Nachbericht zur 36. Etappe 2016 in Meerbusch

Winterwelt-Etappe mit Weihnachtsflair

Drei Tage macht die Biathlon auf Schalke-Tour mit ihrer 36. Etappe Station im niederrheinischen Meerbusch, das, zentral gelegen im Städtedreieck Düsseldorf, Neuss, Krefeld und am Knotenpunkt gleich dreier Autobahnen ((A57, 52, 44) mit Vater Rhein sozusagen ein kleines „Meer“ als östliche Stadtgrenze hat. Er trennt die 54.000 Einwohner-Stadt vom großen Nachbarn Düsseldorf.

Winterwelt meets Wintersport

Gastgeber dieser Biathlon-Etappe sind das Meerbuscher Stadtmarketing und die WBM Winterwelt auf dem Büdericher Dr.-Franz-Schütz-Platz. Letztere ist schon liebgewordene Tradition bei den Meerbuschern und bietet von Mitte November bis hinein in den Januar Eislaufspaß auf 300 qm überdachter Eisfläche und „Apres-Ski“ mit Hüttenzauber, weihnachtlichen Leckereien und stimmungsvollem Genuß in der urigen Almhütte. Organisiert wird die WBM Winterwelt von dem erfolgreichen Unternehmer, Klaus Unterwainig, der die Privatbrauerei Gulasch Alt im denkmalgeschützten Oberkasseler Bahnhof zu einer Instituition für zünftigen Genuß werden ließ und auch mit der Kaiserswerther Gulasch-Tonhalle den Nerv der Altbier-Gourmets trifft. An diesen Tagen vor dem 3. Advent holt er mit der Tour von Nordrhrein-Westfalens größtem Wintersportspektakel, dem Biathlon auf Schalke, Wettkampfatmosphäre und Mitmachgeist auf den Dr.-Franz-Schütz-Platz.

145 Wettkämpfer und  ca. 1000 Schnupperer

Das Tourteam folgt der Einladung gerne und kommt gespannt in die Stadt mit dem höchsten Anteil an  Einkommensmillionären in Deutschland. Freilich bleibt auch hier das Angebot zum Mitmachen und authentischen Biathlonerlebnis für alle Fans dieses Wintersports kostenfrei.

Jens Seggewiß half am Samstag noch als Moderator der Wettkämpfe aus.

Gleich 2 Etappensieger der Tour 2016 haben wir hier im Zentrum Büderichs vor Ort. Sie geben den Wettkämpfern und Schnupperschützen manchen Tipp im Umgang mit dem Biathlongewehr und beantworten so manche  Frage: Wie ist die ideale Schießhaltung und welcher ist der geeignete Schießrhythmus? Wie kontrolliere ich rasch den Atem nach der Belastung und in welchem Moment setze ich den Schuß? Sind die Ziele so groß wie bei Laura Dahlmeier? Sind das die

Der Tour-Etappensieger von Lüdenscheid: Timo Schwarzenbart (mit schwarz-roter Mütze)

Gewehre der Biathlonprofis und haben sie einen Rückschlag? Diese und weitere Fragen beantworten Jens Seggewiß, der die Touretappe im März in Coesfeld in 2:00 Minuten und 5 Treffern gewann, sowie Timo Schwarzenbart, der Sieger der Etappe im Stern-Center Lüdenscheid in 2:03 Minuten und 5 Treffern.

145 der rund 1000 Mitmacher bauen während der 3 Etappentage die Motivation auf, selbst in den Wettkampf zu starten und als bester Meerbuscher Biathlet unseren beiden Etappensiegern ins Tour-Finale am 28.12. auf Schalke zu folgen. 2 VIP-Tickets für diesen weltgrößten Biathlon in der VELTINS-Arena warten außerdem auf den Besten dieser Winterwelt-Etappe. 11 Wettkämpfer werden zu Biathlonmeistern und schaffen  nach der Belastung ein fehlerfreies Schießen. Das gelang auf den bisherigen 35 Etappen der Tour 2016 nur 205 der 2500 Wettkämpfer. Überrascht sind wir über den recht hohen Anteil an Nicht-Meerbuschern unter den Teilnehmern. Nicht wenige kommen aus den 3 größeren Nachbarstädten.

Firmen-Biathlon zur Weihnachtsfeier

Eine Premiere und zugleich Bereicherung der Etappe war die Idee der Veranstalter, Firmen-Weihnachtsfeiern mit einem exklusiven Firmen-Biathlonturnier zu verbinden. Am Donnerstagnachmittag waren die Wettkampfschießbahnen für das Team der Modemesse Igedo reserviert, am Freitagnachmittag für die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Eversheim Stuible. Vor dem gemütlichen Teil der Weihnachtsfeier in der Winterwelt-Almhütte lassen sich also 12 Mitarbeiter und 2 Mitarbeiterinnen, die im Alltag u.a. die Finanzen der Stadt Meerbusch prüfen, auf eine ganz andere Herausforderung ein und ermitteln in 7 Biathlonduellen ihre beiden Sport-Asse in einer Sportart, bei der keiner den anderen praktische Erfahrungen voraus hat. Daher ist die sportliche Fitness nicht unbedingt der wesentliche Erfolgsfaktor, sondern spielt das rasche Lernen und Umsetzen die entscheidende Rolle. Schon beim Üben an den Biathlongewehren und auf dem Thoraxtrainer sind die 14 Wirtschaftsspezialisten engagiert bei der Sache. Während der Duelle dann im Blickpunkt derMitarbeiter zu stehen, damit geht jeder anders um, doch es kommt zu der spotlichen Herausforderung noch hinzu. Um so beachtlicher die Leistung des Gesellschafters Axel Friedrich ( im Bild oberhalb), der gleich im 2. Firmenduell ein fehlerloses Schießen und die Zeit von 2:49 Minuten erreicht. Mit diesem Ergebnis setzt er sich sogar zu diesem Zeitpunkt an die Etappenspitze, schafft als einziger der 14 Mitarbeiter 5 Treffer und zieht ins Firmenfinale ein. Petra Beismann (im Bild oberhalb) traut sich in ihr Duell, obwohl ihr das Offenhalten des rechten Auges bei geschlossenem linken nicht gelingen will. Die Lösung ist rasch gefunden: Mit Gulasch-Alt-Bierdeckel vorm Auge ist der Durchblick hergestellt.  Organisator und Gesellschafter Aiko Schellhorn (im nebenstehenden Bild) nimmt mit seinen 3 Treffern in 3:00 Minuten schon Kurs aufs Finale, doch dann kommt Hobbyläufer Dr. Marc Derhardt (im nebenstehenden Bild) und überholt den Vorgesetzten mit 3 Treffern in 2:49 Minuten.

Prima Stimmung dann nochmal im Firmenfinale, das Axel Friedrich mit dem letzten Schuss gegen Dr. Marc Derhardt mit 3:2 Treffern gewinnt.

Das exklusive Firmen-Biathlonturnier ist eine prima Idee, die sich ausbauen und verfeinern lässt. Die Mitarbeiter von Eversheim-Stuibler hatten einen spannenden Weihnachtsfeierauftakt und sparten danach nicht mit Lob. Dafür bedanken wir uns herzlich!

Die Etappenbesten

Ein fehlerloses Schießen nach der Thoraxtrainerbelastung ist bei jedem Etappen-Nachbericht eine Hervorhebung wert. Um so mehr, wenn die Leistung von einem 11-Jährigen erbracht wird, der – außer einmal im Jahr beim Osterather Schützenfest – keinerlei Schießerfahrung mitbringt. Gemeinsam mit seiner Mutter Sarah (im Bildhintergrund) geht Leonard Jung am Donnerstag ins Biathlonduell. Die ruhige Hand hat der aktive Tennis- und Handballspieler wohl im sportlichen Training schon ausgebildet und auch der Wille zur Konzentration ist bei dem Gymnasiast, der später vielleicht Landschafts- und Gartenarchitekt werden möchte, ausgeprägt. Wir sind dennoch überrascht, dass nach dem ersten Etappentag der 11-jährige als einziger fehlerloser Schütze in 4:48 Minuten als Etappenführender sämtliche 34 erwachsenen Wettkämpfer hinter sich lassen kann und ziehen unsere Hüte vor Leonard! Am Ende erreicht leonard Platz 11.

Die zielsicheren Heimigs

Das Vater-Sohn-Duell zwischen Christian und Leo Heimig ist das einzige an diesen 3 Etappentagen, das mit 10 Treffern endet. Der 14-jährige Leo, ein talentierter Bratschist, zeigt auch am Biathlongewehr die Qualitäten Präzision, Konzentration, Auge-Hand-Koordination. Wenn der junge Meerbuscher neben der Musik auch eine Sportart vertiefen möchte, dann sollte er das Sportschießen unbedingt in seine nähere Auswahl nehmen. In 4:00 Minuten erreicht er mit 5 Treffern Platz 5 am Freitag und Platz 10 in der Etappenwertung. Zwei Plätze vor ihm rangiert Vater Christian mit 3:39 Minuten und 5 Treffern.

Weight watchers-Manager macht gute Figur

Holger Kersten arbeitet im customer relation Management der Firma weight watcher. Durch eine Bandscheiben-OP kann er seit Monaten nur sehr eingeschränkt Sport treiben. Den 400 m Skilanglauf auf dem Thoraxtrainer steckt er auch nicht so schnell weg und nimmt sich einige Atemzüge zum Verschnaufen, bevor er das Biathlongewehr aufnimmt. Beim Schießen macht der Hobby-Bogenschütze eine ausgezeichnete Figur und erreicht in 3:52 Minuten mit 5 Treffern den 9. Etappenplatz.

Platz 7 geht an den 46-jährigen IT-Admin Ifgeni Ziwitkis aus Mülheim a.d.R. Er schafft das fehlerlose Schießen am Freitagmittag gleich im ersten Duell des Tages in 3:34 Minuten.

 

 

Platz 5 geht an den Wirtschaftsprüfer Axel Friedrich, der als Gewinner des Firmenturniers hier bereits erwähnt wurde. Knapp hinter ihm landet der selbständige Sachverständige Karsten Schneider (im nebenstehenden Bild vorne), dessen Büro in Meerbusch auf Betriebsunterbrechungs- und Warenschäden spezialisiert ist. Er selbst benötigt auch unter Belastung keine Fehlschuss-Versicherung und erreicht 2:55 Minuten und 5 Treffer im Duell mit Stefan Jung.

Platz 4 erreicht der Fischelner Bauingenieur Jörg Wingmann. Der 42-Jährige geht am Freitagabend zusammen mit seinem Kollegen Dirk Tillmann ins Biathlonduell. Dabei zeigt der Hobby-Skifahrer und Gelegenheitsläufer neben dem fehlerlosen Schießen auch eine ausgezeichnete sportliche Leistung auf dem Thoraxtrainer und drückt die Etappenbestzeit auf 2:47 Minuten.

Die besten Drei

Im Duell zwischen Reiseleiter Oliver Jungheim und dem starken Turner Nico Pflitsch spricht nach dem 400 m Skilanglauf nicht allzu viel für den Amazonasspezialisten Oliver. Ziemlich ausgepumpt steht er mit dem Biathlongewehr da und wartet auf den ersten brauchbaren Moment, um einigermaßen kontrolliert die 60 mm-Ziele anpeilen zu können. Nico hingegen scheint die Thoraxtrainerbelastung locker wegzustecken. Doch so leicht ist Biathlon eben doch nicht vorhersehbar. Nico leistet sich 3 Fehlschüsse, während der Anbieter spiritueller Dschungeltouren, vorwiegend in Brasilien, in der körperlichen Grenzsituation konzentriert und cool bleibt. Das fehlerlose Schießen hatten wir ihm, ehrlich gesagt, nicht zugetraut. In 2:41 Minuten übernimmt der Gleitschirm-Fan nach dem 2. Etappen die Führung. Sehr zur Freude seines 7-jährigen Sohnes Noah. Am Etappenende blieb dann „nur“ Platz 3.

Der Etappensieg geht nach Belgien

Steven van Kerckhoven heisst der Sieger der 3-tägigen Winterwelt-Etappe in Meerbusch-Büderich. Eine Woche nach der Etappe im belgischen Eupen und dem dortigen Sieg des belgischen Biathleten, Andreas Braun, verlängert Steven die „Belgischen Wochen“ der Tour mit dem stärksten 400 m-Skilanglauf aller fehlerfreien Schützen und einer Zeit von 2:17 Minuten mit 5 Treffern. Zu Hause ist der junge Vater, der an diesem Samstag „Kinderdienst“ hat, weil seine Frau in Belgien weilt, im flämischen Leuwen, etwas östlich von Brüssel im Arrondissement Löwen. Sein Job beim Weltunternehmen für Gesundheitsartikel, Johnson & Johnson, führte ihn nach Deutschland, genauer nach Meerbusch. Der Ski- und Fitnessfan besiegte in seinem Duell keinen geringeren als Etappensieger Jens Seggewiß, der seine Etappe in Coesfeld mit 2:00 Minuten und 5 Treffer gewann und sicher einer der Favoriten auf den Toursieg am 28.12. auf Schalke ist. Hier in Meerbusch leistet sich Jens einen Schießfehler und darauf wartet nur ein Löwe, um die Beute wegzuschnappen. Es ist ein Vorgeschmack auf das Tourfinale, wo 39 Löwen gegeneinander den König der Löwen ermitteln. Steven wird nun nicht mehr der unbeschwerte Newcomer sein, sondern als Etappensieger auf Schalke um den Toursieg und die Reise für 2 Personen ins Dorint Hotel & Sportresort Winterberg kämpfen. Dass er dort in der 1. Runde auf seinen Landsmann, Andreas Braun, treffen wird, ist der zufälligen Dramaturgie geschuldet.

Hinter Steven erreicht der Meerbuscher Polizist und Hobbyfußballer, Marco Hohenstein (im nebenstehenden Bild, rechts), Platz 2. Im vorletzten Duell der Etappe schafft er im Duell mit Andreas Klaff starke 2:35 Minuten mit einem Schießen, wie wir sicherheitsliebenden Menschen es von einem Polizisten erwarten, einem fehlerlosen.

Letzte Impressionen, letzter Dank

Die drei schweigenden Zeugen dieser Etappe rechts der Biathlonarena sollen nicht verschwiegen werden. Sie sahen eine Etappe mit 145 z.T. sehr engagierten Wettkämpfern und einem auffällig hohen Anteil an Kindern, was nicht so sehr verwundert, da die Biathlonarena unmittelbar gegenüber einer Grundschule Station machte. Immer wieder legten wir daher auch „Kidsbiathlon-Phasen“ ein, zu denen wir unsere Tourregeln „Teilnahme ab 12 Jahre“ um eine „Lex Meerbusch“ erweiterten.

Unser abschließende Dank gilt dem Meerbuscher Stadtmarketing für die Unterstützung in der Organisation und Pressearbeit, sowie Klaus Unterwainig und seinem „Gulasch-Alt-Team“, die als Gastgeber nicht nur eine tolle Veranstaltung mit der WBM-Winterwelt auf die Beine stellen, sondern uns auch bestens betreut und versorgt haben!

Bilder: Klaus Kremer, Martin Bremer    Text: Martin Bremer