das warme Wetter sind die Mülheimer Straßen gut gefüllt und das Betreuerteam der Biathlon auf Schalke-Tour ist dauerhaft beschäftigt, interessierten Leuten den Umgang mit den Laserbiathlongewehren und den Thoraxtrainern zu erklären. Das nächste Duell findet zwischen zwei alten bekannten der Tour statt, die im letzten Jahr beide Etappensieger waren. In der Loipe stehen Jana und Dirk Harmeling. Beide kennen sich inzwischen gut mit den Thoraxtrainern und Gewehren aus und so warten alle auf den Start des Duells zwischen Vater und Tochter. „Auf die Plätze, Fertig, go“ schallt die Stimme von Jens Seggewiß aus dem Lautsprecher und die beiden Harmelings legen in einer unglaublichen Geschwindigkeit los über die Strecke zu fliegen. Nach einer Zeit von nur 1:45 Minuten steigt Dirk Harmeling vom Thoraxtrainer und läuft zum Gewehr, dicht gefolgt von seiner Tochter Jana. Beide atmen kurz durch, setzen den ersten Schuss deutlich schneller als die meisten anderen Wettkämpfer und wählen auch die Pause zwischen den Schüssen auffallend kurz. Fehlschuss bei Dirk, aber auch bei Jana gibt es einen Fehlschuss. Die letzten vier Schüsse landen bei Dirk alle im Ziel, während bei Jana nur zwei Treffer zu verzeichnen sind. Trotzdem gehen beide mit einer sehr guten Zeit aus dem Duell hervor, Jana mit zwei Treffern und einer Zeit von 2:05 und Dirk mit vier Treffern und einer Zeit von 2:03 Minuten. Mit dieser neuen Tagesbestzeit übernimmt Dirk die Spitze der Tabelle, ob das noch zu schlagen ist?

Wettkampf ohne Wartezeit

Kurze Zeit später meldet sich Anke Bloch zum Duell, ihre Familie steht neben ihr, bereit sie anzufeuern. Ein Gegner ist rasch gefunden: Mike Schiche betritt zusammen mit Anke Bloch den Thoraxtrainer und die beiden machen sich bereit, die 400 Meter Strecke mit der Doppelstock-Technik zurückzulegen. Das Startsignal ertönt und beide beginnen die Stöcke auf der Schiene vor und zurück schnellen zu lassen, Mike dabei zehn Meter hinter Anke, die nach 2:20 Minuten vom Thoraxtrainer steigt und zum Gewehr läuft und ihren ersten Schuss abgibt, Treffer! Nun eilt auch Mike zum Gewehr, legt an und gibt den ersten Schuss ab, Fehlschuss! Aber der nächste sitzt und der darauffolgende auch. Anke hat inzwischen nach einem Fehlschuss die übrigen drei Schüsse ebenfalls in Treffer verwandelt und legt nach 3:18 das Gewehr ab. Mike gibt die letzten beiden Schüsse ab, die aber leider ganz knapp am Ziel vorbei gehen.  Sein Ergebnis: 2 Treffer mit einer Zeit von 3:28. Für Anke bedeuten ihre 4 Treffer den dritten Platz in der Tagesrangliste. Ihren Mann, Bernhard Bloch hat jetzt jedoch der Kampfgeist gepackt und auch er will sich in der Loipe mit anschließendem Stehendschießen versuchen. Schnell ist auch für ihn ein Duellteilnehmer gefunden, der 75 jährige Alfons Geoig. Beide gehen in die Startpositionen und beginnen auf dem Skilanglaufsimulator ihren 400m-Lauf, Bernhard dabei rasch 30 Meter vor Alfons. Durch diesen Vorsprung geht er bereits auch 2:12 Minuten ans Gewehr, lässt sich jedoch Zeit für das Schießen auf die 50 mm großen Ziele. Er trifft zwei mal das Ziel, die anderen drei gehen leider daneben. Er beendet seinen Wettkampf mit einer Zeit von 2:52 Minuten. Während Bernhard am Gewehrtisch steht und seine Schüsse abgibt kommt nun auch Alfons ans Gewehr, ihm ist sichtlich anzusehen, wie anstrengend die 400 Meter Strecke ist. Langsam geht er zum Gewehrtisch, legt das Gewehr an und gibt in einem sehr schnellen Takt seine Schüsse ab, von denen einer seinen Weg ins Ziel findet. Sein Ergebnis lautet am Ende einen Treffer mit einer Zeit von 2:54 Minuten.

Eine Etappe ohne 5 Treffer?

Bis zum Nachmittag laufen etwa 10 Wettkämpfe, bei denen sich die der Tabellenstand jedoch nicht mehr nennenswert ändert, die Führung bleibt bei Dirk Harmeling. Dann kommt jedoch der 17-jährige Iraker Mustafa, Mit seinem Freund Omar stellt er sich der Herausforderung und möchte, wie er sagt, unbedingt gewinnen. Mal sehen, was daraus wird. Beide beginnen beim Startsignal damit die Stöcke nach hinten zu werfen und wieder zurück zu ziehen, Mustafa in einem unglaublichen Tempo, so geht er bereits nach 1:42 Minuten zum Gewehr und nimmt es ohne kurz inne zu halten an die Schulter. Der erste Schuss ertönt und es ist ein Treffer, der nächste, Treffer. Nacheinander versenkt er alle fünf Schüsse und ist nach 2:15 fertig, das bedeutet, das die Tabelle nun von dem 17-Jährigen angeführt wird. Sein Freund Omar ist währenddessen noch auf der Strecke und beobachtet seinen Freund, wie er die siegreiche Treffer abgibt, während er die letzten 20 Meter zurücklegt. Nun hat auch er es geschafft und eilt zum Gewehr, die ersten beiden Schüsse finden ihr ziel nicht, aber dann hat er seinen Rhythmus gefunden und versenkt die letzten drei Schüsse im Ziel. Für Omar waren das nun 3:02 Minuten, was weit entfernt von einem Sieg liegt, aber er sieht es gelassen und gratuliert seinem Freund zu dessen Sieg.

Der Kampf um den Etappensieg entbrennt

beginnend mit Andres Terwey, der bereits im Vorjahr Finalist auf Schalke war und die Etappe in Borken gewann. Zusammen mit Dirk Harmeling startet er die Aufholjagd auf Mustafa, der mit fünf Treffern ein höchst beachtliches Ergebnis vorgelegt hat. Aber wer die beiden kennt, der weiß, dass fünf Treffer für sie jederzeit möglich sind.

Nach einer Zeit von 1:26 Minuten verlässt Andreas den Skilandlaufsimulator und und baut auf dem kurzen Weg zum Gewehr Konzentration auf. Dort wählt er die Variante „Risiko“ und gibt in einer unglaublichen Geschwindigkeit seine fünf Schüsse ab, dicht gefolgt von Dirk. Bereits nach 1:48 Minuten legt er das Gewehr nieder, eine Zeit, die man bisher bei der Tour noch nicht oft gesehen hat. Für die Führung reicht es aber nicht , da er nur drei mal getroffen hat. Auch Dirk kann die Führung durch einen Fehlschuss nicht zurückerobern und somit bleibt Mustafa zunächst auf Platz 1.

Wer wird Mülheims Finalist auf Schalke?

Gegen Abend wird es noch einmal spannend, bisher hat es kein Teilnehmer mehr geschafft das Ergebnis von Mustafa zu unterbieten und so macht Andreas Terwey sich ein letztes mal bereit, um den Platz an der Spitze vielleicht doch noch zu erkämpfen. Auch Jana Harmeling liebäugelt noch mit dem Etappensieg. Dass sie 2:15 Minuten unterbieten kann hat die 14-Jährige Ruderin am Mittag bereits gezeigt. Schon kurz nach dem Start wird deutlich, dass die beiden höchst motiviert sind und voll „auf Sieg“ gehen. Erneut kann Andreas die 400 m-Strecke in nicht einmal 90 Sekunden bewältigen und beim Gang zum Gewehr  meint man ihm anzusehen, dass er alle äußeren Störfaktoren ausgeblendet hat und sich in seinem Tunnel befindet. Dieses mal lässt er sich etwas mehr Zeit und setzt nach ca. 10 Sekunden Atemerholung den ersten Schuss. Treffer! Treffer! Treffer! Treffer! Treffer! Alle fünf finden ihren Weg ins Ziel und Andreas legt nach 2:03 Minuten das Gewehr ab. Der Etappenthron ist  erklommen. Nun kommt Jana ans Gewehr, auch sie lässt sich kurz Zeit und gibt dann schnell hintereinander ihre fünf Schüsse ab. Sei schafft es leider nur zweimal zu treffen und legt nach 2:21 Minuten sichtlich enttäuscht das Gewehr ab. Mustafa versucht noch einmal seinen Platz an der Spitze zurück zu erobern, schafft bei einer Zeit von 1:44 keinen Treffer.

Für Andreas heißt es nun am 28.12.2017 auf nach Schalke und dort im großen Endturnier den Kampf gegen alle Etappensieger dieses Jahres um die heißbegehrten Gänsehaut Tickets aufzunehmen.

Wenn auch sie die Chance auf diese Tickets haben möchten, schauen sie bei einer Etappe in ihrer Nähe vorbei und versuchen sie ihr Glück beim 400 Meter Skilanglauf auf dem Thoraxtrainer und fünf Schüssen Stehendschießen auf 50 mm Ziele, vielleicht sehen wir uns ja auf Schalke beim großen Finale wieder.

Unser abschließender Dank

gilt dem Stadtmarketing Mülheim a.d.R., das auf die Biathlon auf Schalke-Tour als Mitmachevent für Jedermann bei seinem Frühlingsfest gesetzt hat. Herzlichen Dank auch an die 3 Harmelings, die nach dem technischen K.O. unserer Fotokamera „mal eben“ für die gesamte Etappe in Mülheim vor Ort blieben und hunderte Fotos mit ihren Handys für uns erstellten. Wir sind auch etwas stolz darüber, mittlerweile eine Biathlon-Tour-Clique um uns herum zu wissen, die uns mit großer Selbstverständlichkeit bei solchen Engpässen unterstützt. Das Dankeschön gilt auch den beiden Etappensiegern der Tour 2016, Jens Seggewiß und Léon Doerenkamp, die in Mülheim als Betreuer vor Ort waren und darüber hinaus die Aufgaben der Moderation (Jens) und der Etappennachbereitung (Léon) übernahmen.
Bilder: Silvia Harmeling Text: Léon Doerenkamp