Nachbericht zur 5. Etappe 2017 in Bergheim

Erstmals bei einer Etappe: Die Besten 2 gleichauf

die Rückkehr in die Kölner Bucht, nach Bergheim, der Braunkohlestadt im Rhein-Erft-Kreis, ist mit schönen Erinnerungen verbunden. 2016 erlebten wir hier, neben dem Medio, eine lebendige Etappe während des Frühlingsfestes der WIG mit aussergewöhnlich hilfsbereiten Sportschützen aus Bergheim, Kenten und Glesch und ein sympathisch engagiertes Citymanagement um Tom Juschka, das von morgens bis abends mit dabei war, mit wettkämpfte, fotografierte, moderierte, ehrte. Und natürlich erinnern wir uns an den furiosen Zweikampf zwischen Trainer und Schüler, den Trainer und Sportschütze Patrick Neuhaus seinerzeit hauchdünn vor dem 18-jährigen Safa Ergin gewann, der aber drei Monate später, bei der Etappe in Köln-Rodenkirchen, ebenfalls noch den Etappensieg holte und schließlich im Finale auf Schalke, ebenso wie Patrick, den Sprung unter die 12 besten der gesamten Tour 2016 schaffte.

v.l.n.r.: Angie Kriwanek, Tom Juschka und Nina Dolfen

In diesem Jahr schreibt die Etappe in Bergheim ihre ganz neue, frische Geschichte, doch manches Schöne spinnt sich fort: Tom Juschka sorgt mit seinen launigen Siegerehrungen für gute Stimmung und die beiden freundlichen Sportschützinnen des TSV Kenten, Angie Kriwanek und Nina Dolfen unterstützen das Tourteam kompetent bei der Betreuung der Neugierigen.

Zehnmeterschießen um den Etappensieg

Knapp 7 Stunden reichen auf der Touretappe in Bergheim nicht aus, um eine(n) Etappensieger/in zu küren, also gibt’s Verlängerung und Zehnmeterschießen. Wer „vom Punkt“ antritt und wer „Nerven wie Maibäume“ hat, verraten wir weiter unten.

Zielsicheres Bergheim in spannender Besetzung

Ein Highlight des Tages ist sicherlich der Wettbewerb Zielsicherste Stadt. Hier tritt das vierköpfige Promi-Team Bergheim im „Fernwettkampf“ gegen die anderen Etappenstädte der Tour an. Die Städte Xanten (17:04 Minuten) und Monheim (17:25 Minuten) führen den Wettbewerb bisher an. Tom Juschka hat für Bergheim ein tolles Team auf die Beine gestellt und sogar die erste Bürgerin der Stadt, Elisabeth Hülsewig, dafür gewonnen. Dass er den Einsatz als „nicht sooo anstrengend“ beschrieben hat, könnte im Nachhinein durchaus zu geteilten Ansichten führen. Jedenfalls legt die 1. Stellvertretende Bürgrmeisterin, die nach dem krankheitsbedingten Rückzug der Bürgermeisterin, Maria Pfordt, der Stadt Bergheim vorsteht, sportlich und kraftvoll los. Doch die Sommerloipe „Thoraxtrainer“ hat so ihre Tücken und Elisabeth Hülsewig muss ihrem Anfangstempo Tribut zollen. Alle Anfeuerung des emphatischen Publikums hilft ihr nun nicht mehr. Zur Hilfe kommt ihr der Parteikollege und Bürgermeisterkandidat für die in Kürze anstehende Neuwahl, Volker Mießeler. Der Dezernent für strategische Stadtplanung übernimmt die letzten 100 Meter für Elisabeth Hülsewig. Am Biathlongewehr ist ihr die Erschöpfung dann noch deutlich anzusehen.

Weiter geht es nun für Volker Mießeler mit seinem eigenen 400 m-Langlaufabschnitt, auf dem er möglichst viel Zeit gutmachen muss. Das gelingt ihm ausgezeichnet. Mit seiner Zeit von 2:45 Minuten erreicht er die schnellste Einzelzeit der vier „Zielsicheren“. Und tatsächlich erweist sich der Geschäftsführer der Bergheimer Stadtwerke auch als zielsicher und schafft 3 Treffer (im Bild unten, oben rechts). Nach 30 Sekunden „Strafzeit“ für die beiden Fehlschüsse schickt Volker Mießeler nun Bernd Pieroth ins Rennen.

Der Investor des künftigen Einkaufszentrums am Bahnhof trägt ebenfalls seinen Teil dazu bei, Zeit gutzumachen, um vielleicht doch noch die Spitzenposition in diesem Wettbewerb von Xanten übernehmen zu können. Seine 3:05 Minuten bringen Bergheim wieder in eine gute Position, doch leider lässt er am Biathlongewehr 3 Fehlschüsse folgen (im Bild oben, unten links). Die 45 Sekunden „Strafzeit“ machen es für die 1. Vorsitzende der Werbe- und Interessensgemeinschaft Bergheim, Petra Beging, nun ganz schwer. Von zahlreichen Bergheimern angefeuert, die bei herrlichem Sonnenschein das Frühlingsfest in der City besuchen, gibt die Tourismusexpertin auf dem Thoraxtrainer  ihr Bestes. Doch sie müsste nun schon komplett fehlerfrei schießen, um noch den 2. Platz vor der Stadt Monheim für Bergheim zu erreichen. Tatsächlich legt sie ein ausgezeichnetes Schießen hin und beendet die Aufholjagd des Zielsicheren Bergheims mit 3 Treffern und der Gesamtzeit von 17:50 Minuten. Damit belegt das Team Bergheim zur Zeit Platz 3 im Wettbewerb.

Wir gratulieren und sagen herzlich dankeschön an die 4 Bergheimer Prominenten und besonders auch an Elisabeth Hülsewig für ihre Eröffnungsworte zu diesem Wettbewerb, die von Kenntnis über die Biathlon auf Schalke-Tour zeugten.

Es wird der Tag der Jüngsten

Es sind natürlich stets die besonders schönen Momente der Etappen, wenn sich ein(e) junge(r) Wettkämpfer/in als Sporttalent offenbart und jene Kombination aus Kraft, Ausdauer und innerer Meisterschaft, wie sie im Biathlon in besonderer Weise gefordert ist, bereits in frühen Jahren auf noch leichte und spielerische Art entfaltet. In den vergangenen Monaten hat sich dabei Jana Harmeling besonders eindrücklich hervorgetan, als sie im Alter von 13 Jahren in Warendorf Etappensiegerin und mit 14 Jahren Zweite im Finale 2016 auf Schalke wurde. Zum Glück hat die junge Münsterländerin Biathlon zu ihrem Hobby gemacht und wird von ihren Eltern dabei unterstützt. So konnte sie zuletzt bei einigen Touretappen in den Wettkampf gehen. Auch heute schreibt Jana wieder eine großartige Tourstory. Doch nicht nur sie hält am heutigen Tag die Fahne der Talente hoch. Wir erleben zwei weitere beeindruckende Leistungen. Die erst 12-jährige und eher zierlich gebaute Fußballerin Lea Gumz überrascht bereits auf dem Thoraxtrainer. Wir bieten ihr an, im Duell mit ihrer 19-jährigen Schwester, Mara, ihre Strecke von 400 m auf 300 m zu reduzieren, aber das kommt für Lea nicht in Frage. Doch wenn man weiss, wie viel Kraft der Thoraxtrainer im Oberkörper fordert, dann ist es schwer vorstellbar, wie das zierliche Persönchen Lea diese Strecke bewältigen möchte? Wir leisten gerne Abbitte, die Abwehr- und Mittelfeldspielerin des FFC Bergheim macht es großartig, hat ein ausgeprägtes Bewegungstalent. Es macht einfach Spaß ihr dabei zuzusehen, wie geschickt sie Kraft und Schwung aus dem ganzen Körper für die Schubbewegung nutzt. Am Ende lässt Lea ihre sportliche Schwester nur rund 40 m weit enteilen. Und ihre Demonstration geht weiter. 4,5 kg wiegt das Biathlongewehr und ist damit nur wenige hundert Gramm leichter, als das Kleinkalibergewehr der Biathlonprofis. Auch hier verteilt die 12-Jährige das Gewicht geschickt auf den Rumpfbereich und die Kontrolle des Atems nach der erheblichen körperlichen Belastung scheint ihr auch nicht sonderlich schwer zu fallen. Nach drei Schüssen stehen drei Treffer für sie zu Buche und man traut seinen Augen kaum. Auch zwei Fehlschüsse zum Abschluss ändern nichts daran, dass wir hier einem hellwachen Sporttalent zuschauen durften, das hoffentlich noch lange die Freude daran behält, die eigenen Grenzen auszutesten und zu verschieben.

Trotz Lea’s toller Leistung, der Youngster des Tages – neben Jana Harmeling – ist zweifellos der ebenfalls 14-jährige Philipp Riepe aus Bedburg. Schon im vergangenen Jahr war er der Shootingstar  der Bergheimetappe, schaffte ohne jede Schützenerfahrung ein fehlerloses Schießen nach Belastung und erreichte mit 2:36 Minuten Platz 4. Seinerzeit bemühte sich Etappensieger Patrick Neuhaus, der auch Trainer Sportschützen Kenten ist, um Philipp und konnte ihn zu regelmäßigem Schießtraining motivieren. Als Philipp heute mit seinem Vater, Stefan, zur Biathlonarena kommt, da zeigt sich Platz 1 schon nur noch durch eine Topleistung erreichbar. 2:26 Minuten und 5 Treffer. Mit diesem Resultat hatte sich Jana Harmeling am Mittag im Duell mit Vater Dirk an die Spitze des Feldes gesetzt und verbesserte damit ihre persönliche Tourbestleistung um weitere 3 Sekunden. Etwas verwundert schaut er schon drein, der athletische 14-Jährige, dass ihm tatsächlich ein gleichaltriges Mädchen eine derart hohe Hürde in den Weg stellen konnte. Doch er nimmt die Herausforderung selbstbewusst an. Gemeinsam mit dem Vater geht’s ins Duell. Nach kurzen Anpassungsproblemen auf den ersten 100 m hält Philipp den ca. 30 m Rückstand auf den sportlichen Vater konstant und beide kommen mit starken Zeiten ans Biathlongewehr. Ähnlich, wie zuvor bei den Harmelings, unterläuft dem schnelleren Älteren ein Schießfehler, während die beiden 14-Jährigen mit beeindruckender Konzentration schnell und fehlerlos schießen. Mit 2:19 Minuten übernimmt Philipp die Etappenführung. Doch das ist nur der Anfang dieser Etappenstory.

Duell zweier Sportschützen

Zwei, die schon im vergangenen Jahr gute Ergebnisse erzielten, gehen heute gemeinsam ins Duell. Die beiden Sportschützen des TSV Kenten, Susan Ezzati und Robin Wunsch. Robin schafft am Mittag bereits 2:35 Minuten mit 4 Treffern, ist also gar nicht so weit von der Etappenführung entfernt und möchte nun die Sekunden finden, die sich einsparen lassen. Susan ist eine ausgezeichnete Präzisionsschützin. Bei der Etappe 2016 schaffte sie es mit fehlerlosem Schießen unter die besten 10. Doch den Thoraxtrainer, der physisch so hohe Anforderungen stellt, den mag die junge Bedburgerin nicht so sehr, die auch eine sehr gute Sängerin sein soll und mit Schützenkollegin  Nina Dolfen als Sopran-Solistin im Chor Capo recovered dimensions aktiv ist. Auch in diesem Biathlonduell ist „Musik drin“. Susan verbessert sich um 35 Sekunden im Vergleich zum Vorjahr. Leider verfehlt einer ihrer 5 Schüsse das Ziel, was ihr in der Etappenwertung Platz 18 einbringt. Doch das Duell mit Robin gewinnt Susan, denn Robin, der beim TSV Kenten Sportpistolenschütze ist, sucht das Risiko, schießt sehr schnell und muss 2 Fehlschüsse hinnehmen. Robin belegt mit 2:35 Minuten und 4 Treffern Platz 12.

Auch ohne „Sixpack“ unter den Besten

es lässt sich Woche für Woche erleben und wir sind happy darüber, dass sich an das Biathlonduell nicht nur die Jüngeren und die Modellathleten herantrauen. Auch heute sind mit Hans-Heinrich Block und Hans-Willi Hammacher zwei Rentner im Wettkampf dabei und machen ihre Sache ausgezeichnet. Hans-Heinrich, im Bild oben, obere Bildzeile im roten T-Shirt ist sportlich sehr aktiv und legt mit 3:03 Minuten eine Zeit hin, über die sich auch mancher 20-Jahre jüngere freuen würde. Eine ruhige Hand und 4 Treffer bringen ihn auf Platz 14. Noch besser macht es Hans-Willi (Bild oben, untere Bildzeile im weissen T-Shirt). Der Schlosser aus Bedburg hat seit seiner Verrentung das Luftgewehr wieder für sich entdeckt. Seine Übungsstunden im eigenen Garten zahlen sich im Biathlonduell aus. Im Duell mit seinem Schwager Rüdiger Böll schafft Hans-Willi den strike, das fehlerlose Schießen, das ihn auf Platz 8 der Etappenrangliste bringt.

Hut ab auch vor Siegfried Werner (im Bild oben im blauen T-Shirt). Er zeigt Kämpferqualitäten auf dem Thoraxtrainer, geht stark verausgabt ans Biathlongewehr und beweist dort dennoch „kühlen Kopf“. 4 Treffer in 2:51 Minuten bringen ihn auf Platz 13. Von allen diesen Mutigen, die die unbekannte Herausforderung zum Biathlonduell annehmen und bei denen wir uns sehr herzlich bedanken möchten, lebt dieses Mitmachevent, dass durch den Wettkampfcharakter, die Moderation und jede Menge Spaß auch immer wieder Schaulustige anzieht.

Das begeisternde Staffelfinale

Ein ausgezeichnetes sportliches Niveau erleben die Frühlingsfestbesucher beim Finale der Biathlonstaffel-Stadtmeisterschaft. Die Maigesellschaft des Bergheimer Ortsteils Glessen bekommt es dabei mit den Besten des heutigen Etappentages zu tun, Jana und Dirk Harmeling sowie Philipp und Stefan Riepe, die zusammen das Team City Bergheim.  bilden. Doch dieses Staffelfinale entfaltet seine eigene Dramaturgie und mit dem Startschuss laufen sich die vermeintlichen Außenseiter, die roten Teufel aus Glessen in die Herzen der Schaulustigen. Ein Paukenschlag gleich zu Beginn beim Duell des Etappenführenden Philipp Riepe (im orangenen T-Shirt) gegen den 23-jährigen Glessener Lukas Koller (im roten T-Shirt).Der sportliche Krankenpfleger, der in früheren Jahren Kampfsport und Leichtathletik betrieb, wächst in der Loipe, angefeuert von seinen Staffelkollegen, über sich hinaus, lässt Philipp nur wenige Meter enteilen und gibt auf der zweiten Streckenhälfte keinen weiteren Meter mehr Preis. Lukas‘ Angriff kommt  dann am Biathlongewehr. Während Philipp mit 2 Fehlschüssen 30 Sekunden Strafzeit absitzen muss, bleibt Lukas fehlerfrei und schickt den Kollegen Paul Linnertz sogleich mit Vorsprung in die Loipe. Und wow! Lukas holt sich in 2:16 Minuten die Etappenführung in der Einzelwertung.

Auf der 2. Runde erleben wir, wie Stefan Riepe mit hohem Einsatz den Vorsprung der Maigesellschaft zwar Meter für Meter reduziert, doch Paul Linnartz hält stark dagegen und rettet rund 50 m Vorsprung ans Biathlongewehr. Doch hier wendet sich das Blatt. Stefan schießt schneller und präziser, gewinnt das direkte Duell mit 3:1 Treffern und kann Jana Harmeling mit rund 30 Sekunden Vorsprung in die 3. Runde schicken, während für die Maigesellschaft nun der 16-jährige B-Jugendfußballer Timo Dürlich in die Verfolgerrolle schlüpft. Timo macht das so großartig, wie zuvor Stefan Riepe, kommt der bisherigen Etappendritten, Jana Harmeling, näher und näher. Mit 30 m Vorsprung wechselt Jana ans Biathlongewehr. Hier muss der erschöpfte Timo Dürlich 3 Fehlschüsse einstecken, während Jana 4 x trifft und ihren Vater Dirk, den Touretappensieger von Xanten, mit 40 Sekunden Vorsprung auf die letzte Runde schickt. Ganz schwere Aufgabe also nun für den Teamcaptain der Maigesellschaft Glessen,  Christoph Schmitz. Und Dirk zeigt auf der schwierigen Position des Schlussläufers keinerlei Schwäche, läuft ein kontrolliert schnelles Rennen und gönnt der Maigesellschaft auch keinerlei Fehlschuss, so dass Christoph Schmitz keine Chance mehr auf einen Angriff bekommt. Der Staffelsieg geht an das 2-Familien-Team City Bergheim in 10:32 Minuten, während die kampfstarke Maigesellschaft Glessen in 12:50 Minuten Biathlonstaffel Vizestadtmeister wird. Wir wünschen den sympathischen Glessenern einen proppevollen Marktplatz am Sonntag, den 30.04. ab 17.30 Uhr beim Tanz in den Mai mit Livemusik und traditionell jeder Menge Spaß!

Sind Lukas‘ 2:16 Minuten noch zu knacken?

90 Minuten Zeit bleibt den Bergheimer Biathlonfans noch, um dem Führenden und fröhlichen Fahnenschwenker, Lukas Koller, von der Maigesellschaft Glessen den Etappensieg und die Finalteilnahme auf Schalke noch zu entreissen. Doch mit seinen 2:16 Minuten hat er eine schwer zu schlagende Leistung vorgelegt. Das muss auch der kräftige KFZ-Mechaniker Dimitri Comandeur aus Frechen anerkennen. Eigentlich wollte er mit der Freundin nur ein Eis auf dem Frühlingsfest essen, doch die möchte ihren Dimitri doch so gerne beim Biathlon erleben. Und tatsächlich kommt der junge Russe der Führung ganz schön nahe. 2:22 Minuten und sein fehlerloses Schießen bringen ihn auf Platz 5.

Duell der jungen Wilden

Sie sind einfach nicht müde zu kriegen, die beiden 14-Jährigen. Nach Einzelstart und Staffelsieg fehlt Jana und Philipp nun nur noch der Etappensieg zum eigenen Glück. Als direkte Verfolger von Lukas auf den Positionen 2 und 3 lassen die Beiden keinen Zweifel zu, die 2:16 Minuten knacken zu können. Bisher ist keine Wettkämpferin der Biathlon-Tour bei einem Duell unter 2:20 Minuten geblieben. Jana müsste ihre eigene, heute aufgestellte, Bestleistung um mehr als 10 Sekunden verbessern. Toll, dass sie daran glaubt, es zu schaffen, realistisch betrachtet ist es kaum zu schaffen, selbst für Jana nicht. Und Philipp? Kann er auf dem Thoraxtrainer noch neue Kräfte mobilisieren? Der Startschuss fällt und schnell wird klar, die beiden jungen Wilden stürzen sich mit allem Wagemut in ein höllisch flottes Rennen. Klar wird Philipp Jana nicht den Vortritt lassen wollen, doch sie treibt ihn sozusagen vor sich her. Nach 1:46 Minuten wechselt Philipp mit knapp 50 m Vorsprung ans Gewehr, wo er die Risikovariante wählt und extrem schnell schießt. Die Zeit ist großartig, 2:07 Minuten hätten klar zur Führung gereicht, doch das Tempo fordert seinen Tribut in Form zweier Fehlschüsse. Inzwischen hat Jana bereits die schwierigen  ersten beiden Schüsse ins Ziel gebracht. Sie weiss, dass es eng wird und wartet zwischen den Schüssen keine Sekunde zu lange. Tatsächlich findet sie den schmalen Grat zwischen Risiko und Sicherheit, schießt fehlerlos und die Uhr hält bei 2:16 Minuten. Nun haben wir die junge Ruderin bestimmt schon bei 10 Touretappen erlebt, doch sie versteht es trotzdem noch, uns immer wieder auf’s Neue zu überraschen. Der allzu spontane Autor dieser Zeilen hatte kürzlich geäußert, er würde von der Etappe barfuß nach Hause laufen, wenn Jana 2:12 Minuten mit 5 Treffern schafft. Nun macht er sich ernsthaft Sorgen um seine Füße. Doch eine andere Frage drängt nun mehr: Wer ist eigentlich Etappensieger von Bergheim?

Das Stechen um den Etappensieg

Beide haben heute großartige Wettkämpfe gezeigt, beide haben 2:16 Minuten und ein fehlerloses Schießen geschafft und hätten den Etappensieg mehr als verdient. Doch der Sieg und die Finalteilnahme auf Schalke am 28.12. erfordern eine Entscheidung zwischen Jana Harmeling und Lukas Koller. Sie einigen sich auf einen verkürzten Wettkampf mit 200 m Skilanglauf und dem entscheidenden Stehendschießen. Lukas sucht die Flucht nach vorne führt die gesamte Strecke über und geht mit 30 Metern Vorsprung ans Biathlongewehr. Beide zeigen nun Spuren der Ermüdung, was am Ende dieses anstrengenden und aufregenden Tages auch keine Überraschung ist. Lukas rettet sich mit zwei Schießfehlern als erster ins Ziel. Jana folgt ihm, muss aber ebenfalls zwei Schießfehler hinnehmen. So reicht es für den Lokalmatador zum Etappensieg. Lukas Koller aus Glessen wird Nachfolger von Patrick Neuhaus, der als Bergheimer Etappensieger im Finale 2016 auf Schalke starker 4. von 38 Etappensiegern wurde. Wir freuen uns schon darauf Lukas auf Schalke wiederzusehen und würden keinen Barfußmarsch dagegen setzen, dass Jana und Philipp ebenfalls noch als Etappensieger ins Finale auf Schalke einziehen werden. Vielleicht schon am 6./7. Mai in Remagen?

Der abschließende Dank

gilt der treuen Tourhelferin Marina Pick. Die ehemalige Sommerbiathletin aus dem Sauerland betreute die Neugierigen, nahm Staffelzeiten und sprang vorübergehend als Fotografin ein. In Bornheim wird sie am 14.05. wieder dabei sein.

Herzlichen Dank vor allem auch an alle Wettkämpfer und die 4 Zielsicheren Bergheimer. Ihr habt diese Etappe lebendig gemacht! Dank auch an die Maigesellschaft Glessen mit ihrem Captain Christoph Schmitz. Er hat das Team zur Staffelmeisterschaft angemeldet. Solche furchtlosen Kämpfer würden wir bei einer Neuauflage der Staffel-Stadtmeisterschaft gerne in größerer Zahl erleben. Und das letzte Dankeschön geht an  Citymanager Tom Juschka für die nette und effektive Zusammenarbeit und die Laudatio für Sieger Lukas, der fürs Finale auf Schalke nun auf Sieg gepolt ist.

Bilder: Daniel Holtschneider und Marina Pick   Text: Martin Bremer