Nachbericht zur 21. Etappe 2017 in Hochneukirch

Tourrekord, Spannung und beste Stimmung

Gerne kommen wir hierher zurück auf den Adenauerplatz Hochneukirchs, dem Ortsteil der Gemeinde Jüchen im Rhein-Kreis-Neuss, unmittelbar nördlich des Braunkohlereviers Garzweiler 2. Zum traditionellen Aktionstag der Händlergemeinschaft am letzten August-Sonntag geht es hier heiter und gesellig zu. Mit gerade 5000 Einwohnern ist Hochneukirch der kleinste unserer 41 Etappenorte, doch wir wissen bereits aus dem vergangenen Jahr, dass die Hochneukircher begeisterungsfähig sind und den Adenauerplatz im besten Sinne in eine Biathlonarena verwandeln. Wir sollten auch heute nicht enttäuscht werden und erleben bei prima Stimmung und bestem Sommerwetter zahlreiche starke Wettkampfleistungen, einen überragenden Etappensieger und eine Staffelmeisterschaft, deren Finale spannender kaum hätte sein können.

14 Wettkämpfer schießen fehlerlos

61 Wettkämpfer treten an diesem Tag im Kampf um den Etappensieg und die Finalteilnahme am 28.12. auf Schalke an. 8 vierköpfige Staffelteams kämpfen in 3 Rennen und einem Finale um den Titel des 2. Hochneukircher Biathlonstaffel-Meisters und den Wanderpokal der Wirtschaftsförderung Jüchen. Sowohl im Einzelwettbewerb, wie auch im Staffelwettkampf legt jeder Teilnehmer 400 m auf dem Skilanglaufergometer Thoraxtrainer zurück, bevor das Stehendschießen mit 5 Schüssen aus 10 m Entfernung auf 50 mm-Ziele ansteht. Jeder Staffelstarter wird auch mit seiner Einzelleistung herausgestoppt und in der Rangliste gewertet. In der Einzelwertung hat das fehlerlose Schießen Priorität. Erreichen mehrere Wettkämpfer 5 Treffer, dann gewinnt derjenige, der vom ersten Meter bis zum letzten Schuss die schnellste Zeit erreicht. Im Staffelwettkampf führt hingegen jeder Fehlschuss zu einer 15 Sekunden Zeitstrafe, die unmittelbar nach den 5 Schüssen „abgebrummt“ wird.

Vorjahressieger Frank Doerenkamp

Im vergangenen Jahr gewann der Odenkirchener Frank Doerenkamp die Etappe in 2:47 Minuten und war seinerzeit der einzige Wettkämpfer mit einem fehlerlosen Schießen. Heute wäre Frank, der wegen seines Urlaubs den Titel nicht verteidigen kann, mit seiner Leistung Elfter geworden. 14 Wettkämpfer schaffen das fehlerlose Schießen. Das ist eine bemerkenswert gute sportliche Leistung.

 

Die Biathlonstaffel-Meisterschaft

In 3 Rennen ermitteln die 8 vierköpfigen Staffeln die 3 Finalteams. Mittlerweile hat sich der Adenauerplatz erfreulich gefüllt. Um 14 Uhr startet das erste Rennen als Dreikampf zwischen den Teams Core-Fit 2, den Schwimmern und Triathleten des TV Jüchen und der Feuerwehr Hochneukirch.

Im 2. Rennen stehen sich Core-Fit 1, die 2. Mannschaft des TV Jüchen und der Heimatverein Hochneukirch gegenüber.

Im 3. Rennen kämpfen die DLRG Hochneukirch und das Gästeteam „Die Münsterländer“ um den Einzug ins Finale.

8. Platz: TV Jüchen 2

Kurzfristig muss der 1. Vorsitzende des TV Jüchen zwei Ausfälle in seiner 2. Staffelmannschaft ersetzen, doch spontan springen Bettina und Wilfried Roche vom „HerbaLife-Stand“ nebenan ein. So ist das hier in Hochneukirch. Man hilft sich eben untereinander, da werden nicht viele Worte gemacht. Schwimmerin Manya Reinke (im Bild oben links) kommt kraftvoll und flott durch die „400 m-Loipe“, doch 4 Fehlschüsse werfen das Team des TV Jüchen um eine Minute zurück. Bettina Roche (Bildmitte) hat mit ihrer zierlichen Figur auf dem kräftezehrenden Thoraxtrainer keinen leichten Stand. Gegen die starken Jungs von Core-Fit 1 und den Heimatverein Hochneukirch verliert sie natürlich den Anschluss. Beim Schießen wird Ehemann Wilfried zum Betreuer und hält Bettinas linkes Auge zu, doch es hilft nicht. Nach der Zeitstrafe für 5 Fehlschüsse ist Wilfried (im Bild oben, rechts unten) nun selbst in der Loipe und muss ein einsames Rennen laufen, weil die beiden gegnerischen Staffeln bereits im Ziel sind. Doch der Hobbytriathlet ist einsame Rennen gewöhnt und das empathische Hochneukircher Publikum unterstützt mit herzlichem Applaus. Schnell ist er, der sportliche Wilfried, doch wenn die Roches mal auf die Jagd gehen sollten, dann haben die Tiere nicht viel zu befürchten. 9 Fehlschüsse bei 10 Versuchen bringen den Roches den inoffiziellen Titel der friedlichsten Familie des Tages. Schlußläufer Andreas Queck erweist sich als der Schnellste und Treffsicherste seines Quartetts. In 2:58 Minuten mit 4 Treffern kann der Schwimmer den 8. Platz für sein Team zwar nicht mehr verbessern, sorgt aber dafür, dass der „Besenwagen“ nicht eingreifen muss.

7. Platz: Core-Fit 2

Das künftige Jüchener Fitnessstudio, Core-Fit, das ab 1. Oktober eröffnet, ist gleich mit 2 Teams bei der Staffelmeisterschaft aktiv. Die 2. Mannschaft macht den Anfang . Alina Reichert (im Bild oben links) legt einen sportlichen Start in der Loipe hin. Ach, wenn doch bloß das Schießen nicht wär.. 2:41 Minuten sind eine prima Zeit, doch zusätzliche 75 Sekunden für die 5 Fehlschüsse werfen ungefähr so weit zurück, wie 5 whatsapps, die unbedingt beantwortet werden wollen, obwohl schon ein Termin drückt. Celine Wille (im Bild oben rechts) muss es nun „ausbaden“ und tut ihr Bestes. Auch ihre Zeit von 3:14 Minuten ist aller Ehren wert, doch 4 whatsapps…

Wir wissen nicht, ob Celine Boveleth (im Bild oben, links unten) kein whatsapp nutzt, was wir aber nun wissen, ist, dass sie ganz viel Schützentalent hat. Als zweitbeste Wettkämpferin des Tages schafft sie ein fehlerloses Schießen und benötigt für ihren Wettkampf nur 3:13 Minuten. Chapeau, wir ziehen den Hut! Doch die Aufholjagd kommt leider zu spät, obwohl der athletische Tim Schwarzmann auf dem Thoraxtrainer rund 18 km/h und damit fast Höchstgeschwindigkeit erreicht. Am Ende belegt das Team in 13:28 Minuten Platz 7, doch es sollte nicht das letzte Wort von Core-Fit am heutigen Tag gewesen sein.

6. Platz: TV Jüchen 1

Die Schwimmer und Triathleten des TV Jüchen erreichten im Vorjahr in einem spannenden Finale gegen den Heimatverein Hochneukirch den 2. Platz. Heute verpasst das Team im 1. Rennen den Finaleinzug im Kampf gegen die bärenstarke Hochneukircher Feuerwehr. Mit 10 Treffern und 10 Fehlschüssen läuft das Schießen beim grün-weissen Quartett nicht ideal. Auf dem Thoraxtrainer beeindruckt jedoch Startläuferin Ivonne Reinke, Tanztrainerin der Black Einhorns. Ihre Wettkampfzeit von 2:33 Minuten wird von Wettkämpferinnen auf der Tour nicht oft erreicht, aber am Biathlongewehr findet sie ihren Rhythmus nicht: 4 Fehlschüsse. Ein ähnliches Bild auch bei Ralf Gerdes (im Bild oben, rechts unten). Der Schwimmer nutzt seine Kraft im Oberkörper auf dem Thoraxtrainer optimal aus, ist mit seiner Wettkampfzeit von 2:11 Minuten der Schnellste in seinem Team und wird durch 3 Fehlschüsse wieder zurückgeworfen. Jan Burkhardt (im Bild oben rechts) schafft 3 Treffer (zwei Treffer mehr, als im Vorjahr), verliert jedoch zuvor weitere Sekunden in der Loipe gegen den schnellen Feuerwehrmann Jonas Meuser. Als Schlussläufer gibt der 1. Vorsitzende, Bernd Lohr (im Bild oben, unten links), nochmal alles. Mit 4 Treffern erzielt er das beste Schießergebnis in seinem Team. Doch da auch die Feuerwehr ihren treffsichersten Schützen, Marius Mecheels, als Schlussläufer einsetzt und dieser sogar fehlerlos bleibt, führt Bernd Lohr sein Team in 12:32 Minuten auf den 6. Platz. Mit dieser Zeit hätte man bei einigen Staffelmeisterschaften in diesem Tourjahr das Finale erreichen können.

5. Platz: DLRG Hochneukirch

Im vergangenen Jahr verpasste die Staffel der DLRG Hochneukirch das Finale im Zweikampf der Schwimmvereine gegen den TV Jüchen. In diesem Jahr treten die Rettungsschwimmer jedoch deutlich verstärkt an. Der letzjährige Etappendritte, Mohammed Al Hamad (im Bild oben, rechts unten) möchte mit dem jungen Team von Trainerin Iris Coenen den Finaleinzug im zweiten Anlauf schaffen. Den Anfang macht der Landesmeister 2017, Paul Gross (im Bild oben links). In 2:23 Minuten mit 3 Treffern verbessert Paul seine Vorjahresleistung um 8 Sekunden und kann gegen die starke Gästestaffel aus dem Münsterland einen kleinen Vorsprung von 3 Sekunden herausholen. Einen ganz starken 400 m-Lauf legt auch der zweite Youngster, Niklas Marzanke, hin. Im direkten Duell mit dem Borkener Dirk Harmeling, der immerhin bereits zweimal Etappen der Biathlon auf Schalke-Tour gewonnen hat, kann er den kleinen Vorsprung halten und nimmt in führender Position das Biathlongewehr in den Anschlag. Gleich zum Start 2 Treffer sind nach diesem schnellen Rennen natürlich eine Ansage. Leider kann Niklas die Konzentration nicht ganz halten. Drei Fehlschüsse werfen die DLRG-Staffel 45 Sekunden zurück. Kann Mohammed Al Hamad den Anschluss an die Münsterländer nochmals herstellen? Der junge Syrer, der seit 2 Jahren in Deutschland lebt und in seiner Heimat Pharmazie studierte, trifft bei seiner Aufholjagd ebenfalls auf eine Tour-Etappensiegerin. Jana Harmeling, die 15-jährige Ruderin, gewann im Juni die Etappe im Bergischen Much. Doch Mohammed, der von seinen Kollegen Caesar genannt wird, ist hoch motiviert und verkürzt tatsächlich den Rückstand. Am Biathlongewehr macht Caesar alles richtig und erreicht in 2:02 Minuten mit 5 Treffern den 2. Platz in der Einzelwertung. Wie gut dieses Ergebnis ist, zeigt sich auch daran, dass er damit unter den besten 10 der gesamten Tour nach 21 Etappen platziert ist. Zum Etappensieg reicht es trotzdem heute nicht, weil die Etappe einen wahren Überflieger hervorbringen wird. Doch dazu später mehr. Caesars tolles Ergebnis hat nur rund 15 der 45 Sekunden Rückstand aufgeholt, weil eben auch Jana Harmeling ihr Handwerk am Biathlongewehr versteht und fehlerlos schiesst. Und so hat die 15-jährige Rettungsschwimmerin,  Larissa Wexel, nun im Schlussduell gegen den Odenkirchener Léon Doerenkamp eine ganz undankbare Aufgabe vor sich. Im vergangenen Jahr begeisterte Larissa mit einem fulminanten Lauf auf dem Thoraxtrainer, doch heute fehlt der sympathischen jungen Dame etwas die Kraft. Trainerin Iris Coenen hatte vorher schon angedeutet, dass Larissa nach einer Krankheit noch nicht wieder topfit ist. 3:09 Minuten und 2 Treffer bestätigen die Prognose der Trainerin, aber weder Larissa noch das DLRG-Team sollten enttäuscht sein. 11:57 Minuten sind ein ganz starkes Ergebnis und wenn sich die 4 ihre sportliche Motivation erhalten können, dann wird ihnen der Finaleinzug im nächsten Jahr kaum zu nehmen sein.

4. Platz: Heimatverein Hochneukirch

Die Champions des Vorjahres starten motiviert und optimistisch in das Projekt Titelverteidigung. Den Wanderpokal der Wirtschaftsförderung Jüchen haben die starken Jungs des Heimatvereins Hochneukirch nur aus der Vitrine geholt, um ihn nachher wieder auf seinen Platz zu stellen.

Und wenn wir nun darüber berichten sollen, warum es für die 4 Lokalmatadoren nicht ins Finale gereicht hat, dann gilt es zu aller erst festzuhalten: Sie haben ihre Siegerzeit aus dem vergangenen Jahr um 40 Sekunden verbessert. Und deshalb muss die Geschichte um den verpassten Finaleinzug umgeschrieben werden. Es muss erst ein Fitnessstudio in Jüchen eröffnen und mit seinen 4 fittesten Athleten auf den Adenauerplatz kommen, um das Team des Heimatvereins Hochneukirch vom Biathlonthron zu stoßen. Im direkten Duell mit den Fitnesscracks spielt das Heimteam alle seine Stärken aus. Der Major der Blauen Husaren, Mario Meurer (im Bild oben links), läuft die fünftschnellste Zeit dieser Etappe und bleibt, wie im letzten Jahr, unter der 2-Minuten-Marke: 1:58 Minuten. Na gut, seine Schießleistung bleibt ausbaufähig. 3 Fehlschüsse kosten 45 Sekunden. Eine 45 Sekunden schnellere Endzeit hätte dem Heimatverein zum Finaleinzug gereicht. Doch es wäre unfair, die fehlenden Sekunden ausgerechnet beim schnellen Husaren zu suchen. Andrè von Blumenthal (im Bild oben Mitte), der Geschäftsführer des Heimatvereins, verbessert sein Vorjahresergebnis, mit dem er seinerzeit Etappenvierter wurde, um 11 Sekunden und bringt 2:13 Minuten und starke 4 Treffer ein. Sogar fehlerlos schiesst Daniel Bends vom 6. Jägerzug (im Bild oben rechts). 2:44 Minuten und 5 Treffer bringen ihm Platz 11 in der Einzelwertung. Schnell ist auch Schlußläufer Lukas Frentzen (im Bild oben, unten links). Er benötigt 2:04 Minuten, doch drei Schießfehler bringen die Endzeit von 10:40 Minuten. Es fehlen 32 Sekunden auf die Feuerwehr, die als drittbestes Team das Finale erreicht. Es gibt nicht viel, was sie besser machen müssen, die Vier vom Heimatverein. Zwei, drei Treffer mehr, dann geht es im nächsten Jahr wieder um den Titel. Und wenn wir einen Wunsch äußern dürfen: Wie gerne sähen wir den Heimatverein Hochneukirch im Dreikampf mit den Jüchener Schützen und der Ortsgemeinschaft Otzerath.

Das Staffelfinale

Sportlich verspricht das Finale, ein Leckerbissen zu werden, denn die drei schnellsten Teams haben in den 3 „Vorläufen“ ausgezeichnete Ergebnisse erreicht. Die Feuerwehr Hochneukirch erreichte als drittbestes Team 10:08 Minuten und schlüpft als Lokalmatador nun natürlich in die Rolle des Publikumsliebling. Erst einmal in den bisher 20 Etappen dieses Tourjahres bleiben gleich 2 Staffeln mit ihrer Endzeit unter der 10-Minuten-Marke. Die Gästestaffel „Die Münsterländer“ erzielten 9:48 Minuten bei ihrem gewonnenen Duell gegen das DLRG-Team und das Core-Fit 1-Team schaffte mit 9:15 Minuten sogar einen neuen Staffelrekord und geht als Favorit in dieses Finale.

Der überragende Einzelstarter

Vor dem Finalbericht darf eine letzte Rückblende auf die Vorläufe nicht fehlen, denn es begab sich etwas ganz Außerordentliches. Jüchens künftiges Fitnessstudio, Core-Fit, wird an diesem Tag von seinem Sportlichen Leiter, dem 22-jährigen Nicolas Schlang angeführt. Nicolas ist aktiver Basketballer und, wie seine Statur verrät, begeisterter Kraftsportler. Dass der junge Athlet dem Thoraxtrainer jedoch derart „die Sporen“ geben würde, ist dann doch eine Überraschung. Die Kraft, die er auf die Stöcke bringt, erinnern gleich an Lukas de Ruiter, den WM-Teilnehmer im Ju-Jutsu, der auf der Etappe in Bocholt am 1. Juli nur 75 Sekunden für die 400 m-Strecke benötige und eine Endzeit von 1:47 Minuten erreichte. Nicolas, der neben der Sportlichen Leitung des Core-Fitnessstudios ein duales Studium absolviert, bewältigt die 400 m-Strecke nun in 72 Sekunden und damit so schnell, wie keiner der 4000 Wettkämpfer, die seit 1,5 Jahren auf der Tour diese Strecke in Angriff nahmen. Sicher erweist sich seine Größe von über 2 Metern als zusätzlicher Vorteil, denn er kann den gesamten Weg auf der Schiene bei seinen Stockschüben ausschöpfen. Doch natürlich gehört viel mehr dazu, als schlicht die Größe. Fast noch unglaublicher ist aber die Art und Weise, wie Nicolas nach dem Lauf agiert. Zwischen dem letzten Meter und dem letzten Schuss vergehen nur knapp 20 Sekunden. In dieser kurzen Zeit „schnappt“ sich der auch im Sportbund Rhein-Erft aktive Elsdorfer das Biathlongewehr und benötigt offenbar gar keine Erholungszeit. Hochkonzentriert bringt er im ganz schnellen Rhythmus seine 5  Schüsse ins Ziel und am Ende steht die Fabelzeit von 1:32 Minuten mit 5 Treffern. Damit ist Nicolas der erste Wettkämpfer der Tour, der bei fehlerlosem Schießen die 1:40 Minuten-Marke unterbietet. Dass der Etappensieg damit bereits vor dem Staffelfinale wohl vergeben sein dürfte, daran zweifeln auch nicht die hier in Hochneukirch antretenden Touretappensieger Léon Doerenkamp, Jana und Dirk Harmeling, die voller Anerkennung für diese überragende Leistung sind, jedoch im folgenden Staffelfinale dem Champion einen heissen Kampf ankündigen

Startschuss zum Finale

Los geht’s ins Finale. Links startet für die Feuerwehr Jan Paschen, rechts der Champion, Nicolas Schlang und in der Mitte für das Team Die Münsterländer Ismail Salim. Nicolas möchte es noch besser machen, als im Vorlauf und schlägt mit dem Schwung der Stöcke vor jedem Schub derart fest an der Schienenbegrenzung an, dass die Erschütterung im Thoraxtrainer nach 320 Metern die Stromzufuhr zum Computer unterbricht. Die Reparatur benötigt einige Sekunden, doch wir schicken Nicolas nach jenen 72 Sekunden ans Biathlongewehr, die er im Vorlauf benötigte. Die Irritation zeigt auch bei Nicolas seine Wirkung und er muss 2 Fehlschüsse einstecken. Doch durch seine überragende Laufleistung schickt er seinen Kollegen, Hakan Kuscu nach 2:08 Minuten dennoch mit 30 Sekunden Vorsprung in die 2. Runde. Ismail Salim schießt fehlerfrei und übergibt zeitgleich nach 2:38 Minuten mit Feuerwehrmann Jan Paschen, der 3 Treffer erzielt. Gemeinsam gehen Die Münsterländer mit Dirk Harmeling und die Feuerwehr Hochneukirch mit Fabian Schüller die Verfolgung des Core-Fit-Teams an.

Doch diese 2. Runde sortiert alles wieder neu. Fabian Schüller (im Bild unten, links) bringt die Feuerwehr mit seinem schnellen Lauf rasch auf Platz zwei. Als der Führende, Hakan Kuscu, dann beim Schießen patzt und nur 2 Treffer erzielt kann Fabian Schüller mit seinerseits 3 Treffern die Feuerwehr nach Streckenhälfte 5 Sekunden vor Core-Fit platzieren. Doch mit einem ganz schnellen fehlerlosen Schießen kontert Dirk Harmeling (im Bild oberhalb, mitte) und verschafft seiner Tochter, Jana, einen 8 Sekunden-Vorsprung für die 3. Runde.

Noch auf der 400 m-Strecke büsst die 15-jährige Ruderin ihren knappen Vorsprung ein, weil an den Flanken zwei ganz athletische junge Männer kräftig aufs Tempo drücken. Jonas Meuser (im Bild oben links) bringt die Feuerwehr Hochneukirch wieder in die führende Position, dicht gefolgt von Marvin Malluche (im Bild oben rechts) und Jana Harmeling. Und erneut würfelt das Schießen die Platzierungen durcheinander. Jonas Meuser schießt besser als im Vorlauf, schafft 4 Treffer, doch lässt er sich zwischen den Schüssen vergleichsweise mehr Zeit, als seine beiden Kontrahenten. Marvin Malluche stürmt als zweiter ans Biathlongewehr und startet gleich mit 2 Treffern. Jetzt ist auch Jana Harmeling in Schießposition und was sie nun macht, haben wir auf der Tour bisher noch nicht gesehen. In 6 Sekunden erzielt die junge Borkenerin ihre 5 Treffer. Unglaublich. Wie ist das möglich? Später sagt sie selbst, sie hätte alle Schüsse in der Spanne des gleichen angehaltenen Atemzugs abgegeben. Ob ein Biathlonprofi so etwas je versucht hat? Wir wissen es nicht. Jedenfalls überholt Jana damit im Schießstand ihre beiden männlichen Gegner und schickt Léon Doerenkamp mit 6 Sekunden Vorsprung auf Tim Schwarzmann vom Core-Fit-Team auf die Schlußrunde. Feuerwehrmann Marius Mecheels hat 17 Sekunden dahinter  ebenfalls noch Siegchancen.

Wie sollte es in diesem Finale anders sein, erneut kommt es auf der Strecke zum Führungswechsel. Léon Doerenkamp, der als Etappensieger des Vorjahres in Jülich als schneller „Skilangläufer“ bekannt ist kann Modellathlet Tim Schwarzmann dennoch nicht am Überholen hindern. Der Favorit, Core-Fit, übernimmt die Führung, doch die Verfolger, Léon Doerenkamp und Marius Mecheels lassen sich nicht abhängen. Die entscheidenden Sekunden beginnen mit den letzten 5 Schüssen von Tim Schwarzmann. Der junge Kraftsportler bleibt von der Situation nicht unbeeindruckt. 3 Fehlschüsse und nun laufen lange 45 Sekunden Strafzeit für das Core-Fit-Team. Während dessen ist Léon Doerenkamp in Schießposition gegangen. 4 Treffer oder mehr müssten ihm und der Münsterländer Staffel nun zum Sieg reichen, bei 3 Treffern würde es ganz eng. Léon entscheidet sich für das schnelle Schießen und legt mit den ersten 3 Schüssen 3 Treffer vor. Nun stürmt auch Marius Mecheels für die Feuerwehr ans Gewehr. Kann er noch zum lachenden Dritten werden. Drauf hat er es, im Vorlauf schoss er fehlerfrei. Léon unterbricht sein schnelles Schießen nach dem 3. Schuss und legt eine kurze Atempause ein. Er weiss selbst, dass der nächste Schuss wohl die Entscheidung bringen wird. Er bleibt cool und trifft. Kurz darauf macht er mit seinem 5. Treffer alles klar für Die Münsterländer. Auch Marius Mecheels kann nicht mehr herankommen. Mit einem Fehler beim letzten Schuss verpasst er mit der Feuerwehr den 2. Platz nur um 11 Sekunden. Das phantastische Finale bietet tollen Sport und einen wahren Krimi.

Auf der feierlichen Siegerehrung nehmen die Münsterländer den Wanderpokal aus den Händen der Wirtschaftsförderin, Julia Hurtz, entgegen. Alle Finalisten und auch die Veranstalterin, Julia Hurtz, werden von Nicolas Schlang mit einem 3-Monatsabo für das Core-Fit-Studio in Jüchen beschenkt. Das Core-Fit-Team gewinnt 4 Skierlebnisse in der Skihalle Neuss und alle teilnehmenden Teams können sich über Medaillen freuen. Die Nationalhymne bildet den feierlichen Abschluss und die Humba von Nicolas Schlang ein letztes Stimmungshighlight.

Unser herzliches Dankeschön gilt allen Wettkämpfern und Zuschauern, dem Core-Fitnessstudio für die großzügigen Preise und natürlich nicht zuletzt der Wirtschaftsförderin Jüchens, Julia Hurtz, für die ausgezeichnete Organisation der Veranstaltung.

Fotos: Daniel Holtschneider     Text: Martin Bremer

Nachbericht der NGZ

NGZ