Nachbericht zur 6. Etappe 2016 in Andernach

Eine Etappe, 2 Standorte, zahllose Wetterkapriolen

Aufmachergleich zwei Bühnen bespielte die Biathlon auf Schalke-Tour im rheinland-pfälzischen Andernach. Am Samstag in den gepflegten Rheinanlagen als Aktiv-Event auf der Autoschau und zum  verkaufsoffenen Sonntag als Mitmach-Attraktion inmitten des gemütlichen Marktplatzes unweit des Doms und der imponierenden alten Stadtmauer. 100 Wettkämpfer  und gefühlt kaum weniger Wetterkapriolen ließen diese Etappe in vielerlei Hinsicht höchst abwechselungsreich werden. Doch der Reihe nach:

LIVE vom 1. Etappentag

Fehlerlos bleibt nur ein Syrer

OIQ_3208wenn man Gast in der rund 2000 Jahre alten Römerstadt Andernach ist, dann braucht es nicht viel, um glücklich und zufrieden zu sein. Doch so ein bisschen erlauben wir uns doch zu hadern mit dem Römischen „Wettergott“ Jupiter, dass er, nach der stürmisch-verregneten Auftaktetappe im so sehenswerten Xanten nun auch diese Etappe auf historischem Boden zu einer nassen Angelegenheit werden lässt. Als hätte der bekannte Andernacher Kaltwasser-Geysir entschieden, sich über die ganze Stadt zu ergießen, so dauerhaft regnet es von morgens bis in die Mittagsstunden auf uns herab und dazu weht ein rauher Wind aus Norden durch das Rheintal.

RheinanlageDoch der Optimismus, mit dem Autoschau-Veranstalter Thomas Manstein in diesen Stunden auf Wetterbesserung hofft, scheint seine Wirkung doch noch zu entfalten. Ab Mittag lockert die Bewölkerung auf und sogar die Sonne zeigt sich zwischenzeitlich am Andernacher Himmel. Das hat die Andernacher Autoschau auch mehr als verdient, denn die Festmeile in den gepfegten Rheinanlagen hat einiges mehr zu bieten als starke Motoren. Bei der Biathlon auf Schalke-Touretappe werden zwar keine Pferdestärken erreicht, dafür kann mancher der über 40 Wettkämpfer des ersten Etappentag mit einer „Pferdelunge“ auf dem Thoraxtrainer beeindrucken.Pferdelunge

Die Besten des ersten Etappentages

Links im Bild: Alexander Laux, daneben Philipp Beyer

Links im Bild: Alexander Laux, daneben Philipp Beyer

Eine erste Marke setzt der 38-jährige Biathlonfan Alexander Laux aus dem benachbarten Brohltal. Extra wegen der Biathlontour macht er sich auf den Weg nach Andernach und übt gemeinsam mit Phillip Beyer zunächst einige Zeit mit dem Laserbiathlongewehr unter Anleitung des Ausbildungsleiters des Skiverbandes Rheinland, Stefan Puderbach, um dann gerüstet ins Biathlonduell zu gehen.  Und das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen: 4 Treffer und 3:21 Minuten. Zunächst die Führung.

Fritz Lülsdorf

Fritz Lülsdorf

Bald darauf verbessert einer der „Senioren“ des heutigen Etappentages, Fritz Lülsdorf (64), die Bestmarke auf 3:02 Minuten mit 4 Treffern und nur 2 Duelle später verbessert Thomas Dill das Spitzenergebnis auf 2:39 Minuten und 4 Treffer.

Wann erleben wir heute das erste fehlerfreie Schießen? Vielleicht schafft es Jakob Wiens, der im Probeschießen einen souveränen Umgang mit dem Laserbiathlongewehr zeigt. Den 400 m Skilanglauf auf dem Thoraxtraíner schafft er in starken 1.33 Minuten. Doch auch er kann einen winzigen Moment fehlender Konzentration nicht verhindern und baut einen Fehlschuss ein. Resultat: Etappenführung mit 4 Treffern und 2:22 Minuten. Schneller ist an diesem Tag nur Dennis Schreiber mit 2:19 Minuten. Doch drei Fehlschüsse sind zuviel für eine vordere Platzierung.

Raqib Hannan (Bild oben links)

Raqib Hannan (im Bild links)

Und dann kommt er doch noch, der Meisterschütze, auf den wir gewartet haben. Raqib Hannan ist Syrer und lebt seit einem Jahr in Bonn. In seiner Heimat ging der 23-jährige Student der Elektrotechnik mit Freude dem Jagen nach und bei der Biathlonetappe in Andernach wird er nun am 2. Tag zum Gejagten werden. Mit 2:44 Minuten und 5 Treffer setzt er das Highlight des ersten Tages. Ein zweites setzt er gleich hinterher, denn das Interview gibt er in ausgezeichnetem deutsch.

Wie stark ist das Zielsichere Andernach?

Das Team Andernach von links nach rechts: Michael Schenk, Sabrina Buchholz, Jörg Auer und Bürgermeister Claus Peitz

Das Team Andernach von links nach rechts: Michael Schenk, Sabrina Buchholz, Jörg Auer und Bürgermeister Claus Peitz

Das Team, das Andernach ins Rennen des Wettbewerbs Zielsicherste Stadt schickt, deutet schon an,  dass  man die führende Stadt, Coesfeld, auf dieser 6. Etappe doch allzu gerne an der Spitze der Rangliste ablösen würde. Mit Michael Schenk und Jörg Auer sind zwei Sportschützen der Schießgilde Andernach am Start. Besonders gespannt sind wir auf Biathlon-Weltmeisterin Sabrina Buchholz. Die Goldmedaillen-Gewinnerin von 2008 (WM Östersund) mit der Deutschen Mixedstaffel legt heute das erste Ergebnis vor: Starke46,7 Ringe steuert sie mit ihren 5 Schüssen bei und eröffnet dem Team Andernach damit alle Chancen, die Führung in der Gesamtwertung zu übernehmen. Bürgermeister Claus Peitz, der kurzfristig für den erkrankten OB Achim Hütten einspringt, schlägt sich höchst beachtlich und bringt 39,1 Ringe in die Wertung ein. Überragend schießt dann der Vorsitzende der Schießgilde, Michael Schenk. Mit 49,3 Ringen hält er Andernach im Rennen um den Spitzenplatz, gibt seinem Schützenkollegen Jörg Auer jedoch eine Mammutaufgabe mit auf den Weg: 49,0 Ringe müssen es werden, um Andernach ganz nach vorne zu bringen. Dass in einer solchen Situation das Herz etwas höher schlägt und damit die Präzision empfindlich stören kann, kennen wohl nicht nur Schützen allzu gut. Seine 38,5 Ringe würde Jörg Auer vermutlich in 9 von 10 Versuchen übertreffen, aber hier und jetzt sind sie der Situation geschuldet. Mit der Gesamtleistung  von 173,4 Ringen bleibt für das Team Andernach nun der 4. Platz.Zielsicheres_Andernach_Ergebnisse

2. Tag: Biathlon vor historischer Kulisse

2_Tag_1nach den Sprint-Biathlons unserer Wettkämpfer des 1. Tages begann für das Tour-Team nun sozusagen ein „Biathlon-Marathon“. Am Samstagabend 2 Stunden Abbau am Rhein und Verladung des kompletten Equipments auf den Andernacher Marktplatz begleitet von den guten Bekannten dieses Tages, Regen, Wind und untergehender Sonne, die sich den „Staffelstab“ alle paar Minuten übergaben. Am frühen Sonntagmorgen nimmt die Biathlonarena dann auf dem Marktplatz wieder Gestalt an. Zu den Begleitern des Samstags kommt heute noch Bruder Hagel hinzu. Doch die Kulisse entschädigt für alles. Das urige Cafe Winzig und das ambitionierte Restaurant Stilvoll bereiten sich auf die Frühstücker und Bruncher vor, die Domglocken laden zur Messe ein, der Brunnen plätschert, das Gurren der Tauben hallt aus den Gassen und mit der Einfahrt durch das Tor der imposanten Stadtmauer lässt man den Alltag hinter sich und wird von der „Andernacher Welt“ empfangen. Schon vor dem offiziellen Start um 11 Uhr ist die Biathlonarena bereit und lädt die ersten neugierigen Andernacher zum Mitmachen ein.

Lust auf Biathlon

OIQ_3577immer dann, wenn die Sonne sich Bahn bricht, wird es rasch voll um die Laserbiathlonarena. Die Andernacher bringen Zeit, gute Laune und viel Interesse am Biathlon mit. Auffallend viele kommen gezielt zum Mitmachen, weil sie über die lokalen Medien von der Touretappe informiert waren.

Der Sport-LK des Gymnasiums Andernach

OIQ_3583Ihren „eigenen“ Biathlonwettbewerb tragen die Schüler des Sportleistungskurses des Andernacher Gymnasiums aus. Philipp Pohl macht dabei mit Noah Sieberling den Anfang und gewinnt das Duell mit 3:2 Treffern. Noch besser ist Hannah Jülich (Bild oben links). Die Fussballerin lässt in diesem Duell nicht nur ihre Mitschülerin Katrina Helf hinter sich, sondern später auch Sebastian Wolf und gewinnt den inoffiziellen Sport-LK-Biathlon mit 4 Treffern und 3:36 Minuten. Mit dieser Leistung ist Hannah an diesem Wochenende die beste Teilnehmerin unter den insgesamt 100 Wettkämpfern und erreicht den 17. Etappenplatz.

Biathlon-Kompetenz rund um Andernach

OIQ_3708Den wenigsten Andernachern ist bekannt, dass nur wenige Kilometer entfernt, in Heimbach-Weiss eine „Nordische“ Trainingsgruppe aus Leistungs- und Hobbysportlern des Skiverbandes Rheinland Winters wie Sommers ihr Skitraining absolviert. Angeleitet vom Ausbildungsleiter für Nordische Sportarten des Skiverbandes, Stefan Puderbach (im Bild oben mit der schwarzen Mütze), wird im Sommer und Herbst auf den heimischen Radwegen mit luftbereiften Nordic Cross Skates trainiert, bevor im Winter die Höhenlagen des Westerwalds aufgesucht werden, damit die echte Loipenerfahrung in unseren schmaler werdenden Wintern nicht zu kurz kommt. Stefan Puderbach kämpft engagiert für den nordischen Sport im Rheinland, fuhr in diesem Jahr mit seinen ambitionierten Langläufern und Biathleten nach Oberhof oder in den Schwarzwald zu Wettkämpfen und mit den Besten sogar zur Europameisterschaft in die spanischen Pyrenäen. An den beiden Etappentagen in Andernach betreut Stefan die Mitmacher am Biathlongewehr und überrascht zahlreiche Wintersportfans damit, dass sie mehrmals pro Woche in der Skilanglaufgruppe in Heimbach-Weiss am Langlauftraining teilnehmen können. Nach den positiven Eindrücken dieses Wochenendes zu urteilen, wird die Trainingsgruppe wohl zukünftig noch größer werden. Allen Interessierten sei auch die Biathlon Rheinlandmeisterschaft am 8. Mai in Remagen ans Herz gelegt. Jeder kann hier teilnehmen, auch ohne Vereinszugehörigkeit. Anbei der Kontakt zu Stefan Puderbach, der für Training wie auch die Biathlon Rheinlandmeisterschaft der Ansprechpartner ist: rpuderba@rz-online.de

Weltmeisterliches Flair an der Biathlonarena

2_Tag_Sabrina_1Schon am Samstag, als sie im Team Andernach mithalf, zielsicherste Stadt zu werden und mit 46,7 Ringen den vielversprechenden Auftakt bereitete, zeigte Biathlon-Weltmeisterin Sabrina Buchholz ihre Klasse am Biathlongewehr. 2012 beendete die heute in Nickenich lebende sympathische Spitzenbiathletin aus Oberhof ihre aktive Karriere. Obwohl im 7. Monat schwanger, nimmt sie auch am heutigen Sonntag jede Herausforderung zum Schießduell an und bleibt bei allen 25 Schüssen fehlerfrei. Für das erste Duell ist Autoschau-Veranstalter Thomas Manstein von „seiner“  bestens besuchten Rheinmeile hoch auf den Marktplatz geeilt und zeigt, dass auch er ein guter Schütze ist. Aber vor der Geschwindigkeit, mit der Sabrina Buchholz schießt, kann er nur den „Hut“ ziehen. Wir sagen herzlich danke an beide, Sabrina Buchholz und Thomas Manstein, für dieses schöne Duell beim Marktplatz-Biathlon.

2_Tag_Sabrina_2Sabrina Buchholz bleibt uns noch einige Zeit an der Biathlonarena erhalten, schreibt fleissig Autogramme, erzählt im Interview von den Highlights ihrer Karriere, also natürlich auch von den aufregenden Tagen in Östersund 2008, als sie Weltmeisterin mit der deutschen Mixedstaffel wurde. In den Biathlonduellen beeindruckt vor allem, wie schnell Sabrina Buchholz ihre 5 Treffer erzielt. Stets ist sie nach ca. 8 Sekunden mit den 5 Schüssen durch. Das weckt den Ehrgeiz von Klaus Kremer, der die IQ-Laserschießtechnik ja aus seinen langjährigen Erfahrungen mit dem Sportschießen heraus entwickelt hat. Es kommt zu einem spannenden Duell, bei dem die grünen Lampen der Treffererkennung auf beiden Seiten in Windeseile aufleuchten. Im Nu steht es 4 zu 4 und dann ist es ein Wimpernschlag, mit dem der Laserschießexperte vor der Biathlonexpertin den 5. Treffer setzt. In knapp 7 Sekunden ist das Spektakel vorrüber. Ein echtes Highlight.

Blick-TV zum rechten Augenblick vor Ort

2_Tag_Sabrina_3Zusammen mit Sabrina Buchholz ist auch das Lokal-TV der Wochenzeitung Blick an der Biathlonarena und fängt dabei gleich noch das erste Biathlonduell mit einem fehlerfreien Schießen am heutigen Tag ein. Nachdem sich schon rund 30 Wettkämpfer vergeblich um 5 Treffer nach dem 400 m Langlauf auf den Thoraxtrainern bemühten, schafft dies nun Marcus Greifenhagen. Mit seiner Zeit von 2:59 Minuten verfehlt der politisch engagierte Mayener die Bestleistung vom Vortag durch den Syrer Raqib Hannan um 15 Sekunden und ist zunächst Etappenzweiter.

Wettkampf und jede Menge Spaß

UmbscheidenEs sind auch die spontanen Momente, die der Biathlon-Tour ihre Seele geben. Die Etappen sollen ein Fest für alle sein. Ob gute Sportler, Biathlonfans oder einfach Neugierige, die Lust auf eine  Herausforderung haben, sie alle prägen diesen Erlebnistag mit ihrem spontanen Einsatz und ihren Gefühlen. Nach der Anmeldung geht es sofort los, wie oben im Bild für Daniela und Johannes ins Mutter-Sohn-Duell der Umbscheidens, das Johannes mit einer starken Leistung und 4 Treffern für sich entscheidet und in seiner Mutter gleich den ersten Fan hat.

hollyRichtig flott geht’s im Familienduell der Hollys zu. Vater Alexander ist in 2:33 Minuten zwar der Schnellere, aber Cameron gewinnt das Duell mit 3:1 Treffern. Alexander ist der erste Gratulant.

OIQ_3722Die Schwestern Annika und Carolina Thießen haben durchaus Talent am Biathlongewehr. Beide schaffen 3 Treffer im Duell. Schwieriger ist für die beiden der Skilanglauf auf den Thoraxtrainern. Aber ihren Humor haben sie sich dadurch nicht nehmen lassen.

 

Die Besten des 2. Tages

Daniel_EssigTreffsicher ist Serap Sener im Probeschießen nun nicht gerade. Doch den Spaß, mit ihrem Freund Daniel ins Biathlonduell zu gehen, lässt sie sich trotzdem nicht nehmen. Daniel Essig hingegen bleibt beim „Schnupperschießen“ fehlerfrei und wir sind gespannt, wie der 32-jährige Hobbyfussballer aus dem benachbarten Weinort Leutesdorf das Schießen nach körperlicher Belastung meistern wird. Er macht fast alles richtig, schafft die 400 m in einer sehr ordentlichen Zeit und erlaubt sich tatsächlich keinen Fehlschuss, doch zur Etappenführung reicht es dennoch nicht, weil er die Pause vor dem ersten Schuss zu sehr dehnt. Mit 2:54 Minuten verfehlt der Vertriebsingenieur aus der Medizintechnik den Spitzenplatz um 10 Sekunden und reiht sich zunächst auf Platz 2 ein.

OIQ_3817Die letzten beiden Etappenstunden brechen an und noch immer führt der syrische Hobbyjäger Raqib Hannan, der am Samstag mit 2:44 Minuten und 5 Treffern glänzte. Aber erneut deuten zwei Schnupperschützen an, dass sie mit Ihrer Treffsicherheit ein Wörtchen um den Etappensieg mitsprechen können. Also starten Roland (Bild oben, rechts) und Kevin Adams (Bild oben, links) ins Vater-Sohn-Duell und beide wissen, dass 2:44 Minuten zu schlagen sind. Roland (57 J.), in den frühen 80 ern einer der besten deutschen 3000 m-Hindernisläufer und DLV-B-Kaderathlet, zeigt auch auf dem Thoraxtrainer seine immer noch vorhandene Ausdauer und läuft sich rund 25 Sekunden Vorsprung auf den Sohn heraus. Vor dem ersten Schuss bleibt er geduldig, lässt sich zu Atem kommen, schiesst dann aber im schnellen Rhythmus und macht alles richtig. Die innere Uhr des Beamten aus Andernach ist ebenso präzise, wie sein Stehendschießen und mit 2:38 Minuten und 5 Treffern kann er den so lange führenden Raqib Hannan um 6 Sekunden abfangen. Die Begeisterung von Vater und Sohn über die nun schon fast greifbaren beiden VIP-Karten für den Biathlon auf Schalke am 28.12. in der VELTINS-Arena ist groß. Für die Siegerehrung in 2 Stunden wollen beide nochmal zur Biathlonarena kommen.

arno_1Die bisherigen 5 Etappen der Tour 2016 haben zweifellos eines gezeigt: Der Etappensieg ist erst nach dem letzten Duell vergeben. In Coesfeld gelingt Jens Seggewiß der späte Sieg, in Monheim am Rhein wird Carsten Stadtmann Last-Minute-Sieger, Patrick Neuhaus schafft es in Bergheim mit seinem 4. Duell, die Führung zurück zu erlangen. Und heute? Es ist 17.15 Uhr und bei diesem Duell könnte noch einmal „was gehen“. Der kräftige Adrian Bega (in den Bildern oben jeweils links) tritt gegen Arno Schmitt an, dessen Hobby 24-Stunden-Rennen mit dem Mountainbike ist. Kürzlich hat der 49-jährige auf diese Weise 320 km, 7000 Höhenmeter und ziemlich sicher auch ein Schlafdefizit erstrampelt. An der nötigen Motivation und Zähigkeit wird es Arno also sicherlich nicht fehlen. Und wenn dann noch ein Zuschauer nach dem Start in die Runde ruft, er wette 500 Euro auf Arno, dann darf man zumindest gespannt sein, ob der 24-Stunden-Mann auch 2:37 Minuten kann? Zunächst aber geht Adrian in Führung und liegt zur Streckenhälfte rund 10 m vorne. Doch auf den letzten 200 m, wenn der Wettkampf auf dem Thoraxtrainer eine Frage der Ausdauer wird, wandelt Arno den Rückstand in eine Führung um und baut diese bis zum Ziel auf 30 m aus. Er schießt gut, aber für den Etappensieg wird es jetzt ganz eng.  Tatsächlich legt er 5 Treffer hin, doch wie sieht die Zeit aus? Arno hat es tatsächlich geschafft. 2:35 Minuten. Um 3 Sekunden hat er Roland Adams noch abgefangen.
Wenig später erscheint Roland mit Kevin zur Siegerehrung und wir müssen ihm mitteilen, dass er noch auf Platz 2 verdrängt wurde. Natürlich ist er enttäuscht, aber sein Sportlerherz hat schon entschieden, in 2 Wochen, wenn die Biathlon auf Schalke-Tour am 7.5. auf dem Remagener Marktplatz Station macht, dann nimmt er einen neuen Anlauf auf den Etappensieg.
Arno hingegen, der mit seiner Frau Michaela und seinen beiden Töchtern hier in Andernach auf die Siegerehrung wartet, freut sich schon auf das Spektakel in der VELTINS-Arena, wo am 28.12. zunächst „sein“ Finale um den Toursieg ansteht, bevor er mit seiner Frau VIP-Gast bei der Biathlon-WTC sein wird.

arno_2
Zwei aufregende Tage in Andernach erhalten mit den turbulenten letzten beiden Stunden ihr Sahnehäubchen und werden uns in toller Erinnerung bleiben.

O-Töne

Fritz LülsdorfFritz Lülsdorf: ich bin fritz habe den 9 ten sieg errungen . hat mir sehr gut gefallen .und ich habe mal nach langem was fitnis gemacht .wo seid ihr in kürze ich wohne in kruft dann komme ich hin und versuche mein glück .

 

Biathlon AndernachRoland Adams: tolle Sache dieses Biathlon … endlich nochmal Grenzen austesten

 

 

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Bilder: Dani Schwamenhöferova

Text: Martin Bremer