Nachbericht zur 29. Etappe 2016 in Marburg-Wehrda

Kaufpark-Biathlon an goldenem Herbstsamstag

openerDie 2. Hessen-Etappe, nach Kassel und vor Darmstadt findet in der schönen Universitätsstadt Marburg statt, genauer gesagt im größten Einkaufszentrum der Stadt, dem Kaufpark Marburg-Wehrda im Gewerbepark nahe des Messegeländes. Ob Sport (Begro), Elektronik (Medialand), Wohnen (Schlummermarkt) oder Handwerkern (Obi, Sundo), hier findet man alles im XL-Format.  Die 29. Etappe der Biathlon auf Schalke-Tour findet unmittelbar am Eingang des Lebensmittelmarktes tegut statt. Die in Hessen mit rund 300 Filialen verbreitete Kette betreibt hier im Kaufpark einen Supermarkt mit mehr als 3000 qm Verkaufsfläche. Schon während wir noch aufbauen ist der große Parkplatz bestens gefüllt. Hier scheinen die Marburger einzukaufen. Unter wolkenlosem Himmel und strahlender Herbstsonne freuen wir uns auf die hessischen Biathlonfans.

opener_2Hessens Sommerbiathlon-Elite ist dabei

die_dreiDie Marburger Sport- und Biathlonfans können bei dieser Biathlon auf Schalke-Touretappe nicht nur kostenlos ihre Treffsicherheit an originalen Biathlongewehren testen, sondern werden dabei zugleich von drei der besten Hessischen Sommerbiathletinnen betreut. Lena Preuß (15, im Bild oben links), Jana Steenbock (20, im Bild oben rechts) und Karolina Kubusch (23, im Bild oben mitte) standen alle bereits auf dem Siegertreppchen bei Deutschen Sommerbiathlonmeisterschaften und stammen aus der Talentschmiede des SV Laubach. Der rund 30 km südlich von Marburg gelegene Schützen- und Leichtathletikverein, dessen Trainer, Andreas Tempelfeld, selbst in diesem Jahr einen Deutschen Meistertitel im Sommerbiathlon (Staffel, Altersklasse) erlaufen konnte, hat sich mit seiner Abteilung Sommerbiathlon einen Ruf über Hessens Grenzen hinaus erarbeitet.

Bei der Biathlon auf Schalke-Tour ist es einmal ganz anders, als im Sportalltag. Hier stellen sich die Top-Sportlerinnen in den Dienst der Fans und Neugierigen. Die sympathischen Drei sind richtig engagiert dabei, sprechen die Einkaufsgäste aktiv an. Manch einer fragt zunächst, wieviel das Mitmachen denn kostet? Das Eis bricht dann aber rasch und rund 300 Kaufparkgäste werden im Laufe dieses Tages zu Biathlon-Schnupperschützen, 56 von Ihnen nehmen die Herausforderung an und wagen sich in den Wettkampf um den Etappensieg und die beiden VIP-Tickets für den Biathlon auf Schalke am 28.12. in der VELTINS-Arena.

Familientag, Familienduelle

familienDieser Einkaufssamstag ist für viele hier im Kaufpark ein Familientag. Schön, dass  auch manches Familienduell ausgeschossen wird. Alice und Johanna Schäfer (im obigen Bild oben) starten ins Mutter-Tochter-Duell. Die 52-jährige Alice aus Gossfelden ist Biathlonfan, schaut den Laura Dahlmeiers und Erik Lessers gerne am TV zu. Im Duell mit Tochter Johanna ist sie die etwas schnellere in der „Loipe“ und vor allem hat sie den Biathlon-Profis offenbar sehr gut zugeschaut, denn sie trifft nach der Belastung 4x. Johanna muss den Erfolg mit 2 Treffern ihrer Mama überlassen.

Mathematiklehrerin Jasmina Uzunova geht mit Ehemann und Wissenschaftler Alexander Uzunov an den Start. Dabei legt Alexander das höhere Tempo in der „Loipe“ und schafft immerhin 3 Treffer in 3:20 Minuten, doch Jasmina bleibt cool und gewinnt das Duell mit 4 Treffern und 4:15 Minuten. Diese 29. Etappe ist ein Tag der Frauen, das deutet sich hier bereits.

Die besten Wettkämpferinnen

marie_hormelEine bemerkenswerte Leistung erzielt die erst 15-jährige Marie Hormel aus Wehrda. Im Duell mit Jana Steenbock schafft die Wettkampftänzerin mit 4 Treffern den Sieg und legt auch die 400 m-Strecke auf dem Skilanglaufergometer Thoraxtrainer sportlich zurück. Mit 3:10 Minuten setzt sich die jungen Realschülerin zunächst an die Etappenspitze. Am Ende wird sie zweitbeste Teilnehmerin und erreicht in der Gesamtwertung Platz 11.

johanna_krauseMenschen, wie Johanna Krause, mit unserer Tour zu erreichen, ist eine besondere Freude. Die 31-jährige Medizinstudentin ist ein glühender Biathlonfan, hat aber noch nie selbst ein Gewehr in der Hand gehabt. Die Pferdesportlerin (Voltigieren) zeigt aber schon beim üben mit unseren drei Expertinnen, dass sie einiges einzubringen hat: Konzentration, eine ruhige Hand und eine präzise Nachahmung dessen, was sie so gerne im Fernsehen sieht. Bei Johanna hat man tatsächlich den Eindruck, als tauchte sie gerade in die Szenerie eines Biathlon-Weltcups ein. Klar nimmt sie die Herausforderung zum Wettkampf an und schafft dort eine verblüffend gute Leistung. In 2:49 Minuten schafft sie eine der besten Zeiten aller Teilnehmerinnen auf den bisher 29 Etappen und schießt fehlerfrei, was heute nur 4 von 56 Teilnehmern gelingt. Das bringt Johanna auf Platz 2 der Etappenwertung und natürlich wird sie damit beste Wettkämpferin. Herzlichen Glückwunsch, Johanna!

Die besten Wettkämpfer

hans_konradNoch so ein Teilnehmer, wie wir ihn uns für die Tour nur wünschen können, ist Hans-Konrad Payer. Der 66-jährige Rentner aus dem rund 10 km entfernten Wetter verbringt mehrere Stunden an der Biathlonarena. Anfangs geht das Schießen nach der Belastung nicht leicht von der Hand, doch der sportliche Biathlonfan, der selbst gerne Skilanglauf betreibt, übt unverdrossen und dann schlägt seine Stunde: Bei seinem 3. Start schafft er im Duell mit Jonas Fleer ein fehlerfreies Schießergebnis und bleibt dabei sogar unter der 3-Minutenmarke. 2:53 Minuten bringen ihn bis auf Platz 3 in der Etappenrangliste.

Der treffsichere Doktor

bachtWie sich das gehört in einer Universitätsstadt, tritt auch ein Doktor zum Biathlonduell an. Der 33-jährige Michael Bacht (im Bildvordergrund)  kommt aus Schröck und ist Biologe. Im Akademikerduell trifft er auf den jungen Potsdamer Mathematikstudenten Julius Wagner, dessen Ziel die Professur ist. Hier und heute zeigen die beiden, dass sie auch sportlich fit sind. Michael schießt fehlerlos und schafft das Duell in 2:59 Minuten. Diese Leistung reicht zu Platz 4 in der Etappenwertung, während Julius zwar in 2:56 Minuten etwas schneller ist, jedoch durch einen Schießfehler gebremst wird und am Ende Platz 8 belegt.

Neuer Spitzenreiter im Vater-Sohn-Duell

thaddeusModellschreiner Thaddeus Fronzek aus Wohra tritt mit seinem 11-jährigen Sohn Maxim an und legt dabei auf dem Thoraxtrainer so rasant los, dass wir uns sicher sind, er übernähme sich. Doch der 48-Jährige erweist sich als fit und zäh, zieht sein Ding auch dann durch, als es nach rund 300 m richtig schwer und wechselt nach 85 Sekunden ans Biathlongewehr. Nur vielleicht 10-15 der bisher rund 2000 Wettkämpfer der Tour 2016 kamen so schnell über die 400 m-Strecke. Thaddeus‘ Ehrgeiz liegt förmlich in der Luft, er ist sehr fokussiert und es lässt sich schon ahnen, dass es nun um die Etappenführung gehen wird. Doch Thaddeus, der ein großer Biathlonfan ist und so gerne die beiden VIP-Tickets für den Biathlon auf Schalke gewinnen möchte, macht es nicht nur gut, er macht es perfekt. 5 Treffer in 2:25 Minuten reichen souverän zur Etappenführung. Auch Maxim schießt mit seinen 11 Jahren klasse und schafft 2 Treffer. Nach dem Duell erzählt Thaddeus uns und dem Redakteur des Sonntagmorgenmagazins, dass er als Schüler mit dem Luftgewehr des Vaters manchmal Biathlon trainiert hat. Nun weiss er, wofür es gut war. Wenn er die Etappe und die beiden VIP-Tickets gewinnen sollte, dann möchte er mit Ehefrau Sonja und Maxim einen Familientag auf Schalke genießen. Ob’s was wird?

Angriff auf die Etappenführung

bacht_2Wir erinnern uns an den Dr. der Biologie. Am Mittag schaffte er 5 Treffer und liegt seitdem auf Platz 4 dieser Etappe. Kurz vor Etappenende unternimmt er, angespornt von Ehefrau Anita, einen zweiten Versuch auf den Etappensieg. Und in diesem Duell legt er kräftig los in der Loipe. Als er nach 90 Sekunden ans Biathlongewehr wechselt ist für ihn noch alles drin. Beim Schießen macht er alles richtig, bis zum 5 Schuss. Er schießt im schnellen Rhythmus und wird die Zeit des führenden, Thaddeus Fronzek, wohl unterbieten. Wer holt den Etappensieg, der 48-jährige Modellschreiner oder der 33-jährige Dr. der Biologie? Es wird für Michael ein verflixter letzter Schuss. 2:20 Minuten hätten tatsächlich gereicht, doch vielleicht war er mit dem Kopf schon im Ziel, jedenfalls findet der letzte Schuss nicht ins Schwarze.

Wir sagen dankeschön

Mit dem Etappensieg von Thaddeus Fronzek endet diese 29. Etappe der Biathlon auf Schalke-Tour und wir bedanken uns herzlich bei unseren drei jungen Sommerbiathletinnen des SV Laubach, die uns kompetent und sympathisch unterstützt haben und so manchem bei der Premiere mit dem Biathlongewehr Hilfestellung leisten konnten. Herzlichen Dank auch der Werbegemeinschaft des Kaufparks für die Einladung hier nach Marburg-Wehrda.

Bilder: Dani Schwammenhöferova     Text: Martin Bremer

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