Nachbericht zur 15. Etappe 2016 in Köln-Rodenkirchen

Der nachgeholte Etappensieg

OIQ_0085Erstmals Halt macht die Biathlon auf Schalke-Tour im Kölner Stadtgebiet. Der Maternusplatz in Köln Rodenkirchen ist das Ziel, wo an diesem Sonntag der Tag des Sports „in die Stadt geholt“ wird. Am Tag des Endspiels der Fußball-EM in Frankreich lädt die Aktionsgemeinschaft Rodenkirchen ein, der Verbund der lokalen Händler und Dienstleistungsunternehmen.  Im 1975 nach Köln eingemeindeten Bezirk sind die Menschen mit Herz und Seele Rodenkirchener geblieben. Mit über 100.000 Einwohnern weist der als Kölner Süden bezeichnete Bezirk den Rahmen einer kleinen Großstadt auf. Die attraktive Uferlage am Rheinbogen und die gepflegten, weitläufigen Parkanlagen des Äußeren Grüngürtels wecken schon vor der Etappe Freude bei uns, hier zu sein.

OIQ_0059Der Maternusplatz ist der zentrale Marktplatz im Rodenkirchener Zentrum, an allen 4 Seiten umsäumt von Handel und Gastronomie. Seine stattliche Größe erlaubt am heutigen Sonntag, neben der Biathlon auf Schalke-Tour weitere Sporthighlights anzubieten, etwa Football- und Fußball-Mitmachevents, die vom Turnverein Rodenkirchen angeboten werden oder verschiedene Hüpfburgen für die Jüngeren. Als Ausgleich zur Bewegung hatte die Aktionsgemeinschaft zahlreiche Liegestühle über den Platz verteilt aufgestellt und organisierte eine Bewirtung. Beides kam bei über 30 ° Celsius auch bestens an und vermittelte Beachparty-Atmosphäre.

Erlebnistag im Zentrum auch ohne Shopping

OIQ_0140Anders als in den meisten Städten versteht sich die Aktionsgemeinschaft Rodenkirchen nicht ausschließlich als Förderin des Handels, sondern die Lebendigkeit des Stadtteils als Ganzem zur Förderung der Lebensqualität der Rodenkirchener steht im Mittelpunkt. OIQ_9966So ist der Tag des Sports auch kein „Lockmittel“ für einen verkaufsoffenen Sonntag. Die Geschäfte bleiben geschlossen und doch eröffnet der Maternusplatz und seine angrenzende Gastronomie den Menschen hier einen Tag der Lebensfreude.

 

Wiedersehen mit den Sportschützen des TSV Kenten

OIQ_0098Eine herzliche Verbindung besteht zwischen dem Team der Biathlon auf Schalke-Tour und den Sportschützen des TSV Kenten. Auf der 5. Etappe im April in Bergheim unterstützte uns das junge Schützenteam um Trainer Patrick Neuhaus bei der Betreuung der zahlreichen Neugierigen. Patrick wurde sogar Etappensieger. Der Funke sprang über, nicht nur bei Patrick und dem damaligen Etappenzweiten Safa Ergin, sondern auch bei den beiden Präzisionsschützen Susan Ezzati und Nils Daubner. OIQ_0109Zu viert kommt das Team zur Etappe nach Rodenkirchen, um uns erneut zu unterstützen. Wir freuen uns besonders darüber, dass wir mit den 4 Kentenern nicht nur sehr gute Schützen als Betreuer gewinnen konnten, sondern zugleich auch eine lebendige Sportschützengemeinschaft, die den Weg der Nachwuchsförderung bereits erfolgreich beschreitet, den auch wir mit der Biathlon auf Schalke-Tour fördern möchten. Herzlichen Dank, liebes Team vom TSV Kenten. Ihr seid super.

OIQ_9929Gleiches gilt für „unsere“ Etappensiegerin und Finalistin der Tour 2015, Marina Pick. Die Biathletin aus dem Schmallenberger Sauerland ist längst DAS Gesicht für die kompetente Betreuung der Neugierigen bei der Biathlon auf Schalke-Tour. Auch in Rodenkirchen coacht die Bewegungstherapeutin manchen Biathlonfan zum Wettkampfteilnehmer. Zwischen „Schnupperschießen“ und Biathlonwettkampf liegen bei der Biathlon auf Schalke-Tour zumeist nur wenige Minuten und einige Tipps. 51 Wettkämpfer nehmen heute die Herausforderung an und starten zwischen 11 und 18 Uhr ins Biathlonduell. 26 von ihnen schaffen auf Anhieb 3 oder mehr Treffer mit ihren 5 Schüssen nach der Belastung des 400 m Skilanglaufs auf dem Thoraxtrainer.

Zielsicheres Rodenkirchen

Ein Highlight ist das Auftreten des Rodenkirchener Promiteams zum Wettbewerb Zielsicherste Stadt. Als 15. von 40 teilnehmenden Städten kämpft das vierköpfige Rodenkirchener Team um jene 183,9 Ringe, die das bisher führende Team Coesfeld mit seinen 20 Schüssen auf die Ringscheibe bereits auf der 3. Etappe im März vorgelegt hatte. Ein verheißungsvoller Auftakt gelingt dabei dem Bezirksbürgermeister, Mike Homann. Der SPD-Politiker und Anwalt schafft überragende 48,2 Ringe mit seinen 5 Schüssen. Das sind gleich 2,2 Ringe mehr, als durchschnittlich für die Führung im Wettbewerb nötig wären. Auch der Vorsitzenden des größten Rodenkirchener Sportvereins, dem TV Rodenkirchen, Iris Januschewski, gelingt ein Ergebnis jenseits der 40 Ringe. 40,5 stehen nach 5 Schüssen für sie zu Buche. Oliver Kehrl, Inhaber des Geschäfts für Damen-Oberbekleidung, Aida, und aussichtsreicher Kandidat der Rodenkirchener CDU für den Landtag, hatte sein Zielwasser an diesem heißen Mittag wohl schon ausgeschwitzt. Der sympathische Unternehmer kann „nur“ 32,0 Ringe beisteuern, verliert aber zum Glück seinen Humor dadurch nicht. Wolfgang Behrendt, der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Rodenkirchen und Juwelier am Maternusplatz legt gute 41,5 Ringe nach, doch für einen vorderen Platz reicht das nun nicht mehr. Mit 162,2 rutscht das Team Rodenkirchen aber noch in die Top 10 der Rangliste Zielsicherste Stadt

Zielsicheres Rodenkirchen_bearbeitet-3Die Schnellsten Biathleten

Jan EvertzWie so häufig bei den Etappen, so haben wir auch hier in Rodenkirchen wieder starke Sportler am Start des Biathlonduells, die einen großartigen 400 m-Skilanglauf auf dem Thoraxtrainer schaffen, jedoch in der Etappenrangliste nicht unter den besten zu finden sind, weil 2 oder mehr Schießfehler das Ergebnis trüben. Bemerkenswert schnell ist der 17-jährige Gymnasiast Jan Evertz aus Sürth. Jan ist Cornerback im Footballteam des TV Rodenkirchen, hat Kraft, Audauer und vor allem den Sportsgeist für herausragende 1:28 Minuten für die 400m-Strecke. Das ist eine der besten Zeiten, die von den bisher rund 900 Wettkampfteilnehmern der Tour erreicht wurde. Mit 2:05 Minuten hätte die Zeit für einen Etappensieg gereicht, doch 2 Fehlschüsse bringen ihm nur Platz 14 der Etappenwertung.

ButterweckObwohl bereits 50 Jahre alt zeigt auch Martin Butterweck diese außergewöhnliche Physis auf dem Thoraxtrainer. Mit 1:29 Minuten ist er der Zweitschnellste dieser Etappe auf der 400m-Strecke. Doch bei dem Raum- und Umweltplaner aus dem Kölner Stadtteil Dünnwald gibt es dafür noch einen schlüssigen Grund. 5 – 6 x pro Jahr führt ihn sein Hobby, Skilanglauf, in den verschneiten Schwarzwald. Und in der Tat setzt Martin Kraft und Technik auf dem Thoraxtrainer ideal um. Schade nur, dass er sein Schießergebnis ohne vorherige Belastung, als er 5 Treffer mit 5 Schüssen schaffte, nach der 400m-Belastung nicht mehr wiederholen kann und 3 Fehlschüsse einstreut. So reicht es nur zu Platz 27.

Die Etappenbesten

OIQ_0118Auf Platz 12 der Etappe schafft es Susan Ezzati. Die junge Sportschützin ist ein Talent, wie wir es nicht so häufig auf unseren Etappen treffen. Bereits auf der Etappe in Bergheim schoss sie im Wettkampf fehlerfrei, heute sind es 4 Treffer und 3:50 Minuten für die zurückhaltende Bergheimerin, die demnächst ihre Ausbildung zur Sportschützentrainerin beginnen wird.

OIQ_0005Der 11. Platz geht an Timo Schwarzenbart. Der Wolfsburger und begeisterte FC Köln-Fan hat also sozusagen ein Heimspiel in Rodenkirchen. Nach seinem 62. Platz in Roermond prophezeite er, dass er es noch zum Etappensieger bringen wird. Viel Phantasie braucht es mittlerweile nicht mehr, ihm das zuzutrauen. Mit 2:47 Minuten und 4 Treffern klopft er an die T0p 10 an.

OIQ_0154Eines der Asse im „Stall“ der Sportschützen Kenten ist Nils Daubner. Der Abiturient und mehrfacher Bezirksmeister mit dem Luftgewehr schafft den 10. Platz der Etappe in 2:36 Minuten mit 4 Treffern. Für ein noch besseres Resultat fehlt dem Schützentalent nur ein Motivationsschub für etwas Ausdauer- und Krafttraining. Aber mit gerade 18 Jahren hat er ja viele gute Entscheidungen noch vor sich.

Von Malermeister Ingo Hürth aus Sürth, der mit Bezirksbürgermeister Mike Homann ins Biathlonduell geht, und als Gesamt-9. mit 2:33 Minuten 4 Treffer schafft, haben wir leider kein Bild vorliegen

OIQ_0139Der 8. Platz geht an den „Blocker“ im Footballteam des TV Rodenkirchen, Florian Freischem. Zweimal geht Florian heute an den Start zum Biathlonduell. Beim ersten Versuch will es mit dem Schießen noch nicht recht klappen, 1 Treffer reicht trotz schnellem Lauf und 2:20 Minuten nur zu Platz 35. Aber Florian lernt rasch. 4 Treffer und 2:32 Minuten bringen ihn die Top 10.

Der 7. Platz geht an den 43-jährigen Sami Jashari. Vor 23 Jahren ist Sami aus dem Kosovo nach Deutschland gekommen. Gemeinsam mit seinen Söhnen Sejdi (11) und Dion (6) ist Sami zur Biathlonarena gekommen. Im Duell fehlt ihm nur ein kleines bisschen Glück. 4 Treffer nach 4 Schüssen schafft er und dazu eine sehr schnelle Zeit von 2:13 Minuten. Doch der verflixte letzte Schuss beschert dem LKW-Fahrer und Hobbyfußballer doch noch einen Fehlschuss. Statt Etappenführung reicht es daher nur für Platz 7. Leider konnten wir auch Sami nicht im Bild festhalten

OIQ_9971Die einzige Teilnehmerin mit 5 Treffern, also auch beste Wettkämpferin wird auf Gesamtplatz 5 Isabelle Malmede. Isabelle geht mit ihrer 12-jährigen Tochter Tizia ins Biathlonduell. Die Kauffrau aus der Kölner Innenstadt kommt des Biathlons wegen nach Rodenkirchen, weil Tizia die Sportart so gerne einmal ausprobieren möchte. Sportschützentrainer Patrick Neuhaus unterstützt Tizia ein bisschen auf dem Thoraxtrainer. Isabelle hat Unterstützung hingegen überhaupt nicht nötig. Souverän schießt sie fehlerlos und erzählt hinterher, dass sie als Kind viel Spaß beim Luftgewehrschießen hatte. Und wir hatten Spaß an den beiden sympathischen Malmedes.

OIQ_0150Der 4. Platz geht an unseren Nachbarn an diesem Tag. Vor 2 Jahren hat sich Hasan Selvi mit Eddies Grillstube selbständig gemacht. Heute baut der Stand gleich hinter der Biathlonarena auf. Als sich die Etappe dem Ende zuneigt, kommt Hasan mit seinem Kollegen Cemalettin doch noch zum Biathlonduell rüber. Und das macht der 44-jährige fast so gut, wie seine Grillgerichte. Mit einem fehlerlosen Schießen und 2:42 Minuten verfehlt er nur knapp das „Treppchen“.

OIQ_9990Mit der Frau und den beiden Söhnen (Lukas (12) und Ben (6) ist der 37-jährige Björn Koch aus Rondorf an der Biathlonarena. Gemeinsam mit Lukas geht der Kitesurf und wakeboard-Fan ins Biathlonduell. Und beide erreichen ein tolles Ergebnis. OIQ_9992Während Lukas 3 Treffer erzielt und gleich dem Jugendtrainer der Sportschützen, Patrick Neuhaus, auffiel, schafft Björn nach 1:40 Minuten für die 400m Skilanglauf eines von insgesamt 5 fehlerlosen Schießresultaten dieses Tages und bleibt mit 2:25 Minuten lange Zeit an der Etappenspitze. Doch am Ende reicht es doch „nur“ zum 3. Platz

OIQ_0129Etappensieger darf er in diesem Jahr nicht nocheinmal werden, denn ein solcher ist Patrick Neuhaus bereits seit dem 17. April, als er in Bergheim die 5. Etappe der Tour in 2:11 Minuten und 5 Treffern gewann und damit 4. in der Tourrangliste mit über 900 Wettkämpfern ist. Heute lässt es der Abteilungsleiter und Trainer der Sportschützen Kenten ein wenig ruhiger angehen, doch aus das reicht dem 41-Jährigen, um in 2:22 Minuten mit 5 Treffern knapp vor Björn Koch in Führung zu gehen. Die beiden VIP-Tickets für den Biathlon auf Schalke am 28.12. in der VELTINS-Arena wären bei diesem Endstand dennoch für Björn reserviert, der sich zusammen mit Sohn Lukas auch schon sehr auf diesen Erlebnistag auf Schalke freut. Patrick hat seine 2 VIP-Tickets ja bereits in Bergheim gewonnen. Doch die Etappe hat ihren Höhepunkt noch gar nicht erreicht.

Etappensieg im 2. Anlauf

SafaAuf der 5. Etappe in Bergheim war Safa Ergin dem Etappensieg schon mehr als nah. In einem wahren Finale war er seinerzeit im direkten Duell mit seinem Trainer Patrick Neuhaus in 2:19 Minuten eine Sekunde vor. Beide hatten 5 Treffer geschafft. Mit einer Energieleistung holte Patrick 2 Stunden später bei einem nochmaligen Start jene 2:11 Minuten und 5 Treffer, die ihm den Etappensieg brachten. Doch seit heute wissen wir, dass diese Geschichte mit Patricks Etappensieg noch nicht zu Ende war, denn sein „Schüler“ legt sich heute in seinem Duell mit Footballer Florian Freischem mächtig ins Zeug. Unter 1:40 Minuten bleibt der 18-Jährige aus Niederaussem und baut bereits auf dem Weg zum Biathlongewehr Konzentration auf. Zweimal tief durchgeatmet und dann schießt Safa in seinem gewohnt schnellen Rhythmus und „räumt alles ab“. 5 Treffer und es gehört zur Dramatik des Wettkampfes mit seinem Trainer wohl dazu, dass Safa genau 2:10 Minuten benötigt und damit seinen Trainer nun mit einer Sekunde Vorsprung in der Tourrangliste hinter sich lässt und die 4. Position einnimmt. Doch auch dies wird noch nicht das Ende dieser Geschichte sein, denn beide werden im Finale auf Schalke als Etappensieger wieder aufeinandertreffen. Und wer die beiden kennt, der zweifelt kaum daran, dass sie sich zu neuen Höchstleistungen anspornen werden.

Dankeschön

Unser Dank gilt der Aktionsgemeinschaft Rodenkirchen und ihrem Vorsitzenden Wolfgang Behrendt. Dem Juwelier  gefiel die Biathlonidee so gut, dass er auch ohne verkaufsoffenen Sonntag diesen Tag des Sports als Konzept um die Biathlonetappe herumwob. Für solche Premieren braucht man Mut, denn natürlich sind sie selten ein Selbstgänger und müssen sich ihre Fans erst erarbeiten. Wir arbeiten gerne weiter mit daran.

Bilder: Klaus Kremer, Text: Martin Bremet

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Nachbericht Kölnische Rundschau

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