28. Etappe 2017: Der Sieger aus Meschede im Porträt

Der sportliche Soldat greift an

Gemeinsam mit seinem Bruder Michael geht der Soldat und Triathlet, Andy Fritzsche, aus Lippstadt an den Start. Für den kräftigen Ausdauerathleten, der zudem bei der Bundeswehr am Schießsimulator trainiert, dürfte der Wettkampf der Biathlon-Tour wie gemacht sein. Doch er geht etwas verhalten in das Duell mit seinem Bruder. Mit seinem Ergebnis von 2:45 Minuten unterbietet er die Zeit des Führenden, Joachim Padberg, um 7 Sekunden, doch ein Schießfehler wirft ihn zurück. Das Ergebnis reicht am Tagesende zu Platz 8. Sein Bruder erreicht mit 3 Treffern und 3:29 Minuten den 18. Platz. Doch nun ist der Ehrgeiz in Andy geweckt und der 24-Jährige spielt mit der Überlegung, ein zweites Mal in den Wettkampf zu starten.

Da kommt der sportliche Anwalt, Volker Wulf, aus Lengenbeck bei Winterberg gerade recht. Es könnte das bisher stärkste Duell des Etappentages werden.

Volker Wulf hat durchaus einen Wettbewerbsvorteil auf seiner Seite. Der 48-Jährige hat nicht nur bereits Erfahrungen mit dem Wettkampf der Biathlon auf Schalke-Tour – er erreichte im Juni bei der Etappe in Olpe Platz 15 mit 4 Treffern und 2:25 Minuten – sondern er hat auch einen eigenen Thoraxtrainer in seinem Fitnessraum stehen, auf dem er dreimal pro Woche rund 30 Minuten Intervalltraining absolviert. Wie wirkungsvoll das ist, beweist Volker im Duell mit dem halb so alten Ausdauerathleten Andy eindrucksvoll. Er nimmt dem Jüngeren rund 80 Meter auf der 400 m-Strecke ab und wechselt bereits nach 85 Sekunden mit 20 Sekunden Vorsprung ans Biathlongewehr. Doch auch Andys Zeit von 1:45 Minuten auf dem Thoraxtrainer ist stark und kann zur Etappenführung reichen. Volker ist auf dem Weg zu  einem der 10 besten Ergebnisse der Tour 2017, bei der immerhin bereits rund 1500 Wettkämpfer mitmachten. Doch ein verflixter kleiner Konzentrationsfehler verhagelt dem sympathischen Sauerländer dieses tolle Ergebnis und er muss sich zunächst mit dem 4. Platz dieser Etappe begnügen. Dass bei der Biathlon-Tour nicht immer der schnellste „Skilangläufer“ gewinnt, beweist, sozusagen im Schatten von Volker, Andy Fritzsche. Rasch hat der Lippstädter aus seinem ersten Wettkampf gelernt und wirkt bei seinen 5 Schüssen hochkonzentriert.  Obwohl er das Schießen mit dem Infrarotgewehr als deutlich unterschiedlich zu seinem Bundeswehrtraining beschreibt, profitiert er nun vielleicht doch von seiner Schießroutine. Felerlos schließt er seinen Wettkampf ab und übernimmt mit starken 2:23 Minuten die Etappenführung von Joachim Padberg.

Lippstädter Auswärtssieg in Meschede

Zum Ende des Etappentages kommt er nochmal zurück zur Biathlonarena auf dem von-Stephan-Platz und es hat für den Lippstädter Soldaten Andy Fritzsche tatsächlich zum Etappensieg gereicht. Als einer von 3 fehlerlosen Schützen erreicht der 24-Jährige in 2:23 Minuten die beste Zeit und siegt vor Lokalmatador Joachim Padberg und dem Velberter Andreas Beuteführ. Damit ist Andy Meschedes Finalist am Donnerstag, den 28.12. auf Schalke, wenn im Winterdorf der VELTINS-Arena 42 Etappensieger um den Toursieg und den Hauptpreis der Reise für 2 Personen ins Dorint Hotel & Resort in Winterberg kämpfen. Die beiden Premiumkarten für den Biathlon auf Schalke am gleichen Tag in der VELTINS-Arena kann dem sympathischen Ausdauersportler niemand mehr nehmen.