17. Etappe 2017: Der Sieger aus Velbert im Porträt

Zum 3. Mal im Tourfinale auf Schalke dabei

Keine schlechte Entscheidung treffen „Die Schönen und das Bier“, als sie für ihre krank gewordene Schlußläuferin, Hanna Küppersbusch, vor Ort ausgerechnet den Cross-Skating-Trainer, Julian Puderbach, als „Ersatzstarter“ gewinnen können. Julian steht mit seinem Vereinskollegen, Marc Krämer, den Velbertern an diesem Tag für erste Fahrversuche mit Nordic Cross Skates zur Verfügung. Der Bitte der unvollständigen Staffel möchte sich der junge Elektriker, der vor 2 Jahren schon einmal Etappensieger der Biathlon auf Schalke-Tour war, nicht verschließen. Doch nun steht er vor einer mission impossible, oder? Auf der anderen Seite steht gewiss kein Schlechter. Fitletic Nils Kamperhoff schafft die 400 m-Strecke in 2:00 Minuten. Das ist hinter Konrad Müller der zweitschnellste Lauf seiner Staffel. Jetzt noch ein ordentliches Schießen mit 2 oder mehr Treffern, dann hat er den Sieg der Fitletics nach Hause gebracht. Doch Nils bleibt bei einem Treffer stehen und muss 60 Strafsekunden abbrummen. Für Julian Puderbach öffnet sich damit einen Spalt weit die Tür. Mehr auch nicht, denn 130 m verbleiben für ihn auf dem Thoraxtrainer und die 5 Schüsse. Alles zusammen in weniger als 60 Sekunden? Kaum machbar. Doch Julian erkennt seine Chance, riskiert viel und setzt bereits 100 m vor dem Ziel zum Endspurt an. Tolle Stimmung nun rund um die Biathlonarena. Das scheint auch den jungen Neuwieder zu beflügeln, der die müden Muskeln einfach zu ignorieren scheint und nicht mehr nachgibt. 25 Sekunden verbleiben ihm, als er völlig ausser Atem am Biathlongewehr ankommt. Wenn er es noch packen will, muss er mitten hinein in die Atemnot schießen und natürlich treffen, denn ein einziger Fehlschuss brächte die Entscheidung zu Gunsten der Fitletics. Nach 5 Sekunden schießt Julian….und trifft. Weitere 3 Sekunden später…der 2. Treffer, wieder 3 Sekunden später…der 3. Treffer. Unglaublich. Er behält den Rhythmus bei. 3 Sekunden…Treffer Nr. 4. Elf Sekunden verbleiben und einen Schuss muss er noch ins Schwarze bringen. Jetzt ein Fehlschuss und die Aufholjagd würde erfolglos enden. Zum Nachdenken lässt sich Julian aber keine Zeit. Wieder 3 Sekunden, letzter Schuss…Treffer! Emphatisches Publikum, fair applaudierende Fitletics und die „Schönen und das Bier“ sind happy mit ihrem phantastischen Gastläufer. 1:58 Minuten und 5 Treffer bringen Julian auch den Etappensieg in der Einzelwertung mit der siebtbesten Leistung aller bisher 1100 Wettkämpfer der Tour 2017. Als erster Etappensieger schafft Julian damit seine dritte Finalqualifikation in Folge.