Nachbericht zur 4. Etappe 2017 in Monheim am Rhein

Monheim rockt Biathlon

mit viel Vorfreude kommen wir zurück nach Monheim am Rhein, wo wir zum Frühlingsfest 2016 eine der schönsten Etappen der letztjährigen Tour erlebten. Ich nehme es gerne vorweg: Auch heute können wir hier auf der Krischerstraße ein tolles Biathlonfest feiern mit 8 motivierten Teams zur Staffel-Stadtmeisterschaft und einem emphatischen Publikum, aus dem im zweiten Teil des Tages selbst noch einige zu „Biathleten“ werden.

Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann

Diese spannende Stadt am Rhein zwischen Düsseldorf und Köln, die sich 2010 noch mit einem „Nothaushalt“ durch das Jahr kämpfen musste und heute eine der wohlhabensten Kommunen des Landes ist, weiss Feste zu feiern. Zwei, die in besonderer Weise für den Erfolg der Stadt stehen, Bürgermeister Daniel Zimmermann und

Stadtplaner Thomas Waters stellen sich auch der Biathlonherausforderung und eröffnen mit dem Team „WiFi-Astronauten“

Monheims Leiter für Stadtplanung, Thomas Waters.

gemeinsam mit Tourismuschefin Maxi Richtzenhain und der sympathischen Praktikanten Hanne Klenner die Staffel-Stadtmeisterschaft am Mittag. Thomas Waters schafft mit seinem fehlerlosen Schießen und der Zeit von 3:04 Minuten sogar die fünftbeste Einzelleistung, auch Maxi Richtzenhain ist unter jenen 7 Besten, die mit ihren 5 Schüssen 5 Treffer erzielen. Daniel Zimmermann erzielt 4 Treffer und wird 16. von 62. Wettkämpfern in der Einzelwertung.

Treffpunkt Biathlon-Arena

Rechts haben sich Team und Supporter der Rhein-Rock Bobmannschaft erst mal einen Sitzplatz gesichert. Die Restkraft wird für das Staffelfinale benötigt. An den Biathlongewehren üben die Monheimer Frühlingsfestbesucher für ihren Einsatz nach der Staffelmeisterschaft, während links die beiden Walkingteams der SG Monheim auf den Thoraxtrainern den Sieger des 4 Vorlaufs der Staffelmeisterschaft ermitteln. Erfreulich zahlreiche Schaulustige gesellen sich hinzu und machen diese 4. Touretappe zum stimmungsvollen Event. Rund 500 Schnupperschützen, mehrere Tausend Besucher im Tagesverlauf und 62 Wettkämpfer, das sind die nüchternen Zahlen des begeisternden Tages.

Titelverteidiger als early bird

Die Etappe beginnt, wie sie im Vorjahr endete. Der Langenfelder Carsten Stadtmann sicherte sich 2016 im letzten Duell des Tages den Etappensieg und die Finalteilnahme auf Schalke. Heute ist er der erste Wettkämpfer der Etappe. Carsten verbessert seine Vorjahresteit um mehr als 20 Sekunden auf 2:36 Minuten, doch der eine Fehlschuss, der ihm unterläuft, ist heute einer zu viel. Carsten belegt in diesem Jahr Platz 12. Doch auch heute wird das letzte Duell des Tages Schicksal spielen. Dazu später mehr.

Biathlon-Tour: Volkstest beim Volksfest

Was ist denn der Rhein-Rockerin Franziska Niemann in der Zeit zwischen dem linken und dem rechten Bild passiert? From heaven to hell in nicht einmal 2 Minuten. Nein, kein Heavy Metall, sondern die Sommerloipe Thoraxtrainer bringt die Jedermann-/frau-Biathleten an die Grenze der eigenen Körperkräfte. Die 3. Staffelstarterin des Rhein-Rock e.V., der in Monheim u.a. die Events Local Heroes (22.04.) und das große Open Air-Festival (8.7. Bürgerwiese in Baumberg) organisiert, gewährt uns mit ihrem Gesichtsausdruck einen kurzen Blick ins Innere: Die Oberarm-Muskeln werden während der 400 m-Strecke in der klassischen Doppelstocktechnik sozusagen zu Pudding, dann folgen die 5 Schüsse Stehendschießen auf die 50 mm-Ziele. Die Herausforderung ist groß, doch viele unserer heutigen Wettkämpfer machen es ausgezeichnet, gerade auch Franziska und ihr Team, das Rhein-Rock-Bobteam. Was uns besonders freut: Die recht große Anstrengung trübt die Begeisterung überhaupt nicht. Fast alle möchten es im nächsten Jahr wieder wissen.

Das Inditeam des BTSC ist die 1. Überraschung

Gleich das erste von 4 Teamduellen um die Staffel-Stadtmeisterschaft bringt Hochspannung. Mutig führt Marion Vogtmann ihr Inditeam (in orange) des Baumberger Turn- und Sportclubs in den Kampf gegen die prominente Stadtstaffel. Im direkten Duell mit Bürgermeister Daniel Zimmermann läuft sie ausgezeichnet und legt die drittbeste Zeit aller heutigen Wettkämpferinnen auf dem Thoraxtrainer hin. „Indi“ steht für die Sportart „Indiaka“, einer südamerikanischen Variante des Volleyballs, bei der ein spezieller Federball mit der Hand geschlagen wird. Dieser Teamsport, es wird mit Mannschaften aus 5 Personen gespielt, prägt auch den Teamgeist und das lässt sich in diesem Biathlonduell bestens erkennen.

Maxi Richtzenhain (in gelb), Frank Pauls (in orange)

Denn obwohl Thomas Waters die WiFi-Astronauten mit seinem fehlerlosen Schießen zur Wettkampfhälfte schon scheinbar uneinholbar weit in Führung bringt, steht das Inditeam fest zusammen und unterstützt sich lautstark.

Frank Pauls kann durch seine schnelle Laufzeit gegenüber WiFi-Astronautin Maxi Richtzenhain aufholen, doch letztere kontert mit dem fehlerfreien Schießen, während Indi-Schlußläufer Florian Meyer noch 15 Sekunden warten muss, weil Frank zunächst die Strafe für einen Fehlschuss absitzen muss. Doch dann zieht Florian auf der 400 m-Strecke mit kräftigen Schüben an WiFi-Astronautin Hanne Klenner, die Jugendprinzessin des lokalen Schützenvereines ist, vorbei und dreht dieses Duell noch. Als beste der 8 Staffeln sichert sich das Inditeam die Teilnahme am Finale um die Stadtmeisterschaft. Zu den Gänsehautmomenten des Tages zählt die nicht abreißende Unterstützung für Hanne Klenner, als Anerkennung für den Durchhaltewillen der jungen Praktikantin, deren Beziehung zum Thoraxtrainer wohl keine liebende mehr werden wird

Kein Traum in rosa

Zum Glück konnte sich das Orga-Team des Monheimer Frühlingsfestes über den rundum gelungenen Tag freuen, denn als Biathlonstaffel hatte es nur wenig zu lachen. Zum einen mussten sie gegen die starken Judoka des Baumberger Turn- und Sportclub antreten und dann bekommen sie vom unsensiblen Tourteam auch noch die unmännlichen rosa Leibchen aufgedrückt. Gebrauchter Start also in den sportlichen Teil des Tages und es ging „rosa“ weiter.

Dirk Fleschenberg und Gianluca Cosentino

Expert-Filialleiter Dirk Fleschenberg zieht sich schon nach knapp 200 m auf dem Thoraxtrainer einen Krampf zu und lässt kurzerhand seinen Angestellten, Gianluca, weiterlaufen.

Günter Tenten

Nach dessen 200 m-Aushilfe geht der erholte Chef zum Biathlongewehr und schießt entkrampfte 4 Treffer. Und wer läuft den zweiten Abschnitt?

Gianluca! Als zweiter Läufer war er ja auch eingeplant. Doch nun macht Gianluca selbst bei Streckenhälfte schlapp und es springt der Manager des Monheimer Rathauscenters, Günter Tenten, ein, läuft die Reststrecke, schießt auch selbst, büßt die 30 Sekunden für seine beiden Fehlschüsse ein und startet sodann in seinen eigentlich geplanten Abschnitt. Man muss kein Prophet sein, um zu ahnen, was kommt? Wer springt nach 200 m ein? Gianluca! So kommt er auch noch zu seinen 5 Schüssen und trifft einmal. Stadträtin Julia Häussler, kurzfristig für die rückengepeinigte Citymanagerin, Petra Mackenbrock,  eingesprungen macht im rosa Leibchen eine prima Figur. Zu mehr als Platz 8 reicht es aber heute nicht für das Orgateam.

Ippon für die BTSC-Judoka

Der Sieg im Duell mit dem Orgateam geht also an die Kampfsportler des Baumberger Turn- und Sportclubs. Trainer Oliver Kandeler hatte seine beiden besten, die „Schwarzgurte Marcel Waßong (im Bild oben ganz links) und Markus Metzmacher nominiert. In 2:38 und 2:30 Minuten erzielen die beiden die besten Zeiten, die im Rahmen der Staffel-Stadtmeisterschaften erreicht werden. Kleiner Makel bei ihrer Biathlonpremiere sind die jeweils 2 Schießfehler, durch die in der Einzelwertung der Sprung unter die besten 20 nicht gelingt. Doch in der Staffel laufen sie einen beruhigenden Vorsprung heraus für die beiden großen Talente und Braungurte der BTSC-Judokas, Katrin Freimann und Anika Potthoff (ganz rechts im Bild). Die beiden haben mit den „Unbekannten“, Thoraxtrainer und Biathlongewehr, wahrscheinlich mehr zu kämpfen, als mit manch einer Judo-Gegnerin, Katrin mehr mit dem Biathlongewehr, Anika mehr in der Loipe. Doch letztlich reicht es für das BTSC-Judoteam zum Sieg im 2. Lauf und zum 3. Platz bei der Biathlonstaffel-Stadtmeisterschaft.

Der Rhein-Rock-Bob düst ins Finale

Mal ehrlich: Die Musiker-Teams bei unseren Biathlonstaffelmeisterschaften haben sich den Ruf erarbeitet, die bestgelauntesten Verlierer zu sein. Und auch, wenn sich das Team des Rhein-Rock e.V. – Förderer der lokalen Musik scene in Monheim und Umgebung – als Bobmannschaft angemeldet hat, die Dosis an aktivem Sport bleibt bei der sympathischen Truppe durchaus überschaubar, wenn Bierkrugstemmen und Bühnenaufbau keine Berücksichtigung als Sportarten finden. Doch heute hier in Monheim ist alles anders, das Bobteam zieht in der Besetzung Christopher Blankenauffuland, Sebastian Kanczok, Franziska Niemann und Thiemo Hübner im Stile der Jamaikanischen Bobmannschaft im Kultfilm Cool Runnings ins Finale der Biathlonstaffel-Stadtmeisterschaft ein. Captain Florian Löwe kann stolz sein auf seinen Schnellsten, Christopher, seinen Treffsichersten, Sebastian, der das zweitbeste Einzelergebnis aller Staffelwettkämpfer erzielt, auf seine Kämpferin, Franziska und auf seinen Nervenstarken, Thiemo, der den Sieg gegen die Staffel von Topspin Blau-Weiß Monheim nach Hause bringt und die zweitbeste Zeit aller Staffeln und damit den Finalplatz sichert. Fortsetzung folgt im Finalbericht.

Topspin Blau-Weiß kämpft ersatzgeschwächt

Das hatte sich der Jugendwart des Tennisclubs Topspin Blau-Weiß Monheim und Teamcaptain der ersten Biathlonstaffel des Clubs, Heinz Weber, ganz anders vorgestellt.

v. o. l. n. u. r.: Tim Toska, Jacqueline Gendrong, Ottmar Rippel und Heinz Weber

4 Youngster hatte er angemeldet, doch die beiden 17-Jährigen, Sören und Tom müssen an diesem Sonntagmittag mit Kopfschmerzen absagen. Vielleicht sollten die beiden mal bei den Rhein-Rockern nachfragen, wie sich die Samstagnacht besser wegstecken lässt?

Nun muss der Captain also selbst ran und findet in Ottmar Rippel, dem Kassenwart des Clubs, einen einsatzbereiten „Kämpen“. Das Tennisteam erzielt respektable 12 Treffer mit den 20 Schüssen, doch in der Loipe verlieren die jungen Tim Toska und Jacqueline Gendrong ebenso wie die beiden älteren Ottmar Rippel und Heinz Weber zu viele Meter gegenüber den Rhein-Rockern. Topspin Blau-Weiß Monheim erreicht Platz 7.

Die Walking-Teams der SG Monheim

Die Plätze 5 und 6 belegen die beiden Walkingteams des größten Monheimer Sportvereins, SG Monheim. Schnellster der 8 Walker ist Stefan (im Bild oben im grünen Leibchen). Das beste Ergebnis der Walker nach Langlauf und Schießen schafft Beate Stöcker, die auf dem Bild oben im gelben Leibchen noch ihren Mann Wolfgang in der Loipe anfeuert. Beide Teams sind bis kurz vor ihrem Biathlonduell auf der Frühlingsfestbühne eingebunden. Umso mehr Dank an die 8 Hobbysportler der SG Monheim für ihren pünktlichen und engagierten Start bei der Staffelmeisterschaft.

Das Staffel-Finale

Rhein-Rock-Bobmannschaft vs. BTSC-Inditeam

Das Inditeam, als schnellste und das Rhein-Rock-Bobteam, als zweitschnellste Staffel bestreiten das Finale um die Stadtmeisterschaft. Im zweiten Einsatz binnen gut einer Stunde wird nun, neben Kraft und Treffsicherheit, auch die Zähigkeit der 8 Wettkämpfer eine mitentscheidende Rolle spielen. Für Rhein-Rock beginnt erneut „Steuermann“ Christopher Blankenauffuland (Bild oben im blauen Leibchen). Der Sänger und Gitarrist trifft dabei auf Frank Pauls (Bild oben im orangenen Leibchen) vom Inditeam. Die beiden schnellsten aus ihrem Team also gleich zum Start im direkten Duell. Beide wachsen über sich hinaus, sind nochmal schneller, als in ihren Vorläufen. Frank hat die größeren Kraftreserven und kommt rund 15 Sekunden vor Christopher zum ersten Schießen. Christopher holt mit 3:2 Treffern aber  sogleich wieder auf, so dass Marion Vogtmann und Sebastian Kanczok nahezu gleichzeitig in die 2. Runde starten. Ganz stark, wie Indi-Captain Marion alles aus sich herausholt und dem jüngeren Sebastian Sekunde um Sekunde in der Loipe davonläuft. Doch Sebastian ist der Meisterschütze im Bobteam und das beweist er auch in dieser brenzlichen Situation. Zwar unterläuft ihm ein Fehlschuss, doch gewinnt er das direkte Schießduell mit der nun ausgepumpten Marion 4:1 und dreht den Rückstand in eine ca. 20 sekündige Führung für das Bobteam um. Jetzt läuft alles glatt für Rhein-Rocker. Teamcaptain Florian Löwe ersetzt an Position 3 die vom Vorlauf erschöpfte Franziska Niemann, während beim Inditeam die ebenfalls an ihrer Leistungsgrenze kämpfende Birgit Hayn auch in diesem Finale erneut ran muss. Florian läuft der tapfer kämpfenden Birgit um mehr als eine Minute davon und kann am Biathlongewehr seinen Vorsprung nicht nur verteidigen, sondern mit 4:3 Treffern weiter ausbauen. Rhein-Rock-Schlussläufer Thiemo Kübler hatte schon im Vorlauf den Vorsprung souverän verteidigt und – in der Tat – lässt er sich auch nun im Finale weder von einem kurzzeitigen technischen Defekt am Thoraxtrainer, noch am Biathlongewehr aus der Ruhe bringen. Das nebenstehende Bild zeigt seinen 4. Treffer mit dem 5. Schuss und es folgen die Momente, für die es sich einfach lohnt, den Kopf am Sonntagmittag unter den Arm zu nehmen. In großartigen 12:35 Minuten legen die Musiker im entscheidenden Moment die mit Abstand beste Leistung dieser Staffelmeisterschaft hin und holen sich, vielleicht überraschend aber hochverdient den Titel des 1. Monheimer Biathlonstaffel-Stadtmeisters. Auch das BTSC-Inditeam hat mit seinem Kampfgeist ein großes Finale gezeigt und verbessert in 15:01 Minuten die eigene Leistung aus dem Vorlauf um 44 Sekunden. Schlussläufer Florian Meyer muss alleine und mit der frischen Enttäuschung sein Rennen beenden, wird dabei aber vom Publikum, seinen Teamkollegen und auch vom gesamten Rhein-Rock-Team großartig unterstützt. Es sind Momente, die in Erinnerung bleiben.

Mit der Ehrung der drei besten Teams endet die 1. Monheimer Biathlonstaffel-Stadtmeisterschaft und der Fortsetzung beim Frühlingsfest 2018 steht nichts im Wege.

  1. Platz und Stadtmeister: Rhein-Rock e.V. Bobmannschaft in 12:35 min
  2. Platz: Inditeam des BTSC in 15:02 min
  3. Platz: BTSC-Judo in 17:01 min
  4. Platz: WiFi-Astronauten in 17:25 min
  5. Platz: Walking 1 der SG Monheim in 17:40 min
  6. Platz: Walking 2 der SG Monheim in 18:41 min
  7. Platz: Topspin Blau-Weiß Monheim in 18:47 min
  8. Platz: Orga-Team Frühlingsfest in 19:30 min

Wer kommt ins Finale auf Schalke?

Für manch einen  Frühlingsfestbesucher wurde die Staffelmeisterschaft zur Geduldsprobe, aber jetzt gibt der Einzelwettbewerb um den Etappensieg auch allen nicht-angemeldeten die Gelegenheit zur Teilnahme. Alle Einzelergebnisse aus der Staffelmeisterschaft werden in diesen Wettbewerb übernommen. Die besten  drei Einzelstarter aus der Staffelmeisterschaft bilden also das Führungstrio, das es nun zu schlagen gilt:

Thomas Waters 3:04 min/5 Treffer, Sebastian Kanczok 3:35 min/5 Treffer, Maxi Richtzenhain 4:39 min/5 Treffer.

Doch gleich im ersten Jedermann-Duell geht es der Bestleistung an den Kragen. Die Brüder Luke und Kris Engel (beide im Bild oben. Kris in gelber Hose) waren bereits vor einem Jahr hier beim Biathlon am Start. Damals gewann Luke das Duell mit 3:1 Treffern. Nun machen es beide noch deutlich besser. Luke holt sich in 2:50 Minuten mit 5 Treffern die Führung und auch Kris verbessert sich um 2 Treffer

Die Führung wechselt erneut

Im Duell der Youngster trifft die 14-jährige Jana Harmeling aus Borken auf den 13-jährigen Monheimer Paul Burk. Wir wundern uns schon nicht mehr über die bemerkenswerten Leistungen des Sporttalents aus dem Münsterland, die im vergangenen Jahr gleich 2 Touretappen gewann und im Finale der Etappensieger den 2. Platz erreichte. Beeindruckend, in welcher Regelmäßigkeit sie nach der Belastung auf dem Thoraxtrainer ein fehlerloses Schießen folgen lässt. Auch hier in Monheim schießt sie beinahe ohne Verschnaufpause und im ganz schnellen Rhythmus. Mit 2:38 Minuten und 5 Treffern stürmt Jana an die Spitze der Tagesrangliste. Wir erinnern uns, mit 2:36 Minuten erzielte am Mittag der kräftige Judoka und Schwarzgurt, Marcel Waßong, die schnellste bisherige Zeit, allerdings mit 2 Schießfehlern. Auch dieser Vergleich verdeutlicht Janas aussergewöhnliche Leistung.  Dem jungen Paul gelingen 3 Treffer. Das geht zu Unrecht etwas unter.

Neue Bestzeiten in der Loipe

Zwei Kraftpakete liefern sich in der Loipe das bisher mit Abstand schnellste Duell. Tennis-Crack Marc Schmidt (im weissen T-Shirt) von Blau-Weiß Monheim – wie gut hätte er seinem Team am Mittag bei der Staffelmeisterschaft getan – wird von René Radek, dem Etappensieger von Herne 2015 und Ahaus 2016, erst im Endspurt noch um eine Sekunde distanziert. Die Zeiten von 2:12 Minuten für René und 2:13 Minuten von Marc liegen deutlich unter den 2:38 Minuten der führenden Jana Harmeling, doch beide schaffen nicht das fehlerfreie Schießen und deshalb bleibt Jana in Führung. Die Zeit entscheidet nur bei Treffergleichheit. René erzielt 4 Treffer, Marc 3.

Drei, die der Etappenführung nahe kommen

Eine 14-Jährige führt? Echt? Das hören wir mehrfach an diesem Tag. Und so mancher kräftige Athlet lässt sich herausfordern. Sascha von Gersum (im Bild oben links) aus Friemersheim hat dem aktiven Fußball zwar schon vor einigen Jahren abgeschworen, doch der 39-Jährige Lagerist hat seinen Ehrgeiz nicht verloren. Sascha schafft auch das, woran die meisten Wettkämpfer scheitern: das fehlerlose Schießen. Am Ende fehlen ihm in 2:42 Minuten 4 Sekunden zur Etappenführung.

Die beiden Wassersportler, Segler Sven Möller (Bild oben im schwarz-roten T-Shirt) und Surfer Tim Pohla (im Bild oben rechts) sind zwei Lokalmatadoren. Tim war schon im Monheimer Jugendparlament aktiv, Sven startet für den Monheimer Segelclub. Der Bootssportler ist der Schnellere in der Loipe und segelt durchaus in Richtung Etappenführung. Seine 2:26 Minuten sind schnell genug, doch 2 Schießfehler werfen ihn zurück. Surfer Tim gewinnt das Duell mit 4 Treffern.

Etappenführende gegen den Herausforderer

Es spricht für Jana Harmeling, dass sie auch als Etappenführende keinem Duell aus dem Wege  geht. Ihren Herausforderer, den Lagerleiter René Radek aus Herne, kennt Jana schon vom Finale auf Schalke, wo alle Etappensieger aufeinandertrafen. René, der auch sehr gut Tischtennis spielt, ist mit seiner Biathlon-begeisterten Frau Romina und dem Schwiegervater nach Monheim gekommen und möchte einen letzten Versuch starten, die Etappenführung vielleicht doch noch zu übernehmen. Imponierend, dass er auch in seinem 4. Duell am heutigen Tag sein hohes Tempo auf dem Thoraxtrainer durchhalten kann. Doch natürlich macht ihm die nach Luft ringende Atmung nach einer derart großen Anstrengung das Schießen schwer. Heute erwies sich bisher der zweite Schuss als sein neuralgischer. Doch jetzt bringt er die ersten beiden Schüsse ins Ziel und bleibt im schnellen Rhythmus, trifft mit dem dritten und vierten Schuss. Wir erinnern uns, dass im letzten Jahr auch schon mal der 5. sein Wackelschuss war, doch der ist heute kein Problem für ihn. In 2:12 Minuten schnappt René seiner Duellgegnerin Jana die Etappenführung weg. Klar, dass die 14-Jährige einen Moment lang den Kopf hängen lässt. Doch Jana wird hier in Monheim erneut beste Wettkämpferin, auch wenn das in diesem Augenblick kein Trost sein kann.

Die Etappenführung bleibt umkämpft

Zunächst verbessert sich Sascha von Gersum (im Bild links) im Duell mit dem sportlichen Monheimer, Dominik Hager (im Bild rechts)  von 2:42 auf 2:21 Minuten und schafft erneut ein fehlerloses Schießen. Damit übernimmt Sascha Platz 2 der Etappe. Dominik bleibt in 2:22 Minuten mit 4 Treffern knapp dahinter, hat aber nun „Feuer gefangen“. Eine Stunde bleibt ihm noch Zeit für einen zweiten Anlauf auf die Etappenführung. Der kommt dann auch. Und wie! Mit 2:01 Minuten stürmt der ehemalige Fußballer, der sich heute mit Schwimmen und Joggen offensichtlich sehr erfolgreich fit hält, zum schnellsten Tagesergebnis, doch ein einziger Schießfehler verhindert das Happy End.

Kennen Sie „Biathlon-Fieber“? Der Monheimer Dominik Hager wird gerade voll von ihm erfasst. 20 Minuten bleiben ihm noch und in ihm siegt die Hoffnung auf den Etappensieg gegen den schon recht erschöpften Körper. Ein dritter Anlauf bringt den Körper an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit. Es ist 17.50 Uhr und Dominik ist fest entschlossen, seine definitiv letzte Chance auf den Etappensieg zu nutzen. Als „Sparringspartner“ bietet sich der bereits als Etappensieger von Xanten feststehende Tourfinalist, Dirk Harmeling an. Die starken Leistungen an diesem Sonntag reißen nicht ab. Wieder geht es kräftezehrend zur Sache. Und Dominik macht alles richtig. Läuft schnell genug auf dem Thoraxtrainer, schießt mit hohem Risiko blitzschnell und erzielt mit 4 Schüssen 4 Treffer. Den 5. Schuss setzt er nach 2:11 Minuten, der Etappensieg liegt auf dem Silbertablett vor ihm, doch der 5. wird zum verflixten Schuss. Knapper kann man den Etappensieg nicht vorüberziehen lassen.Dominik wählt wahrlich den schmerzhaften Weg. Es ist eine sehr schöne Geste von Jana Harmeling, auf ihren Gewinn als Shootingstar der Etappe, die beiden Ski-Erlebnisse in der Skihalle Neuss, zu verzichten und ihn Dominik zu überlassen. Der Hobbyskiläufer findet sein Lachen also schnell wieder. Jana selbst gewinnt als beste Wettkämpferin ebenfalls zwei Tagesskipässe für Deutschlands größte Skihalle in Neuss, kann dort also auch bald ihrem Hobby nachgehen. So hat diese herrliche Etappe neben der Rhein-Rock-Bobmannschaft, dem Etappensieger René Radek, mit Jana Harmeling und Dominik Hager noch zwei weitere Gewinner.

Herzliches Dankeschön

Unseren abschließenden Dank hat sich die Stadt Monheim und insbesondere Citymanagerin Petra Mackenbrock redlich verdient. Ob Pressearbeit, Staffel-Stadtmeisterschaft oder der dekorative XXL Winterlandschafts-Banner. Hier in Monheim am Rhein wird ebenso herzlich wie zuverlässig organisiert!

Bilder: Daniel Holtschneider  Text: Martin Bremer

O-Töne

Dominik Hager, Teilnehmer: Vielen lieben dank, für deine große Mühe und Hingabe beim organisieren der Tour. Der Artikel ist prima und ich freue mich auf nächstes mal.

Florian Löwe (Captain der Rhein-Rock-Bobmannschaft): der Nachbericht ist der Hammer :) großes Dankeschön dafür der ist echt super klasse geworden. Auch das du extra noch unsere kommenden Veranstaltungen recherchiert und mit rein geschrieben hast, ist echt klasse. Das ganze Team ist wirklich begeistert von dem Nachbericht. Vielen, vielen Dank.

Marion Vogtmann (Captain des Inditeams): unser Inditeam vom Baumberger Turn- und Sportclub war total begeistert von der Biathlonstaffel-Stadtmeisterschaft und vor allem auch über den bebilderten Nachbericht. Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei.

Judith Engel (Mutter der Wettkämpfer Luke und Kris):Es hat wieder viel Spaß gemacht. Das einzige, was ich schade finde ist, daß alle Teilnehmer gleich bewertet werden. Man sollte nach Erwachsenen und Kindern trennen und Dauerteilnehmer wie Jana nicht in der Wertung der „Normal“-Teilnehmer führen.