Nachbericht zur 25. Etappe 2016 in Kassel

Auftakt zur Shopping-Center-Saison mit neuem Tour-Rekord

oiq_6512Nach 24 Etappen, vorwiegend auf Stadtfesten und Marktplätzen, hatten wir fast schon vergessen, wie viel Spaß die Indoor-Saison in den Shopping-Centern macht. oiq_6072Den Auftakt dazu macht an diesem Freitag und Samstag das dez Einkaufszentrum im Norden Kassels, wo wir bereits im Vorjahr eine der schönsten Etappen der Tour 2015 erlebten. oiq_6074In der sehr gepflegten Ladenstraße, zwischen Apotheke, 2 Optikern, Mode- und Schuhgeschäften hat uns das dez-Centermanagement den weißen Teppich ausgerollt und die Biathlonarena steht  darauf von Freitagmorgen bis Samstagabend den Shopping- und Biathlonfans aus Nordhessen zum Mitmachen zur Verfügung.  Im Rücken der beiden Thoraxtrainer-Loipen sorgt das mit Hauptsitz Kassel europaweit agierende Raumausstattungs-Unternehmen Joka für Biathlon-Weltcup-Atmosphäre. Joka gehört seit vielen Jahren zu den Förderern des professionellen Biathlons. Der imposante Joka-Truck wird auch am 28.12. wieder ein Highlight im Winterdorf auf Schalke sein, dort, wo sich die Biathlonfans vor dem Start der Biathlon-WTC in Feierstimmung bringen.

Großer Andrang am Samstag

oiq_6559Wir kennen das bereits von den Shopping-Center-Wochenenden aus dem vergangenen Jahr, der Freitag bietet Spielräume, sich um die Neugierigen intensiv zu kümmern, Schießhaltung- und Technik zu korrigieren und einzuüben, während samstags von Beginn an der Besucherstrom so hoch ist, dass Organisationstalent gefragt ist, um allen Interessierten das „Schnupperschießen“ ohne lange Wartezeiten zu ermöglichen.

Im dez erhalten wir an beiden Tagen perfekte Schützenhilfe durch den einzigen Schützenverein in und um Kassel, der eine aktive Abteilung für Sommerbiathlon unterhält. Der SVF Heiligenrode unterstützt uns während der gesamten 14-stündigen Etappe in der Betreuung der über 1000 Mitmacher, von denen 111 auch in den Wettbewerb um die Finalteilnahme und die beiden VIP-Tickets für den Biathlon auf Schalke am 28.12. in der VELTINS-Arena ziehen. SVF-Vorsitzender, Peter Rohmann (Bildmitte im weissen T-Shirt) engagiert sich ebenso von der ersten bis zur letzen Minute dieses Events, wie seine Vorstandskollegin Gabi Weilert (rechts im Bild am äußeren Biathlongewehr). oiq_6666Biathlontrainer Matthias Kiehlborn (im Bildvordergrund im hellblauen Hemd) gibt am Samstag dutzenden kleiner und großer Biathlonfans Tipps im Umgang mit dem Laserbiathlongewehr. Begeistert von soviel persönlicher Einsatzbereitschaft sagen wir herzlich Dankeschön und freuen uns bereits darauf, das Heiligenroder Team auf Schalke wiederzusehen.

Ebenso herzlich bedanken wir uns bei unserem Etappensieger aus dem Vorjahr im Stern-Center in Lüdenscheid, Sascha Remmel (im nebenstehenden Bild im roten Hemd). Sascha war beim Tourfinale auf Schalke 2015 dabei und kann von den Gänshautmomenten erzählen, die dieser Tour ihre besondere Faszination verleihen. Der 31-jährige Werdohler ist kommunikativ, geht auf die Menschen zu und lässt gar nicht erst das Eis entstehen, das gebrochen werden müsste.

Gleich 14 fehlerlose Wettkämpfer

oiq_671214 von 111 Wettkämpfern schaffen während dieser Etappe nach dem 400 m-Skilanglauf auf dem Thoraxtrainer ein fehlerloses Schießen mit 5 Treffern. So viele, wie bei keiner anderen der bisher 24 Etappen der Tour 2016. Zudem erleben wir die neue Tourbestleistung und das zweitschnellste aller bisherigen Tourergebnisse, 1:45 Minuten, oiq_6378das der Triathlet Florian Drexler (im Bild links, rechts) erzielt, der für den KSV Baunatal in der 2. Bundesliga aktiv ist. Wegen zweier Schießfehler kommt der täglich trainierende Leistungssportler jedoch nicht über den 33. Etappenplatz hinaus. Im folgenden porträtieren wir die Etappenbesten.

 

Die beste Wettkämpferin

gittaAuf den 14. Platz der Etappenwertung schafft es die einzige fehlerlose Wettkämpferin, Gitta Weidemann. Die 58-jährige Pistolenschützin des SV Sandershausen beweist auch mit dem Biathlongewehr ihre Treffsicherheit. Einen Tag vor ihrem Einsatz beim Kassel-Biathlon muss sie auf unserer nur 400 m langen Thoraxtrainer-Strecke oiq_6598ganz schön kämpfen und schafft eine Gesamtzeit von 4:10 Minuten. Schneller ist Antje Rudolph und es sieht schon so aus, als solle sie die beste Wettkämpferin werden. 4 Treffer nach 4 Schüssen erzielt sie, doch der verflixte letzte Schuss…bedeutet Platz 2 bei den Frauen (27. Etappenplatz) mit 4 Treffern und 3:22 Minuten.

 

Sommerbiathlet verpasst knapp die Führung

blaschke_matthiasSommerbiathleten legen zwischen den Liegend- und Stehendschießen jeweils Geländeläufe zurück. Für die 400 m Skilanglaufstrecke auf dem Thoraxtrainer sind sie damit nicht ideal vorbereitet, denn dafür ist vor allem Kraft im Oberkörper gefragt. Der drahtige Läufer, Matthias Blaschke (im Bild im dunkelblauen Hemd), kommt dennoch ausgezeichnet durch die „Loipe“ und zeigt danach seine Qualitäten am Biathlongewehr. Doch ein kleiner Moment der Unachtsamkeit führt zum Fehlschuss. In 2:26 Minuten und mit 4 Treffern verpasst der ehemalige Sommerbiathlet knapp die Führung und wird am Ende 19.

rechts: Lena Heere

rechts: Lena Heere

Die beste Sommerbiathletin des SVF Heiligenrode, Lena Heere, die im vergangenen Jahr noch 2. der Etappe im dez wurde, geht leider gar nicht an den Start, weil sie sich für den 400 m-Skilanglauf nicht ausreichend vorbereitet fühlt. Die 17-jährige möchte 2017 die Qualifikation zur Weltmeisterschaft im Targetsprint schaffen. Dabei werden 3 x 400 m gelaufen mit Liegend- und Stehendschießen dazwischen. Wir wünschen der sympathischen Schülerin dabei viel Erfolg und hoffen, dass sie sich im nächsten Jahr auch an die 400 m Skilanglauf herantraut.

 

Der Ex-Soldat weiss noch, wie es geht

schmerer_matthiasEs ist Freitagnachmittag und von nun an hängt die Meßlatte hoch für all jene, die im dez Etappensieger werden möchten. Der 47-jährige Matthias Schmerer, 8 Jahre lang Zeitsoldat und heute Vertriebler in Kassel, hat das Schießen noch nicht verlernt und bleibt ohne Fehlschuss. Der Hobbymountainbiker legt aber auch ein sportliches Tempo auf dem Thoraxtrainer hin und erreicht das Ziel in 2:26 Minuten. Mit dieser Zeit sind schon einige der bisher 24 Touretappen gewonnen worden. Wer Matthias noch vom 1. Platz verdrängen möchte, wird nun Talent und Anstrengung investieren müssen.

3 Angriffe auf die Etappenführung

oiq_6229Der 22-jährige Pascal Herbold aus Volkmarsen spielte für seinen Heimatverein bis vor kurzem in der Bezirksliga Fußball. Durch sein Duales Studium findet der angehende Elektroingenieur jedoch derzeit kaum Zeit für sein Hobby. Doch der Wettkampfgeist in ihm ist noch lebendig und so unterbricht er seinen Shoppingnachmittag, um die Biathlon-Herausforderung anzunehmen. Der Mittelfeldspieler erweist sich als höchst treffsicher, schafft ein fehlerloses Schießen, doch lässt er sich zwischen den Schüssen zu viel Zeit, um die Etappenführung übernehmen zu können. In 3:39 Minuten wird er am Ende 13. von 111 Wettkämpfern.

oiq_6290Noch besser macht es Jakob Feicht (im Bildvordergrund am Gewehr). Im Duell mit seinem Bruder Julian ist der 22-jährige Medizinstudent zwar der Langsamere, schiesst aber deutlich präziser. Auch Jakob ist Hobbyfußballer und spielt bei seinem Verein in Braunau im Mittelfeld. Ins vordere Feld unserer Etappe bringen ihn seine 5 Treffer in 3:22 Minuten. Jakob wird 11.

monjiEinen Platz vor Jakob landet der 28-jährige Tischtennisspieler von Tuspo Rengershausen, Monji Zouaoui (im weissen T-Shirt). Der Student der Wirtschaftswissenschaften in Kassel erreicht im Duell mit Dimitri Hill die 5 Treffer in 3:12 Minuten.

Alter schützt vor Leistung nicht

schroederNach den 3 Studenten versucht sich der 56-jährige Polizist, Karl-Peter Schröder darin, Matthias Schmerer an der Etappenspitze abzulösen. Wie schon so häufig während der bisher 24 Touretappen, so beweist auch Karl-Peter, dass vordere Platzierung bei dieser Biathlon-Challenge auch im Alter von 50+ keine Seltenheit sind. Nun mag mancher meinen, dass 5 Treffer für einen Polizisten doch selbstverständlich sein müssten, doch nach der Belastung des 400 m-Skilanglaufes muss ein jeder hellwach und hochkonzentriert sein, um das im Atemrhythmus hin und her wippende Gewehr „in den Griff zu bekommen“ und den richtigen Moment des Abziehens zu wählen. Bei Karl-Peter, der auch Hessischer Meister im Triathlon ist (Olympische Distanz) beeindruckt das starke Rennen auf dem Thoraxtrainer und der extrem schnelle Schießrhythmus, mit dem er einige Sekunden herausholt und in 2:25 Minuten eine Sekunde vor Matthias Schmerer die Etappenführung übernimmt.

Highlight zum Ende des 1. Etappentages

selischkarWährend des gemütlichen Abendshoppings entdeckt der 22-jährige Zeitsoldat in Schwarzenborn, Daniel Selischkar (im orangenen T-Shirt), die Biathlonarena und schaltet auf „Wettkampf-Modus“ um. Diese Momente sind immer wieder faszinierend, wenn Menschen mit Sportsgeist ganz relaxed ihre Freizeit genießen und dann innerhalb weniger Minuten eine Metamorphose durchlaufen, sich von der Herausforderung fangen lassen und motiviert an der Startlinie zum Biathlonduell stehen. Daniel ist Sportschütze beim SV Germerode und als Amerikan Footballer dürfte er auch die Kraft für die 400 m-Strecke auf dem Thoraxtrainer mitbringen, um die 2:25 Minuten von Polizist Karl-Peter zu gefährden. Im Duell mit Emrah Ugljanin zeigt Daniel tatsächlich ein famoses Rennen und wechselt nach ganz starken 90 Sekunden vom Thoraxtrainer ans Biathlongewehr. Dort macht er fast alles richtig und schiesst im ganz schnellen Rhythmus. Mit 2:06 Minuten ist er deutlich schneller als der führende Karl-Peter, doch eine einzige falsche Entscheidung führt zu einem Fehlschuss. 4 Treffer bedeuten statt Etappenführung am Ende den 16. Etappenplatz.

Turbulenter 2. Etappentag

oiq_6494So, wie wir das dez bereits bei der Etappe 2015 am damaligen Helloween-Samstag kennenlernten, so zeigt es sich auch an diesem 3. Samstag im September. Es ist von morgens bis abends gut besucht, obwohl in Kassel an diesem Wochenende Ausnahmezustand herrscht, weil der beliebte Kassel-Marathon die Straßen der Stadt für sich eingenommen hat. Die Shoppingatmosphäre ist entspannt, die Menschen haben Zeit mitgebracht und am Tagesende wird das Tourteam in Kooperation mit den Heiligenroder Sommerbiathleten rund 600 Neugierigen das Schießen mit dem Laserbiathlongewehr nähergebracht haben. 60 von ihnen starten in den Biathlonwettbewerb und es bilden sich immer wieder Zuschauertrauben, wenn die Duellanten in der „Loipe“ ihren Spurt zum Biathlongewehr absolvieren. Es sollte ein packendes Finish um den Etappensieg werden.

Sommerbiathlet mit Fanclub

sascha_haassSommerbiathlet Sascha Haass ist aus Darmstadt nach Kassel gekommen, um seine Schwiegereltern zu besuchen. Mit der ganzen Familie genießt der 25-jährige Hotelfachangestellte das Shopping, doch als er dort „seinen“ Sport entdeckt befällt ihn das Wettkampfvirus. Die Thoraxtrainer-Loipe bietet dem guten Läufer keinen Wettbewerbsvorteil, doch am Biathlongewehr zeigt Sascha im Duell mit Reiner Ellermann seine Trainingsroutine und schafft als erster an diesem Tag 5 Treffer. 2:52 Minuten reichen bei dieser sportlichen Etappe jedoch nur zu Platz 9.

Umkämpfte Etappenführung

strueber_florianWie lange hält die Etappenführung des 56-jährigen Polizisten Karl-Peter Schröder, der gestern 2:25 Minuten vorgelegt hatte? Florian Strüber (im braunen T-Shirt) ist der erste an diesem Samstag, der sie unterbietet. Doch der eine Schießfehler bringt ihm mit 2:24 Minuten, statt der Etappenführung nur den 17. Platz

ozata_ersinEinen ganz starken Wettkampf macht Ersin Ozata (weißes T-Shirt). Der in Kassel geborene jedoch in den Haag lebende Bauunternehmer lässt sich von dem außerordentlich schnellen Triathleten neben ihm, Florian Drexler, nicht entmutigen und kommt selbst zügig über die 400 m-Strecke. Am Biathlongewehr holt sich der 35-jährige Hobbyfußballer den Duellsieg durch souveräne 5 Treffer. Und die Zeit? 3 Sekunden fehlen Ersin zur Etappenführung. Mit 2:27 Minuten wird er am Ende 7.

Warteliste ab dem Mittag

oiq_6529Ab dem Mittag entsteht für den Wettbewerb eine Warteliste, die wir aber zu keiner Zeit länger werden lassen müssen, als 5-6 Minuten. Draussen regnet es dauerhaft und heftig und im Shopping-Center hat gefühlt jeder Dritte ein Eis in der Hand.

oiq_6566oiq_6576In David Dittmann (nebenstehendes Bild) erleben wir schon den  nächsten Meisterschützen, der nach dem 400 m Skilanglauf 5 Treffer schafft. Auf der Etappe vor 2 Wochen in Beckum warteten wir 6 Stunden darauf, dass einer von 80 Wettkämpfern kurz vor Etappenende ein fehlerloses Ergebnis erzielte und hier im dez wird der 29-jährige David, der Archäologische Wissenschaft in Marburg studiert, in 2:43 Minuten Achter. Diese Zeit hätte in Beckum zum Sieg gereicht.

Keine Bilder haben wir von Chris Ziaja. Der 26-jährige Soldat aus Fritzlar und Eishockeyspieler bleibt in 2:24 Minuten unter der Zeit des Etappenführenden und macht beim Schießen mit 4 Schüssen 4 Treffern. Doch mit dem letzten Schuss verfehlt er die Etappenführung

Wird ein Finale um den Etappensieg nötig?

andos_stefanMit Stefan Andos (im weißen T-Shirt) und Musa Inci versuchen es nun zwei ganz Kräftige. Die beiden Fitness-Sportler bringen auf der ersten Hälfte der 400 m-Strecke mächtig Druck auf die Langlaufstöcke. Auf den letzten 100 m haben beide schwer zu kämpfen, was bei Musa auch zu 3 Schießfehlern führt. Doch Stefan, der 23-jährige Lagerlogistiker, sammelt am Gewehr nochmals seine Konzentration und schafft das fehlerfreie Schießen. Es passt zu diesem Tag, dass er dabei exakt jene 2:25 Minuten erreicht, die der bisher Führende, Karl-Peter Schröder, gestern benötigte. Wird nun ein Finale um den Etappensieg nötig? Karl-Peter hatte sich gestern für 17 Uhr an diesem Samstag angekündigt. Doch noch liegen rund 2 Etappenstunden vor uns.

Das schnelle Vater-Sohn-Duell

trifonovWie rasch am heutigen Tag die Gedanken um ein mögliches Finale überholt sein können, erweist sich gleich im nächsten Duell. Nikolay Trifonov geht mit seinem 17-jährigen Sohn Michel an den Start. Der 42-jährige Bulgare ist seit 4 Jahren in Deutschland und arbeitet in Kassel als Kfz-Mechaniker. Vor 24 Jahren war er in seiner Heimatstadt Montana als Biathlet aktiv und er kann es auch heute noch. Zunächst gibt Michel den Ton an, führt auf der gesamten 400 m-Strecke vor dem Vater, zunächst mit 20 m Vorsprung, am Ende bleiben 10 m davon übrig. In starken 91 und 93 Sekunden geht es für die beiden ans Biathlongewehr. Die führenden 2:25 Minuten dürften wohl von beiden klar unterboten werden. Doch wie treffsicher sind sie? Michel erlaubt sich rasch einen Fehlschuss. Nikolay wirkt jedoch enorm konzentriert und schießt im schnellen Rhythmus. Souverän schafft er den Duellsieg gegen Michel mit 5:3 Treffern und erreicht eine Spitzenzeit: 2:06 Minuten. Mit der sechsbesten Leistung aller bisher 1600 Wettkämpfer der Tour 2016 holt sich Nikolay die Etappenführung. Doch diese Leistung scheint die Sportler hier im dez nur noch mehr anzuspornen…

Der Traktor-Fan kann auch schnell

goebel_manuelTraktor-Fan gegen Läufer. Bei einem sportlichen Duell könnte man da den Läufer vorne wähnen. Hier beim Biathlon-Duell im dez kommt es jedoch anders. Manuel Göbel (blaues T-Shirt) ist mit seiner Frau und Sohn Max aus Hann. Münden zum Shopping rüber nach Kassel gekommen. Der Industriemechaniker hat einen eigenen Traktorclub gegründet und sein neuestes Gefährt ist ein Allgeier von 1950 mit 22 PS und 23 km/h Höchstgeschwindigkeit. Mindestens so schnell kämpft er sich gegen Läufer Alex Mix durch die Thoraxtrainer-Loipe. Beim Schießen behält der 37-Jährige, der in seinem Hann.-Mündener Heimatort Lippoldshausen der freiwilligen Feuerwehr angehört alle Ruhe. 5 Treffer schafft er, doch in welcher Zeit? Mit 2:09 Minuten verfehlt Manuel die Etappenführung um ganze 3 Sekunden. Jetzt ist sein Ehrgeiz geweckt. Manuel kündigt sich für einen nächsten Versuch in 20 Minuten an.

goebel_manuel_2In der Zwischenzeit ist auch der Champion des Freitags, Karl-Peter Schröder eingetroffen. Er hält sich nicht lange mit Enttäuschung darüber auf, dass er die Etappenführung verloren hat, sondern möchte ebnefalls nochmal an den Start gehen. So erleben wir doch noch eine Art Etappenfinale, denn der Zweite, Manuel Göbel und der Dritte, Karl-Peter Schröder machen sich kurz vor Etappenende auf die Jagd nach der Etappenführung, die der frühere bulgarische Biathlet, Nikolay Trifonov mit 2:06 Minuten inne hat. Geht da noch was?

Gleich auf den ersten Metern wird klar: da geht noch was. Manuel Göbel kann tatsächlich noch etwas zulegen und ist jetzt definitiv schneller in der Loipe als sein Traktor auf dem Feld. Die Überraschung ist Karl-Peter Schröder. Der 56-jährige steigert sich im Vergleich zum Vortag beträchtlich und liegt nur 4 Sekunden nach der 400 m-Strecke hinter Manuel zurück. Die Zeiten von 86 und 90 Sekunden zeigen an, dass im abschließenden Schießen für beide noch der Etappensieg möglich ist. Wir erleben ein grandioses Finish. Beide riskieren viel und schießen beinahe ohne jede Verschnaufpause. Doch beide treffen und eine Treffererkennungslampe nach der nächsten springt rasend auf grün. Am Ende steht die phantastische Zeit von 2:00 Minuten für Polizist Karl-Peter Schröder, dem jedoch ein Schießfehler unterlief. Doch Manuel Göbel schafft mit neuem Tourrekord von 1:52 Minuten erneut die 5 Treffer und wird Etappensieger im dez. Der Traktorfan aus Lippoldshausen hat die Power und Präzision, um auch das Finalfeld der Touretappensieger am 28.12. auf Schalke kräftig durchzupflügen.

Wettkampfbericht: „Zielsicheres Kassel“

Wir freuen uns auf die vier zielsicheren Kasselaner. Der Politiker, Hendrik Jordan, der sich schon seit rund 40 Jahren um die Lebensqualität in seiner Heimatstadt verdient macht  und seit 2011 ehrenamtlich im Stadtrat mitwirkt, übernimmt die ungeliebte Rolle des Startschützen. Mit einem Durchnitt von knapp 8,2 Ringen pro Schuss erzielt er 40,8 Ringe. Dass dieses Ergebnis in der Rangliste des Wettbewerbs Zielsichere Stadt nicht für die vordere Hälfte reicht, liegt an den zwei bis drei Schützen, welche die meisten Städte bisher in ihr Team integrierten. Dadurch erscheinen die guten Schießergebnisse der Politiker bei oberflächlicher Betrachtung unter Wert.  Gleiches gilt für den Wirtschaftsförderer der Stadt Kassel, der es in seinem beruflichen Alltag mit Unternehmensschwergewichten, wie Volkswagen, K + S oder Joka zu tun hat, sich aber dennoch an diesem Freitagnachmittag die Zeit für unseren Wettbewerb nimmt. Er schießt durchschnittlich sogar 8,6 Ringe und steuert 43,3 Ringe zum Gesamtergebnis bei. Etwas Pech hat dez-Centermanager Kai Ehlers. Er hat 4 Schüsse mit einem Durchschnitt von  9,0 Ringen, doch ein einziger verpatzter Schuss zieht das Gesamtergebnis nach unten: 38,3 Ringe.  Der Schützen-Vorsitzende, Peter Rohmann, wird seiner Rolle gerecht und steuert das beste Einzelergebnis der 4 bei. 44,8 Ringe schafft der „Captain“ des SVF Heiligenrode. Mit 167,2 Ringen haben die 4 Kasselaner alleine 8 Teams vor sich, die weniger als 5 Ringe besser sind. Der 17. Platz nach 25 Etappen hätte mit etwas Glück auch eine Top 10-Platzierung werden können.  Wir sagen dem sympathischen Team herzlich dankeschön  für die Teilnahme an diesem Wettbewerb!

zielsicheres_kassel_oiq_6285Eine unserer Lieblingsetappen…

…geht vorüber und der abschließende Dank geht an das Centermanagement des dez. oiq_6196Centermanager Kai Ehlers war 2014 der Erste, der sich für eine Etappe der Biathlon auf Schalke-Tour entscheiden konnte, seinerzeit noch ohne jedes Anschauungsmaterial von anderen Etappen. Hier im dez begegnen wir also auch unseren Anfängen und freuen uns über diese Zusammenarbeit mit dieser 1. Shoppingadresse Nordhessens.

Fotos: Dani Schwamenhöferova   Text: Martin Bremer

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