Nachbericht zur 20. Etappe 2016 in Hochneukirch

Biathlonfest mit olympischem Geist

OIQ_3442Eingeladen von der Wirtschaftsförderung Jüchen macht die Biathlon auf Schalke-Tour im Gemeindeteil Hochneukirch zum verkaufsoffenen Sonntag Station auf dem Adenauerplatz. Erstmals kommt die Tour heute in den Rheinkreis Neuss, wo mit der hiesigen Skihalle auch der Schneeproduzent für den Biathlons auf Schalke zu Hause ist.

Hochneukirch gehört seit 1975 zur Gemeinde Jüchen, die mit ihren rund 23.000 Einwohnern in 30 Ortschaften unmittelbar nördlich von Europas größter zusammenhängender Braunkohlelagerstätte, Garzweiler, liegt. Mit seinen rund 5000 Einwohnern zeigt sich Hochneukirch, dessen Historie bis weit ins Mittelalter zurückgeht, heute als lebendiger Gemeindeteil mit einer aktiven Händlergemeinschaft und einem starken Heimatverein.

OIQ_3447Die Biathlon auf Schalke-Tour stand hier auf ihrer 20. Etappe im Mittelpunkt dieses „Händler-Aktionstages“, der mit Hüpfburg, Tombola, Modenschau, Grill- und Getränkeständen Volksfeststimmung aufkommen ließ. Das Highlight war sicherlich die BiathlonStaffel Gemeindemeisterschaft. Doch auch der Wettbewerb Zielsicherste Stadt und das höchst spannende Finish um den Etappensieg sollten zu den besonderen Momenten eines Tages werden, der zugleich als Schlusstag von Olympia in Rio in Erinnerung bleiben wird. Der Olympische Geist wird aber auch hier in Hochneukirch lebendig

Feuchter Start in den Tag

OIQ_3244Der Morgen verheißt nichts Gutes. Während des Aufbaus der Biathlonarena begleitet uns dauerhaft kräftiger Regen. Auch die Aussichten für den Mittag und Nachmittag sind eher trübe. Wie schön, dass die Wetterfrösche zumindest teilweise irren und der Tag doch manche Sonnenstunde und nur vereinzelte Schauer bringt. Für diesen verkaufsoffenen Sonntag scheint es das ideale Wetter zu sein. Für große Unternehmungen ist es den meisten wohl zu unbeständig, also kommen sie auf den Adenauerplatz. Uns freut es.

Ein starker Partner

Heimatverein_1Der Heimatverein Hochneukirch ist zugleich auch der Schützenverein. Fast der gesamte Vorstand ist an diesem Sonntag auf den Beinen und unterstützt uns bei der Betreuung der Schnupperschützen. André von Blumenthal erweist sich auch gleich im ersten Biathlonduell des Tages als sicherer Schütze und guter Skilangläufer. Die 400 m-Strecke auf dem Skilanglaufergometer Thoraxtrainer legt er mit der Doppelstocktechnik in 1:48 Minuten zurück. Noch stärker ist sein Schießergebnis. André schießt sicher und zugleich im schnellen Rhythmus. 4 Treffer legt er mit seinen 5 Schüssen hin und die gute Endzeit von 2:24 Minuten, einer Zeit, die schon bei vielen Touretappen für den Sieg gereicht hat. Doch ob die 4 Treffer reichen werden?

Heimatverein_2Auch der Präsident des Heimatvereins, Benedikt Obst, wird später beim Wettbewerb Zielsicherste Stadt noch aktiv ins Geschehen eingreifen und Schießmeister Martin Schröder sowie Christian Pieper und Mario Meurer treten gemeinsam zur BiathlonStaffel-Meisterschaft an. Wir bedanken uns hier bereits beim Heimatverein für die engagierte und kompetente Unterstützung. Die Kooperation mit den lokalen Schützenvereinen ist zweifellos ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Biathlonetappen. In Hochneukirch wird dies einmal mehr deutlich.

Erfreuliches Biathloninteresse

OIQ_345460 Wettkämpfer nehmen im Laufe dieses Etappentages am Wettbewerb teil. Ca. 400 Neugierige testen ihre Treffsicherheit am Laserbiathlongewehr und zahlreiche Schaulustige haben Zeit mitgebracht, zeigen ein erfreuliches Interesse an den Biathlonduellen und unterstützen die Wettkämpfer emphatisch mit Applaus und Anfeuerung.

Ganz schnelle Hochneukircher

LarissaZwei außergewöhnlich gute Leistungen auf dem Thoraxtrainer erleben wir sowohl bei den Frauen und Männern. Die erst 14-jährige Larissa Wexel schafft in 2:35 Minuten sogar die schnellste Zeit aller bisherigen Wettkämpferinnen der Tour nach 20 Etappen. Die 400 m-Strecke legt die Rettungsschwimmerin der DLRG Hochneukirch und Leichtathletin in phantastischen 1:46 Minuten zurück. Leider ist die talentierte Sportlerin, die auch Schach im Verein spielt, am Biathlongewehr noch nicht so geübt, so dass ihr bei ihren 5 Schüssen 3 Fehlschüsse unterlaufen. Und doch fühlen wir uns bei Larissa an unsere 13-jährige Etappensiegerin aus Warendorf, Jana Harmeling, erinnert, die sich auch zunächst auf der Etappe in Borken an das Biathlongewehr gewöhnen musste, um 4 Wochen später ganz überraschend die Etappe in Warendorf ohne jeden Schießfehler zu gewinnen. Vielleicht versucht es Larissa auf der Etappe in Jülich am 10./11. September ja ebenfalls ein zweites Mal. Happy End nicht ausgeschlossen.

MarioAuch unter den Männern ist ein ganz starker Skilangläufer. Mario Meurer, im vergangenen Jahr bei den „Blauen Husaren“ zum Major befördert und zugleich im Generalstab des Heimatvereins aktiv, schiebt sich mit den Stöcken derart kraftvoll durch die Thoraxtrainer-Loipe, dass er bereits nach 90 Sekunden zum Biathlongewehr wechselt. Vielleicht hätte er sich beim Schießen etwas mehr Zeit lassen sollen. So absolviert er in rekordverdächtigen 24 Sekunden alle 5 Schüsse und schafft die viertbeste Zeit aller bisherigen 1260 Wettkämpfern der Tour mit 1:54 Minuten, doch zwei Fehlschüsse bedeuten für ihn Platz 12 in der Etappenwertung. Doch Mario war damit nicht das letzte Mal am Start.

Erfolgreiche Schwimmerin mit Biathlon-Talent

LeonieMit Leonie Moser vom TV Jüchen ist eine mehrfache Verbandsmeisterin im Schwimmen am Start des Biathlonduells. Sie tritt gegen ihren Vereinskollegen Till Rösner an. Und wieder werden Erinnerungen bei uns wach. Vor 4 Wochen war es die Schwimmerin Irina Bychkova, die im letzten Duell des Tages gegen ihren Vereinskollegen und Bayerischen Meister, Max Deuker, die Touretappe in Gersthofen gewann. Die Schwimmer kommen mit der Oberkörperbelastung auf dem Thoraxtrainer gut zurecht. Das ist auch bei Leonie so. Doch ihren Sieg im Duell mit Vereinskollege Till verdankt sie ihrer ruhigen Hand. Leonie schafft 4 Treffer und eine Zeit von 3:20 Minuten. Dieses Ergebnis bedeutet den 10. Platz in der Etappenrangliste und den 2. Platz unter den Teilnehmerinnen. Till ist zwar 41 Sekunden schneller erreicht mit 2:39 Minuten und 2 Fehlschüssen jedoch „nur“ den 18. Platz.

Schießmeister gegen Posaunist

Schroeder_JuengstNun greift auch der Schießmeister, Martin Schröder, in den Wettbewerb ein. Sein Gegner ist Toto Jüngst, der in der örtlichen Jägerkapelle die Posaune bläst. Ob man Jäger sein muss, um in der gleichnamigen Kapelle zu musizieren, das hat uns Toto nicht verraten, aber zunächst überrascht er mit einem starken Skilanglauf, nimmt Schießmeister Martin rund 15 Sekunden ab und wird damit selbst zum Gejagten. Martin verlässt sich ganz auf seine Präzision am Biathlongewehr und das zurecht. Er schießt blitzschnell und holt die verlorene Zeit Schuss für Schuss auf. Am Ende stehen für ihn 4 Treffer und 2:48 Minuten. Das ist zunächst Platz 2 hinter André von Blumenthal. Und der Posaunist? Der schießt wie ein Jäger, trifft ebenfalls viermal und braucht ebenfalls 2:48 Minuten. So hat dieses spannende Duell zwei Sieger, die sich am Ende den 6. Etappenplatz teilen.

Wird Mohammed der Etappenkaiser?

CaesarDer Syrer Mohammed Al Hamad ist seit ca. einem Jahr in Deutschland. Der junge Mann, der von seinen Freunden Caesar genannt wird, spricht so ausgezeichnet deutsch, da erstaunt die kurze Aufenthaltszeit wahrlich. In Syrien studierte Mohammed Pharmazie. In Deutschland möchte er nun zunächst Arbeit finden und sein Studium zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufnehmen. Auch sportlich ist der Rettungsschwimmer, der die DLRG Hochneukirch verstärkt, fit. In ganz starken 93 Sekunden schafft Caesar die 400 m-Strecke. Am Biathlongewehr bleibt er, der allein aus Syrien nach Deutschland gekommenen ist, hochkonzentriert und schafft mit seinen ersten 4 Schüssen 4 Treffer. Der verflixte letzte Schuss verfehlt das Ziel, doch seine starke Zeit von 2:10 Minuten bringt Caesar nun zunächst auf den ersten Etappenplatz.

Die BiathlonStaffel Gemeindemeisterschaft

Staffelpokal6 jeweils vierköpfige Staffeln hatten sich bei der Wirtschaftsförderung Jüchen zu diesem Wettbewerb angemeldet, der nun um 15 Uhr in die Biathlon auf Schalke-Touretappe integriert wird. Jeder Staffelstarter legt dabei die gleiche Distanz von 400 m auf dem Thoraxtrainer zurück, wie die Einzelstarter und auch die Anzahl von 5 Schüssen ist identisch. Deshalb werden alle Staffelstarter mit ihrem Einzelergebnis auch in der Etappenrangliste gewertet. In der Staffelwertung bedeutet jeder Fehlschuss jedoch eine Zeitaddition von 15 Sekunden.

OIQ_3540Am Start sehen wir gleich die Frauen- und Männerstaffel des Turnvereins Jüchen, ein Team der DLRG Hochneukirch, die örtliche Feuerwehr, den Heimatverein und ein Team der Jüchener Ergo-Versicherung.

Erstes Staffel-Rennen

OIQ_3430Es geht los mit einem Staffelduell der Schwimmer, denn die DLRG Hochneukirch trifft auf die Männerstaffel des TV Jüchen, die ebenfalls alle 4 im Wasser zu Hause sind. Im schnellen Startduell hat der junge DLRGler, Daniel Lengle (nebenstehendes Bild im hellblauen T-Shirt), der 2. der DLRG-Landesmeisterschaften wurde knapp die Nase vorn in 2:15 Minuten gegen Michael Reinke vom TV Jüchen, der 2:20 Minuten benötigt. OIQ_3441Beide schaffen 2 Treffer und müssen damit 45 Sekunden Zeitaddition für die Fehlschüsse hinnehmen. Als zweite DLRG-Starterin hat Eva Goebbels (im  hellblauen T-Shirt) natürlich einen schweren Stand gegen den kräftigen Jan Burkhardt vom TV Jüchen. Jan läuft 37 Sekunden Vorsprung heraus und erzielt mit 3 Treffern auch einen mehr als Eva, OIQ_3451so dass Paul Gross (Bild unten im hellblauen T-Shirt) als 3. Starter der DLRG nun versuchen muss, möglichst viele der 52 Sekunden Rückstand gegen Till Rösner vom TV Jüchen wieder aufzuholen. Das gelingt dem 3. der DLRG-Landesmeisterschaften glänzend, 22 Sekunden holt er auf der 400 m-Strecke auf und schafft mit 3:2 auch einen Treffer mehr als Till Rösner. Nun sind es also lediglich noch 15 Sekunden Rückstand für die DLRG. OIQ_3456Doch während der 1. Vorsitzende des TV Jüchen, Bernd Lohr, mit kraftvoller Doppelstocktechnik schnell in der Loipe unterwegs ist, hat der erst 14-jährige DLRG-Landesmeister, Niels Quack (nebenstehendes Bild im hellblauen T-Shirt) verständlicherweise einige Mühe „dran zu bleiben“. OIQ_3461Nach der 400 m-Strecke beträgt der Vorsprung für den TV Jüchen wieder 50 Sekunden. Und der 1. Vorsitzende lässt da auch nichts mehr „anbrennen“, trifft viermal, während Niels einen Treffer erzielt, und bringt seinen TV Jüchen an die Spitze der Staffelwertung.

Zweites Staffel-Rennen

OIQ_3475Im 2. Staffelduell treffen die Damen des TV Jüchen auf das Team der Ergo-Versicherung. In einem spannenden Startduell schaffen für den TV Jüchen die Ernährungsberaterin Inga Schubert (orangenes T-Shirt) und für Ergo die junge Kirsten Krüger jeweils ausgezeichnete 4 Treffer. Inga Schubert holt in 3:14 Minuten, dem besten heutigen Ergebnis einer Wettkämpferin, 14 Sekunden Vorsprung für den TV Jüchen heraus. OIQ_3483Doch auch Kirstens 3:28 Minuten sind klasse und bedeuten das drittbeste weibliche Ergebnis. Ivonne Reinke (schwarzes T-Shirt), die Trainerin der Tanzgruppe Black Lions, vergrößert den Vorsprung für den TV Jüchen auf 32 Sekunden und schafft mit 3:1 auch zwei Treffer mehr als Maya Neumann für das Ergo-Team. Der Rückstand für Ergo nach jeweils 2 Starterinnen nun also 62 Sekunden.

OIQ_3494Leonie Moser (weißes T-Shirt) schafft als 3. Läuferin des TV Jüchen 2:55 Minuten, also 25 Sekunden schneller als zuvor bei ihrem Einzelstart. Klaus Breuer kann für Ergo im 400 m-Skilanglauf 11 Sekunden aufholen und schafft mit 2:1 auch einen Treffer mehr als Leonie Moser. Vor den Schlussläufern noch 36 Sekunden Vorsprung für die Damen des TV Jüchen. OIQ_3499Doch jetzt wird es eng. Ergo hat noch ein Ass im Ärmel. Agenturchef Christian Krug holt auf dem Thoraxtrainer Meter um Meter gegen Tennisspielerin Andrea Adrian auf. Bei Streckenhälfte überholt er und bringt Ergo erstmals in diesem Rennen in Führung. Doch er muss ja auch noch 15 Sekunden aufholen, die durch den einen Fehlschuss mehr zustande kommen. OIQ_3501Mit 2:32 Minuten schafft er das auch, schießt aber seinerseits dreimal daneben. Mit einem erstklassigen Schießen könnte Andrea Adrian noch den Sieg für die Staffel des TV Jüchen holen. Leider trifft sie nur einmal. Das Ergo-Team gewinnt dieses zweite Rennen, bleibt jedoch 11 Sekunden hinter dem Zweitplatzierten des 1. Rennens, DLRG, und belegt vorerst Rang 3.

Drittes Staffel-Rennen

OIQ_3513Im letzten Duell trifft der Heimatverein auf die Feuerwehr. Und es geht kurios los. Mario Meurer (im Bild links), wir erinnern uns, der ungekrönte Thoraxtrainerkönig dieser Etappe, schafft wieder ein ähnlich furioses Rennen in 1:55 Minuten und holt gegen den ebenfalls sehr schnellen Feuerwehrmann Marius Mecheels 17 Sekunden Vorsprung heraus. Beide sind jedoch derart außer Atem, dass es Fehlschüsse hagelt. 9 von 10 Schüsse verfehlen das Ziel, nur Marius schafft einen Treffer und holt damit 15 der 17 Sekunden gleich wieder auf.

OIQ_3518Jonas Meuser (im Bild rechts) ist als zweiter Starter der Feuerwehr in 2:22 Minuten zwar 6 Sekunden schneller als Christian Pieper, doch büßt er mit 1:2 Treffern 15 Sekunden ein. Bei Hälfte also 11 Sekunden Vorsprung für den Heimatverein.OIQ_3527

Und für diesen geht nun der treffsichere Andre von Blumenthal (im Bild im schwarzen Hemd) auf die Strecke. Fionn Bischoffs kann für die Feuerwehr auf der 400 m-Strecke dran bleiben, doch mit 4:0 Treffern bringt André den Heimatverein beinahe uneinholbar in Führung.

OIQ_3530Doch der Schlussläufer der Feuerwehr, Sascha Heisters (im Bild rechts), lässt sich nicht entmutigen, wirft das Blaulicht an und düst in 92 Sekunden durch die Loipe. Dabei holt er 30 Sekunden auf den Heimatverein auf. Im Schießen müsste jedoch nun alles für die Feuerwehr laufen, um dem Heimatverein den Sieg noch zu entreißen, und das ausgerechnet gegen den Schießmeister, Martin Schröder. OIQ_3534Letzterer lässt denn auch kein Wunder zu und bringt mit 3:2 Treffern den Duellsieg für den Heimatverein nach Hause. Mit 12:00 Minuten schafft der Heimatverein das beste Ergebnis der 6 Staffeln und steht im Finale gegen das zweitbeste Team, die Männerstaffel des TV Jüchen, die 12:46 Minuten benötigte.

Staffelfinale

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Die 4 vom Heimatverein: v.l.n.r.: Martin, André, Christian, Mario zusammen mit Helmut Kreuz (1. Stellv. Bürgermeister)

So langsam wird es anstrengend. Die Jungs vom Heimatverein haben alle bereits 3 Starts „in den Armen“, für Jan Burkhardt und Till Rösner vom TV Jüchen folgt nun auch schon der 3. Start. Aber die Finalisten und das großartig mitgehende Publikum sind für das Finale nochmal voll motiviert.OIQ_3546

Kann Startläufer Mario Meurer nach der nur kurzen Pause nun auch ein viertes Mal in Rekordzeit durch die Loipe jagen? Und ob er das kann. Doch am Gewehr hat er Pech. Der Abzug hakt. Schnell ist das Ersatzgewehr bereit, doch es kostet ein paar Sekunden und natürlich auch Konzentration. Nach 2:10 Minuten mit 2 Treffern schickt Mario nun Christian Pieper ins Rennen, während Michael ReinkeOIQ_3548 für den TV Jüchen ein starkes Rennen läuft und ebenfalls mit 2 Treffern nahezu zeitgleich mit Mario an Jan Burkhardt (im Bild im gelben T-Shirt) übergibt. Christian und Jan kommen nahezu zeitgleich durch die 400 m-Strecke und in seinem 4. Einsatz schafft Christian für den Heimatverein nun sein bestes Schießergebnis, macht 4 Treffer und damit einen mehr als Jan für den TV Jüchen.

OIQ_3556Rund 15 Sekunden nun also der Vorsprung für den Heimatverein, der nun André von Blumenthal gegen Till Rösner ins Rennen schickt. 3:1 Treffer für André könnten bereits eine Vorentscheidung sein. Der 1. Vorsitzende des TV Jüchen, Bernd Lohr (im Bild unten: links), gibt als Schlussläufer auf dem Thoraxtrainer nochmal alles, OIQ_3560holt rund 10 Sekunden gegen Schießmeister Martin Schröder auf, ist dann jedoch so erschöpft, dass er seine 4 Treffer aus der Vorrunde nicht wiederholen kann. 1 Treffer für Bernd und 3 für Martin bringen die entgültige Entscheidung: OIQ_3565BiathlonStaffelmeister ist der Heimatverein Hochneukirch, der im Finale mit 11:18 Minuten seine Zeit aus der Vorrunde nochmal um 42 Sekunden unterbietet. Verdienter 2. sind die Männer des TV Jüchen vor den jungen DLRGlern aus Hochneukirch. Der 1. Stellvertrende Bürgermeister, Helmut Kreuz ehrt die besten 3 Staffeln und überreicht den sehenswerten Wanderpokal an das Team vom Heimatverein Hochneukirch.

Ehrung_StaffelEndspurt um den Etappensieg

OIQ_3539Die stimmungsvolle Staffelmeisterschaft lockte natürlich einige Neugierige an, die nun, in den verbleibenden 90 Minuten noch eingreifen möchten in den Kampf um den Sieg bei dieser 20. Etappe der Biathlon auf Schalke-Tour und damit um den Siegerpreis der 2 VIP-Karten für den Biathlon auf Schalke am 28.12. in der VELTINS-Arena. Da kein Staffelteilnehmer ein fehlerloses Schießen mit 5 Treffern schaffte heisst das für die folgenden Wettkämpfer: Wer 5 Treffer schafft, egal in welcher Zeit, setzt sich an die Spitze der Etappenwertung. Es führt weiterhin der Syrer Mohammed „Caesar“ Al Hamad mit 2:10 Minuten und 4 Treffern.

Leon und Frank Doerenkamp beim Tourfinale 2015 auf Schalke

Leon und Frank Doerenkamp beim Tourfinale 2015 auf Schalke

Jetzt stehen zwei Wettkämpfer am Start, die die Biathlon-Tour schon bestens kennen. Leon Doerenkamp aus dem benachbarten Odenkirchen war bereits im Dezember 2015 in Ahaus Etappensieger der Tour und stand dann am 28. Dezember 2015 im Finale auf Schalke. Dort unterlag der 17-jährige Abiturient erst dem späteren Tour-Champion, Kai Wilhelmi aus Moers.

Leon in der VELTINS-Arena

Leon in der VELTINS-Arena mit einigen Etappensiegerkollegen

Leon hatte dennoch damals einen tollen Tag, denn mit den 2 Gänsehaut-Tickets für den Biathlon auf Schalke konnte er nicht nur den Logenbereich der VELTINS-Arena und das üppige Catering genießen, sondern auch exklusiv aus dem Innenraum der VELTINS-Arena bei grandioser Stimmung den Biathlon verfolgen. Das zweite Gänsehaut-Ticket gab Leon seinerzeit seinem Vater Frank. Beide waren begeistert von diesem großen Erlebnis auf Schalke und so wundert es wenig, dass die beiden nun in den Kampf um den Etappensieg eingreifen möchten, wo die Tour bis fast vor ihre Haustür kommt.

Leon_hochneukirchDas Rennen geht los und Leon läuft so, wie wir ihn kennen, mit viel speed los, nimmt seinem Vater rasch 30 Meter ab und am Ende der 400 m-Strecke sind es nach 91 Sekunden rund 80 Meter Vorsprung. Alles konzentriert sich auf den Etappensieger von 2015 und der macht seine Sache auch beim Schießen ausgezeichnet. Schießt, wie immer, im schnellen Rhythmus und macht mit 3 Schüssen 3 Treffer. Ob er sich dann erinnert, dass er eigentlich nur 5 Treffer braucht und die Zeit nur eine kleine Rolle spielt? Jedenfalls muss er zwischenatmen und legt eine etwas längere Pause vor dem 4 Schuss ein. Genau in dieser Pause kommt Vater Frank vom Thoraxtrainer ans zweite Biathlongewehr. Leon sammelt sich wieder, schießt und verfehlt das Ziel. Doch rasch setzt er den 5. Schuss hinterher. Gute Entscheidung, denn mit 2:06 Minuten unterbietet er die Zeit des führenden Mohammed „Caesar“ um 4 Sekunden und setzt sich trotz eines Fehlschusses an die Etappenspitze.

FrankUnd was macht Frank? Er trifft ebenfalls mit den ersten 3 Schüssen. Und der Vierte? Ist dieser heute der „Schicksalsschuss“ der Doerenkamps? Nein, Frank trifft. Geht die Führung, nur 40 Sekunden nachdem Leon sie übernommen hat, nun an seinen Vater über? Frank trifft mit dem 5. Schuss. Applaus von den Zuschauern, auch Caesar applaudiert fair. Ein toller Moment. Leon gönnt seinem Vater den Sieg, das ist unverkennbar, obwohl er liebend gerne auch selbst wieder beim Finale auf Schalke dabei sein möchte. Und wir erleben im kleinen Hochneukirch jenen Moment, den man sich auch bei Olympia noch viel öfter wünschen würde: Großer Kampf und faire Anerkennung für den Erfolg des Kontrahenten kommen aus dem selben Herzen.

Wir freuen uns auf Frank Doerenkamp als Finalisten am 28.12. auf Schalke und würden uns nicht wundern, wenn Leon an jenem Tag nicht als Betreuer sondern als Kontrahent im Tourfinale antreten wird. Mit den Etappen in Willich und Rheydt wird die Tour ja sozusagen wieder vor der Haustür der Doerenkamps Station machen.

Zielsicheres Hochneukirch

Spiel ohne Grenzen, Sportschießen NRWKönnte der Wettbewerb Zielsicherste Stadt für das Team Hochneukirch besser starten, als mit 45,7 Ringen durch den 1. Stellvertrenden Bürgermeister der Gemeinde Jüchen, Helmut Kreuz? Kaum! Denn selbst der Bürgermeister der führenden Stadt, Coesfeld, Heinz Öhmann, konnte mit 45,0 Ringen diese Leistung von Herr Kreuz nicht erreichen. Von 15 Bürgermeistern, die bisher bei diesem Wettbewerb an den Start gingen, erzielte nur Friedhelm Bongartz aus Gerolstein mit 46,1 Ringen ein noch besseres Resultat.

Auch für die amtierende Schützenkönigin Hochneukirchs, Wilma Ellinger, sieht es zunächst optimal aus. Sie startet mit zwei Schüssen in die 10. Doch der 3. Schuss reisst nach rechts aus.  Nur 3,3 Ringe. Das kann schnell passieren, denn die 4 prominenten Jüchener haben nur 20 Sekunden Zeit für ihre 5 Schüsse und hatten natürlich nur wenige Minuten Zeit, sich an das Biathlongewehr zu gewöhnen. Zudem spielt sicher auch eine gewisse Nervösität eine Rolle, denn einige Zuschauer stehen hier erwartungsfroh an der Biathlonarena und drücken dem Team Hochneukirch die Daumen in diesem Städte-Wettbewerb. 36,2 Ringe sind schließlich das Resultat nach 5 Schüssen für Wilma Ellinger. Da fehlen einfach die ca. 6 Ringe des verzogenen Schusses.

Benedikt Obst, der Präsident des Heimatvereines Hochneukirch startet als dritter Schütze so, als wolle er diese fehlenden Ringe gleich wieder aufholen. Auch bei ihm, der 2012 bereits Schützenkönig des Ortes wurde, geht es mit 2 Schüssen in die 10 los. Seine 3 weiteren Schüsse kann er ebenfalls alle ins Schwarze bringen, doch nicht mehr ganz so präzise, wie die ersten beiden. Mit 44,6 Ringen erzielt er ein prima Ergebnis, kann die starken 45,7 des 1. Stellvertrenden Bürgermeisters aber nicht ganz erreichen.

Ein Platz unter den ersten 3  nach 20 Etappen ist für Hochneukirch nicht mehr möglich, selbst wenn Schießmeister Martin Schröder, der letzte Schütze des Teams, wie ein Olympiasieger schießen würde.  Doch wenn er die Leistung seines Präsidenten, Benedikt Obst, erreichen kann, dann reicht es für Hochneukirch zu einem Top 10-Platz.

Martin Schröder schießt ins Schwarze, aber die Streuung der Schüsse ist doch größer, als wir das zuvor von ihm gesehen hatten. 41,3 Ringe sind sein Ergebnis. Martin hatte noch wenige Minuten zuvor die BiathlonStaffel des Heimatvereins mit starken Leistungen zum Sieg geführt. Gut möglich, dass nun einfach ein Tick Frische fehlte. Mit dem Gesamtergebnis von 167,8 Ringen belegt Hochneukirch nach 20 Etappen den 12. Rang und lässt damit u.a. die Stadt Bergheim und Köln-Rodenkirchen hinter sich.

Zielsicheres_Hochneukirch_OIQ_3598Wir sagen herzlich Dankeschön

OIQ_3427an die Gemeinde Jüchen und insbesondere der Wirtschaftsförderin, Annika Schmitz, für die ausgezeichete Zusammenarbeit in der Etappenvorbereitung, die engagierte Mithilfe bei der Organisation der Staffelmeisterschaft und für das Vertrauen in die Qualität der Biathlon auf Schalke-Tour.

Vielen Dank auch an die Deutsche Telekom, die sich als Sponsor dieses Tages eingebracht und bestens verbunden hat. In diesem Falle Shopping und Sportspaß.

Und, gerne auch zum wiederholten Mal, unser herzlicher Dank an den Heimatverein Hochneukirch, dem wir ein zünftig freudvolles 3. Oktoberfest am 2. September auf dem Hochneukircher Marktplatz wünschen. Wir hatten einen tollen Tag bei Euch.

Bilder: Dani Schwamenhöferova   Text: Martin Bremer

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