Nachbericht zur 1. Etappe 2016 in Xanten

Winterspiele an der Südsee

Biathlon WinterspieleDas hätte ihnen sicher gefallen, den alten Römern, Brot und Spiele als Winterspaß vor der herrlich weitläufigen Kulisse der Xantener Südsee. 6 Wochen im Januar und Februar organisiert das Freizeitzentrum Xanten die Winterworld mit Eislauffläche, Curlingplatz und Almhüttenzauber, zu dem die Küchencrew des gegenüberliegenden Plaza del Mar zünftige Genüsse zu servieren versteht.

Biathlon WinterworldZum letzten Winterworld-Wochenende sollte der Auftakt der Biathlon auf Schalke-Tour der krönende Abschluß werden. Plakate, Spots im Lokalradio und mancher Zeitungsbericht kündigten das Event an, das Xantener VIP-Team trainierte schon heimlich für seinen Auftritt beim Wettbewerb Zielsicherste Stadt und die Biathlonarena hatte sich in Erwartungsfreude herausgeputzt, doch das Wetter sorgt für einen Fehlschuss und schickt uns alle auf die Strafrunde. Sturm und Dauerregen sorgen dafür, dass nur die „waschechten“ Biathlonfans den Weg in den Xantener Hafen finden und auch die alten Römer hätten sich vermutlich an diesem Wochenende für „Brot“ und gegen Spiele entschieden.

Regenfest und sturmerprobt

Biathlon ohne SchneeWetterfest und motiviert zeigt sich der Bürgermeister der Stadt Xanten, Thomas Görtz (Bild oben links). Nach seinem eigenen Einsatz am Samstag, beim Wettkampf Zielsicherste Stadt lässt er am Sonntag Sohnemann Valentin den Vortritt. Der 8-Jährige ist auf dem Thoraxtrainer und am Biathlongewehr so richtig in seinem Element und möchte gar nicht mehr aufhören. Im Vater-Tochter-Duell der Familie Bruns gelang Willi am Samstag ein Erfolg gegen Sabrina, doch am Sonntag gelingt der Tochter die Revanche.

Der Niederrhein hat eine lebendige Schützentradition. Das erfahren wir auch an der Biathlonarena. Begeisterte Schützinnen (Bild unten links Anja Janhsen und Sandy Jörs) und Schützen (Bild unten rechts Wilhelm Willemsen und Ludger Jokisch) lassen sich nicht vom schlechten Wetter bremsen und bringen gute Laune mit zur Biathlonarena.

Wirklich sturmerprobt…?

BiathlonsimulationAls die beiden Biathlonfans Alina Köhne und Andreas Adolf begleitet von IQ-Entwickler Klaus Kremer in ihr Biathlonduell starten, da ahnten sie noch nicht, wie das enden sollte…

 

Biathlon NiederrheinWährend Alina noch die 400m-Strecke auf dem Thoraxtrainer beenden muss, hat Andreas bereits 3 Treffer mit 3 Schüssen erzielt, als der Schreck in die Augen aller Umherstehenden fährt. Folgendes war geschehen:

Biathlon UnfallDer Sturm reisst den mit schweren Gewichten gesicherten Schießstand um und bremst Andreas auf dem Weg zum Etappensieg jäh aus.

10 Minuten später hat Klaus Kremer alle Biathlonziele wieder in Betrieb gebracht, doch Andreas‘ Wettkampf lässt sich schlecht reparieren. Wir lassen ihn die 5 Schüsse nachholen und addieren seine Schießzeit auf die Laufzeit.  Andreas schießt fehlerlos und kommt auf eine Gesamtzeit von 2:19 min. Das bedeutet eigentlich den Etappensieg. Das jedoch wäre unfair gegenüber dem bisher Führenden Ernst Janhsen, der 2:28 Minuten benötigte und 5 Treffer erzielte, während er noch ausser Atem war. Biathlon HerausforderungAndreas versteht unsere Entscheidung und nimmt die Herausforderung unseres Tourbetreuers Léon Doerenkamp an, gegen ihn nochmals in ein Biathlonduell zu ziehen. Andreas legt dabei einen starken 400 m Skilanglauf hin und schafft eine Zeit von 2:03 Minuten, kann jedoch sein gutes Schießergebnis nicht wiederholen. Es sollte heute einfach nicht sein für Andreas, doch der 19-Jährige aus Kalkar hat einen echten Sportsgeist und möchte am 26.06., wenn die Tour in Kleve Station macht, sein Glück erneut herausfordern.  Und….Andreas…die Tour hat schon so manches Happy End erlebt, schau einmal dieses hier an.

Die „Top5“ des 1. Tages bleiben an der Spitze

Nach dem vom Winde verwehten Erfolg des Andreas Adolf ist der Weg entgültig frei für die besten des ersten Etappentages. In unserem Live-Bericht vom Samstag schrieben wir:

Die Besten Biathlon-Wettkämpfer des ersten Etappentages sind (Bild unten von links nach rechts): Der Führende, Ernst Janhsen, mit 5 Treffern und 2:28 Minuten für den 400 m langen Cardio-Skilanglauf und das Stehendschießen mit 5 Schüssen. Nur knapp hinter ihm liegt Lennart Kühl mit 2:29 Minuten und 5 Treffern. Knapp am Tagessieg vorbei „rutschte“ der Rheinberger Schütze Arnold Hendricks, der in 2:24 Minuten zwar schneller als die beiden Führenden ist, jedoch einen Fehlschuss verzeichnet.

Bild_5Nur eine einzige Sekunde fehlt also am Ende dem Projektleiter der Xantener Winterworld, Lennart Kühl, um bei seinem Heimspiel der Biathlon auf Schalke-Tour im Freizeitzentrum den Etappensieg zu holen. Lennart geht am 2. Tag nochmal an den Start, schafft starke 2:09 Minuten, die zum Sieg gereicht hätten, muss aber einen Fehlschuss hinnehmen und schon ist es mit dem Etappensieg vorbei.

Der Sieger in Xanten: Ernst Janhsen

 Biathlon SiegerAuch Ernst Janhsen gibt sich nicht mit EINEM Start bei der Biathlon auf Schalke-Touretappe in Xanten zufrieden.  Zum Glück für ihn! Denn sein erster Start (mit roter Kappe im Vordergrund auf dem Thoraxtrainer. Im Hintergrund: Ralf Herbrich) bringt den 50-Jährigen in 2:34 min und 4 Treffern vorübergehend auf Platz 2, hinter Lennart Kühl.

Doch Ernst hat Feuer gefangen und will es nocheinmal wissen. Jetzt mit weisser Kappe und neuem Duellpartner (Peter Pfeiffer) geht der langjährige Zeitsoldat (Luftwaffe) den 400 m-Lauf auf dem Thoraxtrainer mutig schnell an.  Er schafft die Strecke 10 Sekunden schneller als beim ersten Start, lässt sich vor dem ersten Schuss ein paar Sekunden länger verschnaufen und trifft. Jetzt wechselt er in einen schnellen Schießrhythmus und bleibt fehlerfrei. Am Ende reicht es mit einer Sekunde in 2:28 min vor Lennart Kühl. Da tickte bei Ernst wohl eine innere Uhr mit.

Ernst Janhsen hat sich damit als erster Etappensieger für das Finale der Biathlon auf Schalke-Tour  am 28.12.2016 in der VELTINS-Arena qualifiziert.

                                                                                LIVE vom ersten Etappentag

An der Xantener Südsee möchte der Winter heute so gar nicht Einzug halten, stattdessen stürmt es bei Dauerregen. Für alle, die dem Wetter trotzen und dennoch kommen, haben wir einen kleinen Trost parat: Die herrliche Winterlandschaft am tief verschneiten Kahlen Asten in Winterberg.

Bild_1Neu zur Biathlon auf Schalke-Tour 2016 ist nicht nur die Winterlandschaft, sondern auch die Thoraxtrainer, auf denen unsere Wettkämpfer Langlaufen, als wären sie tatsächlich auf der Loipe statt an der Xantener Südsee.

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Zielsicherste Stadt: Xanten ist bereit

 

 

Wo wir gerade beim Neuen sind. Xanten erlebt die Premiere des Wettbewerbs Zielsicherste Stadt. Das Xantener VIP-Team um Bürgermeister Thomas Görtz bringt viele Jahre Schützenerfahrung mit. Bezirksschützenkönigin Margret Willemsen, Sportschütze Wilfried Welbers und der Vorsitzende der Xantener Sportschützen St. Helena, Ralf Völlings sollen die Ringe holen, die der ungeübte Herr Bürgermeister „liegen lässt“…doch es gibt eine Überraschung.

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Das Xantener VIP-Team legt 182,5 Ringe vor im Wettbewerb Zielsicherste Stadt

Nicht einmal 10  Sekunden benötigt Thomas Görtz, um alle seine 5 Schüsse ins Ziel zu bringen und mit 44,5 Ringen die zweitbeste Punktzahl für die zielsichere Stadt Xanten einzubringen. Noch besser ist nur Wilfried Welbers, der überragende 50,9 Ringe beisteuert. Mit 182,5 Ringen verdient sich das Xantener 4er-Team nicht nur den Beifall der Zuschauer, sondern legt auch eine echte „Hausnummer“ vor, an der sich die kommenden Etappenstädte nun abarbeiten dürfen.

Von oben links bis unten rechts: Bürgermeister Thomas Görtz (44,5 Ringe), Margret Willemsen (43,6 Ringe), Wilfried Welbers (50,9 Ringe), Ralf Völlings (43,5 Ringe).

Dreimal ein herzliches Dankeschön!

OIQ_0511Zum ersten an Klaus Kremer. Ohne seine Kreativität und sein handwerkliches Geschick wäre an diesem Wochenende die gesamte Biathlonarena im Sturm weggeflogen. Und wir lernen: Südsee-Stürme am Niederrhein sind nicht zu unterschätzen.

 

 

Links im Bild Ulf, daneben Tochter Kimberly. Rechts im Vordergrund Léon.

Links im Bild Ulf, daneben Tochter Kimberly. Rechts im Vordergrund Léon.

Zum zweiten gilt der Dank unseren beiden Tourfinalisten 2015, Ulf Quooss (Etappensieger in Castrop-Rauxel) und Léon Doerenkamp (Etappensieger in Ahaus).

Die beiden unterstützten das Tourteam in Xanten als Betreuer und brachten die Freude rüber, mit der sie das Finale beim Biathlon auf Schalke erlebten. Bei welcher anderen Sportveranstaltung stellen sich die Sieger zur Verfügung, um die Teilnehmer zu betreuen? „Unsere“ Etappensieger sind keine großen Sportstars, aber es sind Menschen mit großem Herz. Das Dankeschön schließt natürlich auch Ulfs Tochter Kimberly ein.

Links: Wilfried Meyer, Leiter des Freizeitzentrums Xanten und rechts Lennart Kühl, Projektleiter der Winterworld.

Links: Wilfried Meyer, Leiter des Freizeitzentrums Xanten und rechts Lennart Kühl, Projektleiter der Winterworld.

Unser besondere Dank gilt dem Etappengastgeber,  Freizeitzentrum Xanten und seinem Leiter, Wilfried Meyer für das engagierte Marketing im Vorfeld der Etappe mit Radiospots, Medienberichten, Flyern und Plakaten und für die großartige Verpflegung im Plaza del Mar und in der Almhütte! Die Gastfreundschaft hat uns sehr gefreut!

 

Fotos: Dani Schwammenhöferova

Text: Martin Bremer

NRZ Etappenbericht

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