Nachbericht zur 31. Etappe 2017 in Eupen

Citybiathlon, Staffel-Stadtmeisterschaften und Prominenten-Rennen

Da ist es schon, das Wochenende der einzigen Auslandsetappe der Biathlon auf Schalke-Tour 2017. Wie schon im Vorjahr, so zieht es die Tour auch jetzt wieder ins belgische Städtchen, Eupen, unweit von Aachen und Regierungssitz des deutschsprachigen Belgiens. Als Tor zum Hohen Venn ist in Eupen und der Umgebung durchaus eine Wintersporttradition zu Hause. Die höchste Erhebung des Landes, der Botrange , liegt sozusagen vor der Haustür und wenn es der Winter gut meint, dann wird im Hohen Venn ein attraktives Loipennetz angeboten.

Die Biathlonetappe haben die Veranstalter, der Rat für Stadtmarketing und der Eupener Sportbund, jedoch bewusst aus der Winterzeit heraus in den Herbst gelegt und statt des Berges Botrange wird die Klötzerbahn in der Eupener Innenstadt wieder für 2 Tage zur Biathlonarena. Gleich 4 Wettkämpfe stehen, neben dem Jedermann-Wettkampf auf dem Programm. Der 2. Eupener Staffel-Cup mit den Stadtmeisterschaften der Jugendlichen (mit 7 Teams) und Erwachsenen (mit 8 Teams) am Samstag, sowie das Prominenten-Rennen (mit 16 Teilnehmern) und, als Highlight der beiden Tage, der Citybiathlon mit einer 600 m Skatingrunde durch die Eupener Innenstadt, an der 37 großenteils leistungssportlich orientierte Biathleten und Skilangläufer aus Belgien, Deutschland und Frankreich teilnehmen. Zum Biathlonfest wird die Veranstaltung in den beiden Pagodenfestzelten, wo Bewirtung, geselliges Beieinander sein und eine Apres-Biathlon-Party am Samstagabend stattfinden.

Andreas Braun ein Glücksfall für diese Etappe

Die Geschichte der letztjährigen Biathlonetappe in Eupen ist eng verbunden mit Andreas Braun. Der 33-jährige gelernte Schreiner ging viele Jahre im IBU-Cup für den Belgischen Biathlonverband an den Start und sammelte seinerzeit sogar Erfahrungen bei den Biathlonweltcups in Ruhpolding und Antholz. Im Vorjahr gewann der junge Vater der 2-jährigen Anais die Touretappe in Eupen und wurde beim Finale auf Schalke sogar Tourchampion im Kampf mit den 40 Etappensiegern der anderen Tourstädte. Im Dialog mit dem Generalsekretär des Belgischen Biathlonverbandes, Victor Krings, entstand die Idee, in diesem Jahr die Premiere eines „echten“ Biathlons mit Rollski durch die Eupener Innenstadt zu organisieren. Andreas Braun übernahm die Initiative und die Verantwortung, lud Belgiens Elite im Biathlon und Skilanglauf ein und nutzte seine Kontakte zu den leistungssportlichen Wintersportlern aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland. 36 Sportler folgen seinem Ruf und lassen den 1. Eupener Citybiathlon zum sportlichen Highlight dieser Etappe werden. Damit ist die Etappe in Eupen die einzige, neben der Mai-Etappe in Remagen, die einen Citybiathlon mit Sommerski veranstaltet. Und nach der Veranstaltung steht gleich fest: Am 7. Oktober 2018 wird der 2. Eupener Citybiathlon stattfinden. Unser großer Dank gilt Andreas Braun, der nicht nur als Schreiner und Biathlet, sondern auch als Eventorganisator einen tollen Job macht und der für die Qualität dieses Citybiathlons viel Mühe und mindestens eine schlaflose Nacht investierte. Als er am späten Nachmittag nach 19 Treffern mit 20 Schüssen als 4. des Championsrace über die Ziellinie fuhr, entluden sich Erleichterung und Gewissheit, das es ein Tag mit Happy End geben würde.

Zum Nachbericht des 1. Eupener Citybiathlons

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Topleistung schon im „warm up“

Am Samstagmittag befindet sich die Etappe eigentlich noch im „warm up-Status“. Das Tourteam bietet Jedermann-Biathlon mit der Chance auf den Etappensieg und die beiden Premiumkarten für den Biathlon auf Schalke am 28.12. in der VELTINS-Arena. Ab 15 Uhr denken wir, geht es dann so richtig los mit der Jugendstaffel-Stadtmeisterschaft. Doch aus sportlicher Sicht braucht diese Etappe keinerlei Anlaufzeit. Kampfsportler Frank Backes, Ausbilder und Inhaber zweier Akademien für Kampfkunst und Kung Fu in Eupen zeigt Kraft, Konzentration und Kämpferherz auch beim Sprintwettkampf der Biathlon-Tour. Im Vorjahr war er bereits am Start, damals jedoch gehandicapt durch eine Schambeinentzündung. Und selbst damit schaffte er 2:11 Minuten und wurde mit 4 Treffern 17. von 120 Wettkämpfern. Heute geht er mit seinem 16-jährigen Schüler, Shahzeb Bhatti an den Start, von dem später in diesem Bericht, beim Staffelwettkampf, noch die Rede sein wird. Jetzt sind es die Minuten des Trainers, besser gesagt die 1:52 Minuten des Frank Backes, der mit guter Technik und viel Dynamik in 82 Sekunden die 400 m-Strecke auf dem Thoraxtrainer zurücklegt und im Anschluss daran alles richtig macht. Schon auf den nur 3 Metern bis zum Biathlongewehr erkennt man bei ihm, wie er die Erdung, die Fokussierung auf die bevorstehende Aufgabe sucht. Da kommt dem früheren Belgischen Karatemeister seine Kampfsporterfahrung sicherlich zu gute. Auch die sportliche Fitness ist von Bedeutung, denn Frank kann bereits nach 2, 3 tiefen Atemzügen seinen ersten Schuss setzen und trifft. Auch den Rhythmus zwischen den Schüssen wählt er mit dem Minimum an Zeitverlust und am Ende steht eine Etappenführung  in 1:52 Minuten mit fehlerlosem Schießen. Es ist die achtbeste Leistung der fast 2000 Wettkämpfer dieses Jahres und sogar eine Sekunde schneller, als Tourchampion, Andreas Braun, vor einem Jahr hier bei seinem Etappensieg an gleicher Stelle.

Zuvor ging bereits Ewald Langer, der Vater von Belgiens Weltcup-Biathleten, Thierry Langer, an den Start des Biathlonduells. Während Thierry, der an der Technischen Universität in Clausthal-Zellerfeld Chemie studiert, sich bereits in Oberhof auf die Olympiasaison vorbereitet, steht Vater Ewald hier an der Klötzerbahn dem hellwachen 11-jährigen, Sehmus Ak, gegenüber. Beide erzielen 3 Treffer mit ihren 5 Schüssen. Ganz vorne landen die beiden bei dieser Etappe nicht, doch es macht einfach Spaß Ihnen bei ihrem konzentrierten Duell zuzuschauen.

Der Titelverteidiger ist herausgefordert

Die 1:52 Minuten mit fehlerlosem Schießen von Frank Backes sind sogar für einen Andreas Braun (im Bild oben links) eine Herausforderung. Von seinem Sieg beim Eifel-Cup der Biathlon-Tour 2016 in Mayen weiss er, dass er diese Zeit drauf hat. Seinerzeit schaffte er 1:47 Minuten und 5 Treffer. Doch es darf beim Schießen eben nicht der kleinste Wackler passieren und das ist selbst für die besten Schützen keine reine Routineangelegenheit. Andreas startet in den Dreikampf mit seinem Cousin, Yannick Mengels (im Bild oben, mitte) und Triathlet Rainer Heck, der sich bereits auf seinen Staffelwettkampf vorbereitet. Andreas legt ein Tempo vor, das wir so bisher nur von den beiden Schnellsten der Tour 2017, Nicolas Schlang (1:33 Minuten / 5 Treffer) und Nicolas Dornseifer (1:33 Minuten / 4 Treffer) gesehen haben. Es ist schon toll mitanzusehen, wie viel Dynamik Andreas in die Stockschübe bringt und diese Intensität auch auf den harten letzten Metern durchhält. Nach 74 Sekunden geht es für ihn ans Biathlongewehr. Nach phantastischen 1:37 Minuten beendet er seinen Wettkampf, bei dem ihm ein Fehlschuss beim Stehendschießen auf die 50 mm-Ziele unterläuft. Fehlschüsse haben wir bei ihm bisher nur ganz selten gesehen, aber bei diesem Tempo und der entsprechenden erhöhten Atmung ist das Risiko natürlich auch besonders hoch. Auch Yannick und Rainer schaffen 4 Treffer und belegen mit 2:19 Minuten und 2:22 Minuten vordere Plätze bei dieser Etappe.

Die Jugendstaffel-Stadtmeisterschaft

Sieben reine Mädchen-Teams gehen mit vierköpfigen Staffeln an den Start. Bis auf die Leiterin der Patromädchen, Anne-Marie Jouch, sind alle Wettkämpferinnen zwischen 11 und 16 Jahre alt. Wir lassen die Älteren 400 m auf dem Thoraxtrainer laufen und die Jüngeren 300 m. Alle können selbst entscheiden, ob sie freihändig oder mit aufliegendem Gewehr schießen. Ein Schießfehler bei freihändigem Schießen „kostet“ 10 Sekunden, ein Schießfehler mit aufliegendem Gewehr 20 Sekunden Zeitmalus. Wir erleben drei Rennen mit großartig motivierten Wettkämpferinnen, die viel Teamspirit bei der Unterstützung ihrer Kolleginnen zeigen und für ihr junges Alter erfreulich fokussiert beim Schießen mit dem Biathlongewehr agieren.

7. Platz: Die Orios

in 18:26 min mit Denise Postma, Kathleen Schluckebier, Alida Fischer, Hannah Keutgen. Zusammen schafft das Team 7 Treffer bei 20 Schüssen. Alle schießen freihändig. Als „älteres Team legen alle 400 m auf dem THoraxtrainer zurück.
Die Beste des Quartetts ist Denise Postma mit 3 Treffern und 3:54 Minuten.

6. Platz: Die Albertis

in 18:01 Minuten mit Pia Lamberti, Kathrin Libioulle, Clara Uffelmann, Anna Crott. Das Team schafft 5 Treffer mit den 20 Schüssen. Alle schießen freihändig. Als „Ältere“ laufen sie je 400 m auf dem Thoraxtrainer. Beste des Quartetts ist Anna Crott in 3:52 Minuten mit 2 Treffern.

5. Platz: Die sauren Skittels

in 16:39 Minuten mit Hannah Radermeker, Antonia Keutgen, Miu Müller und Nele Rademacher. Die 4 Jüngeren laufen jeweils 300 m und schießen alle mit aufgelegtem Gewehr. Das Team schafft 16 Treffer mit den 20 Schüssen. Beste des Teams in der Einzelwertung wird Antonia Keutgen mit 5 Treffern und 3:37 Minuten. Unter allen „Jüngeren“ wird sie damit Zweite.

4. Platz: Die Brezelbande

in 15:58 Minuten mit Barscha Franck, Kelly Leusch, Emily Henrotte und Virginie Willmer. Das Team erzielt 9 Treffer mit seinen 20 Schüssen. Barscha und Kelly schießen freihändig, Emily und Virginie mit aufgelegtem Gewehr. Alle laufen den 300 m-Abschnitt.

3. Platz: Die Gruppe

in 15:41 MInuten mit Anne-Marie Jouch, Elisa Flippo, Lara Patzer und Leonne Mattens. Alle 4 laufen die 400 m-Abschnitte und schießen freihändig. Sie erzielen zusammen 6 Treffer mit ihren 20 Schüssen. Beste des Teams in der Einzelwertung wird die Turnerin Elisa Flippo mit 3 Treffern und 3:12 Minuten

2. Platz: Ding Ding

in 14:32 Minuten mit Timea Heinzl, Tabea Heinzl, Marie Ahn und Macy Chong. Das Team erziehlt 17 Treffer mit den 20 Schüssen. Alle schießen mit aufgelegtem Gewehr und laufen 300 m-Abschnitte. Die Beste der Vier in der Einzelwertung wird Timea Heinzl in 3:14 Minuten und 5 Treffern. Sie ist auch die Beste aller Jüngeren, die die 300 m-Abschnitte laufen.

Platz 1: Die starken Tomaten

in 14:05 Minuten mit Leonie Henrotte, Eva Denert, Laura Koonen und Katharina Uffelmann. Zusammen erzielt das Team 13 Treffer mit den 20 Schüssen bei aufgelegtem Gewehr. Alle laufen die 300 m-Abschnitte. Beste des Teams wird Leichtathletin Laura Koonen mit 2:48 Minuten und 4 Treffern. Sie ist zugleich die Schnellste aller Wettkämpferinnen mit 300 m-Abschnitten.

Die Staffelmeisterschaft der Frauen und Männer

8 Teams starten zur Biathlonstaffel-Stadtmeisterschaft. Alleine 4 Teams stellt einer der Vorzeigeclubs unter Eupens Sportvereinen: Das Triathlon Team Eupen. Im vergangenen Jahr wurde das Finale der Biathlonstaffel-Stadtmeisterschaft sozusagen zur Vereinsmeisterschaft des Triathlon Teams, denn beide Staffeln schafften den Einzug ins Finale und kämpften um den Sieg. Einige der erfolgreichen Ironmen des Vereins sind heute in den Staffeln dabei und auch ein reines Frauenteam nimmt die unbekannte Wettkampf-Herausforderung an. Einen Namen hat sich das Triathlon Team Eupen in ganz Belgien mit der Ausrichtung des Eupen Triathlons gemacht, der sich mit seinen 33 Veranstaltungen zu einem der beliebtesten Triathlons Belgiens entwickelte und bereits mehrfach Gastgeber der Belgischen Triathlonmeisterschaften war.

Mit zwei Teams tritt Eupens Traditionsfußballverein, FC Eupen, bei der Staffelmeisterschaft an. Trainer Mario Kohnen tritt mit seiner P2-Mannschaft an, die so stark in die  diese Saison gestartet ist, dass der Aufstieg in die P1 nicht unmöglich erscheint. Auch die P4-Mannschaft des Clubs ist mit ihrem Trainer, Thierry Michel, heute am Start. Wir freuen uns darüber, dass die Ballsportler die Motivation haben, sich mit den starken Ausdauermehrkämpfern zu messen. Das ist nicht in jeder Etappenstadt so.

Die Kampfkunstakademie Remac wird ein harter Gegner sein. Denn der Inhaber, Frank Backes, hat seine „Visitenkarte“ schon in den Ring geschmissen und führt die Einzelwertung seit dem Nachmittag mit 1:52 Minuten und 5 Treffern an. Zudem hat sich das Team die Mithilfe des Vorjahressiegers, Biathlet Andreas Braun, gesichert.

Als 8. Team starten vier sympathische Pistenraudis aus dem Eupener Ortsteil Kettenis, die nicht den Eindruck machen, als wollten sie sich vor den guten Sportlern, die hier gleich an den Start gehen, verstecken.

In drei Rennen erreicht jeweils der Sieger das Finale. Diese Regel sollte einen „Härtefall“ schaffen, doch dazu gleich mehr.

8. Platz: Frauen-Triathlon-Team

in 14:03 min
mit Astrid Gouder, Cathy Backes, Nadine Gensterblum, Kerstin Scheuer. Zusammen erzielt das Team 9 Treffer mit den 20 Schüssen. Beste in der Einzelwertung von den vier wird Kerstin Scheuer als 23. und zweitbeste Wettkämpferin der Etappe mit 2:32 Minuten und 4 Treffern.

7. Platz: Team Triathlon 3

in 12:14 min
mit Christoph Scheuer, Rainer Billig, Rainer Heck, Peter Steffens. Im Team erzielen sie 11 Treffer mit den 20 Schüssen. Mit Rainer Billig ist sogar ein Europameister am Start. Er gewann 2016 in Wiesbaden den Titel bei den über 55-Jährigen auf der halben Ironmendistanz. Bester des Quartetts in der Einzelwertung wird Halbdistanz-Rookie Christoph Schreuer mit 4 Treffern und 2:22 Minuten auf Platz 19.

6. Platz: Die Ketteniser Pistenraudis

in 12:07 min
mit Dirk Kirschvink, Philippe Klein, Yves Rosskamp, Andy Koelmann. 7 Sekunden liegen sie am Ende im 2. Rennen vor den Triathleten und das ist aller Ehren wert. Gemeinsam erzielen sie 10 Treffer mit den 20 Schüssen. Andy Koelmann wird bester der vier in der Einzelwertung auf Platz 21 mit 4 Treffern und 2:27 Minuten. Philippe Klein (2:13 Minuten) und Yves Rosskamp (2:21 Minuten) waren sogar noch schneller, doch unterliefen ihnen 3 bzw. 2 Fehlschüsse. Wenn sie jetzt noch etwas das Schießen trainieren, dann sind sie im nächsten Jahr die Favoritenraudis.

5. Platz: FC Eupen P4

in 11:50 min
mit Simon Rosengarten, Henrik Lambertz, Thierry Michel, Henrik Lambertz. In Unterzahl tritt die 2. Mannschaft des FC Eupen im schnellen 1. Rennen gegen die Kollegen der 1. Mannschaft und die starken Triathleten an. Das wird Stürmer Andy Malmondier sicher eine Runde kosten für seine drei Kollegen. Henrik Lambertz kämpfte sich stattdessen zweimal durch die „Loipe“ und war bei seinem zweiten Einsatz nur 3 Sekunden langsamer, als beim Ersten. Zusammen erzielten sie 9 Treffer mit den 20 Schüssen. Am besten machte es der Trainer. Thierry Michel schoss fehlerfrei und benötigte für seinen Wettkampf nur 2:10 Minuten. Das ist der 4. Platz unter 87 Wettkämpfern in der Einzelwertung. Herzlichen Glückwunsch!

4. Platz: FC Eupen P2

in 10:33 min
mit Akim Caurail, Nicolas Lefranc, Alessio Krafft, Mario Kohnen.
Die 1. Mannschaft des FC Eupen ist Leidtragende des Modus. Als zweitbestes der 8 Vorrundenteams reicht es dennoch nicht zum Finale, weil das beste Team im gleichen Rennen den Sieg holt. Die 10:33 Minuten der vier Fußballer sind eine stolze Leistung. Schlußläufer und Trainer, Mario Kohnen, holte im direkten Duell mit Triathlet Alain Brabant noch rund 50 Sekunden auf und kam den Triathleten damit noch ganz nah. In 1:50 Minuten wird er Drittschnellster der Etappe und erst sein Fehlschuss mit dem 4. Schuss lässt die Triathleten aufatmen. Mit je 4 Treffern sind Akim Caurail und Nicolas Lefranc die Treffsichersten. Zusammen erzielt das Team 14 Treffer.
Wir hoffen, das Team im nächsten Jahr als P1 wieder begrüßen zu dürfen.

Das Finale der Staffelmeisterschaft

Das Feld ist bereitet, die Flutlichter an. Start frei zum Finale mit dem besten Vorlaufteam ganz rechts auf Bahn 1: Das Team Triathlon 4 (Vorlauf: 10:01 Minuten) mit Startläufer Joachim Amann, dem Ironmen und Zahnarzt aus Roetgen. In der Mitte, eingerahmt von zwei Triathlon-Teams, Yannick Mengels im Team der Kampfkunst-Akademie (Vorlauf: 10:44 Minuten) und links der Aussenseiter dieses Finals, das Team Triathlon 2 (Vorlauf: 12:29 Minuten) mit Cedric Amann. Ein Vater/Sohn-Duell also zum Start des Finals. Mit dem Schießen und 4 Treffern entscheidet Joachim Amann nicht nur das Vater/Sohn-Duell mit 19 Sekunden Vorsprung für sich, sondern holt auch 17 Sekunden Vorsprung auf Yannick Mengels heraus. Die beiden erzielen jeweils 3 Treffer.

 

Die beiden Etappenführenden im direkten Duell

Weiter geht’s bei den Favoriten mit dem besten der heutigen Etappe, Olivier Henz (im nebenstehenden Bild, oben). Im Staffelvorlauf erreichte der 46-jährige, fünfmalige Ironmen  phantastische 1:47 Minuten und 5 Treffer. Damit liegt er in der Rangliste aller Wettkämpfer der Biathlon auf Schalke-Tour nun auf Platz 4 und hat Kampfkunst-Trainer Frank Backes um wenige Sekunden vom ersten Etappenplatz verdrängt. Olivier, der erst seit 2015 Triathlon betreibt, seitdem jedoch nahezu täglich trainiert, war auch bei der letztjährigen Touretappe in Eupen mit 1:49 Minuten auf Siegkurs, verpasste die Führung seinerzeit aber wegen eines Fehlschusses. Der Dozent an der Uni Lüttich ist ein „Sportverrückter“ im besten Sinne. Am Sonntag beim Citybiathlon wird der Biathlonfan sein Jugendhobby, den Skilanglauf, reaktivieren, die Skiroller anschnallen und die nächste Herausforderung suchen. Doch hier und jetzt im Finale im direkten Duell mit dem Etappenzweiten, Frank Backes, da will es bei Olivier Henz einfach nicht laufen. 4 Fehlschüsse werfen ihn und sein favorisiertes Team Triathlon 4 rund 50 Sekunden hinter das Remac-Team zurück, für das Frank Backes erneut fehlerlos schießt und 1:55 Minuten benötigt. Auch Daniel Hermann (nebenstehendes Bild), der beste Schütze des Teams Triathlon 2 zieht vorbei auf Platz 2. Mit seiner deutlichen persönlichen Verbesserung auf 2:01 Minuten und dem fehlerlosen Schießen holt sich der sympathische Triathlet Platz 3 in der Einzelwertung und schickt den jungen Joshua Heck mit  nur rund 8 Sekunden Rückstand auf Andreas Braun ins Rennen.

Nun überschlagen sich die Ereignisse. Andreas Braun überreizt die Mechanik des Thoraxtrainers durch sein sehr schnelles Zurückführen der Stöcke. Zweimal springt dem Führenden das Zugseil von der Rolle. Geistesgegenwärtig nutzt er den intakten Stock weiter, während das Zugseil vom Tour-Team blitzschnell gerichtet wird. Trotz der beiden Rückschläge baut Andreas Braun den Vorsprung der Remac-Staffel weiter aus, weil er sich nicht aus der Ruhe bringen lässt und den Unwägbarkeiten ein fehlerloses Schießen folgen lässt. Hinter ihm muss der zweitjüngste Finalist, Joshua Heck (16), der im Vorlauf mit 5 Treffern überragend schoss, 3 Fehlschüsse hinnehmen. Für die Favoriten kämpft Jochen Karsch mit hoher Motivation um den Anschluss, schafft die großartige Zeit von 1:49 Minuten, doch 4 Fehlschüsse werfen ihn und das Team Triathlon 2 erneut weit zurück.

Eine Vorentscheidung scheint gefallen zu sein. Über 80 Sekunden beträgt der Vorsprung, den Andreas Braun dem jungen Remac-Schlussläufer, Shehab Bhatti, auf beide Triathlonstaffeln mit auf den Weg gibt. Dahinter kämpfen Rudi Krott für die Außenseiter und Alain Braibant für die Favoriten nahezu Seite an Seite um die Verkürzung des Rückstandes. Und sie kommen tatsächlich näher heran, weil dem 16-jährige Shehab bei seinem dritten Wettkampf an diesem Tag sichtbar die Kräfte ausgehen. In solchen Situation erweist sich der Thoraxtrainer als gnadenlos. Nur noch 3 Meter lässt das Gerät den entkräfteten Kampfsportler pro Stockschub vorwärts kommen. Rudi und Alain schaffen rund 5 Meter. Der Vorsprung der Remac-Staffel schrumpft von 85 Sekunden auf rund 45 Sekunden zusammen, als Shehab ans Biathlongewehr wechselt. Mit zügigen 3 Treffern wäre ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen. Doch es werden nur 2 Treffer und 45 lange Strafsekunden, die plötzlich beiden Triathlon-Teams einen Spalt weit die Tür zum Sieg öffnen, die doch schon fest verschlossen schien. Gleichzeitig wechseln Alain Braibant und Rudi Krott ans Biathlongewehr. In 25 Sekunden müssen nun 5 Treffer her, dann geht der Sieg, wie im Vorjahr, doch noch an die Triathleten. Alain Braibant war  im Vorlauf der bessere Schütze, traf viermal. Das würde jetzt nicht reichen. Rudi Krott traf nur einmal. Doch jetzt wächst Rudi für die Außenseiter, Team Triathlon 2, über sich hinaus und legt einen Treffer nach dem nächsten hin. 3 Schüsse, drei Treffer und es verbleiben noch 12 Sekunden. Alain Braibant hat unterdessen den 3 Schuss daneben gesetzt. Die Siegchance des Favoriten ist damit dahin. Doch was macht Rudi Krott? In der kurzen Pause zwischen Vorlauf und Finale gab ihm Daniel Hermann, der Meisterschütze der Triathleten, einige Tipps mit auf den Weg. Sie scheinen ihre Wirkung zu entfalten. Doch für die Meisterprüfung reicht es nicht ganz. Der 4. Schuss verfehlt das Ziel. Das Remac-Team jubelt, die Entscheidung um den Sieg ist gefallen. Den 2. Platz sichert Rudi Knott seinen Außenseitern durch seinen 4. Treffer mit dem letzten Schuss. Alain Braibant musste einen Fehlschuss mehr hinnehmen. Ein hochspannendes Finale entscheidet sich mit den letzten beiden Schüssen und alle drei Teams hatten bis wenige Sekunden vor Schluss noch Siegchancen. Genau das macht den Biathlon so interessant. Wir freuen uns schon auf die Antwort der Triathlon-Teams im nächsten Jahr und auf die Titelverteidiger mit frischen Kräften.

Mit dem Etappensieg des Ironmen Olivier Henz endet der Jedermann-Teil dieser Etappe. Olivier wird beim Finale auf Schalke die Stadt Eupen vertreten, doch auch Vorjahressieger Andreas Braun wird als Titelverteidiger wieder im Finale mitmischen. Zusammen mit Alain Brock, Andreas Braun und dem Eupener Sportbund werden wir die Zeit nutzen, um am 6./7. Oktober einen nochmals verbesserten 3. Eupener Biathlon-Cup auf die Beine zu stellen. Hoffentlich dann auch wieder mit Euch!

Bilder: Harry Pien   Text: Martin Bremer