20. Etappe 2017: Der Sieger aus Dinslaken im Porträt

Der Pechvogel fliegt ins Finale

Ähnlich, wie die Regenwolken heute der Sonne den Wege verstellen, könnte der Friemersheimer Sascha von Gersum (im Bild oben in der Mitte) „seine“ Biathlon-Tour 2017 bisher wahrnehmen. Der 39-jährige Lagerist und zuvor Zeitsoldat mit Auslandseinsätzen besuchte in diesem Jahr schon 4 Etappen und infizierte sich bereits im Februar in Xanten mit dem Tourvirus. Schon dort zeigte er seine Qualitäten beim Schießen und belegte mit 5 Treffern den 6. Platz. Auf dem Thoraxtrainer fehlte dem früher aktiven Fußballer etwas die Ausdauer, doch Sascha kündigte an, mehr zu trainieren und weiter um den Finalplatz auf Schalke kämpfen zu wollen. Seine „Nehmerqualitäten“ zeigte er auf der 4. Etappe in Monheim, wo ihm als Zweitem nur 6 Sekunden zum Sieg fehlten. Noch enger verlief sein Duell mit Julian Poster auf der Etappe in Rheinberg, als sich Sascha nach zweimaliger Etappenführung mit nur einer Sekunde geschlagen geben musste. Doch der sympathische Duisburger war seinerzeit nicht nur ein fairer Zweiter, der Julian Poster den Sieg von Herzen gönnen konnte, sondern auch ein Kämpfer, der keinen Zweifel daran ließ, seinen Etappensieg noch zu holen. Heute sehen wir Sascha wieder. Mit der S-Bahn sind es für ihn nur wenige Kilometer aus Friemersheim nach Dinslaken. Doch sein Tourpech scheint sich fortzusetzen. Schon beim Warm up auf dem Thoraxtrainer treten heftige Rückenschmerzen auf. Dennoch versucht sich Sascha im Wettkampf gegen Sebastian Spettmann (im Bild oben auf dem hinteren Thoraxtrainer) und Daniel Holtschneider.

Etwas ungelenk wirkt Sascha heute auf dem Thoraxtrainer, doch es ist erstaunlich, dass er den sportlichen Sebastian nur rund 8 Sekunden enteilen lässt und in 1:40 Minuten trotz der Rückenprobleme eine durchaus „Etappensieger-taugliche“ Laufleistung hinlegt. Doch auch heute in diesem Dreikampf sieht es eher wieder nach Platz 2 für Sascha aus, denn der Walsumer Vereinsschütze, Sebastian Spettmann, trifft sicher und nutzt seinen Vorsprung um stets einen Treffer voraus zu bleiben. Doch dann fällt die Entscheidung. Sebastian leistet sich einen Fehlschuss, während Sascha seine Qualität am Biathlongewehr konzentriert ausspielt und in 2:16 Minuten mit 5:4 Treffern die Oberhand behält. Zunächst setzt er sich an die Etappenspitze. Nachdem auch in der Staffelmeisterschaft keinem Wettkämpfer ein fehlerloses Schießen gelingt ist klar: Der Pechvogel fliegt mit dem 5. Anlauf zum Tourfinale auf Schalke.