27. Etappe 2017: Der Sieger aus Marl im Porträt

Der zweite Hertener Triathlet im Tour-Finale

Dass die 3 Lustigen 4 dennoch mit 30 Sekunden in Rückstand geraten liegt an einer ganz außergewöhnlich guten Leistung des Hertener Triathleten Dominik Hoffmann. Schon im Vorlauf deutet der Papa von 3 Kids in 2:01 Minuten an, dass er zu den ganz schnellen in der 400 m-Loipe gehört. Die Kraft holt der gute Schwimmer über seinen starken Oberkörper. Da bringt er ideale Voraussetzungen für die Doppelstocktechnik des Skilanglaufes mit. Doch im Vorlauf wollte es mit dem Schießen bei dem Polizisten in Ausbildung noch nicht optimal klappen. 2 Fehlschüsse brachten ihn auf Platz 12 der Einzelwertung. Jetzt im Finale ist er, zur Freude von Söhnchen Eliah auf den Punkt voll da. Auf dem Thoraxtrainer verbessert sich Dominik um 10 Sekunden im Vergleich zum Vorlauf und gehört nun zu den ganz wenigen Wettkämpfern der Tour, die für die 400 m-Strecke weniger als 80 Sekunden benötigten. Nach 79 Sekunden geht es für ihn zum Biathlongewehr und selbst diese wenigen Schritte verraten seine Motivation. Der 34-Jährige nutzt diesen kurzen Weg nicht als Verschnaufpause, sondern eilt zum Gewehr, ähnlich, wie es Jana Harmeling macht. Der begeisterte Triathlet, der in 11:20 Std. auch schon Finisher beim Ironmen an der Ostsee war, scheint jedes Verschnaufen bzw. tiefe Durchatmen als Zeitverschwendung anzusehen und legt ohne Pause das Gewehr an. Um so erstaunlicher, dass Dominik gleich mit dem ersten Schuss trifft. Und so geht es weiter. Immerhin ist hier im Marler Stern die Laserschießanlage mit den 45 mm-Zielen aufgebaut, die im Vergleich mit den zumeist zum Einsatz kommenden Infrarotzielen 5 mm kleiner sind. Doch Dominik, der sich als Betriebswirt im Alter jenseits der 30 noch in die Umschulung zum Polizisten stürzte und in wenigen Monaten das Bachelor-Studium an der FH für Öffentliche Verwaltung in Gelsenkirchen abschließen wird, lässt sich auch davon nicht abhalten und beendet mit 5 Treffern in 1:45 Minuten seinen Wettkampf. Damit ist er nicht nur der einzige Wettkämpfer dieser Staffelchallenge, dem ein fehlerloses Schießen gelingt, sondern zugleich, gemeinsam mit seinem Teamkollegen Manuel Steffen, dem diese 1:45 Minuten im März in Dülmen gelangen, Zweitbester aller Tourwettkämpfer 2017. Natürlich gewinnt er mit dieser Leistung die Etappe im Marler Stern gegen 55 Wettkämpfer und steht damit im Tour-Finale am 28.12. auf Schalke, bei dem er von seiner Frau Marjut unterstützt wird. Wir sind schon gespannt, ob Dominik seine Leistung auch dort im Wettkampf mit den Besten der Tour wieder abrufen kann?